
Wer ein Faible für elegante Zimmerpflanzen hat, die aber dennoch relativ pflegeleicht sind, der sollt sich näher mit dem Einblatt – auch „Blattfahne genannt – befassen. Diese Pflanze wirkt durch ihre zarte weiße Blüte, die aus nur einem einzigen Blatt besteht und ein wenig an eine Anthurie erinnert: zeitlos, edel und extrem chic…
Inhaltsverzeichnis
Dekorative Blüte und lange Blühzeit
In sehr vielen Haushalten ist das eine oder andere Einblatt zu finden. Nicht zuletzt wegen seiner ausgesprochen dekorativen Blüte findet es immer mehr Bewunderer: diese Blüten sitzen auf langen Schäften, welche über die grünen Pflanzenblätter herausragen. Sie bestehen aus einem weißen, grünlichen oder cremefarbenen Blütenkolben, welcher von einem einzigen großen Blatt umgeben wird. Dieses verströmt bei den meisten Arten einen zarten Duft; die strahlendweiße Farbe bleibt jedoch in der Regel nur für einen kurzen Zeitraum (etwa 8-10 Tage), danach verfärbt es sich hellgrün und bleibt in dieser Form für mehrere Wochen bestehen. Die sehr lange Blühzeit und die Tatsache, dass sich im Laufe eines Jahres immer wieder neue Blüten bilden, tragen zu dem hohen Beliebtheitsgrad des Einblatts bei.
Arten
Weltweit gibt es circa 60 verschiedene Einblatt-Arten, welche sogar in den tropischen Regenwäldern zu finden sind. Hierzulande werden nur wenige kultiviert; zu den bekanntesten zählen:
Spathiphyllum wallisii, welches auch als „Kleines Einblatt“ bezeichnet wird. Die Blätter dieser Art sind circa 20 cm lang und 7 cm breit. Aus ihnen wächst ein 25 cm langer Blütenschaft empor, der von einem etwa 10×5 cm großen Hüllblatt gekrönt wird.
Spathiphyllum floribundum ist auch unter der Bezeichnung „Großes Einblatt“ bekannt. Die Blätter können eine Länge von 50 cm erreichen; das Hüllblatt kann 15×10 cm groß werden.
Spathiphyllum Clevelandii gilt als besonders blühfreudig. Die Blätter sind länglich und hängen herab; das Hüllblatt erreicht eine Größe von 18 cm.
Einblatt Standort ohne direkte Sonne
Den richtigen Standort für eine Blattfahne zu finden, kann sich ein wenig schwierig gestalten: sie liebt eine hohe Luftfeuchtigkeit und warme Temperaturen, und die am besten ganzjährig. Optimal wäre also ein Platz im Badezimmer, doch wer solch eine elegante Pflanze besitzt, möchte sie in der Regel nicht in einem solchen Raum verstecken. Auch eignen sich Einblätter sehr gut als Schlafzimmer- oder Büropflanze.

Ganz wichtig bei der Wahl des Standorts ist auch, dass dieser halbschattig der sogar schattig sein muss; Standorte mit weniger Lichteinfall sind durchaus in Ordnung. Keinesfalls mag die Pflanze eine direkte Sonneneinstrahlung und eignet sich deshalb nicht unbedingt für Fensterbänke. Interessanterweise gedeiht diese Pflanze bei künstlichem Licht sogar besser als bei natürlichem. Wer also eine dunkle Ecke in einem Zimmer hat, kann diese durchaus mit einer Blattfahne verschönern. Besonders gut zur Geltung kommen sie, wenn sie mit einem Pflanzenlicht angestrahlt werden.
Pflege – Tipps
Das Einblatt ist extrem pflegeleicht und verzeiht auch einen gelegentlichen Pflegefehler. Auch Anfänger unter den Pflanzenliebhabern dürften keine Schwierigkeiten haben, diese Zimmerpflanze am Leben zu erhalten. Ein Selbstläufer ist dies dennoch nicht. Damit dieses Leben auch tatsächlich Jahre oder sogar Jahrzehnte bestehen kann, sollten einige Tipps bezüglich der Einblatt Pflege beherzigt werden:
- Zur Kultivierung reicht es vollkommen aus, handelsübliche Blumenerde auf Kompostbasis zu verwenden. Wichtig ist, auf einen pH-Wert zu achten der zwischen 5,8 und 6,8 liegt, denn nur in diesem Bereich wird sich die Pflanze optimal entwickeln können.
