
Die Zitronenverbene, botanisch Aloysia citrodora, wird auch als Zitronenduftstrauch bezeichnet. In der Küche ist die obendrein hübsch anzusehende Pflanze äußerst beliebt. In Blumenarrangements und in der Parfümerie stößt der Zitronenstrauch ebenfalls auf hohen Anklang.
Inhaltsverzeichnis
- Blütezeit: Ende Juni bis Ende September (je nach Klima)
- Standort: sonnig, warm
- Boden: durchlässig und nährstoffarm
- Pflanzzeit: Frühjahr zwischen März und Mai
- Pflanzen: im Freien und in Kübeln möglich
- Boden/ Erde: nährstoffarm, durchlässig und mit Humus-Anteilen
- Pflanzabstand: mindestens 40 cm
- Kübelhaltung: ja
- Vermehrung: durch Stecklinge (empfohlen) und Samen (schwierig)
- Aussaatzeit: Frühjahr, Februar bis März
- Gießen: regelmäßig nach Bedarf
- Düngen: nach Bedarf
- Blütenpflege: verwelkte Blüten auslesen
- Schneiden: Rückschnitt auf 1/3 der Länge vor ersten Frost empfehlenswert
- Überwinterung: nicht winterhart, Überwinterung bei 10 bis 16 °C im Haus
- Pflanzenhöhe/-größe: aufrecht 0,60 bis 2,50 m Wuchshöhe
- Wachstum: mäßig
- Giftig: nein
- Heilwirkung: ja, verdauungsfördernd, beruhigend
- Krankheiten: selten, Staunässe wird nicht vertragen
- Schädlinge: selten, wenn dann Blattläuse und Totenkopfschwärmer
Allgemeine Infos über die Zitronenverbene

Die Zitronenverbene mit ihren Synonymen Verbena triphylla, Lemon verbena oder Lemon vervain, gehört zu der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae) und ist ursprünglich in Südamerika beheimatet gewesen.
Die Pflanze gehört zu den Sträuchern, die im Herbst ihr Laub abwerfen. Insgesamt kann sie in Europa eine Wuchshöhe von etwa zwei Metern erreichen. Ein höherer Wuchs wurde nur selten beobachtet. Eine Erstbeschreibung wurde 1784 durch Antonio Palau y Verdera vorgenommen. Es sind bis heute weitere 40 Arten der Aloysia, der Zitronensträucher, bekannt.
Ihren Namen verdankt sie ihren ätherischen Ölen, die sich vor allem in den länglichen bis zu 11 cm langen hellgrünen Laubblättern befinden. Bei Verletzung oder bei Reibung strömt ein stark zitrusartiger Duft aus. Wegen ihrer ätherischen Öle, die – wie der Name schon vermuten lässt – stark an den Duft von Zitronen erinnern, wird die Zitronenverbene gern und häufig im Haushalt als Insektenrepellent, in Duftsäckchen und als Badezusatz eingesetzt.
Die Zitronenverbene setzt weißliche in Rispen stehende Blütenähren an, die bis zu 25 cm lang werden können. Der Blütenstandschaft ist wollig behaart und mit Hochblättern ausgestattet. Ebenso intensiv behaart ist der Fruchtknoten, der aus zwei verwachsenen Fruchtblättern besteht. Die eher filigrane Blüte an sich besitzt einen kurzen Stiel und ein doppeltes Perianth, ist zygomorph und zwittrig. Die Blütezeit beschränkt sich auf Ende Juni und Ende September (je nach Klima).
Aloysia citrodora bringt auch hell- bis dunkelbraune länglich zugespitzte Früchte hervor, die mit nur 1,3 bis 1,8 Millimetern zu den kleineren Früchten im botanischen Reich gehören.
Standort
Die Zitronenverbene liebt einen sonnigen bis vollsonnigen Standort. Halbschatten wird auch vertragen, jedoch sollte ein sonniger Platz bevorzugt werden.
In Europa wird die Zitronenverbene deshalb vor allem im Süden, wie in Frankreich und Spanien, kultiviert. In Deutschland ist eine dauerhafte Kultivierung der Pflanze im Freien aufgrund der Frostintoleranz im Winter recht schwierig.
Boden
Zitronenverbenen lieben gut durchlässige und nährstoffarme Böden, die von humoser Substanz sind. Lehmige Böden werden nicht gut vertragen. Hier sollte ein Zusatz von Sand oder Lava erfolgen, um den Boden durchlässiger zu gestalten. Grundsätzlich ist Staunässe zu vermeiden. Der Boden sollte lediglich leicht feucht sein.
