Sie möchten ein Feigenstämmchen pflanzen? Sie haben in Nachbars Garten oder im Urlaub im Süden Feigenstämmchen gesehen – und möchten nun auch eines haben? Das ist problemlos möglich, aber es ist wichtig, die Vor- und Nachteile eines Feigenstämmchens zu kennen und es auch richtig mit der richtigen Feigensorte zu erziehen. Dabei ist auch zu unterscheiden, ob das Feigenstämmchen im Topf kultiviert oder im Freiland gepflanzt werden soll. In diesem Beitrag erfahren Sie alles rund um das Thema Feigenstämmchen. Im Lubera Pflanzenshop finden Sie eine riesige Auswahl an Feigenbäumen.
Inhaltsverzeichnis
- Die Basis ist immer ein Feigenstrauch
- Aus einem Feigenstrauch muss erst ein Stämmchen erzogen werden
- Ein Feigenstämmchen erziehen bei einer Pflanzung im Sommer oder Herbst
- Ein Feigenstämmchen erziehen bei einer Pflanzung im Frühling vor oder bei Vegetationsbeginn
- Das Feigenstämmchen anschneiden und eine Krone entwickeln
- Wann ist der beste Zeitpunkt für das Kappen der Mitte und für das Anschneiden der Krone?
- Den Feigenstamm schützen
- Geeignete Sorten für Feigenstämmchen im Topf
- Wie gross muss der Topf für ein Feigenstämmchen im Kübel gewählt werden?
- Geeignete Sorten für Feigenstämmchen im Freiland
- Ein Feigenstämmchen schneiden
Die Basis ist immer ein Feigenstrauch
Um es gleich vorwegzunehmen: Die Feige ist von Natur aus kein Baum (mit einem Stamm, halt wie man sich das vorstellt), sondern ein Strauch. Der Feigenstrauch kann zwar kulturbedingt und dank menschlichen Eingriffen, auch als Stamm, als Feigenstämmchen erzogen werden, aber natürlicherweise wächst er mehrtriebig. Die Feige ist von ihrer Geschichte her so geprägt, dass sie vor allem eines will: Überleben! Sie hat schon diverse Klimaveränderungen überlebt. Ursprünglich auf der arabischen Halbinsel gestartet hat sie sich mithilfe des Menschen im Mittelmeerraum und von da in der ganzen Welt verbreitet – und jetzt wächst sie seit einigen hundert Jahren auch nördlich der Alpen. Sie fasst fast überall Fuss – und das ist ziemlich wörtlich zu nehmen: Sie kann auch auf einem steinigen und fast felsigen Untergrund wachsen, und sie nutzt auf dieser Basis dann jede Gelegenheit, neue Triebe auszubilden, die die überlebenswichtige Sonnenenergie tanken können. Und so entsteht dann in der Regel kein einstämmiger Baum, sondern ein mehrtriebiger Feigenstrauch oder Feigenbusch.
Aus einem Feigenstrauch muss erst ein Stämmchen erzogen werden
Wir bieten deshalb im Lubera-Pflanzenshop grundsätzlich ausschliesslich Feigensträucher als Jungpflanzen an, die meist schon mehrtriebig sind (wobei meistens ein Trieb oder zwei Triebe dominieren). In einem ausführlichen Artikel hier im Lubera Gartenbuch haben wir auch die Gründe dafür und die Vorteile des Feigenstrauchs ausführlich dargestellt.
Muss man deshalb jetzt auf ein Feigenstämmchen verzichten? Nein, ganz sicher nicht, aber man muss das Stämmchen selber erziehen. Dies ist in jedem Fall die beste und letztlich auch sicherste Methode, ein Feigenstämmchen zu erhalten. Zwar werden häufig in Baumärkten und Gartencentern auch Feigenstämmchen angeboten; diese stammen aber fast immer aus dem Süden – und in den meisten Fällen sind es dann auch für unser nördliches Klima nicht die besten Sorten…
Ein häufiges Missverständnis möchte ich zum vorneherein berichtigen: Das Wort "Feigenstämmchen" ist ja ein Diminutiv, eine liebliche Verkleinerungsform und geht uns sehr leicht über die Lippen. Aber "Stämmchen" ist eigentlich fast immer unzutreffend. Fast alle Feigensorten zeigen ein ziemlich ungestümes Wachstum (solange es nicht von einem Extremwinter jäh gestoppt wird) und entwickeln sich ganz schnell nicht zu "Stämmchen" sondern zu ausgewachsenen Bäumen und Stämmen. Dabei hat der Stamm, wie hoch man ihn auch wählt, immer noch einen zusätzlichen Vergrösserungseffekt: Der Feigenstamm oder eben das so hübsche Feigenstämmchen wird ausgewachsen im Vergleich zu einem Feigenstrauch immer um genau so viel höher (noch höher) sein, wie der Stamm lang ist. Das tönt einigermassen banal, es ist aber wichtig, dass man sich das vergegenwärtigt. Dazu kommt, dass die Feige nur am letztjährigen Holz und dann zusätzlich an den diesjährigen Trieben fruchtet, das heisst die Früchte werden immer tendenziell an der Peripherie, am oberen Ende des Feigenbäumchens oder Feigenstrauchs zu finden sein.
