Die Kamelienblüte ist eine der schönsten Erscheinung im frühen Frühjahr. Gerade für mediterrane Gärtner ist die Kamelienblüte der ideale Auftakt für die Gartensaison. Was ihr tun müsst, um eine tolle Kamelienblüte zu bekommen, möchte ich in diesem Beitrag erklären. Zunächst zeige ich die typischsten Formen der Kamelienblüten. Dann geht es um den idealen Standort, die Pflege und die Überwinterung der Kamelien. Wenn Ihr Fragen zu den Kamelien habt, könnt ihr diese am Ende des Beitrags stellen.

Die Sorte General Coletti begeistert durch ihre rot-weiss panaschierte Kamelienblüte
Inhaltsverzeichnis
- Wissenswertes zur Kamelienblüte
- Kamelien - die große Vielfalt
- Die Herkunft der Kamelien
- Kamelien im mediterranen Garten?
- Formen der Kamelienblüte
- Farben der Kamelienblüte
- Formen der Kamelienblüte
- Der ideale Standort für eine üppige Kamelienblüte
- Die Standortbedingungen
- Kübel oder Garten? Zur Winterhärte bei der Kamelie
- In welchen Regionen sind Kamelien winterhart
- Kamelien im Kübel
- Erfolgsrezepte für die Kamelien Pflege
- Die Kamelie pflanzen
- Die Erde
- Der Topf
- Die Pflanzung
- Die Kamelie richtig gießen
- Die Kamelie düngen
- Die Kamelie schneiden
- Kamelien überwintern
- Überwinterung als Kübelpflanze
- Überwinterung im Garten
- Kamelienschauen
Wissenswertes zur Kamelienblüte
Kamelien sind eine Besonderheit und vor allem besonders schöne Pflanzen. Sie blühen im ganz frühen Frühjahr und sind damit die Vorboten des Frühlings. Aber Kamelien unterscheiden sich auch von ihren Ansprüchen von dem vieler anderer Pflanzen. Daher gibt es immer wieder Pflegeprobleme. Es lohnt sich aber, sich mit der Kamelie zu beschäftigen und besser kennenzulernen. Allein die unglaubliche Vielfalt und Vielzahl von Sorten macht die Kamelie zu einem schier unerschöpflichen Thema. Wusstet ihr, dass es über 20.000 Kameliensorten geben soll? Nur ein Bruchteil dieser Sorten ist hierzulande bekannt, geschweige denn erhältlich.
Kamelien - die große Vielfalt
Eine große Sortenzahl deutet auf eine lange Kulturgeschichte und weltweite Verbreitung. Viele Züchter haben sich mit der Kamelie beschäftigt und immer wieder neue Variationen hervorgebracht. Botanisch sprechen wir überwiegend von der Camellia Japonica, daneben gibt es noch ca. 300 weitere Arten. Eine davon ist die herbstblühende Camellia sasanqua, die eine kleinere, aber nicht minder schöne Kamelienblüte hervorbringt. Aber noch viel berühmter ist die Camellia sinensis - die Teekamelie.

Eine Camellia sasanqua narumigata
Die Herkunft der Kamelien
Für das Verständnis der Kamelien ist es wichtig, etwas über die Herkunft dieser fantastischen Blütenpflanzen zu wissen. Als Voraussetzung für eine üppige Kamelienblüte sind Standortbedingungen wichtig, die denen der Herkunftsregion weitgehend entsprechen. Die Kamelie kommt aus Ostasien und dort aus Japan, China, Korea und Vietnam. Sie wächst ursprünglich in Küstennähe und hat sich dort ein stets feuchtes Klima mit geringen Temperaturschwankungen gewöhnt. Da sie auch in Höhenlagen bis zu 1.000 Metern gedeiht, werden tiefere Temperaturen auch unter 0° C toleriert. Allerdings schwankt die Winterhärte zwischen den Sorten, dazu später mehr.
Kamelien im mediterranen Garten?
Kennern wird sicher nicht entgangen sein, dass Kamelien keine mediterranen Pflanzen sind. Ich habe tatsächlich einige Zeit gebraucht, bis ich das verstanden habe. So habe ich Kamelien an sonnige Standorte gepflanzt, was zu keinem guten Ergebnis führt. Dennoch ist die Kamelie für mediterrane Gärten eine Bereicherung, denn selbst der sonnigste Garten hat schattige Stellen, in die keine mediterranen Pflanzen passen. Dort ist der ideale Standort für die Kamelie. Außerdem blühen Kamelien im späten Winter oder je nach Sorte im frühen Frühjahr. Sie sind also Frühjahrsboten, wenn mediterrane Pflanzen noch in der Winterruhe sind