- Die Erde muss immer gleichmäßig feucht gehalten werden; Staunässe ist zu vermeiden. Zwischen den einzelnen Wassergaben kann die Erde ruhig ein wenig antrocknen, wobei darauf zu achten ist, dass sie niemals komplett austrocknet.
- Steht die Blattfahne bei Temperaturen unter 18°C, so wird sie sparsamer gegossen.
- Im Sommer darf die Zimmerpflanze gerne ins Freie gestellt werden. Bei der Wahl des Standorts ist jedoch darauf zu achten, dass er zum einen geschützt, zum anderen halbschattig sein sollte. Keinesfalls darf das Einblatt der prallen Sonne ausgesetzt sein. Sobald die Temperaturen unter 18°C fallen, sollte die dekorative Pflanze wieder ins Haus geholt werden.
- Die Pflanze leibt eine mittlere bis hohe Luftfeuchtigkeit und möchte deswegen gerne regelmäßig eingesprüht werden, aber bitte nur auf die Blätter und keinesfalls auf die Blüten.
- Im Frühjahr und Sommer kann das Einblatt alle zwei Wochen mit einem Flüssigdünger gedüngt werden; im Winter einmal monatlich. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass das Einblatt vor dem Düngen gegossen werden muss, da die Pflanze sehr empfindlich auf das im Dünger enthaltene Salz reagiert.
Überwinterung: Problemlos
Für die Überwinterung benötigt das Einblatt keinen anderen Platz als während des Rests des Jahres. Zu beachten ist, dass das Einblatt im Winter zwar durchaus etwas kühler stehen kann, wobei die Temperaturen auch dann 16°C nicht unterschreiten dürfen, aber nicht muss. Die Luftfeuchtigkeit darf bei kühleren Raumtemperaturen durchaus etwas niedriger sein.
In der Zeit von Oktober bis März legt die Zimmerpflanze eine kleine Ruheperiode ein. Für den Besitzer bedeutet dies, dass er sparsamer gießen muss und – wie bereits erwähnt – die Düngegaben auf einmal monatlich reduzieren sollte. Auch während der Ruhephase möchte das Einblatt nicht kalt stehen; eine Mindesttemperatur von 15°C sollte generell herrschen.
Umtopfen im Frühjahr

Eine Blattfahne sollte alle ein bis zwei Jahre umgetopft werden; die beste Zeit hierfür ist das Frühjahr. Sinn und Zweck ist es, verbrauchte Erde durch neue zu ersetzen und der Pflanze einen größeren Topf zu gönnen. Ist irgendwann die Maximalgröße des Einblatts erreicht, heißt dies jedoch nicht, dass ein Umtopfen nicht mehr erforderlich ist: auch ausgewachsene Pflanzen verbrauchen Nährstoffe aus der Erde, so dass diese irgendwann ausgelaugt ist und demzufolge gegen neue ausgetauscht werden muss.
Beim Umtopfen wird daie Pflanze vorsichtig aus dem Pflanzgefäß gehoben und so geschüttelt, dass die alte Erde weitestgehend abfällt. Die nun freigelegten Wurzeln können perfekt kontrolliert werden: befinden sich unter ihnen abgestorbene Teile, so werden diese abgeschnitten. Danach wird das Einblatt in neue Erde in ein Pflanzgefäß gesetzt und etwas angegossen.
Schneiden nicht zwingend notwendig
Beim Einblatt Schneiden gibt es weder ein „Richtig“ noch ein „Falsch“: Verblühte Blütenstände sehen nicht besonders schön aus – dies ist auch bei dem ansonsten so dekorativen Einblatt nicht anders. Eifrige Hobbygärtner greifen dann sogleich zur Schere und entfernen Verblühtes umgehend. Diese Handhabe ist zwar nicht notwendig, kann jedoch der Pflanze auch nicht schaden.
Wer sich jedoch an den verblühten Blütenständen nicht stört, kann diese stehenlassen, bis die Pflanze sämtliche noch darin enthaltenen Nährstoffe eingezogen hat. Ist dies der Fall, kann der Blütenstängel problemlos herausgezogen werden. Verwelkte oder vertrocknete grüne Blätter können jederzeit abgeschnitten werden.