Zitronenverbene Bilder Galerie
Pflanzen und Pflanzabstand
Aloysia citrodora kann eine Wuchshöhe im Freien von bis zu 2,5 m nach 5 bis 10 Jahren aufweisen. Hierzulande wird der Zitronenstrauch kaum höher als 1,50 m, wenn er nicht in Kübeln, sondern direkt im Freien steht. Verbenenliebhaber sollten demnach einen Pflanzabstand von mindestens 40 cm in Betracht ziehen, da die Zitronenverbene einen buschigen, aufrechten und kompakten Wuchs hat. Sie bildet Horste aus, was zudem bei einer Pflanzung mit berücksichtigt werden sollte.
In Kübeln
In Kübeln wird Aloysia citrodora nicht ganz so hoch. Ihre Wuchshöhe reicht hier um die 60 cm bis – in seltenen Fällen – 1,50 m. Je nach Größe des Kübels sollten hier maximal nur drei Pflanzen gesetzt werden. Als Richtwert kann dabei eine Pflanzung von sechs bis acht Exemplaren pro Quadratmeter herangezogen werden.
Es wird ein Pflanzen im Frühjahr empfohlen. Dabei gelten die Monate März bis Mai als optimale Pflanzzeit.
Lubera-Tipp: Der Zitronenstrauch erfährt keine Herbstfärbung des Laubes. Das Laub bleibt schön hellgrün. Demnach wäre eine Kombination mit anderen Pflanzen, die eine Laubfärbung hervorbringen, ein optisch schönes Ensemble im Herbst.
Pflege
Zitronenverbenen sollten regelmäßig gegossen werden, wobei Staunässe zu vermeiden ist. Der Boden sollte lediglich feucht gehalten werden. Ein kurzes Austrocknen der Erde wird ebenso vertragen, wenn die Trockenheit nicht über einen längeren Zeitraum anhält.
Verbenenliebhaber, die die Zitronenverbene in Kübeln halten, sollten diese in regelmäßigen Abständen düngen. Am besten eignen sich hier stickstoffbetonte Langzeitdünger.
Lubera-Tipp: Ein Umtopfen der Pflanze in einen größeren Kübel wird alle zwei Jahre empfohlen.
Schneiden und Rückschnitt
Um einen kompakteren Wuchs zu fördern, sollte die Zitronenverbene vor dem Überwintern im Haus von abgestorbenen Zweigen befreit werden. Diese einfach zurückschneiden. Zudem sollte die Pflanze vor dem ersten Frost insgesamt auf 1/3 ihrer Länge zurückgeschnitten werden. Im Frühjahr treiben dann neue Zweige aus.
Vermehrung

Die Zitronenverbene lässt sich durch Samen und Stecklinge vermehren, wobei der einfachste Weg das Ziehen von Jungpflanzen durch Stecklinge ist.
Die jungen Stecklinge sollten erst im Frühjahr ins Freie gepflanzt werden, wenn keine frostigen Temperaturen mehr zu erwarten sind. Am besten die Stecklinge in größere Töpfe und Kübel pflanzen. Somit können diese dann zur Überwinterung ins Haus gestellt werden.
Verbenenliebhaber, die eine Stecklingsvermehrung in Betracht ziehen, sollten im Sommer bis Herbst rund 8 bis 10 cm lange Stecklinge von verholzten Trieben abschneiden und diese zu etwa 5 cm in ein torfreiches Substrat in einem Topf oder Kübel stecken. Danach den Topf mit Folie abdecken und möglichst warm bei 18 bis 25 °C in die Sonne stellen. Sofern die Stecklinge dann bewurzelt sind, können sie ins Freie oder in Kübel gepflanzt werden.
Gartenliebhaber, die gern selbst ihre Zitronenverbenen ziehen möchten, können dies auch mittels einer Aussaat versuchen. Allerdings ist hier Geduld gefragt, denn eine Vermehrung durch Samen gestaltet sich oftmals recht schwierig. Für optimale Keimergebnisse sollte die Aussaat im Februar und März erfolgen, bei konstanten Temperaturen um die 20 °C. Hierzu am besten Anzuchterde verwenden, die nährstoffarm ist. Zitronenverbenen sind Lichtkeimer, was bedeutet, dass diese nur auf der Erde angedrückt und nicht von Erde bedeckt werden. Wichtig ist, dass die Samen zur Keimung nicht in der direkten Sonne stehen, jedoch einen hellen Standort bekommen.