Die hübsch gestaffelte Blüte der Kamelie ?Black Lace?
Formen der Kamelienblüte
Die Vielfalt der Kamelienblüte beschränkt sich nicht nur auf die Farben, auch die Blütenformen bei Kamelien bieten eine große Zahl an Variationen. Hier ein kleiner Überblick:
Farben der Kamelienblüte
Die Grundfarben der Kamelienblüten sind Rot, Weiß und Rosa. Daneben gibt es eine Vielzahl von Kombination aus diesen drei Grundfarben. Dabei treten alle drei Grundfarben als Hauptfarben auf, andere Farben sind dann Nebenfarben. Besonders attraktiv wirken rot-weiße Kamelienblüten. Die Farbmuster sind entweder gestreift oder gescheckt.
Formen der Kamelienblüte
Auch die Blütenform bietet bei den Kamelien eine große Zahl an Variationen. Man unterscheidet folgende Blüten:
- einfache Blütenform: eine einzige Reihe Blütenblätter umgibt die gelben Staubgefäße

Eine einfache Blüte bei der Camellia sasanqua ?Narumigata?
- halbgefüllte Blüten: die Staubgefäße werden von zwei oder drei Reihen Blütenblättern umgeben

Halb gefüllte Kamelienblüte
- anemonenförmige Blüte: äußere Blütenblätter umgeben kleinere innere Blütenblätter. Die Staubblätter sind sichtbar

Anemonenförmige Kamelienblüte
- päonienförmige Blüte: fast kugelige Blüte mit gewellten und gekräuselten Blütenblättern. Die Blüte hat Ähnlichkeit mit der Blüte der Pfingstrose (Päonie)

Päonienförmige Kamelienblüte
- rosenförmige Blüte: rosettenförmige Blüte mit mehreren gleichmäßigen Reihen Blütenblättern

Rosenförmige Blüte der Camellia japonica ?Botanyuki?
- vollständig gefüllte Blüte: viele Reihen gleichmäßiger Blütenblätter sind dachziegelartig angeordnet und bilden eine nahezu perfekte Rosette.

vollständig gefüllte Blüte der Camellia japonica ?Black Lace?
Der ideale Standort für eine üppige Kamelienblüte
Die Kamelie ist also eine Art Gegenprogramm zu mediterrane Pflanzen. Bei mir habe ich den idealen Kamelienstandort auf der Nordseite des Hauses im Vorgarten gefunden. Die Standortbedingungen lassen sich auch aus der ostasiatischen Herkunftsregion erschließen. Die Kamelie hat sich dort in lichten Wäldern entwickelt, die in einem feucht-gemäßigten Küstenklima üppig wachsen. Der ideale Standort hat also drei wesentliche Merkmale. Er ist
- halbschattig
- geschützt und
- vor Morgensonne geschützt.
Die Standortbedingungen
Kamelien fühlen sich also dort am wohlsten, wo sie unter oder neben höheren Bäumen oder Sträuchern stehen. Diese gewähren ihnen nicht nur Schutz, sondern liefern mit dem abfallenden und verrottenden Laub auch reichlich Nährstoffe. Die Lichtverhältnisse sind nicht sonnig, aber auch nicht durchgehend schattig, sie sind also halbschattig. Im Winter, wenn es zur Blüte kommt, gewähren umgebende Laubbäume mehr Licht. Im Sommer schützen sie mit ihrem Blätterdach vor dem Austrocknen. Als immergrüne Pflanze benötigt die Kamelie Schutz vor der Morgensonne an frostigen Tagen. Ist der Boden noch gefroren, die Morgensonne aber bereits stärker, erwärmen sich die Blätter, ohne dass die kalten Wurzeln Wasser liefern. Im Ergebnis würde die Kamelie vertrocknen, wenn sie keinen Schutz vor der Morgensonne hätte.

Bei guten Bedingungen tragen die Kamelien sogar Früchte, die allerdings nicht verwendet werden können.
Aus der Perspektive der Himmelsrichtungen sind also Standorte mit westlicher, nordwestlicher oder nördlicher Ausrichtung ideal. Das heißt, dass diese Standorte Abendsonne oder gar keine Sonne haben. Ungünstig sind entsprechend östliche Standorte mit Morgensonne oder gar südliche Standorte mit voller Sonne.
Kübel oder Garten? Zur Winterhärte bei der Kamelie
Die Kamelie ist wie einige andere wichtige Pflanzen -etwa Feigenbaum oder Olivenbaum- bedingt winterhart. Das bedeutet, dass sie unter bestimmten Bedingungen ausgepflanzt werden kann. Zunächst einmal ist die Winterhärte sortenabhängig. Daher solltet ihr, wenn ihr Kamelien kaufen möchtet, nur bei versierten Baumschulen oder Züchtern bestellen.
In welchen Regionen sind Kamelien winterhart
Als immergrüne Pflanze hat die Kamelie weniger Schutz vor Frost als eine laubabwerfende Pflanze. Harte Fröste können weder Blätter noch die Blüten aushalten. Wenn ihr also eine Kamelie auspflanzen wollt, solltet ihr zunächst eine bedingt winterharte Kamelie kaufen. Weiter könnt ihr sie nur in einer milden Region auspflanzen, bei der keine langen Frostperioden und keine besonders harten Fröste zu erwarten sind. Milde Regionen sind etwa Flusstäler und Weinbaugebiete. Besonders kalt sind Höhenlagen in den Mittelgebirgen und in den Alpen sowie Regionen im Osten mit kontinentalem Klima, das auch trockener ist.