Ein Feigenstämmchen erziehen bei einer Pflanzung im Sommer oder Herbst
Bei einer Pflanzung des zukünftigen Stämmchens in der Vegetationsperiode, also mit Blättern und bei aktivem Wachstum gehen Sie folgendermassen vor:
- Lassen Sie nur den stärksten Trieb stehen.
- Entfernen Sie alle anderen Triebe vollständig möglichst nahe am Stamm oder beim Wurzelstock.
- Pflanzen Sie die Jungpflanze so, dass der übriggelassene Haupttrieb möglichst gerade steht.
- Binden Sie den Haupttrieb sicherheitshalber und zur Steuerung eines geraden Wachstums an einem Pfahl an und wiederholen Sie das gegen Ende der Wuchssaison nochmals
- Pflanzen Sie die Feigenjungpflanze (die Sie bei uns in der Regel in einem 5l Topf kaufen), tendenziell eher hoch, also höher, als Sie einen Strauch pflanzen würden. Der Wurzelstock soll nur ganz leicht mit Ihrem Mutterboden bedeckt sein. Diese Massnahme soll helfen, dass nicht so schnell und auch längerfristig eher weniger neue Basistriebe entstehen.
- Schützen Sie in den ersten Wintern den Wurzelstock zusätzlich, indem Sie die Wurzelzone mit isolierendem Material abdecken, mit Mulchmaterial oder mit Stroh, das Sie dann im April und Mai wieder entfernen.
- Entfernen Sie möglichst früh neue Basistriebe, sobald sie entstehen, das Wachstum soll sich auf den zukünftigen Stamm konzentrieren.
- Falls Ihr Feigenstämmchen in der ersten Vegetationsperiode die gewünschte Stammhöhe nicht erreicht, lassen Sie den Stamm in der zweiten Vegetationsperiode weiterwachsen (nachdem Sie ihn über den ersten Winter gut geschützt und eingebunden haben). Häufig entstehen gerade an der alten Spitze des vorjährigen Triebwachstum neben der Stammverlängerung auch zusätzliche Seitentriebe, die Sie möglichst früh im Mai und Juni ausbrechen, um das Wachstum auf die Stamm-Verlängerung zu konzentrieren.
- Wenn am Stamm schon früh Feigen angesetzt werden und falls sie nicht von selber abfallen, entfernen Sie sie bitte, um das Triebwachstum mit dem Fruchtwachstum nicht zu konkurrenzieren.
Bild: 'Brown Turkey' – die zweimaltragende Twotimer®-Feige produziert am Mitte August saftig süsse Früchte. In warmen Sommern ist auch eine zweite Ernte möglich.
Ein Feigenstämmchen erziehen bei einer Pflanzung im Frühling vor oder bei Vegetationsbeginn
Ideal für eine geplante Feigenstämmchen-Erziehung ist auch ein Pflanzzeitpunkt im Frühling bis knapp vor oder nach Vegetationsbeginn, also von Februar bis Anfang Mai. Hier empfehlen wir eine etwas brutal anmutende Vorgehensweise, die sich aber immer lohnt: Schneiden Sie beim Pflanzen alle überirdischen Triebe bis auf ca. 3-5 cm zurück. Die Feigenjungpflanze reagiert auf diese Brachialmethoden (die sie aber auch aus ihrer langen Überlebensgeschichte schon kennt) mit starkem Wachstum und wird in der Regel mehrere basale Austriebe bilden. Sobald diese Ästchen ca. 20cm erreicht haben, entfernen Sie alle ausser den stärksten Trieb, aus dem Sie den Stamm bilden wollen. Nun konzentriert die Feigenpflanze all ihre Kraft auf diesen Trieb, es ist ihre einzige Hoffnung…. Auch hier lohnt es sich, den zukünftigen Stamm ab 50cm Höhe an einem Pfahl zu stabilisieren und allenfalls schon entstehende Seitentriebe oder auch Fruchtansätze zu entfernen.
