
Manch ein Naturfreund bekommt den Schreck seines Lebens, wenn er bei einem Rundgang durch sein Grundstück mit einem Mal eine Schlange entdeckt. Grund zur Panik besteht nicht: eine Ringelnatter im Garten ist nicht nur ungefährlich, sondern bringt dem Volksmund nach sogar Glück.
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Informationen über die Ringelnatter
Bei der Ringelnatter, Natrix natrix, handelt es sich um eine Schlangenart, die zur Familie der Nattern gehört. Sie ist in weiten Teilen Europas und Asiens beheimatet und hält sich überwiegend an Stellen auf, an denen Gewässer in der Nähe sind.
Ringelnattern haben meistens eine graue, gelegentlich auch eine grünliche oder bräunliche Oberseite. Auf dieser sind häufig mehrere Reihen schwarzer Punkte zu finden. Das auffälligste Merkmal sind jedoch die beiden halbmondförmigen, gelben bis orangefarbenen Flecken am Hinterkopf, durch die eine Identifizierung erleichtert wird.
Die hierzulande lebenden Männchen erreichen eine Länge von etwa 75 cm; die Weibchen hingegen können in der Theorie doppelt so lang werden, in der Praxis jedoch sind sie in der Regel nur 110 cm lang.
Die kleine Schlange besitzt die Fähigkeit, sich klein zusammenzurollen.
Obwohl sie grundsätzlich in freier Natur leben, ist es nicht sehr ungewöhnlich, eine Ringelnatter im Garten zu sehen, dies ist besonders dann der Fall, wenn auf dem eigenen oder einem angrenzenden Grundstück ein Gartenteich vorhanden ist. In diesem schwimmen und tauchen die Nattern – und besorgen sich ihre Mahlzeiten.
Ist sie gefährlich?
Generell liegt es nun einmal in der Natur des Menschen, sich vor Schlangen zu fürchten. Entweder sind sie giftig oder es handelt sich um Würgeschlangen – so die landläufige Theorie. Dass diese falsch ist, wird an dem Beispiel der Ringelnattern deutlich: sie sind weder giftig noch haben sie irgendwelche Intentionen, jemanden zu erwürgen. Warum sollten sie das auch tun? Sie ernähren sich überwiegend von Fröschen, Molchen und Lurchen, die sie einfach schnappen und verschlingen.
Etwas aufspielen tun sich die kleinen Schlangen jedoch: werden sie im Garten entdeckt und schaffen es nicht mehr, zu fliehen, richten sie sich auch und schnellen mit ihrem kleinen Köpfchen nach vorne. Dabei stoßen sie zischende Laute aus, die beeindrucken sollen. Mehr als diese Scheinangriffe passiert jedoch für gewöhnlich nicht.
Lubera-Tipp: Ringelnatter nicht anfassen, da sie bei Gefahr ein sehr stinkendes Sekret ausstößt.
Oder harmlos?

Während eine Natrix natrix für Amphibien keinesfalls harmlos, sondern lebensbedrohlich ist, ist sie für Menschen vollkommen ungefährlich. Auch für Haustiere im Übrigen. Wer also eine Ringelnatter im Garten vorfindet, muss sich keine Sorgen um seine Gesundheit oder gar sein Leben machen.
Abgesehen davon ist es eher selten, dass sich eine solche Schlange blicken lässt. Ringelnattern sind sehr scheue Wesen. Es ist bereits ungewöhnlich, sie zu Gesicht zu bekommen, obwohl sie tagaktiv sind. Ein Angriff seitens des Tieres ist so gut wie ausgeschlossen.
Ringelnatter im Garten vertreiben?
Zunächst sollte man sich als Gartenbesitzer die Frage stellen, ob es einen Grund gäbe, die Ringelnatter im Garten zu vertreiben. Sie richtet keine Schäden an, stellt keine Gefahr für Leib und Leben dar und macht auch sonst nichts, was man ihr verübeln könnte. Soweit der romantische Teil.
