
Die Pistazien Pflanze stammt zwar ursprünglich aus warmen Regionen, kann aber auch hierzulande kultiviert werden. Ob im Haus, im Wintergarten oder im Sommer auf dem Balkon: das interessante Gewächs verleiht jedem Standort ein exotisches Flair. Die Pflege ist jedoch etwas heikel.
Inhaltsverzeichnis
- Allgemeine Informationen über die Pistazien Pflanze
- Kann ich einen Pistazien Baum hierzulande kultivieren?
- Pistazien Pflanze Aussaat
- Richtiger Zeitpunkt
- Substrat
- Anleitung
- Pistazien Pflanze im Freiland aussäen?
- Richtig pflegen
- Standort
- Gießen
- Düngen
- Muss ich die Pistazien Pflanze schneiden?
- Wann haben Pistazien Erntezeit?
- Lagerung
- Ist die Pistazien Pflanze winterhart?
- Überwinterung
Allgemeine Informationen über die Pistazien Pflanze
Der Pistazienbaum – kurz: Pistazie – gehört zur Familie der Sumachgewächse. Seine Heimat liegt in den warmen Regionen des Nahen Ostens. Dort können die Pflanzen bis zu 12 m hoch und 300 Jahre alt werden. Eine derartige Höhe werden sie in Kultur nicht erreichen – das Alter ist ebenso fraglich. Dennoch lassen sie sich durchaus im Kübel kultivieren.

Die Blätter sind ausgesprochen dekorativ: sie können bis zu 20 cm lang werden und sind unpaarig gefiedert. Besonders schön sieht die Pistazie Pflanze aus, wenn sie im April/Mai blüht. Zwar sind die Blüten von der Farbe her eher unscheinbar in ihrem grünlich-braunen Ton, dafür stehen sie in großen Mengen rispenförmig angeordnet. Aus ihnen entwickeln sich im Laufe des Sommers die Steinfrüchte, die im Herbst reif sind. Ist dies der Fall, springen sie auf und geben den essbaren Kern frei.
Lubera-Tipp: Da die Pistazien Pflanze eingeschlechtlich ist, werden ein männlicher und ein weiblicher Baum benötigt, damit sich die Steinfrüchte bilden können.
Kann ich einen Pistazien Baum hierzulande kultivieren?
Werden die Ansprüche an Standort und Pflege des Gewächses beachtet, kann es durchaus auch in Deutschland kultiviert werden. Die Pistazie mag es gerne warm und sonnig. Da die hiesigen klimatischen Bedingungen nicht unbedingt mit ihren Ansprüchen übereinstimmen, sollte sie im Kübel gehalten werden.
Pistazien Pflanze Aussaat
Natürlich kann man im Fachhandel einen bereits vorgezogenen Pistazienbaum kaufen. Viel schöner ist es jedoch, wenn man ihn selbst aussät. Entsprechendes Saatgut ist beim Fachhändler zu bekommen. Jene Pistazienkerne, die im Supermarkt erhältlich sind, eignen sich nicht für eine Anzucht, da sie nicht keimfähig sind. Nach dem Erwerb sollten die Samen innerhalb von sechs Wochen in die Erde gebracht werden, da sie ansonsten ebenfalls stark an Keimfähigkeit einbüßen.
Richtiger Zeitpunkt
Pistazien Pflanzen können ganzjährig ausgesät werden. Es ist allerdings sinnvoll, dies im Januar/Februar zu tun. Die jungen Pflanzen sind dann in den wärmeren Monaten groß genug, um die angenehmen Temperaturen richtig ausnutzen zu können.
Substrat
Pistazien-Samen sind etwas anspruchsvoll bezüglich ihres Substrats. Sie benötigen hochwertige Anzuchterde, um zu keimen. Optimal ist es, wenn diese mit Kokohum sowie grobem Sand angereichert wird.
Gartenbista-Tipp: Vor der Aussaat Substrat für eine halbe Stunde bei 150° C im Backofen sterilisieren.
Anleitung
Bevor es an die Aussaat geht, müssen die Samen vorbereitet werden. Dies geschieht, indem sie für 2-3 Tage in zimmerwarmem, abgekochten Wasser eingeweicht werden.
- Kleine Pflanztöpfchen mit dem Substrat füllen
- Erde anfeuchten
- Samen so in die Erde setzen, dass sie zur Hälfte herausschauen
- Töpfchen mit Klarsichtfolie abdecken (täglich lüften!)
- Hellen Standort wählen, an dem Temperaturen zwischen 18 und 22° C herrschen
- Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden

