Wer einen Natternkopf pflanzen will, hat die Qual der Wahl - zahlreiche Sorten bzw. Arten stehen zur Auswahl. Diese sind durchaus unterschiedlich und gerade die Winterhärte der Natternkopf Pflanzen müsst ihr im Auge behalten. Dazu gebe ich euch hier einen Überblick über die schönsten Arten beim Natternkopf und wie ihr die Natternköpfe pflegen müsst.

Typisch sind die kolbenförmigen Blütenstände -wie hier beim lotwurzblättrigen Natternkopf.

Echium vulgaris - der 'Gemeine Natternkopf', der hierzulande heimisch ist, bei dem die Blüten nicht ganz so dicht stehen.
Inhaltsverzeichnis
- Wissenswertes zum Natternkopf
- Wuchs und Jahreszyklus
- So könnt ihr einen Natternkopf pflanzen
- Die schönsten Natternkopf Arten
- Echium vulgaris - der Gemeine Natternkopf
- Echium lusitanicum - der Portugiesische Natternkopf
- Echium webbii - Webbs Natternkopf
- Echium wildpretii - Wildprets Natternkopf
- Echium onosmifolium - der Schwarze Natternkopf
- Echium candicans - der Stolz von Madeira
- Echium pihinana - der Riesen-Natternkopf
- Der Standort für Natternkopf Pflanzen
- Topf und Erde
- Gießen und Düngen
- Die Überwinterung beim Natternkopf
- Bitte nicht schneiden
Wissenswertes zum Natternkopf
Alle Natternkopf Pflanzen werden unter der Gattung Echium zusammengefasst, die zu den Rauhblattgewächsen zählt. Die ca. 65 Arten zeichnen sich durch ihre wunderschönen Blütenstände, aber auch durch einige Unterschiede auf. Den deutschen Namen der Natternköpfe verdankt die Pflanze ihrer wie bei einer Schlangenzunge gespaltenen 'Griffelzunge'. Die Arten sind in milden Regionen nördlich der Alpen, im Mittelmeerraum und im Orient. Besonders interessant sind auch solche Arten, die sich auf Madeira, den Kanaren sowie den Kapverde endemisch entwickelt haben. Sie kommen also in Wildform nur dort vor.

Die langen Blütenstände der Natternköpfe tragen hunderte Einzelblüten.
Wuchs und Jahreszyklus
Natternkopf Pflanzen sind ein- bis zweijährige Blütenpflanzen, die in südlicheren Gefilden wie Madeira auch teilweise verholzen und mehrjährig sind. Das Laub wächst strahlenförmig mit schmalen, spitz zulaufenden Blättern. Die Oberfläche ist pelzig beharrt und verdunstet im Sommer viel Wasser. Der gemeine Natternkopf, als heimische Art, wird durch Aussaat vermehrt. Im ersten Jahr wachsen die strahlenförmig stehenden Blätter, im zweiten Jahr kommen dann die Blütenstände. Nach der Blüte entstehen beim Natternkopf Samen, die als Aussaat die Grundlage für neue Pflanzen bilden.

Das Laub beim Natternkopf
So könnt ihr einen Natternkopf pflanzen
Natternköpfe sind Pionierpflanzen, die neue Standorte erobern. Sie sind genügsam, was den Boden angeht und empfindlich gegen Staunässe. Daher ist die Standortwahl und die richtige Erdmischung entscheidend für den Pflanzerfolg. Noch wichtiger ist aber die Auswahl der passenden Echium-Art.
Die schönsten Natternkopf Arten
Auch wenn der Aufbau der Pflanze zwischen den Arten sehr ähnlich ist, haben diese doch vor allem in Bezug auf die Winterhärte deutliche Unterschiede.
Echium vulgaris - der Gemeine Natternkopf

