Manch ein Gartenbesitzer scheut die Kultivierung des edlen Stangengemüses, da er nicht weiss, wie er Spargel stechen soll. Dieses Procedere ist jedoch einfacher, als man es sich vorstellen mag, wenn einige diesbezügliche Tipps beachtet werden. Doch nicht nur das Wie, sondern auch das Wann verursacht häufig Kopfzerbrechen. Das edle Gemüse aus hiesigem Anbau gibt es nur für einen begrenzten Zeitraum: der Beginn der Spargelzeit ist zwar variabel, jedoch ist deren Ende ganz genau terminiert. Wann und warum dies der Fall ist und wie die Pflanzen danach gepflegt werden sollten, haben wir für Euch zusammengefasst. In unserem Gartenshop könnt Ihr Spargel kaufen und direkt im eigenen Garten kultivieren.
Inhaltsverzeichnis
- Zusammenfassung - Spargel stechen
- Wann ist eigentlich Spargelzeit?
- Bis wann kann man Spargel stechen?
- Wann kann man Spargel ernten? (Video)
- So erkenne ich, dass Spargel reif ist
- Werkzeuge zum Spargel Ernten
- Spargel stechen Anleitung
- Pflanzenpflege nicht vergessen!
- Tipps & Tricks beim Spargel Stechen
- Grünen Spargel stechen
- Richtige Pflege der Pflanzen nach dem Spargel Stechen
Zusammenfassung - Spargel stechen
- Die Spargelsaison dauert nur wenige Wochen und beginnt im April, abhängig von der Bodentemperatur. Die Ernte kann je nach Witterung früher oder später starten und endet traditionell am 24. Juni.
- Die Ernte von Spargel sollte im dritten Anbaujahr beginnen, um die Pflanzen nicht zu schwächen.
- Für das Spargelstechen sind spezielle Werkzeuge wie Spargelstecher erforderlich. Die Ernte muss regelmässig erfolgen, insbesondere während der Haupterntezeit im Mai und Juni.
- Grüner Spargel wird oberirdisch geschnitten und sollte geschlossene Köpfe haben.
- Nach der Ernte müssen die Pflanzen gut gepflegt werden, einschliesslich Schädlingskontrolle und Düngung.
- Das vertrocknete Spargelkraut im späten Herbst abschneiden und nicht auf den Kompost geben, um Krankheitserreger zu vermeiden.
Wann ist eigentlich Spargelzeit?
Für echte Liebhaber des knackigen, gesunden Stangengemüses scheint die Saison viel zu kurz zu sein: kaum begonnen, ist sie schon wieder vorbei. Ganz so schlimm ist es zwar nicht; Fakt ist jedoch, dass die Spargelzeit nur wenige Wochen dauert. Wann die Spargelernte konkret beginnt, hängt von der jeweiligen Witterung ab. Der individuelle Beginn der Spargelzeit ist nämlich abhängig von den Temperaturen: der Spargel wächst erst dann, wenn der Boden mindestens 12 °C warm ist. Dies ist hierzulande in der Regel im April der Fall. Es gab jedoch auch schon Jahre, in denen die Saison aufgrund warmen Klimas bereits im März begonnen hat. Kommt es zu späten Kälteeinbrüchen oder herrschte lange Frost, verschiebt sich der Beginn jedoch nach hinten. Doch keine Sorge: Spargelliebhaber brauchen auch in sehr kalten Jahren nicht auf die edlen Stangen zu verzichten: aus vielen europäischen Nachbarländern wird das Gemüse importiert; ausserhalb der eigentlichen Saison auch aus Südamerika.
Lubera-Tipp: Um die Bodentemperatur zu erhöhen und somit einen früheren Erntebeginn zu erreichen, sollten die Spargelbeete mit schwarzem Vlies oder Folie abgedeckt werden!

Bild: Der Bleichspargel Lubera® BlancheVite® ist eine sehr feine Spargelsorte mit sehr hohen Ernteerträgen.
Bis wann kann man Spargel stechen?
