
Die Guzmania gehört neben der Ananas zu denjenigen Bromeliengewächsen, welche sehr gut in heimischen Gefilden kultiviert werden können. Die exotische Pflanze besticht durch eine aussergewöhnliche Optik, durch die jeder Raum ein exotisches Flair bekommt. Dass die dekorative Guzmanie hierzulande nicht sehr häufig anzutreffen ist, liegt daran, dass sie etwas anspruchsvoll ist. Dies versuchen fleissige Züchter seit Jahren zu ändern: immer mehr Kreuzungen gibt es, die weniger Ansprüche stellen und somit auch von Laien im Bereich der Pflanzenkultivierung gehalten werden können. Werden einige Tipps bezüglich ihrer Pflege beachtet, wird ihr Besitzer viele Jahre lang Freude an ihr haben.
Inhaltsverzeichnis
- Zusammenfassung: Guzmania Pflege – Wie Blüte abschneiden & vermehren?
- Guzmanie, Guzmania Pflanzen – Steckbrief von Lubera
- Wissenswertes über die Guzmanie
- Guzmania blüht im Winter
- Ein heller Standort ist wichtig
- Ein durchlässiges Substrat ist am besten
- Guzmania in kleine Pflanzgefässe pflanzen
- Vermehrung durch Kindel
- Aussaat im Frühjahr
- Die Aussaat ist etwas arbeisaufwändig
- Pflege Tipps
- Pflegefehler erkennen
- Guzmania schneiden?
- Die Überwinterung
- Typische Krankheiten und Schädlinge
Zusammenfassung: Guzmania Pflege – Wie Blüte abschneiden & vermehren?
Die Guzmania, eine tropische Pflanze der Bromeliengewächse, blüht im Winter und erfordert einen hellen Standort ohne direkte Mittagssonne sowie hohe Luftfeuchtigkeit. Sie gedeiht in durchlässigem, kalkfreiem Substrat und bevorzugt kleine, schwere Gefässe. Vermehrung erfolgt durch Kindel. Einmal verblüht, dient sie als dekorative Grünpflanze. Für optimale Pflege sollten Staunässe vermieden, regelmässig gegossen und besprüht sowie monatlich gedüngt werden. Typische Pflegefehler umfassen Überdüngung und falschen Standort. Im Winter benötigt die Guzmania zusätzliche Pflanzenlampen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, um Schädlingsbefall zu vermeiden.
Guzmanie, Guzmania Pflanzen – Steckbrief von Lubera
- Blütezeit: Winter
- Standort: hell; keine Mittagssonne; hohe Luftfeuchtigkeit
- Substrat: durchlässig; locker; kalkfrei; humos
- Pflanzen: kleine, schwere Gefässe
- Vermehrung: Kindel; Samen
- Aussaatzeit: Frühjahr
- Giessen: regelmässig giessen oder tauchen; keine Staunässe
- Düngen: während der Wachstumszeit einmal monatlich
- Besprühen: regelmässig mit kalkarmem Wasser
- Pflegefehler: zu wenige oder zu viele Nährstoffe; falscher Standort
- Schneiden: nicht notwendig; verblühte Blütenstände entfernen
- Überwintern: Pflanzenlampen installieren; warm
- Krankheiten: keine bekannt
- Schädlinge: Wollläuse; Schildläuse; Spinnmilben

Wissenswertes über die Guzmanie
Die Guzmanie, Guzmania, gehört zu den Bromeliengewächsen (Bromeliaceae) und stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Mehr als 200 verschiedene Arten gibt es weltweit, von denen viele im Freiland wachsen, und zwar als Epiphyten. Hierzulande ist dies nicht möglich: das Bromeliengewächs kommt mit den hiesigen Temperaturen nicht zurecht, da es tropische klimatische Bedingungen gewöhnt ist, und muss demzufolge als Zimmerpflanze gehalten werden.
Je nach Art bildet die Guzmanie bis zu 60 cm lange Blätter, die rosettenförmig angeordnet sind, und aus deren Mitte sich ein Stängel mit farbigen Hochblättern emporschiebt. Aus diesem wiederum entsteht die Blüte.
Guzmanien bilden – je nach Sorte – rote oder gelbe Blüten. Diese sind ausgesprochen dekorativ und langlebig, duften jedoch nicht. Sind sie verblüht, bilden sie Samen; als Pflanzenbesitzer braucht man sich jedoch keine Hoffnung auf eine erneute Blütenpracht zu machen: das Bromeliengewächs blüht nur ein einziges Mal in seinem Leben. Dennoch ist dies kein Grund, die Pflanze zu entsorgen: auch als Grünpflanze bietet die Guzmanie einen schönen Anblick. Auch wird sie Kindel bilden, aus welchen wiederum neue Pflanzen gewonnen werden können.
Guzmania blüht im Winter
Die wunderschönen roten oder gelben Blüten zeigen sich im späten Winter. Die Blütezeit ist ausgesprochen lange: über mehrere Wochen bleiben die Blüten bestehen. Verblühen sie, so wird aus der dekorativen Zimmerpflanze eine reine Grünpflanze, denn sie wird in ihrem Leben kein zweites Mal mehr Blüten bilden.
