
Die Muschelzypresse, Chamaecyparis optusa, – auch als „Hinoki-Scheinzypresse“ bekannt – ist eine ausgesprochen dekorative Konifere, die zudem einen weiteren großen Vorteil besitzt: sie wächst sehr langsam, so dass sie problemlos auch im Kübel kultiviert werden kann. Ebenso gut zur Geltung kommt das interessante Gewächs jedoch auch als Beeteinfassung. Da die Muschelzypresse sehr pflegeleicht ist, ist ihre Kultivierung auch Anfängern im Bereich der Gartengestaltung zu empfehlen. Werden einige kleine Tipps bezüglich der Muschelzypresse Pflege beachtet, wird sie ihrem Besitzer viele Jahre lang Freude bereiten.
Inhaltsverzeichnis
- Muschelzypresse Pflegetipps für Schnellleser
- Wissenswertes über die Muschelzypresse
- Muschelzypresse Standort: sonnig bis halbschattig
- Muschelzypresse bevorzugt durchlässiges Substrat
- Muschelzypresse richtig pflanzen
- Muschelzypresse umpflanzen?
- Muschelzypresse in Kübelhaltung
- Muschelzypresse Vermehrung durch Stecklinge
- Muschelzypresse Pflege Tipps
- Muschelzypresse schneiden?
- Muschelzypresse überwintern
- Muschelzypresse Krankheiten und Schädlinge
- Ist die Muschelzypresse giftig?
Muschelzypresse, Chamaecyparis optusa, Steckbrief von Gartenbista
Muschelzypresse Pflegetipps für Schnellleser
- Standort: sonnig; halbschattig
- Boden: durchlässig; nährstoffreich
- Pflanzen: ganzjährig, wenn frostfrei
- Umpflanzen: möglich, jedoch nur in Ausnahmefällen zu empfehlen
- Kübelhaltung: möglich
- Vermehrung: Stecklinge
- Gießen: regelmäßig; keine Staunässe
- Düngen: im Freiland Frühjahr und Spätsommer mit Kompost; in Kübelhaltung von März bis August alle sechs Wochen mit Koniferendünger
- Mulchen: Mulchschicht unterhalb der Konifere auftragen
- Schneiden: ältere Exemplare möglichst nicht; junge Pflanzen regelmäßig
- Überwintern: winterhart; Kübelpflanzen vor Frost schützen
- Krankheiten: Wurzelfäule; Triebsterben
- Schädlinge: Thuja-Miniermotte
- Giftig: ja, in allen Pflanzenteilen
Wissenswertes über die Muschelzypresse
Die Muschelzypresse, Chamaecyparis optusa, gehört zur Familie der Zypressen (Cupressaceae) und innerhalb derer zur Gattung der Scheinzypressen. Sie stammt ursprünglich aus Japan, ist aber inzwischen nahezu überall auf der Welt zu finden. Während sie in ihrer asiatischen Heimat Wuchshöhen bis 35 m erreichen können, werden die hier angebotenen Kultivate nicht so hoch: etwa 8 m Wuchshöhe erreicht eine Muschelzypresse maximal. Von den vielen verschiedenen Arten dieser Zypresse wird hierzulande die Nana gracilis am häufigsten kultiviert.

In ihrer japanischen Heimat wird die Muschelzypresse als heiliger Baum angesehen und zu den „fünf Bäumen des Kiso“ gezählt, die dort unter Naturschutz stehen. Ihren Namen verdankt die Konifere der Tatsache, dass ihre Triebe muschelförmig angeordnet sind, was ihr eine interessante und dekorative Optik verleiht.
Im Frühjahr bildet die Muschelzypresse kleine braune Fruchtzapfen, welche Blütenstaub absondern. Aus diesen bilden sich im Herbst kugelige Zapfen.
Muschelzypressen gehören zu den langsam wachsenden Koniferen; maximal 5 cm Zuwachs pro Jahr können die dekorativen Gewächse erreichen. Viele Gartenbesitzer sehen darin deren großen Vorteil: sie verwenden die Chamaecyparis optusa deswegen als Beetumrandung oder setzen sie in Steingärten ein, wo sie ebenfalls hervorragend zur Geltung kommen.
