
Kräutertee ist im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Ob als fertig gekaufte Teemischung oder aus selbstgesammelten Pflanzen aus dem eigenen Garten – dieses Getränk erfreut sich allgemein großer Beliebtheit. Warum dieser Tee nicht nur lecker, sondern auch gesund ist, wie er zubereitet wird und anderes Wissenswertes erfahren Sie hier. In unserem Gartenshop können Sie Pflanzen für Teekräuter kaufen und diese im eigenen Garten anbauen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Kräutertee?
- Bestandteile
- Kalorien
- Wirkung
- Warum ist Kräutertee so gesund?
- Wieviel des Getränks darf man am Tag trinken?
- Und wieviel Kräutertee ist ungesund?
- Giftstoffe im Kräutertee
- Kräuter für Tee – welche sind geeignet?
- Welche passen gut zusammen?
- Was ist basischer Kräutertee?
- Kräutertee selber machen – Vorbereitung
- So bereite ich einen Aufguss zu
- Wie lange muss man Kräutertee ziehen lassen?
Was ist Kräutertee?
Gemeinhin würde man denken, dass es sich bei Kräutertee um Tee aus Kräutern handeln würde. Dies ist jedoch nur bedingt richtig. Dieses Getränk ist kein Tee im klassischen Sinne, sondern ein Aufguss mit Pflanzenteilen und Kräutern. Deren Wirkstoffe werden durch das heiße Wasser gelöst und entfalten sich während des Ziehens. Koffein beziehungsweise Tein ist nicht enthalten. Ausnahmen bestätigen die Regel: das Trendgetränk Guayusa sowie der beliebte Mate-Tee sind koffeinhaltig.
Bestandteile

Für einen Kräutertee können verschiedene Pflanzenteile verwendet werden, und zwar sowohl in frischem als auch in getrocknetem Zustand:
- Blätter
- Blüten
- Früchte
- Rinde
- Samen
- Triebe und Triebspitzen
- Wurzeln
Welche individuelle verwendet werden, hängt von der jeweiligen Pflanze ab.
- Blätter sind die häufigste Zutat für Kräutertees. Kein Wunder: sie enthalten viel Proteine, Enzyme und Zucker und sind zudem sehr aromatisch. Diese Aromen sind nicht nur relevant für den Geschmack, sondern auch für die angestrebte Wirkung. Die bekannteste Vertreterin als Blattspenderin ist die Minze.
- Blüten und Blütenblätter verleihen dem Tee ein angenehmes Aroma sowie eine schöne Farbe. Auch können sie ätherische Öle enthalten, welche wiederum eine heilende, entspannende oder anregende Wirkung haben, wie beispielsweise die Kamille.
- Früchte sowie Samen werden zerkleinert und grundsätzlich in Verbindung mit Teilen anderer Pflanzen vermischt, wenn sie in Kräutertees enthalten sind. Ein Aufguss, der ausschließlich aus Früchten besteht, ist ein Früchtetee. Hagebutten sind im Allgemeinen eine sehr beliebte Zutat in Kräutertees.
- Die Rinde wird überwiegend zur Verbesserung des Geschmackes verwendet, kann jedoch auch heilende Eigenschaften besitzen. Zimt beispielsweise erfüllt beide Kriterien.
- Triebe beziehungsweise deren Spitzen sind meistens saftig und somit voller wertvoller Inhaltsstoffe.
- Wurzeln sind ausgesprochen beliebt und werden für gewöhnlich getrocknet oder geröstet verwendet. Sie werden überwiegend für Wellness-Teemischungen verwendet, wie zum Beispiel der Ingwer, können aber auch eine Heilwirkung besitzen.
Kalorien
Ein ungesüßter Kräutertee ist nahezu kalorienfrei: 100 g haben einen Nährwert von etwa 1 kcal. Zum Vergleich: dieselbe Menge Milch (1,5 %) bringt 47 kcal mit, Vollmilch sogar 64 kcal.
Wirkung
Welche Wirkung ein Kräutertee entfaltet, hängt von seinen Bestandteilen ab. Je nach verwendeten Pflanzen ist er:
- Antibakteriell
- Antiviral
- Beruhigend
- Blutbildend
- Blutdrucksenkend
- Blutreinigend
- Cholesterinsenkend
- Desinfizierend
- Entschlackend
- Entwässernd
- Entzündungshemmend
- Harntreibend
- Krampflösend
- Schleimlösend
- Schweißtreibend
- Verdauungsanregend
Auch können Kräutertees den Stoffwechsel anregen, Giftstoffe aus dem Körper spülen, das Immunsystem stärken sowie den Hormonhaushalt regulieren. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass er in der entsprechenden Konzentration hergestellt wird. Wer beispielsweise einen Tee lediglich zur Erfrischung oder zum Durstlöschen trinken möchte, kann den Aufguss stark verwässert herstellen. In diesem Falle wird der Kräutertee zwar immer noch gesund sein, jedoch keine oder nur sehr geringe heilende Eigenschaften entwickeln.