Ein heller Standort ist wichtig
Guzmanien wachsen – wie bereits erwähnt – in freier Natur als Epiphyten, also auf anderen Gewächsen. Dies tun sie jedoch nicht, um sich besonders hervorzutun, sondern aufgrund ihrer Lichthungrigkeit. Unter Bäumen oder anderen Gewächsen wäre es schlichtweg zu dunkel, um Blüten hervorbringen zu können, so dass die Bromeliengewächse höher gelegene Plätze benötigen, um sich entwickeln zu können. Dieser Tatsache sollte auch bei der Wahl des Standorts in heimischen Wohnungen Beachtung geschenkt werden: ein heller Fensterplatz ist optimal, jedoch sollte zwingend darauf geachtet werden, dass dort keine Mittagssonne scheint. Morgen- und Abendsonne werden vertragen, stärkere Sonneneinstrahlung hingegen führt zu Verbrennungen.
Neben der Helligkeit sind warme Temperaturen unabdingbar. Diese sollte möglichst zwischen 20°C und 25°C liegen. In vielen Wohnräumen ist deine solche Wärme nicht erwünscht, jedoch weisen Badezimmer häufig derartige Temperaturen auf. Die Kultivierung im Bad bietet noch einen weiteren wichtigen Vorteil: die Luftfeuchtigkeit ist dort hoch. Dies ist absolut notwendig für eine Guzmanie, die aus ihrer Heimat eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 % gewöhnt ist. Derartige Bedingungen können jedoch auch durch Besprühen mit Wasser oder durch Aufstellen von mit Wasser gefüllten Schalen erreicht werden.
Ein durchlässiges Substrat ist am besten
Auch bezüglich ihres Pflanzsubstrats sind die Bromeliengewächse etwas anspruchsvoll: es sollte
- durchlässig,
- locker,
- kalkfrei,
- humos und
- nährstoffarm
sein. Handelsübliche Orchideenerde erfüllt diese Kriterien; alternativ kann auch ein Substrat aus
- Blumenerde,
- Orchideenrinde und
- Tongranulat
selbst zusammengemischt werden.
Auch kann scharfer Sand mit einem Erde-Torf-Gemisch vermengt werden. Wichtig ist, dass das entstandene Substrat die oben genannten Kriterien erfüllt, da ansonsten die exotische Pflanze nicht gut gedeihen wird.
Lubera-Tipp: Guzmanien nicht in handelsüblicher Blumenerde kultivieren, da diese zu viel Kalk und in der Regel auch zu viele Nährstoffe enthält!

Guzmania in kleine Pflanzgefässe pflanzen
Besonders gut gedeiht das Ananasgewächs, wenn es in einem kleinen Gefäss kultiviert wird. Dieses sollte jedoch schwer sein, damit es nicht umkippen kann, wen sich die Guzmania zur Seite neigt. Gefässe aus Ton oder Steingut sind demzufolge welchen aus Kunststoff vorzuziehen.
Unten in das Gefäss sollte eine Drainage aus Tongranulat gelegt werden, um Staunässe zu verhindern.
In der Regel ist es nicht notwendig, Guzmanien umzutopfen. Falls das Pflanzgefäss jedoch zu klein werden sollte, muss die Zimmerpflanze in ein grösseres umgesetzt werden. Dies geschieht im zeitigen Frühjahr nach der Winterruhe.
Lubera-Tipp: Pflanzgefäss in eine mit Wasser und Steinen gefüllte Schale stellen, um so eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erhalten.
Vermehrung durch Kindel
Guzmanien bilden nach dem Verblühen Seitensprossen (Kindel), welche abgetrennt und als eigenständige Pflanze kultiviert werden können. dies sollte jedoch nicht zu früh geschehen: je länger die Kindel an der Mutterpflanze verbleiben, desto widerstandsfähiger werden sie. Auch blühen sie eher als zu früh abgetrennte Exemplare. Als Faustregel gilt: Ableger erst dann abtrennen, wenn sie mindestens halb so gross wie die Mutterpflanze sind; vorzugsweise im Frühjahr.
- Kleine Pflanzgefässe mit geeignetem Substrat füllen
- Jeweils eine Seitensprosse in ein Töpfchen setzen
- Geschützten Standort wählen (keine Sonne!)
- Zunächst sparsam giessen
Nach etwa vier Monaten können die jungen Ananasgewächse wie erwachsene Exemplare kultiviert werden.
Lubera-Tipp: Bei unzureichende Helligkeit Pflanzenlampen verwenden!
Aussaat im Frühjahr
Bei den hierzulande kultivierten Guzmanien handelt es sich in der Regel um Hybriden, die keine Samen bilden. Dies tun nur echte Exemplare. Wird Saatgut von einer bestehenden Guzmanie gewonnen, so ist dieses nur kurzfristig keimfähig. Demzufolge sollte es möglichst umgehend ausgesät werden. Die beste Aussaatzeit ist jedoch das Frühjahr. Wird Saatgut im Fachhandel erworben, so sollte dieses also im Frühling in die Erde gebracht werden.