In milden Regionen -wie hier in London- wachsen üppig blühende Kamelien in Gärten und Vorgärten.
Kamelien im Kübel
In diesen Regionen würde ich darauf verzichten, die Kamelie auszupflanzen, und einen schönen Kameliengarten im Kübel anlegen. Für die Aufstellung der Kamelien im Kübel gilt das Gleich wie für die Pflanzung im Garten. Die Kamelien brauchen einen geschützten, halbschattigen und nicht der Morgensonne ausgesetzten Platz. Da Terrassen und Balkone vernünftiger Weise in der Sonne liegen, müsst ihr die Bedingungen dort genau untersuchen, bevor ihr mit der Kameliensammlung beginnt. Ihr könnt die Kamelienkübel aber auch von März bis November in den Garten an einen geeigneten Kamelienstandort stellen.
Erfolgsrezepte für die Kamelien Pflege
Neben der Standortwahl gibt es weitere wichtige Pflegemaßnahmen, die für das langfristige Gedeihen der Kamelie entscheidend sind.
Die Kamelie pflanzen
Wenn Ihr eine Kamelie gekauft habt, wollt ihr sie bei entsprechender Winterhärte entweder in den Garten pflanzen oder in einen neuen Topf. Der günstigste Zeitpunkt für die Pflanzung ist nach der Blüte und vor der sommerlichen Ruhephase. In der Regel liegt dieses Zeitfenster im April. Das Einpflanzen sollte vor dem Neuaustrieb liegen, sonst werden die jungen Triebe schlapp.
Die Erde
Sowohl beim Auspflanzen im Garten als auch im Topf ist die Erde entscheidend. In der Literatur wird ein sandiger Lehmboden empfohlen. Dieser ist mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6,8 leicht sauer. Da sicher nicht für jeden ein sandiger Lehmboden verfügbar ist, kann auch Rhododendronerde verwendet werden. Ich selbst habe gute Erfahrung mit dieser Kamelienerde.

Makroaufnahme einer rosafarbenen Kamelie
Der Topf
Wenn ihr die Kamelien in einen Topf pflanzen wollt oder müsst, solltet ihr einen Topf nehmen, der nicht zu klein, aber auch nicht zu groß ist. Als Daumenregel lässt sich für die Größe des Topfes ein Plus von 4 bis 6 cm im Durchmesser festlegen. Der Topf benötigt Abflusslöcher und sollte eine gute Standfestigkeit haben.
Die Pflanzung
Bei der Pflanzung im Garten und im Topf müsst ihr darauf achten, dass ihr die Kamelien nicht zu tief einpflanzt. Die oberen Wurzeln müssen Luft bekommen. Die unteren Wurzeln dürfen nicht zu tief vergraben werden und daher zu nass werden. Eine Pflanzung sollte in einer feuchten Wetterphase erfolgen. Das hilft der Kamelie beim Anwurzeln. Die Kamelie im Topf sollte nur alle drei oder vier Jahre umgetopft werden, denn so kann die Kamelie ungestört wachsen. Beim Umtopfen sollte nicht brachial am Stamm gezogen werden, denn dann könnten die fleischigen Wurzeln abreißen. Wenn ihr eine ausgepflanzte Kamelie umpflanzen wollt, müsst ihr einen großzügigen Wurzelballen abstechen und diesen mit Hilfe einer Plastikfolie aus der Erde ziehen.
Die Kamelie richtig gießen
Die Kamelie braucht eine grundsätzlich feuchte, allerdings nicht nasse Umgebung. Daher solltet ihr sie immer dann gießen, wenn sie aus der natürlichen Umgebung zu wenig Wasser erhält. Gießen ist vor allem in der Wachstumszeit von April bis Juni erforderlich. Aber auch im Hochsommer von Juli bis in den Frühherbst hinein muss zur Gießkanne gegriffen werden, wenn es draußen zu trocken ist.
Insbesondere bei der Kamelie im Topf empfiehlt sich die Verwendung eines Feuchtigkeitsmessers*, um die richtige Feuchte der Kamelienerde festzustellen. Als Gießwasser ist Regenwasser ideal, es geht zur Not aber auch abgestandenes Leitungswasser.
Die Kamelie düngen
Dünger benötigt die Kamelie für eine schöne Kamelienblüte nur in der Wachstumszeit nach der Blüte, also im Frühjahr und Frühsommer. Als Kübelpflanze sollte sie ca. einmal im Monat gedüngt werden, als ausgepflanzte Pflanze nur einmal im Frühjahr. Als Dünger eignet sich ein Rhododendrondünger oder ein Moorbeetdünger. Ihr solltet stets nur die Hälfte der vorgeschlagenen Dosierung verwenden. Kamelien werden häufig überdüngt, eure Kamelie bekommt dann braune Blätter.