Selbst, wenn die verwendeten Pflanzen keine heilenden Eigenschaften besitzen, so trägt der Kräutertee zumindest zur Flüssigkeitsaufnahme bei.
Warum ist Kräutertee so gesund?

Im Allgemeinen wird Kräutertee als Hausmittel angesehen und von manch einem belächelt. Dies ist jedoch ungerecht und unpassend, da das Getränk sehr viel mehr als das ist. Gegen viele leichte Beschwerden sind Kräuter eine sinnvolle und heilsame Alternative zu Medikamenten. Ihre Wirkung macht sie zu einem wichtigen Heilmittel in der Pflanzenheilkunde sowie der Traditionellen Chinesischen Medizin. Kräuter unterstützen zudem die Aktivierung der Selbstheilungskräfte, was wiederum dazu führt, dass die Beschwerden gelindert werden und schneller abklingen.
Des Weiteren entstehen beim Verzehr von Kräutertee keine Nebenwirkungen – vorausgesetzt, er wird in Maßen konsumiert. So ist er auch für empfindliche Personen und Kinder als pflanzliches Heilmittel geeignet.
Lubera-Tipp: Schwangere können auch einige Teesorten trinken, sollten sich jedoch im Vorfeld über die jeweilige Verträglichkeit informieren.
Wieviel des Getränks darf man am Tag trinken?
Die täglich empfohlene Menge hängt tatsächlich davon ab, ob der Kräutertee in voller oder nur in geringer Konzentration hergestellt worden ist. Dient er heilenden Zwecken, wird er als medizinischer Tee bezeichnet. Von diesem sollten – je nach verwendeten Pflanzen – nicht mehr als drei bis fünf Tassen am Tag getrunken werden. Zuvor sollte man sich jedoch genau darüber informieren, wie viel individuell ratsam ist. Als Erfrischung beziehungsweise als Wasserersatz wird eine Menge von 1 – 2 Litern als Maximaldosis angegeben. Doch auch dabei ist zu beachten, dass selbst in geringer Konzentration die Heilwirkungen vorhanden sind. Wird zum Beispiel eine große Menge Fencheltee als Durstlöscher getrunken, so braucht man sich nicht zu wundern, wenn dieser zu einer Entkrampfung des Verdauungstraktes und somit zu einem vermehrten Abgang von Winden führt.
Und wieviel Kräutertee ist ungesund?
Es wäre einfach zu sagen, dass jede Tasse, welche über der empfohlenen Menge liegt, ungesund ist. So einfach ist dies jedoch nicht. Vielmehr kommt es darauf an, in welchem Maße und über was für einen Zeitraum die „Überdosis“ eingenommen wird. Einmalig sechs Tassen Kräutertee am Tag werden kaum gesundheitliche Schäden hervorrufen; trinkt man jedoch über Wochen hinweg literweise medizinische Tees, so kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Grundsätzlich sollte der Verzehr deswegen nicht übertrieben werden. Des Weiteren ist es empfehlenswert, bei längerer Einnahme die Teesorten zu wechseln.
Giftstoffe im Kräutertee
Kräutertee wird für gewöhnlich mit einem guten Gefühl und ruhigem Gewissen getrunken – ist er doch so gesund und ein reines Naturprodukt. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn die Kräuter und Pflanzen aus dem eigenen Garten stammen und nicht mit Pestiziden in Berührung gekommen sind. Kräutertees, die käuflich erworben werden können, enthalten wesentlich mehr Giftstoffe, als manch einer glauben mag. Schuld daran sind Pyrrolizidinalkaloide (PA). Dabei handelt es sich um Stoffe, die von einigen Pflanzen als Schutz gegen Fressfeinde gebildet werden. Besonders Korbblütler, Borretschgewächse sowie Hülsenfrüchtler nutzen diese natürliche Abwehrmethode. Stehen solche Pflanzen jedoch in unmittelbarer Nähe jener Gewächse, welche für die kommerzielle Kräuterteeproduktion angebaut werden, kann es leicht passieren, dass sie mitgeerntet werden. Dadurch gelangen die PA in die Teemischungen. Geschmacklich machen sie sich nicht bemerkbar, jedoch stellen sie eine gesundheitliche Gefahr für Menschen dar: sie sind krebserregend, schädigen die Leber sowie das Erbgut.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat über 200 verschiedene Kräutertees aus dem Handel auf die PAs hin untersucht. Unerheblich, ob diese Tees aus dem Fachhandel, Supermarkt, Diskounter oder Drogeriemarkt stammten: in einigen wurden bedenklich hohe Dosen des Pflanzenstoffes gefunden. In Gefahr geraten besonders jene Menschen, die mehr als die empfohlene Menge des Getränks zu sich nehmen, sowie Kinder.