Auch können Chamaecyparis optusa als Bonsai kultiviert werden; ihre muschelförmig angeordneten Triebe und ihr langsames Wachstum machen sie geradezu prädestiniert dafür.
Muschelzypresse Standort: sonnig bis halbschattig
Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Muschelzypresse von allen Seiten her Licht bekommt, damit sie gleichmäßig wächst. Um optimal gedeihen zu können, bevorzugt sie zudem einen sonnigen oder halbschattigen Standort. Die pflegeleichte Konifere ist lediglich an dauerhaft schattigen Plätzen nicht glücklich und wird sich dort nicht so gut entwickeln.
Wird die Chamaecyparis optusa hingegen im Kübel kultiviert, kommt sie mit sämtlichen Standortbedingungen zurecht.

Muschelzypresse bevorzugt durchlässiges Substrat
Bezüglich des Bodens hat die Muschelzypresse einen dringenden Wunsch: es sollte möglichst durchlässig sein. Gibt die Bodenbeschaffenheit per se dies nicht her, so sollte die Erde mit Sand und Kieselsteinen vermischt werden. Dies sorgt für eine Auflockerung des Erdreichs, so dass Wasser gut ablaufen und sich somit keine Staunässe bilden kann.
Ist die Erde zudem noch nährstoffreich, so steht einem langen Koniferenleben nichts mehr im Wege…
Muschelzypresse richtig pflanzen
Die Chamaecyparis optusa kann ganzjährig gepflanzt werden, solange es frostfrei ist. Optimal ist es jedoch, Muschelzypressen im Herbst zu pflanzen:
- Wurzelwerk vom alten Substrat befreien
- Muschelzypresse für einige Stunden in ein Wasserbad stellen
- Pflanzloch ausheben, welches mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen ist
- Aushub mit Kompost mischen
- Konifere bis zum Wurzelhals in das Pflanzloch setzen
- Loch mit Aushub auffüllen
- Erde festtreten
- Chamaecyparis optusa gründlich wässern
Sollen mehrere Koniferen gesetzt werden, so sollte zwischen ihnen ein Abstand von 50 cm gelassen werden.
Auch in der Folgezeit ist darauf zu achten, dass die Muschelzypresse nicht austrocknet: sobald die oberste Erdschicht angetrocknet ist, ist eine erneute Wassergabe notwendig.
Lubera-Tipp: Rund um die Muschelzypresse eine dicke Schicht Rindenmulch auftragen, welche ein zu schnelles Austrocknen der Erde verhindern soll.
Muschelzypresse umpflanzen?

Werden Gehölze umgepflanzt, so sollte dies grundsätzlich im Herbst geschehen, da ein derartiges Procedere während der Wachstumszeit die Pflanzen zu stark schwächen würde.
Koniferen umzupflanzen ist generell mit dem Risiko verbunden, dass das Gehölz am neuen Standort nicht wieder anwachsen wird. Wenn irgendwie möglich, sollte eine im Freiland ausgepflanzte Muschelzypresse demzufolge an ihrem einmal für sie auserkorenen Platz verbleiben.
Ist dies nicht möglich, muss mit besonderer Sorgfalt vorgegangen werden – und anders als bei anderen Gehölzen: normalerweise wird eine Konifere vor dem Umpflanzen stark zurückgeschnitten. Dies hat den Hintergrund, dass beim Ausgraben zwangsläufig Wurzeln beschädigt werden. Das so entstandene Ungleichgewicht zwischen Wurzelwerk und Geäst kann nur durch einen Schnitt wiederhergestellt werden. Genau so ein Schnitt ist wiederum bei einer Muschelzypresse nicht empfehlenswert. Also muss diese Konifere extrem sorgfältig aus der Erde gehoben werden, um möglichst wenig Wurzeln zu beschädigen.
