Tomaten sind gesund. Tomaten müssen gesund sein, denn das haben wir ja schon Muttern gelernt: Tomaten sind Gemüse und Gemüse ist sehr gesund… Genauso wie Salat… Wir versuchen in diesem Artikel herauszufinden, warum und inwiefern Tomaten gesund sind, was sie uns am Ende wirklich nützen. Und selbstverständlich – das zeigen wir auch in diesem Artikel – sind selber angebaute, frisch gewachsene, ungespritzte und vollreif geerntete Tomaten auch viel gesünder als gekaufte Tomaten. In unserem Lubera Garten-Shop finden Sie eine grosse Auswahl von Freilandtomaten-Sorten, die ohne zusätzlichen Schutz und Pflanzenschutz im Freiland angebaut werden können – zum Schutz Ihrer Gesundheit.
Wenn Du aus dem Gartenbuch unseren Shop besuchst, zahlst Du bei einer Bestellung keine Versandkosten.
Inhaltsverzeichnis
- Tomaten sind gut, schön – und gesund
- Sorry: Tomaten sind (auch) giftig
- Ein kurzer Blick in die Geschichte der Tomatenkultur ausserhalb Südamerikas
- Was macht Tomaten gesund und welche Inhaltsstoffe sind drin?
- Tyramin und Lycopin – die wichtigsten gesunden Inhaltsstoffe der Tomaten
- Lycopin - ein Farbstoff, der Tomaten gesund macht
- WANN sind Tomaten gesund?
- Gesundes Tomatenmark selber einkochen
- Hausgemachtes Mark: SO machen Tomaten gesund
- Sind die Tomaten gesund für‘s Herz?
- Tomaten für den inneren Sonnenschutz
- Wieviel Tomaten braucht es für die verlangsamte Alterung?
- Warum der Tomatenanbau im Garten Pflicht ist – weitere Gesundheitswirkungen der Tomaten
-
Thema: Gesundheit
-
Thema: Tomaten
-
Thema: Gemüse
-
Thema: Gesundes Gemüse
Tomaten sind gut, schön – und gesund
Natürlich geht es in diesem Artikel zuerst um die Gesundheitswerte und die Inhaltsstoffe der Tomaten und um ihre Wirkungen auf den menschlichen Organismus. Aber ein erster nicht unwichtiger Hinweis sollten wir hier nicht unterdrücken: Wir sollten auch die Wirkung der Tomaten auf die Psyche nicht unterschätzen. Wir lieben Tomaten auch, weil sie so schön sind, der Inbegriff einer schönen Frucht, rund und – meistens – rot. Und was wir auch immer an Details und Gegensätzen rausfinden mögen: Tomaten sind vor allem auch deswegen gesund, WEIL wir sie lieben, weil sie Spass machen, weil sie unseren Sommerdurst löschen und weil sie so schön sind. Aber jetzt steigen wir gleich mit dem härtest-möglichen Gegensatz definitiv ins Gesundheitsthema ein…

Die beliebtesten Erdbeeren - jetzt mit maximalem Rabatt
Einmaltragend und dauertragend = monatelange Erntezeit
Sorry: Tomaten sind (auch) giftig
Wenn mit diesem Beitrag versucht wird herauszufinden, inwiefern Tomaten gesund sein können, beziehen sich die genannten Fakten ausdrücklich auf erwachsene Personen, die gesundheitlich mindestens durchschnittlich intakt sind und allergisch nicht überreagieren. Und ebenso wichtig: In wenigstens jedem dritten oberflächlich recherchierten Artikel zum Thema "Zusammenhang von Gesundheit und Tomaten" werden Sie lesen können, dass diese paradiesischen Nachtschattengewächse leider auch ein wenig giftig sind. Das ist falsch, denn sie sind nicht nur ein bisschen giftig, sondern dermassen toxisch, dass Sie davon sterben können! Dafür müssten Sie es allerdings schaffen, wenigstens drei Kilogramm unreife und rohe Tomaten hintereinanderweg in sich hinein zu futtern, damit Sie die als tödlich angenommene Menge von 400 mg Solanin vollständig in Ihrem Körper haben. Allein aufgrund dieser beiden Zahlen hätte sich das Thema Gift also schon mal erledigt.