Wenn Sie im ersten Wachstumsjahr die gewünschte Höhe noch nicht erreichen, lassen Sie den Stamm einfach im nächsten Jahr weiterwachsen. Dabei ist auch hier darauf zu achten, dass vorzeitige Seitentriebe, die meist aus der letztjährigen 'Basis' entstehen, kurz nach Vegetationsbeginn schon entfernt werden. 'Basis' ist übrigens der Obstbaum-Fachbegriff für die Triebspitze am Ende einer Vegetationsperiode, aus der dann im Frühling wieder – sozusagen aus der Basis – das frische Wachstum beginnt. Die Feige bildet hier wie auch andere Obstgehölze neben einer starken Mittelknospe gerne auch Seitenknospen aus, die ebenfalls austreiben, und die für die Stammentwicklung unterdrückt werden müssen. Hier ist es auch möglich, gar nicht auf die Entwicklung der unerwünschten Seitentriebe zu warten, sondern die Seitenknospen schon zum vorneherein im März oder April wegzudrücken.
Das Feigenstämmchen anschneiden und eine Krone entwickeln
Sobald die gewünschte Höhe des Stamms erreicht ist, kappen Sie die Mitte, schneiden also die Spitze ab, um die Bildung einer Krone und damit von Seitentrieben zu forcieren. Achtung: Berechnen Sie immer mit ein, dass die Pflanze 30cm unter der Schnittstelle reagieren wird, der schlussendlich entstehende astfreie Stamm wird also immer ca. 30-40cm weniger hoch sein als die Anschnitt-Stelle.
Wann ist der beste Zeitpunkt für das Kappen der Mitte und für das Anschneiden der Krone?
In unserem nördlichen Klima ist man gut beraten, dieses Anschneiden nicht etwa während der Vegetationsperiode zu vollziehen, sondern immer nur zu Beginn des Wachstums im Frühling. Zwar entstehen auch bei einem Schnitt in der Vegetationsperiode schöne Seitentriebe, aber in unserem nördlichen Klima reifen sie meist zu wenig aus, weil sie zu spät starten. Also gilt es im März bis April anzuschneiden, wenn denn der Stamm im Vorjahr die gewünschte Höhe erreicht hat.

Bild: Gustis® 'Ficcolino' – die Feigensorte, die am kompaktesten wächst und ab ca. Mitte Juni gelbgrüne und sehr süsse Früchte bildet.
Den Feigenstamm schützen
Ein Feigenstämmchen sollte vor allem in den ersten paar Jahren noch sorgfältiger über den Winter geschützt werden, weil der Stamm halt doch noch exponierter ist als der Trieb eines Feigenstrauchs: Er ist das einzige und entscheidende oberirdische Organ der Pflanze. Denken Sie beim Winterschutz auch daran, dass der Stamm nicht nur gegen die Kälte, sondern mit einem hellen isolierenden Material auch gegen die Wärme geschützt werden soll: Die grossen Temperaturunterschiede sind für eine Feige mindestens ebenso gefährlich wie die absolut tiefen Temperaturen. Dazu ist immer auch zu beachten, dass der Wurzelbereich mit einer isolierenden Schicht aus Reisig, Kompost oder Häcksel abgedeckt wird. Diese Schutzschicht kann dann im Frühling gerne auch wieder etwas weggeschoben oder weiter verteilt werden werden.
Geeignete Sorten für Feigenstämmchen im Topf
Ein Feigenstämmchen sollte man nur dann im Topf kultivieren, wenn man es über den Winter gut überwintern kann, und das heisst wenn man eine Überwinterungsraum hat, in dem es zwar kühl bleibt, aber auch nie kälter als -5°C wird. Dieser Raum kann übrigens gerne auch dunkel sein. Und bedenken Sie bei der Entscheidung zum Feigenstämmchen immer auch, dass es grösser werden wird. Es wird sehr schnell eine Höhe von mindestens 1,5 bis 3m erreichen, wobei zu diesem Mass dann noch die Länge des Stamms hinzukommt.
Aber wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, bietet der Feigenstämmchen-Anbau im Topf auch die sonst eher seltene Möglichkeit, dass man die in unserem Klima sonst etwas heiklen Sommerfeigen kultivieren kann. Diese entwickeln schon im Herbst und Spätherbst die kaum erkennbaren stecknadelgrossen Jungfrüchte aus, die dann im Frühling weiterwachsen und sich bis zum Juni/Juli zu erntereifen Früchten entwickeln. Durch die sichere Überwinterung ist sichergestellt, dass den Sommerfeigen über den Winter nichts geschieht.