Pflege – Fehler
Zeigen sich braune Blattspitzen, ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig. Ein Standortwechsel und regelmäßiges Einsprühen schaffen Abhilfe. Bilden sich braune Flecken auf den Blättern, bekommt das Einblatt zu viel Dünger; hier hilft nur ein Umtopfen und eine Reduzierung der Düngegabe.
Vermehrung durch Teilung oder Aussaat
Die Einblatt Vermehrung erfolgt im Frühjahr problemlos durch Teilung der Pflanze beim Umtopfen: sie wird vorsichtig aus ihrem Gefäß entnommen, dann wird ihr Wurzelstock mithilfe eines scharfen Messers in zwei bis drei Teile zerschnitten. Wichtig ist, dass jedes der so neu gewonnenen Pflänzchen mindestens drei Blätter besitzt.

Die Pflanzen werden dann in jeweils ein Pflanzgefäß eingetopft und gut angegossen. Zu beachten ist, dass sie in den folgenden drei Monaten keinen Dünger bekommen dürfen.
Auch besteht die Möglichkeit, Blattfahnen durch Samen zu vermehren. Leider ist das Saatgut nur sehr selten im Fachhandel erhältlich; zudem ist die Aufzucht sehr schwierig, da das Einblatt zum Keimen konstante Temperatur von 25°C benötigt.
Krankheiten und Schädlinge
Das dekorative Einblatt ist sehr robust und demzufolge resistent gegenüber Krankheiten. Bekommt es zu viel Wasser, bildet sich Staunässe, welche wiederum zu Wurzelfäule führt. Derartige Pflegefehler sind also zu vermeiden, möchte man keine Einblatt Krankheiten forcieren.
Schädlinge können durchaus auf der Zimmerpflanze auftreten; insbesondere die Spinnmilbe siedelt sich gelegentlich an einem Einblatt an, ebenso Wollläuse. Ein derartiger Befall macht sich durch Spinnweben an den Blatträndern beziehungsweise an den Unterseiten der Blätter bemerkbar. Wer sich nicht ganz sicher ist, ob tatsächlich ein Schädlingsbefall vorliegt, sollte sein Einblatt zart mit Wasser einsprühen: durch diese Feuchtigkeit lassen sich die Gespinste besonders gut erkennen. Handelt es sich tatsächlich um derartige Schädlinge, so sollte ein spezielles Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, da der Befall nicht nur die betroffene Pflanze ums Leben bringen kann, sondern auch auf andere Zimmerpflanzen übergeht.
Die Pflanze ist giftig!
So schön das Einblatt auch aussieht – leider ist es giftig, und zwar sowohl für Menschen als auch für Haustiere. In den Blättern und Stielen befinden sich Kalziumoxalat-Kristalle sowie Oxalsäure, welche schleimhautreizend wirken. Hunde, Katzen und Nager sind also zwingend von den dekorativen Zimmerpflanzen fernzuhalten.

Anzeichen einer Vergiftung durch ein Einblatt können sein:
- Durchfall
- Erbrechen
- Schluckbeschwerden
- Starker Speichelfluss
Bei einer hohen Dosis kann es zu Magen-Darm-Blutungen sowie Nierenschäden kommen. Besteht der Verdacht, dass ein Haustier an einem Einblatt geknabbert hat, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.
Symbolgrafiken: © Gerhard Seybert – Fotolia.com; vartzbed – Fotolia.com; ufotopixl10- Fotolia.com; Wiski – Fotolia.com; Sandra Kemppainen – Fotolia.com
Hallo liebe Spathiphyllum-Freunde, ich habe ebenfalls eine Pflanze vor ca 10 Jahren geschenkt bekommen, welche in einem Substrat eingepflanzt war. Sie ist recht groß geworden. Nun ist der Wasserstandstanzeiger kaputt und ich habe zu meinem großem Kummer sie sozusagen „ertränkt“:-((. Die Pflanze habe ich aus dem Substrat genommen, sie abtrocknen lassen, die Wurzeln sind noch teilweise in Ordnung, allerdings weiss ich jetzt nicht, wie ich weiter verfahren soll? In Blumenerde, die Planze teilen, oder wie? Ich bin ziemlich betrübt, weil ich sie gerne erhalten möchte. Bitte um Hilfe von den Planzenfreunden. Vielen Dank !!
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