Ein kurzer Blick in die Geschichte der Tomatenkultur ausserhalb Südamerikas
Schade, dass die Menschen im 18. Jahrhundert noch nicht wussten, wie sehr gerade die Tomaten gesund sind, denn bis dahin wurden die Paradeiser viele Jahre sicherheitshalber ausschliesslich an Schweine verfüttert. Die Skepsis gegenüber dem neuen Gemüse, das eigentlich eine Beere ist, überwog die Neugierde bei weitem. Der Siegeszug durch europäische Küchen begann tatsächlich erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In der Zeit davor hielt man Tomaten aufgrund ihrer sinnlichen Form für Paradiesäpfel, von denen bereits Adam und Eva verführt wurden. Daher durften sie von jungen Mädchen überhaupt nicht verspeist werden, denn sie standen unter dem Verdacht, Liebeswahn zu verursachen. So dauerte es durchaus einige Jahrhunderte, bis die Menschheit sich davon überzeugen konnte und wollte, dass Tomaten gesund sind, obwohl Christoph Kolumbus die ersten Tomatenpflanzen bereits 1498 nach Europa eingeführt hatte. Vom Aussehen und ihrem Geschmack her hatten diese mitgebrachten Exemplare allerdings sehr wenig mit unseren heutigen Freilandtomaten 'Primabella', 'Resi' oder 'Primavera' gemeinsam, sondern glichen wegen ihrer Winzigkeit und der gelblichen Schale eher den noch heute in Italien anzutreffenden Goldäpfeln ("Il Pomodoro", das Wort beschreibt genau die Vorstellung der gelben Frucht).
Bild: Freilandtomate 'Resi' - die aromatische Cherrytomate für den Freilandanbau
Was macht Tomaten gesund und welche Inhaltsstoffe sind drin?
Diesen Part überlassen wir am besten den Wissenschaftlern, die in ihren zuverlässigen Laboranalysen selbst die winzigsten Vitaminspuren herausfinden - auch bei den weiter verarbeiten Lebensmitteln, die Tomaten enthalten, wie die folgende Übersicht auf einen Blick zeigt:
Tomate reif und frisch |
Tomate egart |
Tomate konserviert |
Tomaten- Ketchup |
Tomaten- mark |
Tomaten- saft | |
Portion (Gram | 60 | 150 | 150 | 20 | 15 | 200 |
kcal | 9.6 | 30 | 22.5 | 22 | 11.1 | 30 |
Vitamin A (mg) | 0.05 | 0.14 | 0.10 | 0.02 | 0.03 | 0.15 |
Betacarotin (mg) | 0.29 | 0.85 | 0.59 | 0.05 | 0.20 | 0.92 |
Vitamin E (mg) | 0.46 | 1.51 | 1.24 | 0.08 | 0.81 | 1.64 |
Vitamin K (µg) | 5.40 | 16.50 | 13.50 | 2.00 | 3.00 | 18 |
Vitamin B1 (mg) | 0.03 | 0.08 | 0.05 | 0.20 | 0.03 | 0.06 |
Vitamin B2 (mg) | 0.02 | 0.05 | 0.03 | 0.02 | 0.02 | 0.05 |
Vitamin B3 (mg) | 0.30 | 0.69 | 0.39 | 0.42 | 0.53 | 0.80 |
Vitamin B6 (mg) | 0.06 | 0.13 | 0.09 | 0.01 | 0.07 | 0.10 |
Folsäure (µm) | 11.40 | 15 | 3 | 0.20 | 4.80 | 16 |
Vitamin B5 (mg) | 0.18 | 0.40 | 0.23 | 0.06 | 0.15 | 0.44 |
Biotin (µg) | 2.28 | 4.50 | 3.00 | 1.56 | 0.92 | 6.00 |
Vitamin C (mg) | 13.99 | 22.84 | 9.39 | 0.40 | 5.70 | 19.84 |
Quelle: Vitamin Ampel der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e. V.
Legende kursiv markierte Angaben: Wert innerhalb der TOP-100 bei besten Vitaminlieferanten unter den Lebensmitteln;
Ausser dem als zellschützend bekannten Lycopinen, sind Tomaten insbesondere reich an Biotin (B-Vitamin für Nägel, Haut, Haare und Regulierung des Blutzuckerspiegels), Niacin (Vitamin B3 für Stimmungsverbesserung und Schlafförderung), Vitamin C (Steuerung des Immunsystems), Folsäure (Zellwachstum, Blutbildung und Lebensfreude) sowie Vitamin E, das zur Herzkräftigung und dem Immunschutz beiträgt. Aber auch die verhältnissmässig grossen Mengen an Zink (Hormonbildung und Bindegewebestabilität), Kalium (Gewährleistung von Nährstofftransport und darüber hinaus harntreibend und entwässernd) sowie die vielen Ballaststoffe, die unsere Verdauung in Schwung bringen haben einen hohen Anteil daran, dass der regelmässige Verzehr von frischen Tomaten gesund ist.