Unabhängig davon, wann die Spargelernte tatsächlich begonnen hat: am 24. Juni, dem Johannistag, ist Schluss. Gerade in Jahren, in denen die Ernte erst spät begonnen hat, ist es für viele Spargelbauern und Hobbygärtner sehr ärgerlich, jedoch sollte an diesem Datum nicht gerüttelt werden. Dieses Datum unterliegt zwar keiner gesetzlichen Regelung, wird aber von den Spargelbauern als Richtwert angesehen. Für die Natur hat der Johannistag viele zentrale Bedeutungen. So läutet er das Ende der Schafskälte und somit den Beginn (hoch)sommerlicher Temperaturen ein. Johannisbeeren wiederum wird nachgesagt, dass sie bis zu diesem Tag ihre Vollreife erreichen, während der Johanniskäfer wiederum zu diesem Zeitpunkt am schönsten leuchtet, da er auf Brautschau ist. Nicht zu vergessen das Johanniskraut, welches Ende Juni zu blühen beginnt.
Dem Spargel ist dies vermutlich egal; er braucht einfach Ruhe, um sich von der anstrengenden Produktion der beliebten Stangen zu erholen. Und genau dies ist der Grund, warum am Johannistag die Spargelernte eingestellt wird: die Pflanzen brauchen Zeit für Assimilation und Fotosynthese.
Man muss sich das so vorstellen: durch das wochenlange, ständige Abschneiden der Spargelstangen sind die Pflanzen sehr, sehr geschwächt. Um wieder Kräfte schöpfen zu können, werden über die sich entwickelnden nadelartigen Triebe Feuchtigkeit und Nährstoffe bis in die Wurzeln hineingeleitet und dort gespeichert. So haben die Spargelstauden, die nicht jährlich ausgesät werden, genügend Zeit bis zur folgenden Saison, sich zu regenerieren. Werden die Spargelpflanzen nämlich zu lange durch Abernten geschwächt, könnten sie bis zum Folgejahr nicht genügend Nährstoffe einlagern. Dies hätte wiederum eine schwache Ernte zur Folge. Nur durch eine lange Ruhephase kann eine Spargelpflanze überleben und im folgenden Frühjahr wieder neu austreiben
Eine Ausnahme besteht übrigens bei jenen Spargelfeldern, die ihre letzte Saison erleben dürfen: sie können auch über den Stichtag hinaus abgeerntet werden. Auch für junge Pflanzen gilt eine spezielle Empfehlung: ihre Erntezeit sollte bereits 14 Tage eher, also am 10. Juni, beendet werden.
Wann kann man Spargel ernten? (Video)
Nachdem wir das Thema Spargelzeit ausführlich erläutert haben, widmen wir uns nun einer Thematik, die beim Spargelstechen ebenfalls von grosser Bedeutung ist: wann ist eine Spargelpflanze so weit, dass sie geerntet werden kann? Ungeduldige Gourmets werden jetzt sehr tapfer sein müssen, denn der Spargel Anbau erfordert ein wenig Geduld: erst im dritten Jahr ist das Stangengemüse erntereif. Es kommt immer wieder vor, dass der eine oder andere Hobbygärtner es nicht abwarten kann und sich bereits im zweiten Anbaujahr daran macht, seinen Spargel zu ernten. Dies sollte er tunlichst vermeiden, da es unweigerlich zu einer Schwächung der Pflanze(n) kommen wird. Infolgedessen fällt der Ertrag geringer aus, was wiederum eine Neupflanzung mit sich bringt – und eine erneute Wartezeit von drei Jahren. Es macht also keinen Sinn, seiner Ungeduld nachzugeben – am Ende macht sie sich nicht bezahlt.
So erkenne ich, dass Spargel reif ist
Als Spargelfreund weiss man, dass der Anbau in wallartigen Beeten, so wie auf einem gewerbsmässigen Spargelfeld, erfolgt. Zeigen diese Risse, so sind diese ein Indiz dafür, dass das edle Gemüse reif ist. Noch eindeutiger ist es, wenn bereits kleine Spitzen aus der Erde hervorschauen. Diese zeigen an, dass der Spargel geerntet werden möchte. Lange warten sollte man übrigens nicht, und schon überhaupt nicht bei sonnigem Wetter: bekommt der weisse Spargel Sonnenlicht ab, so verfärbt er sich.