Überwintern

Eine Überwinterung ist aufgrund der Frostempfindlichkeit des Zitronenstrauchs im Freien bei uns nicht möglich. Die Pflanze sollte am besten bei Temperaturen zwischen 10 und 16 °C im Haus, im Keller oder im Schuppen im Dunkeln überwintert werden. Dabei kann die Zitronenverbene ihre Blätter abwerfen, die jedoch im Frühjahr, im Mai, wieder neu austreiben werden.
Während der Überwinterung ist ein Rückschnitt des Strauchs empfehlenswert. Die Erde sollte auch während der Überwinterungszeit nicht gänzlich austrocknen. Hier darauf achten, dass der Zitronenstrauch regelmäßig leicht gegossen wird. Die Zitronenverbene sollte dann ins Haus geholt werden, wenn die Temperaturen dauerhaft unter 12 °C fallen.
Krankheiten und Schädlinge
Zitronenverbenen gelten als robuste Pflanzen, die auch für Gartenanfänger und Hobbygärtner gut geeignet sind. Krankheiten und Schädlinge kommen beim Zitronenstrauch eher selten vor, wenn dieser richtig gepflegt wird. Daher sollte Staunässe unbedingt vermieden werden, da sonst die Pflanze ihre Blätter abwirft, fault und eingeht. Blattläuse gehen eher selten auf Aloysia citrodora, jedoch ist dies mitunter möglich. Viel öfter wird die Zitronenverbene in südlichen Gefilden, im Mittelmeerraum, vom Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) heimgesucht, der sich gern von den Blättern der Pflanze ernährt.
Verwendung der Zitronenverbene
Zitronenverbenen werden aufgrund ihrer ätherischen zitrusartigen Öle, die vor allem in den Blättern vorkommen und vorrangig aus Citral und Monoterpene bestehen, gern als Insektenrepellent, als Duftsäckchen und als Badezusatz verwendet. Auch in der Parfümerie kommen die ätherischen Öle oftmals zum Einsatz.
Daneben wird der Zitronenstrauch auch gern in Blumenbouquets und als Schnittblume verwendet, aber auch als Gewürzpflanze in der Küche. Hier mischt Aloysia citrodora vor allem in Salaten und in Kuchen eine Zitrusnote bei und gibt Pilz- sowie Schweinegerichten eine mediterrane Note. Teetrinker schätzen zudem die Blätter der Pflanze, denn diese lassen sich im frischen sowie im getrockneten Zustand optimal zu einem aromatischen Tee aufbrühen.
Lubera-Tipp: Die Blätter der Zitronenverbene lassen sich zu einem aromatischen Tee aufbrühen. Hierbei einfach Blätter von der Pflanze abzupfen und für 30 Minuten mit heißem Wasser übergießen. Fertig ist der Tee, der vor allem vor dem Zubettgehen beruhigende Wirkung haben und beim Einschlafen helfen kann.
Heilwirkung
Zitronenverbenen sollen eine verdauungsfördernde Wirkung besitzen, weshalb sie gern gegen Verstopfung eingesetzt werden. Zudem sollen sie beruhigende Wirkung bei Nervosität und Schlaflosigkeit haben. Eine antibakterielle Wirkung konnte der Pflanze wissenschaftlich gesehen nicht nachgewiesen werden, allerdings wird sie heute oftmals auch bei Erkältungskrankheiten eingesetzt.
Lubera-Tipp: Frischen Sie Ihr Mineralwasser, Ihren Prosecco, Ihren Wein oder Ihren Sekt mit Zitronenverbenen-Sirup auf.
Rezept: Zitronenverbenen-Sirup
Die Mengenangaben beziehen sich auf zwei Liter Sirup und können nach Belieben abgeändert werden.
- 80 bis 100 Gramm Zitronenverbenenblätter mit zwei in feinen Scheiben geschnitten Bio-Zitronen in einen Topf geben und diese dann mit einem heißen Sirup aus Zucker und Wasser übergießen.
- Zuvor den Sirup kochen.
- Dazu 2 kg Zucker und 2 Liter Wasser so lange kochen, bis ein Sirup entsteht.
- Diesen dann über die Zitronenverbenen und den Zitronen gießen.
- Das Ganze dann 1 Woche abgedeckt an einem kühlen Ort ruhen lassen. Dabei nicht rühren.
- Nach einer Woche den Sirup noch einmal aufkochen und sofort heiß in Gläsern und Flaschen füllen.
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