Lubera-Tipp: Mate-Tee sowie Guayusa enthalten Koffein, was ebenfalls als ein Giftstoff angesehen werden kann!
Kräuter für Tee – welche sind geeignet?

Die Klassiker Kamille, Pfefferminze und Melisse sind wohl jedem bekannt. Es gibt jedoch viele andere Kräuter beziehungsweise Pflanzen, welche sich hervorragend zur Herstellung eines Aufgusses eignen.
- Ackerschachtelhalm
- Ananasminze
- Apfelminze
- Arnika
- Baldrian
- Brennnessel
- Brombeerblätter
- Fenchel
- Frauenmantel
- Gänseblümchen
- Goldmelisse
- Hagebutte
- Hibiskus
- Holunderblüten
- Ingwer
- Kümmel
- Lavendel
- Löwenzahn
- Ringelblume
- Salbei
- Schafgarbe
- Schokominze
- Thymian
- Wermut
- Wilde Malve
- Zimt
- Zitronenverbene
Selbst die Blätter einiger Bäume eignen sich hervorragend zur Herstellung eines Aufgusses. Birke sowie Ginkgo sind beispielsweise sehr aromatisch. Dabei ist jedoch zu beachten, dass derartige Pflanzenteile möglichst aus dem eigenen Garten oder einem Wald verwendet werden sollten. Stehen die Bäume an vielbefahrenen Straßen, so sind die Blätter zu sehr schadstoffbelastet, um zu Tee verarbeitet zu werden.
Zu beachten ist, dass nicht jede Pflanze automatisch eine Heilwirkung besitzt. Einige schmecken einfach nur interessant oder aromatisch und können wunderbar für Teemischungen verwendet werden.
Welche passen gut zusammen?
Es gibt zwei verschiedene Kriterien, nach denen Kräutermischungen hergestellt werden können. Entweder werden Kräuter unter geschmacklichen Aspekten ausgesucht oder aber gemäß ihrer Wirkung. Wer seinen Tee lediglich wegen des Aromas trinkt, kann also prinzipiell alles zusammenmischen, was er möchte, und sollte nur sein Augenmerk auf die Ziehzeit der jeweiligen Kräuter legen. Grundsätzlich sollte man jedoch nur jene Kräuter zu Tee verarbeiten, deren Wirkung individuell gewünscht ist, denn – und darüber sollte man sich im Klaren sein – diese Wirkung ist nicht zu unterschätzen. So gut er auch schmeckt: ein Kräutertee ist ein Heilmittel, welches gegen Beschwerden eingenommen wird, und wird auch dann seine Kraft entfalten, wenn diese eigentlich nicht gewünscht ist. Wer beispielsweise Brennnesseltee aufgrund seines Geschmackes trinkt, braucht sich über die entwässernde Wirkung nicht zu wundern.
Soll der Tee jedoch eine Heilwirkung entfalten, sollten die ausgewählten Pflanzen alle dasselbe Ziel verfolgen, also sich bezüglich ihrer Wirkung sehr ähnlich sein. Es macht beispielsweise wenig Sinn, anregende Kräuter mit beruhigenden zu vermischen, wenn man sich entspannen möchte.
Als Faustregel gilt grundsätzlich: niemals mehr als sieben Kräuter zusammenmischen! Für gewöhnlich sind Mischungen aus drei oder vier verschiedenen Pflanzen vollkommen ausreichend.
Was ist basischer Kräutertee?
Im Handel sind Teemischungen erhältlich, welche als basisch deklariert sind. Dies bedeutet nichts andres, als dass sie einen pH-Wert von mehr als 7 haben und Basen anstelle von Säuren bilden. Derartige Tees werden in der basischen Ernährung beziehungsweise bei Basen-Kuren verwendet, da sie Säuren sowie Schadstoffe aus dem Körper spülen. Vorausgesetzt, man trinkt genügend davon: über den Tag verteilt wird für gewöhnlich eine Menge von fünf Tassen empfohlen. Ob die basische Ernährung im Allgemeinen sowie der Verzehr von Tee im Besonderen tatsächlich eine positive Wirkung zeigt, ist wissenschaftlich nicht belegt. Im Gegenteil: eine derartige Lebensweise kann unter Umständen mehr gesundheitlichen Schaden als Nutzen anrichten. Allerdings geht von den Teemischungen keine Gefahr aus: selbst für den Fall, dass sie keine entsäuernde Wirkung haben, so besitzen sie dennoch positive Eigenschaften und können demzufolge bedenkenlos in Maßen getrunken werden.