Bild: Fleischtomate 'Orange Wellington' - ausgezeichneter Geschmack und leuchtend orange Früchte
Tyramin und Lycopin – die wichtigsten gesunden Inhaltsstoffe der Tomaten
Natürlich sind besonders solche Tomaten gesund, die fast schon überreif vom Strauch geerntet und gleich roh gegessen werden. So schmecken sie auch am besten und geben, von der Hand in den Mund genascht, ihre wichtigsten Inhaltsstoffe an uns weiter: Je ausgeprägter die Reife der Tomaten ist, desto höher ist der Gehalt an Tyramin, einem natürlichen Abbaustoff, der Tomaten gesund macht, weil er den Blutzuckerspiegel anhebt und im Körper für eine spürbare Stimmungsaufhellung sorgt.
Die Lycopine stellen die zweite Inhaltsstoffgruppe dar, die die Tomate gesund machen. Man kann sich die Lycopine ähnlich einem Panzer vorstellen, der unsere Körperzellen gegen die freien Radikale und eine Reihe anderer gesundheitsgefährdender Substanzen schützt. Aber dennoch, es sind leider nicht alle Tomaten gesund, so dass Ernährungswissenschaftler empfehlen, Importtomaten vor dem Verzehr zu überbrühen und die Haut abzuziehen. Laboruntersuchungen haben wiederholt gezeigt, dass die Früchte und im speziellen ihre Haut, die doch eigentlich auch die meisten wertvollen Inhaltsstoffe beherbergt, fast immer mit Pestiziden und vielen anderen Schad- und Giftstoffen belastet sind.
Müssen wir es wirklich erwähnen? Aber Tomaten aus dem eigenen Garten stellen da die viel bessere und gesündere Alternative dar. Und damit man im eigenen Gartenreich nicht auch noch auf die Idee kommt, die Tomaten allenfalls mit Chemie gegen die Pilzkrankheiten wie Alternaria oder Phytophthora zu schützen, empfehlen wir aus Gesundheitsüberlegungen ganz besonders den Anbau von Freilandtomaten, die resistent gegen Phytophthora sind und die wir als breites Freilandtomaten-Sortiment im Lubera Gartenshop anbieten.

Bild: Peruanische Wildtomate – die schönste und kleinste Wildtomate
Lycopin - ein Farbstoff, der Tomaten gesund macht
Zurück zum Lycopin: Ähnlich, wie das etwas bekanntere Betacarotin, besitzt der rote Farbstoff Lycopin, aus der Gruppe der Carotinoide stammend, ausgeprägte zellschützende wie auch antioxidative Eigenschaften, die unseren Organismus gegen vorzeitige Alterung schützen und das Risiko für Prostatakrebs und koronale Erkrankungen verringern sollen. Bereits vor über 15 Jahren fand man heraus, dass sich durch eine regelmässige Ernährung mit Tomaten, aber auch Tomatenprodukten bei Tumorpatienten Hinweise für eine Rückbildung bei gleichzeitiger Abnahme der Bösartigkeit verschiedener Krebserkrankungen zeigten liessen (Prof. Omer Kucuk vom Krebsforschungsinstitut "Karmanos Cancer Institute" in Detroit). Darüber hinaus würden sich lediglich kleinere Tumore bilden, die auf die Prostata begrenzt blieben, ohne weiter zu streuen. Gleichzeitig konnte widerlegt werden, dass sich diese positive Wirkung ausschliesslich bei roh konsumierten Tomaten einstellt. Der anerkannte Mediziner und Onkologe stellte – zumindest in diesem Fall – fest, dass Wirkung und Konzentration von Lycopin in Tomatenketchup und -Saucen sogar wesentlich höher waren, da die pflanzlichen Zellhüllen infolge der Erhitzung aufgebrochen wird und das so freigesetzte Lycopin vom menschlichen Körper anschliessend noch viel besser aufgenommen werden kann. Dabei hilft auch das sonst so schlecht angesehene Fett, da die Lycopine fettlöslich sind und so vom Fett aufgenommen und transportiert werden.