Es gibt jedoch auch rechtliche Grundlagen, gemäß derer eine Ringelnatter weder vertrieben noch gestört, gefangen oder gar getötet werden darf. Sie steht nämlich unter besonderem Schutz (Vorstufe der Roten Liste der gefährdeten Arten), da sich ihr Bestand immer weiter dezimiert. Eine Vertreibung ist demzufolge ausgeschlossen.
Vernichten?
Unnötig, zu erwähnen, dass es nicht gestattet ist, eine Ringelnatter im Garten zu vernichten. Zwar gibt es immer noch Schlangenhasser, die genau dies tun, aber derartige Personen gehören glücklicherweise der absoluten Minderheit an.
Lubera-Tipp: Grundsätzlich gilt: Finger weg von einer Ringelnatter im Garten.
So verhalte ich mich richtig
Zunächst gilt: Ruhe bewahren. Panik hilft weder der kleinen Schlange noch dem Gartenbesitzer. Dieser sollte sich diskret zurückziehen und so der Ringelnatter die Möglichkeit zur Flucht geben. Diese Option wird sie in aller Regel auch ziehen – und diskret verschwinden.
Wer trotz aller Warnungen eine Ringelnatter im Garten anfasst, braucht sich nicht zu wundern, wenn die kleine Schlange vor Verzweiflung zuschnappt. Ihr Biss ist zwar nicht giftig oder gefährlich, jedoch besitzt sie sehr spitze Zähnchen, die durchaus schmerzhafte Verletzungen verursachen können.
Ringelnatter im Garten ansiedeln

Es gibt jedoch auch Naturfreunde, die sich wünschen, sie hätten die eine oder andere Ringelnatter im Garten. Dies wird jedoch nur möglich sein, wenn sich auf dem Grundstück ein Gartenteich, Bachlauf oder ein sonstiges Gewässer befindet. Abgesehen davon benötigen die kleinen Schlangen einen Brutplatz, der ihren Wünschen entspricht. Dieser sollte aus organischen Materialien bestehen, die im Zuge ihrer Verrottung Wärme entwickeln:
- Komposthaufen
- Misthaufen
- Sägemehl
- Schilfschnitt
- Vermoderte Baumstämme
Für gewöhnlich werden derartige Materialien nicht liegengelassen, sondern der Optik halber weggeräumt. Wer jedoch einer Ringelnatter im Garten ein Zuhause geben möchte, muss genau solch einen Haufen bereitstellen. Nicht wundern, wenn es einige Zeit dauert, bis ein solcher Brutplatz angenommen wird. In frisch angelegten Haufen wird sich keine Schlange ansiedeln.
Tipps
Beim Anlegen eines Bruthaufens keinesfalls Tannengehölze verwenden, da die darin enthaltenen Harze abschreckend auf die Schlangen wirken.
Es kann übrigens durchaus sein, dass sich eine Ringelnatter im Garten an Menschen gewöhnt und sich sogar von ihnen füttern lässt. Kleine, rohe Rindfleischstücke bieten sich hierfür an.
Vorteile einer Ringelnatter im Garten
Wer der Natrix natrix ein Zuhause gibt, leistet einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz. Der Bestand der kleinen Schlangen geht immer mehr zurück, da sie kaum noch brauchbare Habitate finden.
Auch kann es sein, dass sich zusammen mit den Ringelnattern auch Schlingnattern ansiedeln. Diese sind ebenfalls ungiftig und ungefährlich, ernähren sich jedoch von Schädlingen und Mäusen. Somit sorgen sie für die Beibehaltung des ökologischen Gleichgewichts.
Symbolgraphiken: © Magnus – stock.adobe.com; Ralf Blechschmidt – stock.adobe.com; Erich Werner – stock.adobe.com
Hallo, ihr Lieben da draußen.
Habe gleich zwei Ringelnattern im Garten, ehrlich gesagt, ich finde es nicht so gut
Länge ca.80 cm
a. Habe Angst
b. Mein Fischbestand ist erheblich ausgedünnt.
Wer kann mir helfen ?
Möchte diese Bewohner nicht.