Der gewöhnliche Natternkopf Echium vulgaris ist hierzulande auch in milden Gegenden, wie etwa Weinbrauregionen heimisch.
Der auch als 'Blauer Heinrich' bekannte gemeine Natternkopf ist eine heimische Pflanze, die vor allem auf kargen Böden in Weinbergen zu finden ist. Hier ist es warm und sonnig, ideale Bedingungen für den Natternkopf. Besonders hervorzuheben ist, dass der Gemeine Natternkopf für Bienen eine gute Nahrungsquelle ist. Diese Natternkopf Pflanze passt also hervorragend, wenn ihr einen Garten bienenfreundlich gestalten wollt. Wenn ihr einen Gemeinen Natternkopf kaufen wollt, könnt ihr die Pflanze vorgezogen erwerben und pflanzen. Nach der Blüte bildet sich die Pflanze zurück und geht in der Regel ein. Sie lässt sich aber problemlos wieder aussäen.
Echium lusitanicum - der Portugiesische Natternkopf
Der seltene Portugiesische Natternkopf bildet eine Zwischenform, zwischen Echium vulgaris und den üppigen Arten von Madeira oder den Kanaren. Der Blütenstand ist dichter besetzt als bei E. vulgaris, aber noch kleiner als etwa bei Echium wildpretii. Der Portugiesische Natternkopf ist winterhart, allerdings nur in milden Regionen wie etwa dem Rheintal.

Der Portugal Natternkopf (Echium lusitanicum) ist bedingt winterhart und kann in weniger kalten Standorten ausgepflanzt werden.
Echium webbii - Webbs Natternkopf
Der auf La Palma endemische Natternkopf Echium webbii trägt seinen Namen zu Ehren des Botanikers Philip Barker Webb. Dieser hatte im 19. Jahrhundert die Flora der Kanaren studiert und dokumentiert. Webbs Natternkopf kommt dort auf felsigem Boden an Waldrändern oder auf Lichtungen vor und zählt zu den schönsten Kanarenpflanzen überhaupt. Die Pflanze ist nicht winterhart, kann aber problemlos kühl und hell überwintert werden.

Der Blütenstand von Webbs Natternkopf (Echium webbii)
Echium wildpretii - Wildprets Natternkopf
Der von La Palma und Teneriffa stammende Wildprets Natternkopf -benannt nach dem Schweizer Botaniker Hermann Wildpret- ist noch üppiger aber genauso wenig winterhart wie Echium webbii. Als Kübelpflanze kann er problemlos kühl und hell überwintert werden.

Wunderschön rote Blütenkolben beim Echium wildpretii, Wildprets Natternkopf
Echium onosmifolium - der Schwarze Natternkopf
Der auch als 'Schwarzer Natternkopf' bekannte Echium onosmifolium -obwohl die Blüten weiß sind- ist ebenfalls eine Natternkopf-Art von den Kanarischen Inseln. Die Pflanze verholzt und wird ca. 1,5 Meter hoch. Sie ist besonders nektarreich und damit für Bienen eine wichtige Nahrungsquelle. Die Überwinterung kann wie bei den anderen Kanaren-Natternköpfen hell und kühl erfolgen.

Der lotwurzblättrige Natternkopf (Echium onosmifolium)
Echium candicans - der Stolz von Madeira
Der Stolz von Madeira gilt als die schönste Natternkopf-Art, denn ihre Blütenstände sind besonders üppig und gleichmäßig mit dunkelblauen Blüten besetzt. Aber letztlich ist es Geschmackssache, welchen Natternkopf ihr bevorzugt. Auf jeden Fall dürfte der Madeira Natternkopf -wie er auch genannt wird- mit seinen zahlreichen halbhohen Blütenständen nicht nur bei menschlichen Betrachtern sondern auch bei Bienen und Schmetterlingen zu den Favoriten zählen.

Der Madeira Natternkopf (Echium candicans)
Echium pihinana - der Riesen-Natternkopf
Bis zu vier Meter werden die Blütenstände des Riesen-Natternkopfes, der damit die beeindruckendste Erscheinung in der Natternkopf-Familie darstellt. Allerdings geht das Größenwachstum ein wenig zu Lasten der Blütendichte, was der Schönheit keinen Abbruch tut. Echium pininana stammt aus den berühmten Lorbeerwäldern von La Palma auf den Kanaren, ist aber mittlerweile in vielen Gärten weltweit eine spektakuläre Zierpflanze. In wintermilden Regionen in Europa kann er sogar winterhart sein. So habe ich etwa große Riesen-Natternköpfe im Botanischen Garten von Dublin gesehen.