Wenn Du aus dem Gartenbuch unseren Shop besuchst, zahlst Du bei einer Bestellung keine Versandkosten.
WANN sind Tomaten gesund?
Wer sich und seine Zellen allerdings mit Tomaten gesund halten will, muss beim Genuss drei wichtige Eigenarten der roten Früchte beachten:
- Tomaten nur vollreif ernten und geniessen: Die wunderschöne Färbung und damit die schützenden Lycopine bilden sich erst relativ spät heraus. Im grünen, also noch völlig unreifen Zustand ist der Zellstoffgehalt sehr gering bzw. überhaupt nicht vorhanden. Ernten und konsumieren Sie daher ihre Tomaten erst dann, wenn sie prall im Saft stehen und gleichmässig tiefrot gefärbt sind. Inwieweit die grünen und unreifen Tomaten gesund sind und was es genau mit dem toxischen Solanin auf sich hat, kann in unserem ausführlichen Artikel "Tomaten nachreifen lassen – geht denn das?" im Gartenbuch nachgelesen werden.
- Kochen und Fett machen Tomaten noch gesünder: Die kostbarsten Substanzen in unseren Tomaten, vor allem auch auch Lycopine und andere Carotine, sind fettlöslich und sie werden von den Früchten nur ungern abgegeben. Da diese Stoffe von den Pflanzen in zellulosehaltigen Faserzellen eingelagert sind, können sie erst durch eine Hitzebehandlung, am besten mit etwas Öl oder Fett), freigesetzt werden. Auch wenn gemeinhin vom Gegenteil ausgegangen wird: Kochen und etwas Fett machen also die Tomaten tendenziell gesünder – weil damit einerseits grundsätzlich ein Konzentrationsprozess stattfindet (Wasser verdampft) und andererseits die Lycopine freigesetzt werden
- Tomaten sollen LANGE gekocht werden: Ernährungswissenschaftler empfehlen daher, die Tomaten in kleine Stücke zu schneiden und bei nicht allzu hoher Hitze und mit etwas Speiseöl für wenigstens zehn Minuten leicht schmoren zu lassen. Noch besser wären 30 Minuten. Und selbst wenn es nun wirklich alles durcheinander wirft, was Sie bisher über gesundes Kochen gelernt haben, aber nach einer halben Stunde Kochzeit hat sich der Lycopingehalt, der Tomaten gesund macht, sogar verdoppelt.
Übrigens ist die Menge der Lycopine beim Tomatenmark aus der Tube etwa zehnmal so hoch, wie bei frischen Früchten, vorausgesetzt, dass sie vollreif geerntet und frisch konserviert worden sind.
Bild: Heirloom-Tomate 'Brad's Atomic Grape' - die Tomate mit der einzigartigen Farbmischung, jede Frucht anders
Gesundes Tomatenmark selber einkochen
Wenn also Tomaten gekocht noch gesünder sind als frisch, dann macht es sicher Sinn, die ungespritzten Tomaten aus dem eigenen Garten gleich selber einzukochen, da es ja im Tomatensommer immer wieder Phasen gibt, wo wir zu viele Tomaten für den aktuellen Verzehr ernten und die Überschüsse verarbeiten müssen.
Hausgemachtes Mark: SO machen Tomaten gesund
Einzige Zutat: Tomaten (gewürzt wird besser später vor dem Verbrauch). Um 750 Gramm Tomatenmark herzustellen, brauchen Sie drei Kilogramm vollreife Tomaten (unsere Empfehlung: die aromatische Freilandtomate 'Resi', unsere ertragreiche Salattomate '298/8' oder die besonders resistente 'Losetto'), die Sie nach dem Waschen lediglich in kleine Stücke schneiden.
Zubereitung: Die Tomaten im genügend grossen Topf mit einem Kartoffelstampfer etwas zerdrücken und alles zusammen 5 bis 10 Minuten kochen lassen. Die Masse anschliessend durch ein Sieb drücken oder mit der "Flotten Lotte" passieren (Kerne und Haut nicht weiter verwenden). Das Püree wird nun bei kleiner Hitze sowie unter ständigem Rühren zwei bis drei Stunden lang eingekocht. Das fertige Mark zum Schluss in heiss gespülte Gläser einfüllen und fest verschließen – so bleiben Tomaten gesund, sogar über mehrere Monate.