Das neue Pflanzloch sollte so groß sein, dass sämtliche Wurzeln hineinpassen, ohne geknickt zu werden. Der Aushub wird mit Kompost vermischt, danach wird das Pflanzloch wieder mit ihm aufgefüllt.
Gründlich wässern, auch in den folgenden Tagen.
Lubera-Tipp: Vor dem Ausgraben die unteren Äste zusammenbinden, um einen besseren Blick auf den Wurzelballen zu haben.
Muschelzypresse in Kübelhaltung
Auch in einem Pflanzgefäß kann die Chamaecyparis optusa gut kultiviert werden, sofern einige diesbezügliche Tipps beachtet werden:
- Pflanzgefäß wählen, welches ausreichend Platz für das Wurzelwerk bietet
- Unten in das Gefäß eine Drainage aus Tonscherben oder Blähton legen, um Staunässe zu vermeiden
- Handelsübliche Pflanzenerde mit Kompost mischen
- Gießen, wenn oberste Erdschicht angetrocknet ist
- Von März bis August alle sechs Wochen mit Koniferendünger düngen, wobei die Hälfte der vom Hersteller angegebene Menge vollkommen ausreichend ist
- Etwa alle vier Jahre in ein größeres Pflanzgefäß umtopfen
Obwohl Muschelzypressen winterhart sind, empfiehlt es sich, sie in Kübelhaltung besonders zu schützen. Hierfür stehen zwei Optionen zur Verfügung:
- Pflanzgefäß mit einem Frostschutzvlies umwickeln, auf einen Holz- oder Styropurblock geschützt im Freien stehen lassen
- Pflanzgefäß an einen hellen, kühlen und frostfreien Ort im Haus holen
Achtung: Muschelzypressen in Kübelhaltung müssen auch im Winter an frostfreien Tagen gegossen werden!
Muschelzypresse Vermehrung durch Stecklinge
Zwar ist es möglich, die Chamaecyparis optusa durch Stecklinge zu vermehren, jedoch handelt es sich dabei um ein mühsames und langwieriges Unterfangen. Die Stecklinge bilden sehr häufig keine Wurzeln, so dass man sich als Gartenbesitzer wirklich überlegen sollte, ob es nicht sinnvoller wäre, eine weitere Muschelzypresse zu kaufen, anstatt eine bestehende zu vermehren.
Wer es dennoch versuchen möchte, schneidet im Frühjahr circa 15 cm lange Triebe von der Mutterpflanze ab:
- Schrägen Schnitt, um eine möglichst große Schnittstelle zu erhalten
- Steckling entlauben, bis nur zwei Blattpaare am oberen Ende übrig sind
- Unteres Ende des Stecklings mit speziellem Bewurzelungspulver bestreuen
- Steckling in Pflanzgefäße mit feuchter Anzuchterde stecken
- Gefäß an einen hellen Ort im Freien stellen, an dem jedoch keine direkte Sonneneinstrahlung herrscht
- Substrat gleichmäßig feucht halten
Bilden die Stecklinge neue Triebe und Blätter, so ist dies ein Indiz für eine erfolgreiche Wurzelbildung. In ihrem ersten Lebensjahr sollten die jungen Muschelzypressen den Winter über im Haus verbringen, danach können sie ins Freiland ausgepflanzt werden.

Muschelzypresse Pflege Tipps
Die Chamaecyparis optusa ist sehr pflegeleicht und benötigt demzufolge nur wenig Unterstützung seitens des Gartenbesitzers, um optimal gedeihen zu können.
- Gießen: Muschelzypressen möchten weder zu nass noch zu trocken stehen. Es ist empfehlenswert, immer dann zu gießen, wenn die obere Erdschicht angetrocknet ist.
- Düngen: Eine Gabe Kompost, die jeweils im Frühjahr und Spätsommer in die Erde eingearbeitet wird, deckt den Nährstoffbedarf der Muschelzypresse im Freiland. Wird sie hingegen im Pflanzkübel kultiviert, so sollte ihr von März bis August alle sechs Wochen eine Gabe Koniferendünger gegeben werden; die Hälfte der seitens des Herstellers empfohlene Menge ist vollkommen ausreichend.