Video: So schnell wächst der Spargel!
Werkzeuge zum Spargel Ernten
Wir Hobbygärtner sind bezüglich der Ernte unserer Nutzpflanzen recht verwöhnt: in den allermeisten Fällen geht diese ohne grosse Mühe und ohne Hilfsmittel vonstatten, so dass sie nahezu jederzeit spontan durchgeführt werden kann. Pflückt man beispielsweise Erdbeeren oder Äpfel, so benötigt man für gewöhnlich keine Werkzeuge; beim Spargel Stechen hingegen sieht dies ganz anders aus: um das leckere Gemüse ordnungsgemäss ernten zu können, sollten einige Werkzeuge zur Hand sein:
- Spargelstecher (optional: Stecheisen)
- Körbe mit sauberen Handtüchern
- Maurerkelle, um den Erdwall glätten zu können
Es empfiehlt sich, diese Utensilien bereits vor Beginn der Spargelzeit in sauberem und gebrauchsfertigem Zustand zur Hand zu haben. Ist das edle Stangengemüse erntereif, so sollte man es bekanntermassen zeitnah stechen. Jegliche Verzögerung, beispielsweise hervorgerufen durch langes Suchen und Reinigen der benötigten Werkzeuge, führt zu unnötigen Verzögerungen.
Spargel stechen Anleitung
Zu Beginn der Spargelzeit wird Spargel etwa zwei- bis drei Mal pro Woche gestochen; in der Haupterntezeit im Mai und Juni kann es bei günstigen Witterungsbedingungen notwendig sein, täglich oder sogar zweimal am Tag das Procedere durchzuführen. Innerhalb der Spargelzeit müssen die Stauden grundsätzlich regelmässig abgeerntet werden. Der Grund liegt darin, dass die Spargelstangen sich verändern:
- Weisser Spargel bildet Blüten aus, wenn er ans Licht gelangt
- Grüner Spargel wird bitter, wenn er Blüten gebildet hat
In der Praxis bedeutet dies, dass wir regelmässig unsere Spargelbeete kontrollieren müssen. Es reicht nicht aus, einen wöchentlichen Blick über die Wälle oder das komplette Feld schweifen zu lassen; mindestens einmal am Tag müssen wir während der Saison schauen, ob es eventuell neuen Spargel gibt, den wir ernten können. Theoretisch ist dies ganztägig möglich, jedoch solltet Ihr früh am Morgen und/oder abends Spargel stechen. Bitte keinesfalls in der prallen Mittagssonne!
Und so wird Spargel geerntet:
- Dort, wo sich Risse zeigen oder ein Köpfchen herausschaut, vorsichtig die Erde wegbuddeln
- Mit zwei Fingern die Spargelstange umgreifen
- Parallel zur Stange mit dem Spargelstecher etwa 30 cm tief in die Erde gehen
- Vorsichtig mit den Wurzeln sowie benachbarten Pflanzen
- Unter die Stange stechen, indem das Messer leicht nach hinten gekippt wird
- Spargel herausziehen und in den Korb legen
- Umgehend mit einem Geschirrtuch abdecken
- Mithilfe der Maurerkelle Loch wieder verschliessen
- Erde festklopfen
- Nächste Spargelstange ertasten und freilegen, für gewöhnlich sind sie nur wenige Zentimeter voneinander entfernt
So arbeiten wir uns Pflanze für Pflanze, Reihe für Reihe vorwärts, bis wir sämtliche Stangen aus der Erde geholt haben.
Lubera-Tipp: Sollten bereits kleine Spargelspitzen aus der Erde schauen, vereinfacht dies das Stechen!
Pflanzenpflege nicht vergessen!
Mit dem Spargel Anbau und anschliessender Ernte ist es längst nicht getan; während der gesamten Spargelzeit solltet Ihr Euch gut um Eure Spargelbeete kümmern:
- Damit die Spargelpflanzen gut gedeihen können, sollte der Erdwall immer frei von Unkraut gehalten werden.