Sind die Tomaten gesund für‘s Herz?
Als wissenschaftlich erwiesen gilt, dass die im Fruchtfleisch enthaltenen Lycopine nicht nur die Funktion unseres Immunsystems wesentlich unterstützen, sondern sich ebenso positiv auf die Blutfettwerte, den Blutzucker und unseren Blutdruck auswirken. Als zentrale Substanz in der Biosynthese ist Lycopin (Eigenschaften: entzündungshemmend, antioxidativ, blutfettsenkend) eines der wirksamsten Carotinoide überhaupt. Wer als regelmässiger Tomatenesser genug davon im eigenen Blut hat, profitiert von einem deutlich geringeren Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken oder einen Schlaganfall bzw. Herzinfarkt zu bekommen. Zu verdanken haben wir das den tomateneigenen Antioxidantien, die in Gemeinschaft mit Vitamin C als Radikalfänger im Körper wirken, die Gefahr der Bildung unerwünschter Ablagerungen in den Gefässen vermindern und die Fliessfähigkeit unseres Blutes gewährleisten. Wir können uns also mit Tomaten gesund essen, sogar mit Sättigungsgefühl und mit dem ruhigen Gewissen, unser Infarktrisiko auf völlig natürlicher Basis wesentlich zu mildern. Auch hierfür gibt es eine Reihe seriöser Studien, die belegen, dass zum Beispiel der Saft von Tomaten oder von daraus entwickelten Produkten die gefürchtete Thrombenbildung in den Gefässen reduziert und uns damit weniger anfällig für koronare Erkrankungen macht.
Tomaten für den inneren Sonnenschutz
Und dieser rote Farbstoff hat noch eine weitere positive Eigenschaft, mit der die These, dass Tomaten gesund sind, durchaus realistisch erscheint: Als Antioxidationsmittel eignet sich Lycopin hervorragend als innerer Sonnenschutz. Aufgrund der Strahlenbelastung und vielen anderen schädlichen Umwelteinflüssen, denen unsere Haut im Alltag ausgesetzt ist, schützt sie sich zwar durch Abwehrreaktionen, bestimmte Pigmente sowie beinahe ununterbrochener Erneuerung selbstständig gegen schädigende Einflüsse durch Alterung, aber je älter wir werden, desto langsamer funktioniert diese Selbsterhaltungsfunktion. Das ist ja erschreckend deutlich zu beobachten, wenn wir uns morgens vor den Spiegel stellen… Mediziner der renommierten Berliner Charité fanden heraus, dass Lycopin die sehr seltene Fähigkeit besitzt, schädigende Hauteinflüsse zu verhindern, da es sich beim Verzehr einer ausreichenden Menge gesunder Tomaten im Unterhautgewebe absetzt und von dort zumindest unsere optisch wahrnehmbare Alterung verringert.
Wenn Du aus dem Gartenbuch unseren Shop besuchst, zahlst Du bei einer Bestellung keine Versandkosten.
Wieviel Tomaten braucht es für die verlangsamte Alterung?
Für den rezeptfreien Tomaten-Gesundheitsbooster im Körper müssen Sie übrigens nicht kiloweise Paradeiser essen. 100 Gramm pro Tag, was in etwa zwei kleineren Exemplaren unserer ertragreichen und sehr mild schmeckenden Freilandtomaten '232-x' entspricht, reichen bereits aus, um Ihren Tagesbedarf von 6 Milligramm zu decken. Und: Ohnehin sind Tomaten gesund, aber je dunkler und ausgereifter sie verspeist werden, desto höher fällt ihr Lycopingehalt aus. Schneiden Sie die Tomaten am besten in kleine Stücke oder kochen Sie sich aus unseren würzigen Balkontomaten 'Fuzzy Wuzzy' eine leckere Suppe, da der Körper den roten Naturfarbstoff so am effektivsten aufnehmen und verarbeiten kann.