Selbstverständlich können bei einer Kübelkultur gerne auch Herbstfeigen gewählt werden. Diese setzten die Früchte ja am diesjährig entstehenden Holz an und bieten deshalb dem Frost keine Angriffsfläche. Bei der Wahl einer Herbstfeige für die Kübelkultur, kann die Krone schon für die sicherere Überwinterung stark (ca. auf 50% der Trieblänge) zurückgeschnitten werden. Später beim Auswintern wird der Schnitt nochmals überholt, und alle letztjährigen Triebe werden bis auf das alte Astgerüst aus 3-4 kurzen Hauptästen zurückgeschnitten, so dass nur Stummel bleiben. Dank der speziellen Eigenschaft und Fähigkeit der Herbstfeigen, nämlich am diesjährigen wachsenden Holz Früchte anzusetzen und im gleichen Jahr noch zur Reife zu bringen, ist so eine sehr kompakte Stammerziehung möglich – mit dem Vorteil, dass der Überwinterungsplatz auch längerfristig ausreicht.
Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Sommerfeigen-Sorten für die Stämmchenerziehung vor, geeignete Herbstfeigensorten für die Stammerziehung präsentieren wir weiter unten.
Bild: 'Dauphine' (Syn. 'Rosetta') – eine sehr schöne Sommerfeige, die bereits ab Mitte August mit reifen grossen Früchten beschenkt. Die Früchte sind zunächst grüngelb und färben sich dann zur Reife hin ganz rot.
Bild: Gustis® 'Isi d'Oro' (Syn. Mère Véronique) – 'Isi d'Oro' produziert ab Anfang August eine grosse Anzahl an hellen, gelbgrünen Früchten, die sich kurz vor der Ernte dunkler färben. Eine Sommerfeige mit rosafarbenem Fruchtfleisch und einer ausgezeichneten Geschmacksqualität.
Bild: Gustis® 'Filacciano Verde' – die Sommerfeige mit einer reichen Ernte an mittelgrossen, hellen, gelbgrünen Früchten. Wunderbar aromatisch und süss schmeckend mit saftigem, hellrotem Fruchtfleisch. Die Feigen können ab Anfang August geerntet werden.
Bild: 'Brunswick' – die wunderschöne, gelb-rötliche Feige mit amberfarbenem Fruchtfleisch. Die saftig-süssen Früchte können bereits ab Anfang Juli geerntet werden.
Wie gross muss der Topf für ein Feigenstämmchen im Kübel gewählt werden?
Ein Feigenstämmchen kann man mittel- und langfristig nicht unter einer Kübelgrösse von 50l kultivieren, nur so haben die Wurzeln genügend Ausbreitungsmöglichkeiten und nur so wird auch genügend Wasser nachgeliefert. Zu kleine Töpfe können zwar die Feige kaum töten (dazu hat sie wie gesagt schon genügend Unbill in ihrer Geschichte erlebt…), aber sie wächst dann kaum und bildet nur einige zusätzliche Blätter an Kurztrieben aus und vergisst häufig auch das Fruchten. Dennoch sollte man umgekehrt bei einem gut wachsenden Feigenstämmchen nur im Frühling mit einem Langzeitdünger düngen und keine Nachdüngung vornehmen. Auch ist im beginnenden Sommer beim Bewässern etwas Zurückhaltung gefragt, ansonsten konzentriert sich das ausgewachsene und nur zu gut ernährte Stämmchen zu sehr aufs vegetative Triebwachstum und setzt keine oder zu wenig Früchte an.
Geeignete Sorten für Feigenstämmchen im Freiland
Wenn Sie Ihr Feigenstämmchen im Freiland auspflanzen und kultivieren wollen, empfehlen wir einen möglichst milden Standort zu wählen, der vielleicht auch noch etwas von der Abstrahlung eines Hauses oder einer Mauer profitiert. Auch bei einem guten Winterschutz werden Sie bei einem grösser werdenden Stämmchen damit rechnen müssen, dass die Kronentriebe oder Teile davon alle paar Mal ernsthaft zurückfrieren.
Bild: Ein idealer Standort für ein Feigenstämmchen, gut geschützt vor Wind und Wetter.