Die Aussaat ist etwas arbeisaufwändig
Die Aussaat ist etwas arbeitsaufwändig und langwierig; zudem nicht immer von Erfolg gekrönt. Wer bereits eine Guzmania besitzt, sollte diese durch Ableger vermehren.
- Anzuchtschalen mit einer Drainage aus Tonscherben versehen
- Orchideenerde in die Gefässe füllen
- Samen auf das Substrat legen
- Nicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer!)
- Schalen mit durchsichtiger Plastikfolie abdecken (täglich lüften!)
- Hellen Standort wählen, an dem mindestens 20°C herrschen
- Substrat regelmässig besprühen
Nun dauert es etwa drei bis vier Wochen, bis sich die ersten Keimlinge zeigen. Nun werden diese erst dann erneut besprüht, wenn das Substrat bereits angetrocknet ist.
Haben sie eine Grösse von 5 cm erreicht, können sie langsam an normale Zimmertemperaturen gewöhnt werden.
Lubera-Tipp: Zur Wachstumsbeschleunigung Pflanzenlampen installieren!

Pflege Tipps
- Giessen: Der Wurzelballen einer Guzmania sollte niemals austrocknen. Demzufolge muss er regelmässig gegossen werden; besser jedoch ist es, den kompletten Wurzelballen so lange in einen Wassereimer zu tauchen, bis keine Blasen mehr aufsteigen. Staunässe ist zwingend zu vermeiden. Auch die Rosette sollte vor und während der Blüte mit Wasser gefüllt sein. Dieses muss alle drei bis vier Tage durch frisches ersetzt werden.
- Düngen: Während der Wachstumsphase wird einmal im Monat eine Gabe Flüssigdünger zusammen mit dem Giesswasser verabreichen, und zwar direkt in die Rosette. Dieser Dünger darf nicht mineralisch sein und sollte keinesfalls mit andren Pflanzenteilen in Berührung kommen, da er dort Verbrennungen verursachen könnte.
- Besprühen: Um die benötigte hohe Luftfeuchtigkeit zu erhalten, muss die Guzmania regelmässig, am besten täglich mit kalkarmem Wasser besprüht werden. Wem dies zu umständlich ist, der kann alternativ mit Wasser gefüllte Schalen neben die Pflanze stellen.
Pflegefehler erkennen
- Blätter bilden sich nicht aus und verfärben sich gelb -> Stickstoffmangel
- Blätter sterben von der Blattspitze her ab -> Phosphormangel
- Keine Blütenbildung -> Überdüngung
- Blätter verbrennen -> zu sonniger Standort
Guzmania schneiden?
Es gibt keinen Grund, Guzmanien zu schneiden. Vertrocknete Blätter sollten entfernt werden, ebenso verblühte Blütenstände, wenn sie vollständig eingetrocknet sind. Wichtig ist, diese so weit unten wie möglich abzuschneiden.
Beim Entfernen der unteren Rosettenblätter besteht leider die Gefahr, dass die Rosette instabil wird. Ist ein Abschneiden unumgänglich, sollten vorsorglich ein paar kleine Steine unter die Pflanze gelegt werden, um diese zu stützen.

Die Überwinterung
Auch im Winter brauchen die Guzmanien viel Licht; dieses ist nicht immer in ausreichender Menge gegeben. So ist es ratsam, zusätzlich Pflanzenlampen zu installieren, um die benötigte Helligkeit zu erzielen.
Für die Überwinterung sind ansonsten keine anderen Standortbedingungen zu beachten als für den Rest des Jahres: die Guzmania muss warm stehen, jedoch sollte kein Standort in der Nähe eines Heizkörpers gewählt werden. Besonders in geheizten Räumen ist auf eine hohe Luftfeuchtigkeit zu achten. Diese ist nicht nur für das Wohlbefinden der Pflanze notwendig, sondern verhindert auch Schädlingsbefall.
Im Winter wird das Ananasgewächs weniger gegossen, darf jedoch keinesfalls austrocknen.
Typische Krankheiten und Schädlinge
Zwar sind die Bromeliengewächse etwas zimperlich, jedoch nicht anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Lediglich während der Überwinterung kann es vermehrt zu Schädlingsbefall kommen:
- Läuse: Sowohl Woll- als auch Schmier- und Schildläuse sind zunächst nicht so gut zu erkennen. In der Regel machen sie sich erst durch ihre honigtauartigen Ausscheidungen bemerkbar. Betroffene Pflanzen müssen zunächst separiert werden, da die Schädlinge auch auf andere Gewächse übergehen; zudem ist der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels unumgänglich. Dabei ist zu beachten, dass dieses nicht auf Ölbasis hergestellt wird.
- Spinnmilben: Auch Spinnmilben können an der Guzmania auftreten. Sie sind an feinen Gespinsten zu erkennen, die sich über die Pflanzenteile ziehen. Regelmässiges Einsprühen mit kalkfreiem Wasser trägt zur Verhinderung sowie Bekämpfung der Milben bei; alternativ können Gelbtafeln aufgestellt werden.
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