Bild: Gourmet-Tomate 'Honeycomb' - die süsse, gelb-orange Cherrytomate, süss wie Honig
Warum der Tomatenanbau im Garten Pflicht ist – weitere Gesundheitswirkungen der Tomaten
- Tomaten machen (und halten) aufgrund ihrer Bestandteile (95 Prozent Wasser, 3 Prozent Kohlenhydrate, 1 Prozent Protein und lediglich 0,2 Prozent Fett) schlank und fit, sorgen dennoch für ein angenehmes Sättigungsgefühl. Auf Deutsch: Man nimmt vor allem Wasser zu sich, und fühlt sich trotzdem satt…
- Mit knapp 14 Milligramm Vitamin C (bezogen auf 60 Gramm oder 2 unserer kleinen, total leckeren Wildtomaten 'Rote Murmel') ist schon ein Drittel des Tagesbedarfs gedeckt und Ihr Schutz gegen viele Erkältungskrankheiten aktiviert.
- Um die Gefahr von Nierenleiden gering zu halten, aber auch als wirksamer Schutz gegen Bluthochdruck, sollten dem Körper wenigstens zwei Gramm Kalium pro Tag zugeführt werden. Die 300 mg, die in 100 Gramm Tomaten enthalten sind, decken zwar diesen Bedarf nicht vollständig, können aber wesentlich dazu beitragen.
- Und schliesslich sind Tomaten gesund, weil ihr Gehalt an Vitamin B1, dem biogenen Amin Tyramin, dafür zuständig ist, den Blutzuckerspiegel auf normalen, altersgerechten Werten zu halten und bei uns für gute Laune und beste Stimmung zu sorgen.
Unser Tipp zum Schluss: Sind nun Tomaten gesund? Aber klar und insbesondere die Freilandsorten und Balkontomaten! Denn die unter Glas gezogenen roten Industriekugeln aus dem Supermarkt (die übrigens ihren Nährstoffgehalt extern über ein Tropfröhrchen beziehen!) bringen es beispielsweise nur auf den halben Vitamin-C-Gehalt.
Noch mehr wertvolle Informationen erhalten Sie in unserem Tomaten-Dossier.
Anmerkung zum Rezept: Die Kene sind das Wichtigste.
sehr schöner Artikel – so viel Wissenswertes zusammengetragen und dann noch in gut lesbarem Stil geschrieben, das ist schon eine Kunst.
Aber zu dem Tomatenmarkrezept muss ich als „alte Köchin“ doch einen Kritikpunkt vermelden: Wer die Kerne wegwirft, halbiert den Geschmack.
Gerade in den Kernen und der sie umgebenden glibberigen Hülle finden sich besonders viele Geschmacksstoffe. Ich habe es selbst einmal ausprobiert um zu sehen, ob es wirklich einen Unterschied macht. Von dem Ergebnis war ich sehr überrascht – ja, es macht einen großen Unterschied. Werden sie, wie bei Ihnen beschrieben entfernt, dann ist die Soße viel weniger aromatisch. Ich habe zwar von meiner Großmutter auch noch die Sache mit der „flotten Lotte“ gelernt, damit die Soße fein wurde aber das lag wohl eher daran, dass in meiner alten Heimat (später Frühling, frühe Winter) oft die Hälfte der Ernte an einer Leine aufgehängt in der Küche nachreifte und das lässt die Kerne oft bitter werden.
Heutzutage gibt es Passierstäbe (von denen meine Oma nur träumen konnte) und Tomaten kann man reif ernten also muss man das Gute (Haut und Kerne) nicht mehr wegwerfen. Zum Ausprobieren empfehle ich die ganz einfache und schnelle Rezeptur der Italienerin Marcella Hazan mit nur 3 Zutaten – sie funktioniert genauso mit 2kg frischen Tomaten, statt Dosenware. Plus kleiner Hinweis an alle die meinen, Butter wäre schädlich – bitte nicht mit Margarine ersetzen, die ist nicht gesünder und es schmeckt scheußlich). Ich püriere allerdings nicht vor dem Einkochen sondern erst bei Verwendung – sollten ein paar Kerne ganz geblieben sein und man mag sie einfach nicht, kann man das Ganze jetzt immer noch durch ein Sieb streichen (das ist auch viel weniger Abfall).
P.S. Schade, dass es meine persönliche Favoritin „Rosella“ nicht in Ihren Test geschafft hat. Sie ist wirklich umwerfend aromatisch, mit dünner Schale und wenig Kernen. Mit dem Mischungsverhältnis 1 Drittel Rosella, 2 Drittel normale (große Tomaten) erhält man eine wirkliche „Gourmetsoße“.
Viele Grüße
Bianka Neder