Nun dauert es sechs bis acht Wochen, bis das Saatgut zu keimen beginnt. Während dieser Zeit muss das Substrat gleichmäßig feucht sein; keinesfalls darf sich Staunässe bilden. Haben die jungen Pistazien Pflanzen mindestens zwei Blattpaare gebildet, werden sie in Einzeltöpfe umgesetzt. Das Substrat besteht aus einer Mischung aus Kakteenerde und Perlite. Nun dürfen die Gefäße an einen halbschattige Standort, an dem es etwa 15-18° C warm ist. Gegossen wird immer dann, wenn die Erde leicht angetrocknet ist. Nach vier Wochen erfolgt die erste Düngegabe.
Wenn die Pflanzgefäße vollständig durchwurzelt sind, werden die Jungpflanzen erneut umgetopft. Jetzt bekommen sie einen Kübel mit mindestens fünf Liter, besser zehn Liter Volumen, gefüllt mit einer Mischung aus hochwertiger Kübelpflanzenerde und Perlite.
Pistazien Pflanze im Freiland aussäen?
Es macht keinen Sinn, eine Pistazien Pflanze direkt ins Freiland auszusäen. Selbst, wenn man in sehr milden Regionen wohnt, so dass der Baum tatsächlich im Beet kultiviert werden könnte, sind die Temperaturen für eine Anzucht dort zu niedrig. Generell ist es besser, das Saatgut in einem Pflanzgefäß zu kultivieren.
Richtig pflegen
Die Pistazien Pflanze benötigt etwas Aufmerksamkeit, dankt es jedoch mit einer hohen Lebenserwartung, einem dekorativen Anblick sowie gegebenenfalls einer reichen Ernte.
Standort
Der Standort sollte möglichst warm und sonnig sein. Den Sommer verbringt die Pistazien Pflanze gerne an einem sonnigen, geschützten Standort im Freien; sie kann aber auch ganzjährig im Haus oder Wintergarten kultiviert werden.
Gartenbista-Tipp: In sehr milden Regionen ist unter Umständen eine Auspflanzung ins Freiland möglich.
Gießen
Erwachsene Pistazien haben nur einen geringen Wasserbedarf. Sie werden erst dann gegossen, wenn das Substrat 2-3 cm eingetrocknet ist. Überschüssiges Gießwasser, welches sich im Pflanzenuntersetzer gesammelt hat, sollte ausgeschüttet werden, da sich keine Staunässe bilden darf.
Düngen
Von April bis September bekommen die Gewächse alle zwei Wochen organischen Flüssigdünger zusammen mit ihrem Gießwasser.
Muss ich die Pistazien Pflanze schneiden?
Ein regelmäßiges Schneiden ist sinnvoll. Dieser dient zum einen dem Auslichten der Krone, zum anderen dem Einkürzen der Triebe auf die gewünschte Länge. Ein derartiger Schnitt kann sowohl direkt nach der Ernte als auch nach der Winterruhe erfolgen.
Lubera-Tipp: Schnitte generell direkt über einer Knospe ansetzen.
Wann haben Pistazien Erntezeit?

Zunächst wird es drei bis vier Jahre dauern, bis die Pistazien Pflanze erstmalig blüht. Wenn ein männlicher und ein weiblicher Baum zusammen kultiviert werden, stehen die Chancen auf eine Ernte gut. Die Pistazien, die in Trauben mit bis zu 25 Steinfrüchten zusammenstehen, sind im September reif. Nun heißt es schnell sein: die Ernte muss innerhalb von drei Wochen erfolgen, da die Früchte anfällig für Schimmel und Aflatoxin sind. Bei der Ernte ist zudem darauf zu achten, dass die Früchte nicht auf die Erde fallen.
Lubera-Tipp: Pistazienbäume tragen nur alle zwei Jahre Früchte, was auch erklärt, warum Pistazien so teuer sind.
Lagerung
Pistazien mit Schale werden trocken und kühl gelagert. Zimmertemperaturen eignen sich nicht, da die Kerne dann schnell ranzig und somit ungenießbar werden. Geschälte Pistazien können für etwas vier Wochen im Kühlschrak aufbewahrt werden.
Lubera-Tipp: Pistazien lasen sich auch einfrieren und sind so bis zu einem Jahr haltbar.
Ist die Pistazien Pflanze winterhart?
Die Bäumchen sind nicht winterhart und müssen deswegen im Oktober in ein Winterquartier eingeräumt werden. Dieses sollte möglichst dunkel sein und Temperaturen zwischen 8° C und 10° C aufweisen.
Sollte die Pistazien Pflanze im Freiland ausgepflanzt worden sein, so sollte sie zwingend einen Winterschutz bekommen.
Überwinterung
Während der Überwinterung wird nur gelegentlich gegossen und auch nur so viel, dass das Substrat nicht komplett austrocknet. Gedüngt wird gar nicht.
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Die Pistazie ein Klimagewinner?