Der Riesen-Natternkopf Echium pihinana
Der Standort für Natternkopf Pflanzen
Alle Natternkopf Arten brauchen einen vollsonnigen Standort, nicht zuletzt um den Bestäubern, Bienen, Schmetterlingen und Hummeln, ein warmes Umfeld zu liefern. Die (bedingt) winterharten Natternköpfe E. vulgaris, lusitanicum und pininana können im Garten ausgepflanzt werden. Die wärmeliebenden Arten wie Webbs, Wildprets und Madeira Natternkopf sollten im Kübel gehalten werden. Für die Kübelpflanzen muss der Winter-Standort bei um die 5° C kühl und hell sein.

Die leuchtend-blaue Einzelblüte von Webbs Natternkopf
Topf und Erde
Als Pionierpflanze braucht der Natternkopf einen mageren, mineralstoffreichen Boden mit einer hohen Durchlässigkeit. Ihr könnt dazu 1/3 Sand und Kies mit 2/3 Pflanzerde mischen. Diese Erdmischung könnt ihr sowohl für das Pflanzloch im Garten als auch für Natternköpfe im Kübel verwenden. Das Pflanzgefäß sollte nicht zu klein gewählt werden, denn die Natternköpfe wachsen ganz ordentlich.

Die Spitze des Blütenstands von Wildprets Natternkopf
Gießen und Düngen
Auch wenn die Pflanzen der Gattung Echium grundsätzlich als genügsam gelten, ist der Wasserbedarf im Sommer doch recht hoch. Die Verdunstung der zahlreichen kandelaberförmig angeordneten Blätter ist hoch, so dass die Kübelfpflanzen im Sommer regelmäßig gegossen werden müssen. Da Natternköpfe aber sensibel auf Staunässe reagieren, sollten sie nicht über eine Unterschale sondern von oben gegossen werden.

Die Blätter der Natternköpfe wachsen strahlenförmig.
Während die ausgepflanzten Natternköpfe mit den Nährstoffen aus dem Gartenboden auskommen, müsst ihr Kübel-Natternköpfe regelmäßig aber auch nur selten düngen. Hierzu empfiehlt sich ein Kübelpflanzendünger für blühende Pflanzen, den ihr alle 2 oder 3 Wochen verabreicht. Seid vorsichtig mit der Düngung. Wenn ihr zuviel düngt, bekommt ihr zwar ein tolles Blattwachstum, aber weniger bis keine Blüten.
Die Überwinterung beim Natternkopf
Die kälteempfindlichen Natternköpfe müsst ihr im Oktober oder November in ein kühles und helles Winterquartier stellen. Da die Pflanzen immergrün sind, brauchen sie einen direkten Kontakt zur Lichtquelle. Ihr müsst sie also in die erste Reihe an ein Fenster oder direkt unter die Energie-Pflanzenlampe* oder LED-Pflanzenlampe* stellen. Im Winter reicht es, die Erde leicht feucht zu halten. Bei eurer regelmäßigen Schädlingskontrolle im Winterquartier müsst ihr bei den Natternköpfen vor allem auf Wollläuse achten.

Webbs Natternkopf in voller Pracht
Bitte nicht schneiden
Ein Schnitt oder Rückschnitt ist nicht nur nicht nötig, sondern sogar schädlich. Natternköpfe wachsen natürlich wie große Kandelaber, also Kerzenleuchter. Sie verzweigen nicht stärker oder wachsen nicht intensiver, wenn man sie schneidet. Nur die verwelkten Blütenstände können abgeschnitten werden, wenn ihr die Selbstaussaat vermeiden wollt.
Sehr geehrter Herr Große Holtforth,
ich habe zwar keine Frage zum Natternkopf, dafür aber zu meinem Lorbeerbaum. Die vorjährigen Blätter werden von der Spitze her braun. Habe ich etwas falsch gemacht? Ist es vielleicht ein Pilz? Bitte um Ihre Hilfe!
An dieser Stelle schon meine herzl. Dank im Voraus!
Ernst Stricker
Sehr geehrter Herr Stricker,
könnte es sein, dass Sie den Lorbeer ein wenig zuviel gedüngt haben? Braune Blattränder und -spitzen sind jedenfalls ein Indiz für Überdüngung.
Viele Grüße
Dominik Große Holtforth