- Mulchen: Damit der Boden um die Muschelzypresse nicht zu trocken wird und die Feuchtigkeit besser speichern kann, sollte eine dicke Mulchschicht unterhalb der Pflanze aufgetragen werden.
Muschelzypresse schneiden?
Muschelzypressen können Wuchshöhen bis zu 2 m erreichen, was jedoch viele Jahre lang dauert, da sie nur etwa 5 cm pro Jahr wachsen. So besteht nicht unbedingt ein zwingender Grund, sie zu schneiden. Vor allem ältere Exemplare vertragen Schnittmaßnahmen nicht besonders gut. Anders hingegen ist die Situation bei jungen Muschelzypressen: sie sollten regelmäßig einen Erziehungsschnitt bekommen, wobei folgendes zu beachten ist:
- Im zeitigen Frühjahr oder im Sommer schneiden
- Nie mehr als maximal 3 cm entfernen
- Keinesfalls ins Altholz schneiden
Zeigen sich braune und/oder verwelkte Triebe, so sind diese in der Regel ein Indiz für Wassermangel. Sie können entfernt werden; zusätzlich sollte die Konifere kräftig gegossen und gegebenenfalls gedüngt werden.
Lubera-Tipp: Beim Muschelzypresse Schneiden Handschuhe tragen, da die dekorative Pflanze giftig ist!
Muschelzypresse überwintern
Die Chamaecyparis optusa ist komplett winterhart und benötigt deshalb keinen speziellen Schutz vor eisigen Temperaturen – zumindest, wenn sie im Freiland ausgepflanzt ist. Wird sie hingegen im Kübel kultiviert, so sollte dieser entweder mit einem Frostschutzvlies umwickelt und an einen geschützten Platz gestellt, oder im Haus überwintert werden. Dabei sollte das dortige Winterquartier hell und kühl, aber frostfrei sein.

Muschelzypresse Krankheiten und Schädlinge
- Wurzelfäule: Steht die Muschelzypresse zu nass, kann es zur Wurzelfäule kommen. Da es kein wirksames Pflanzenschutzmittel gegen diese Pilzkrankheit gibt und diese meistens erst sehr spät erkannt wird, bedeutet sie häufig das Ende der Konifere. Versuchsweise kann sie schnellstmöglich in frisches Substrat umgesetzt werden.
- Triebsterben: Verwelken die Triebe der Chamaecyparis optusa und zeigen sich an deren Ende kleine schwarze Punkte, so kann dies ein Indiz für Triebsterben sein. Dieser Pilz wird zwar die Konifere nicht komplett vernichten, sollte aber dennoch mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel bekämpft werden.
- Thuja-Miniermotte: Die Larven der Thuja-Miniermotte ernähren sich gerne von den saftigen Trieben der Muschelzypresse. Zu erkennen ist ihre Anwesenheit an abgestorbenen Trieben sowie an Kotspuren auf der Pflanze. Eine Bekämpfung dieses Schädlings mit Klebefallen ist jedoch so effektiv, dass in der Regel keine weiteren Maßnahmen notwendig sind.
Ist die Muschelzypresse giftig?
Chamaecyparis optusa sind in sämtlichen Pflanzenteilen giftig, und zwar sowohl für Menschen als auch für Haustiere. Der Verzehr kann zu
- Durchfall
- Erbrechen
- Fieber
- Kopfschmerzen
- Schüttelfrost
- Schwindel
- Übelkeit
führen; bei Kontakt mit dem Pflanzensaft kann es zu Hautausschlägen kommen.
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Hallo, wir haben einen sehr alten Muschelstrauch ( 30 Jahre) er ist 2m hoch. Seit ein paar Jahren verströmt er einen starken Geruch.
Er ist von Honig-süsslich, bis fast Salmiakartig undefinierbar.
Wir hätten gerne gewusst wieso das so ist, zumal es nicht nur im Frühjahr ist sondern bis im Herbst.
Herzlichen Dank für eine Erklärung
Freundliche Grüsse
Jrene