Folgenden Pflanzen werden basische Eigenschaften nachgesagt:
- Fenchel
- Ingwer
- Pfefferminze
- Rosmarin
- Salbei
- Thymian
Kräutertee selber machen – Vorbereitung
Wer in der glücklichen Lage ist, einen eigenen Garten zu besitzen, kann wunderbar Kräuter für Kräutertee selber anbauen. Dies ist der erste Schritt zur Herstellung des gesunden Aufgusses. Sind genügend Pflanzenteile vorhanden, werden sie geerntet. Dies sollte jedoch nicht einfach irgendwann geschehen. Vielmehr gibt es individuelle Zeiträume, wann die Kräuter Ernte ratsam ist: einige sollten grundsätzlich vor der Blüte geerntet werden, bei anderen wiederum ist diese Blüte wichtig für den Tee, wieder andere sollten im Herbst oder Frühjahr abgeschnitten werden.

Nach der Ernte kann durchaus schon der eine oder andere Aufguss hergestellt werden. Minze beispielsweise oder Zitronenmelisse können hervorragend in frischem Zustand zu Tee verarbeitet werden. Für gewöhnlich jedoch werden die Kräuter konserviert. In diesem Falle heißt das: Kräuter trocknen. In diesem Zustand halten sie sich mindestens bis zur nächsten Ernte, so dass auch in den Wintermonaten die Herstellung von Kräutertees gesichert ist.
Die Aufbewahrung erfolgt an einem trockenen Ort in luftdicht verschlossenen Behältern. Wichtig ist, dass diese beschriftet werden, damit man genau weiß, welches Kraut sich in welcher Dose befindet. So ist es ein Leichtes, bei Bedarf die passende Mischung zusammenzustellen. Alternativ können bereits bei der Aufbewahrung die gängigsten beziehungsweise beliebtesten Teemischungen hergestellt werden: Tee gegen Magen-Darm-Probleme, Erkältungstee, Wellnesstee…
Erfahrene Aufgusszubereiter geben die Kräuter direkt in die Tasse oder Kanne. Wer dies jedoch nicht so gerne möchte, kann auch ein Teesieb benutzen.
So bereite ich einen Aufguss zu
Für eine Tasse (150 ml) Kräutertee sollte ein Teelöffel getrocknete Pflanzenteile genommen werden. Soll gleich eine Ganze Kanne mit einem Fassungsvermögen von einem Liter angesetzt werden, so wird eine Menge von 14 g empfohlen.
- Kräuter in die Tasse oder Kanne geben
- Wasser aufkochen
- Über die Kräuter geben, solange es noch sprudelt
- Gefäß abdecken, damit die ätherischen Öle nicht entweichen können
- Ziehen lassen
- Abseihen
Kräutertee sollte möglichst ungesüßt getrunken werden. Falls er jedoch zu bitter oder anderweitig unappetitlich ist, kann etwas Honig oder Ahornsirup zugefügt werden.
Frisch gepresster Zitronensaft verleiht dem Aufguss nicht nur einen frischen Geschmack, sondern auch Vitamin C. Dieses ist besonders bei Erkältungskrankheiten eine zusätzliche Unterstützung für den Körper.
Lubera-Tipp: Anstelle von getrockneten Kräutern können auch frische Blätter verwendet werden!
Wie lange muss man Kräutertee ziehen lassen?

Die Ziehzeit ist abhängig von der jeweiligen Teemischung. Grundsätzlich liegt sie bei 5 – 15 Minuten. Diese Zeit sollte jedoch keinesfalls überschritten werden: das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt davor, den Aufguss mehrere Stunden ziehen zu lassen, da sich ansonsten Keime entwickeln können. Dies geschieht nicht etwa durch das Wasser: sofern es gekocht wird, sind etwaige Keime abgetötet. Die Gefahr lauert vielmehr in den Sporen im Tee. Im warmen Wasser können sie leicht auskeimen und sich immer weiter und weiter vermehren. Wird der Aufguss erst nach mehreren Stunden abgeseiht, kann die Anzahl der Keime bis dahin gesundheitsschädliche Ausmaße angenommen haben.
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