Eine prall gefüllte Kamelienknospe
Die Kamelie schneiden
Kamelien brauchen als langsam wachsende immergrüne Pflanze keinen regelmäßigen Schnitt für eine üppige Kamelienblüte. Wenn ihr aus rein ästhetischen Gründen schneiden wollt, ist die Ruhezeit nach der Blüte der richtige Zeitraum.
Kamelien überwintern
Neben der Standortwahl ist die Überwinterung der Kamelie sicherlich eine der entscheidensten Pflegemaßnahmen.
Überwinterung als Kübelpflanze
Die Überwinterungsbedürfnisse der Kamelie als Kübelpflanze entsprechen denen der mediterranen Pflanze. Die Kamelie sollte also kühl und hell stehen. Trockene und warme Luft bei geringem Licht sich keine geeigneten Bedingungen für die Kamelie. Gute Bedingungen findet ihr an schattigen Plätzen in einem Wintergarten, Gewächshaus und in unbeheizten oder gering beheizten Räumen bzw. Nebenräumen. Auch im Winterquartier sollte die Kamelie leicht feucht gehalten werden.
Überwinterung im Garten
Auch im Garten kann sich insbesondere bei jungen oder frisch ausgepflanzten Kamelien ein Winterschutz* lohnen. Ihr könnt die Pflanzscheibe mulchen, entweder mit Laub oder mit Rindenmaterial. Wenn ihr aufgrund kalter Temperaturen Sorge um eure Kamelie habt, könnt ihr sie in Fichten- oder Tannenzweige, die wie ein Indianerzelt aufgestellt werden, einpacken.
Kamelienschauen
Wenn Eure Kameliensammlung noch im Aufbau ist, lohnt sich der Besuch von Kamelienschauen oder Kameliengärten. Besonders hervorheben möchte ich die Pillnitzer Kamelie, die seit dem 19. Jahrhundert im Schlosspark von Pillnitz bei Dresden wächst. Die Kamelie in Pillnitz ist eine der größten und ältesten Kamelien in Europa.
Eine großartige Kamelienschau wird auch alljährlich in der Kölner Flora, dem Botanischen Garten von Köln, präsentiert. Hier begeistern zahlreiche Kameliensorten in dem 'International Camellia Garden of Excellence' das Publikum.
Literatur: Helga & Klaus Urban: Kamelien im Garten. Stuttgart 2009
Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth
Hallo Dominik,
im Februar bekam ich eine kleine Kamelie Cassandra, ca 35 cm hoch, mit sattgrünen Blättern und vielen Blütenknospen geschenkt. Da ich keine Ahnung von Kamelien habe, aber schon mal gehört hatte, dass sie winterhart sind ( steht auch auf der Pflanze), stellte ich sie sofort an einen geschützten, überdachten Platz auf meinen Westbalkon. Hier hat sie ab nachmittags Sonne.
Leider hat sie sich seither nicht verändert. Ein Teil der Knospen ist jetzt im April immer noch ungeöffnet dran, den Rest hat sie abgeworfen. Die Blätter sind immer noch satt grün. Was passt ihr nicht und warum blüht sie nicht? Ratlos…..
Herzliche Grüsse
Anja
Hallo,
Kamelien sind wunderschön, aber auch ein bisschen 'zickig', was die Pflege angeht. Sie dürfen z.B. keine volle Sonne abbekommen, sondern nur 'lichten Halbschatten'. Am Besten geht es Ihr an einem Standort mit Morgen- oder Abendsonne und mittäglichem Schatten. Der Boden sollte stets leicht feucht sein. Weiter sind Kamelien nicht gerne allein. Sie gedeihen am Besten in Gesellschaft von Laubbäumen oder anderen Kübelpflanzen. Diese werfen etwas Schatten und halten den Boden leicht feucht. Die Erde muss Rhododendronerde sein.
Bei weiteren Fragen dürfen Sie sich gerne melden. Vielleicht ist auch mein Newsletter für Sie interessant, hier geht es zur kostenlosen Anmeldung.
Viele Grüße
Dr. Dominik Große Holtforth