
Wer Gestecke liebt und ein Auge für eine ansprechende Optik hat, sollte sich das Vergnügen gönnen, Blumen auf japanische Art zu arrangieren. Diese Steckkunst wird als Ikebana bezeichnet und findet immer mehr Liebhaber weltweit. Wir sagen Ihnen, was zu beachten ist.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Ikebana?
Beim Ikebana handelt es sich um die japanische Kunst des Arrangierens von Blumen. Dabei geht es nicht nur um das Erstellen an sich, sondern auch um Meditation. Der Sinn liegt zum einen darin, die Natur zu den Menschen zu bringen. Zum anderen sollen die Arrangements die kosmische Ordnung darstellen. Dies geschieht nicht nur mithilfe der ausgewählten Blüten, sondern auch dank
- Blüten,
- Stängel und
- Vase
Geschichte
Bereits im 6. Jahrhundert wurde die Kunst des Ikebana praktiziert. Damals wurden buddhistischen und anderen Gottheiten Blumenopfer dargebracht. Diese bestanden grundsätzlich aus drei Komponenten:
- Blumen als Zeichen der menschlichen Bewunderung für die Götter
- Kerze als Spiegelbild des Universums
- Weihrauch als Götterspeise
Bis heute bestehen derartige Opfergaben aus besagten drei Teilen.
Leitlinien
Die größte Leitlinie findet sich bereits in der Bedeutung des Wortes „Ikebana“: lebende Blumen. Diese werden zu Gestecken verarbeitet, wobei es darum geht, sie in ihrer natürlichen Form zu belassen. In allen Werken müssen
- Himmel,
- Erde sowie
- Menschen
symbolisiert werden.
Des Weiteren muss beachtet werden:
- Die jeweilige Stimmung des Gestalters muss in den Kunstwerken ersichtlich sein
- Auch die Jahreszeit, in der das Gesteck erstellt wurde, muss man erkennen können
Symbolik der Pflanzen
Die japanische Blumensprache (hanakotoba) bildet die Grundlage für die Pflanzensymbolik. So hat jede Blume eine bestimmte Bedeutung. Eine kleine Auswahl beliebter Pflanzen für Ikebana:
- Amaryllis: Schüchternheit
- Apfelblüte: Freude, Einklang
- Bambus: starker Wille, Langlebigkeit
- Chrysantheme: Würde
- Hortensie: Stolz
- Jasmin: lebensbejahend
- Kirschblüte: Freundlichkeit, Sanftmut
- Lotos: Reinheit, spirituelles Erwachen
- Narzissen: Respekt
- Orchidee: Freude
Jene Pflanzen, deren Bedeutung gewünscht wird, stehen im Mittelpunkt des Gesteckes. Um sie herum werden jahreszeitlich passende Zweige und Blumen gesteckt.
Ikebana stecken – Vorbereitung
Zunächst einmal muss man sich darüber im Klaren sein, welche Form und welche Symbolik das Gesteck haben soll. Verwendet werden entweder flache Schalen oder hohe, aufrechte Vasen. Die Pflanzen werden dort in Wasser gestellt oder mithilfe eines Kenzans (Steckigels) arrangiert.
Ist eine Entscheidung gefallen, werden die benötigten Materialien besorgt.
Materialien
- Blumen
- Gräser
- Kenzan zum Befestigen
- Moose
- Vasen, die entweder hoch oder flach sind
- Zweige
Ikebana stecken – Anleitung
Das Ikebana Stecken ist keine Tätigkeit, die sich innerhalb kürzester Zeit lernen lässt. Viel mehr handelt es sich dabei um einen andauernden Prozess, der dazu führt, dass der Künstler besser und besser wird. Viel Übung ist erforderlich, um diese Kunst beherrschen zu können.
Wer also „auf die Schnelle“ ein paar Gestecke gestalten möchte, ist bei dieser Art des Blumenarrangierens fehl am Platze.
In welcher Form letzten Endes die Gestecke gestaltet werden, kann nur seitens eines Erfahrenen Meisters erläutert werden. Jeder diesbezügliche Versuch würde der tiefen Symbolik des Ikebana nicht gerecht werden.
Es gibt diverse Ikebana-Schulen, Volkshochschulen sowie Floristikunternehmen, an denen die Kunst gelehrt wird. Wer sich dafür interessiert, sollte unbedingt an einem derartigen Kurs teilnehmen. Es lohnt sich nicht nur unter dem Aspekt des Blumenarrangierens, sondern auch aufgrund der Möglichkeit, meditativ arbeiten zu können.
Auch gibt es gute Literatur, die Interessierte in die Welt des Ikebana einführt. Dennoch ist die menschliche Lehre durch sie nicht zu ersetzen.
Gestecke frisch halten
Wenn ein derartiges Kunstwerk entstanden ist, sollte es natürlich möglichst lange erhalten bleiben. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen:
- Stängel unter Wasser schneiden
- Vor dem Stecken Stängel für einige Minuten in kaltes Wasser legen
- Frischhaltemittel auf chemischer Basis
- Die Stängel aufkochen
Tipps & Tricks
- Kenzan mit Moosen abdecken
- Damit die arrangierten Stängel nicht verrutschen, müssen sie mithilfe bestimmter Techniken geschnitten und im Kenzan verankert werden
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