- Zwischen den einzelnen Spargelreihen mulchen. Dies sorgt nicht nur für zusätzliche Nährstoffe, sondern dient zugleich der Wasserspeicherung.
- Regelmässig wässern, wobei Staunässe vermieden werden sollte
Tipps & Tricks beim Spargel Stechen
Das Spargel Stechen ist eine der anstrengendsten gärtnerischen Tätigkeiten überhaupt: es belastet die Knie und den Rücken inklusive Nacken. Ein Kniepolster kann Abhilfe schaffen. Auch die Hände leiden: schnell entstehen Verletzungen. Um diese zu vermeiden, sollten grundsätzlich Handschuhe getragen werden.
Wenn die Spargelstangen zuhause angekommen sind, sollten sie gründlich gewässert werden, damit sie frisch bleiben. 10 – 15 Minuten werden ihnen nicht schaden – solange das Wasser schön kalt ist.
Grünen Spargel stechen
Fast genauso beliebt in heimischen Gärten wie der weisse ist auch der grüne Spargel. Sein intensives Aroma und seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten sowie die Tatsache, dass er auch in Pflanzgefässen kultiviert werden kann, machen ihn zu einem gerne gesehenen Gast bei heimischen Hobbygärtnern. Ihn zu ernten ist wesentlich einfacher, da er oberirdisch wächst: haben die Stagen die gewünschte Länge erreicht, werden sie mit einem Messer abgeschnitten. Doch auch hierbei gibt es einiges zu beachten:
- Spargelstangen sollten mindestens 15 cm lang sein
- Zum Zeitpunkt der Ernte sollten die Köpfe noch fest geschlossen sein
- Sollten die Stangen noch sehr dünn sein, werden sie einfach stehengelassen. Dies führt zu einem höheren Ertrag im Folgejahr.
Achtung: Spätfröste können die Ernte zunichtemachen. Grüner Spargel, der bereits aus der Erde wächst, sollte unbedingt bei Frostgefahr mit einem Vlies abgedeckt werden.
Richtige Pflege der Pflanzen nach dem Spargel Stechen
Die heiss ersehnte Spargelzeit ist vorbei, die Spargelernte ist vollzogen und die Pflanzen dürfen sich ausruhen und regenerieren. Das müssen sie auch, damit sie im Folgejahr wieder neu austreiben und die Gaumenfreuden hervorbringen können. Ehrensache, dass sie dabei vom Hobbygärtner unterstützt werden. im gewerblichen Anbau wird häufig das sogenannte «Abdämmen» durchgeführt, also ein Abflügen der Dämme. Diese Massnahme dient dazu, dass die Spargelpflanzen noch besser und schneller genügend Licht für ihre Fotosynthese aufnehmen können. Wer möchte, kann im Garten dieses Abdämmen ebenfalls durchführen; ein Muss ist es jedoch nicht.
Die Spargel Saison ist noch nicht lange vorbei, da bilden sich bereits bis zu 2 m hohe Stauden. Diese sollten regelmässig auf Schädlings- und Pilzbefall kontrolliert werden. Darüber hinaus sind einige weitere Massnahmen notwendig:
- Beete regelmässig auflockern und von Unkraut befreien
- Erde feucht halten
- Ende Juni sowie im August eine Gabe Dünger verabreichen: Brennnesseljauche in verdünnter Form dient der Nährstoffversorgung; auch ein Sud aus Ackerschachtelhalmen kann zur Düngung verwendet werden.
- Im Spätherbst nach dem Abschneiden des Krautes Kompost vorsichtig unter die Reihen heben
- Im Februar vor dem Aufwallen Kalimagnesia in die Erde einarbeiten
Mulchen ist darüber hinaus in zweierlei Hinsicht ratsam: zum einen verhindert es die Unkrautbildung, zum anderen versorgt es die Pflanzen mit zusätzlichen Nährstoffen.
Im späten Herbst wird zudem das vertrocknete Spargelkraut abgeschnitten. Dies sollte jedoch erst dann geschehen, wenn es vollkommen braun ist. Das Kraut sollte nicht auf dem Kompost entsorgt werden, da die Gefahr besteht, dass es Krankheitserreger enthält. Wenn möglich, wird es verbrannt.