Wir empfehlen deshalb für den Freilandanbau vor allem Herbstfeigensorten oder Twotimer®-Sorten mit einem starken Herbstertrag. Eine solche Twotimer®-Sorte mit einem ausgeprägten Hang zu vielen Herbstfeigen ist beispielsweise unsere Feigensorte Gustis® 'Perretta'. Wie schon mehrfach erwähnt, sind solche Herbstfeigensorten in der Lage, am diesjährigen wachsenden Holz schon während der ersten Vegetationsperiode Früchte auszubilden und auch zur Reife zu bringen. Entsprechend ist das zurückfrieren der Triebe hier nicht so schlimm und mit dem geeigneten und harten Schnitt lässt sich das Feigenstämmchen, das eben schnell zu einem ausgewachsenen Baum und Stamm werden kann, auch schön kompakt halten.
Im Folgenden stellen wir Ihnen noch einige Herbstfeigensorten und Twotimer®-Feigen für die Stämmchenerziehung vor:
Twotimer-Feige:
Bild: Gustis® 'Perretta' – der Bestseller im Lubera Sortiment! 'Perretta' bildet sowohl Sommer- wie auch Herbstfeigen aus, wobei der Herbstfeigenertrag dominiert. Geniessen Sie grosse, birnenförmige Früchte mit lockerem hellrotem Fruchtfleisch.
Herbstfeigen:
Bild: 'Ronde de Bordeaux' (Syn. Rossa Rotonda) – die rötlich-blaue Feige produziert bereits Ende August wunderschöne Früchte mit einer ausserordentlichen geschmacklichen Qualität. 'Ronde de Bordeaux' ist sowohl für den Frischverzehr wie auch für das Trocknen geeignet.
Bild: 'Ravin de Calce' – die dunkle, fast schwarze Herbstfeige mit dunkelrotem Fruchtfleisch. Die Früchte reifen im September und haben einen wunderbaren Geschmack!
Bild: 'Bornholm Dänemark' – diese Sorte produziert eine grosse Anzahl an rötlich-braunen Früchten mit erdbeerfarbenem Fruchtfleisch. Geniessen Sie ab Mitte August süsse und saftige Früchte. Beachten Sie allerdings für die Stammerziehung dieser Feige, dass relativ viele Basistriebe möglich sind.
Ein Feigenstämmchen schneiden
Der Schnitt eines Feigenstämmchens unterscheidet sich kaum vom Schnitt einen Feigenstrauchs, den wir in einem separaten Artikel zum Feigenschneiden behandelt haben. Wichtig ist beim Schneiden vor allem, dass man weiss, was für einen Feigentyp man kultiviert, ob es eine Herbstfeige oder eine Sommerfeige oder eine Twotimer®-Feige ist. Im erwähnten Artikel haben wir den Schnitt für alle 3 Feigentypen ausführlich dargestellt.
Aus verschiedenen Gründen, die wir auch oben schon erwähnt haben, sind vor allem Herbstfeigen für die Stammerziehung geeignet. Hebstfeigen haben den Vorteil, dass sich ein leichter bis mitteschwerer Winterfrost-Schaden an den Ästen nicht auf den Ertrag auswirkt. Zusätzlich kann das Feigenstämmchen einer Herbstfeige dank des starken Rückschnitts auch relativ kompakt als Stämmchen gehalten werden kann. Der Schnitt der Herbstfeigen ist so radikal wie einfach: Stehen bleiben nur die 3-4 Hauptäste und die letztjährigen Neutriebe werden auf Stummel von einigen Zentimetern zurückgeschnitten, es sei denn, man möchte einen Hauptast etwas verlängern.
Hochstämmchen richtig schneiden???
Toller Artikel! Wir wohnen in Berlin und haben ein feigenhochstämmchen ans Haus gepflanzt. Ich bin völlig verzückt dass dies nun schon im zweiten Jahr funktioniert und wir viele tolle Früchte erwarten. Außerdem ist das Bäumchen toll gewachsen. Am Beginn war es quasi nur ein strunk…
Allerdings fällt mir auf das die feige sich so gar nicht verzweigt sondern nur immer weiter in die länge wächst. Ich fürchte irgendwann hängen diese überlangen dünnen triebe nach aussen. Vielleicht sollte man hier irgendwie schneiden? Ich traue mich bisher nicht der feige auch nur ein haar zu krümmen… ich dachte mir das Bäumchen jedoch kompakter mit kräftigeren hauptästen… ein Foto hatte ich auch gemacht und könnte es ihnen senden…
Ein konkreter Ratschlag wäre super ich will nichts falsch machen….