
Sukkulenten haben eine immer größere Fangemeinde. Kein Wunder: die kleinen Pflanzen sind ausgesprochen dekorativ und zudem noch pflegeleicht. Auch verzeihen sie kleinere Pflegefehler und sind somit die idealen Pflanzen für Anfänger im Bereich der Pflanzenkultivierung. Werden einige Tipps bezüglich der Sukkulenten Pflege beachtet, wird ihr Besitzer viele Jahre lang Freude an ihnen haben.
Inhaltsverzeichnis
- Sukkulenten Pflegetipps für Schnellleser
- Wissenswertes über Sukkulenten
- Sukkulenten Standort: Hell und sonnig
- Sukkulenten brauchen durchlässiges Substrat
- Sukkulenten richtig pflanzen und umtopfen
- Sukkulenten vermehren
- Sukkulenten Vermehrung durch Ableger
- Sukkulenten Aussaat
- Sukkulenten Vermehrung durch Blattstecklinge
- Sukkulenten Vermehrung durch Teilung
- Sukkulenten Pflege Tipps
- Sukkulenten schneiden?
- Sukkulenten richtig überwintern
- Sukkulenten Krankheiten und Schädlinge
Sukkulenten – Steckbrief von Gartenbista
Sukkulenten Pflegetipps für Schnellleser
- Standort: hell; sonnig; warm; im Winter 5-10°C
- Substrat: durchlässig; nährstoffarm
- Pflanzen/Umtopfen: Drainage; jährlich Substrat erneuern; größeres Pflanzgefäß nur bei Durchwurzelung
- Vermehren: Ableger; Aussaat; Blattstecklinge; Teilung
- Gießen: regelmäßig, aber mäßig; Staunässe vermeiden
- Düngen: April bis September; Kakteendünger
- Schneiden: nein
- Überwintern: Winterquartier im Haus
- Krankheiten: keine bekannt
- Schädlinge: Schmierläuse; Schildläuse; Wurzelläuse
Wissenswertes über Sukkulenten

Bei Sukkulenten handelt es sich um Pflanzen, die in ihren Pflanzenteilen Wasser speichern können und demzufolge als besonders saftreich gelten. Daher rührt auch ihre Bezeichnung: „suculentus“ ist das lateinische Wort für „saftreich“. Je nachdem, wo die individuelle Pflanze Wasser speichert, wird sie als
- Blattsukkulente,
- Stammsukkulente oder
- Wurzelsukkulente
bezeichnet.
Weltweit gibt es Tausende verschiedene Sukkulentenarten, die sowohl im Freien wachsen können als auch in Zimmerkultur kultiviert werden. Eine eigene Pflanzenfamilie bilden sie nicht, jedoch sind sie in vielen verschiedenen Gattungen zu finden. Die bekanntesten Sukkulenten sind die Kakteen.
Da die Sukkulenten als besonders pflegeleicht gelten, werden sie sehr gerne von Anfängern kultiviert. Doch dabei ist Vorsicht geboten: nicht alle Sukkulenten sind gleich anspruchslos. Für Anfänger eignen sich hingegen besonders gut:
- Aloe, die mit fast 400 Arten sowohl stehend, liegend, strauch- als auch baumartig wachsen kann und wunderschöne Blüten hervorbringt
- Echeveria, auch als „Perle von Nürnberg“ bekannt, die maximal 25 cm hoch werden und deren Blätter rosettenartig angeordnet sind
- Echter Tigerrachen, Faucaria tigrina, der auch als “Lebender Stein” bezeichnet wird, weil er optisch stark an einen solchen erinnert und sowohl im Freien als auch im Haus kultiviert werden kann
- Crassula-Arten, auch als „Dickblattgewächse“ bekannt, die in den unterschiedlichsten Farben und Formen auftreten können
- Senecio vitalis, der auch als “Kreuzkraut” bekannt ist und lange, hängende Triebe bildet
- Zebra-Haworthie, Haworthia, die durch ihre Maserung besonders dekorativ ist und in keiner Sukkulenten-Sammlung fehlen darf
Sukkulenten Standort: Hell und sonnig
Damit die wasserspeichernden Pflanzen optimal gedeihen können, benötigen sie einen hellen und sonnigen Standort. Stehen sie zu dunkel, bekommen häufig die Blätter eine seltsame Wuchsform und sterben irgendwann ab. Ohne ausreichend Sonne und Licht kann es zudem passieren, dass die Sukkulente keine Blüten bildet; der Echte Tigerrachen beispielsweise benötigt dringend Wärme und Sonne zur Blütenbildung.
Die Temperaturen sollten im Sommer zwischen 18°C und 25°C liegen, wobei sortenabhängig auch andere Bedürfnisse vorhanden sein können. Gerne verbringen die Sukkulenten die warme Jahreszeit im Freien, wo ihnen ein vollsonniges Plätzchen zur Verfügung gestellt werden sollte. Im Herbst hingegen sollten sie wieder ins Haus geholt werden, da viele der wasserspeichernden Pflanzen, die im Topf kultiviert werden, nicht winterhart sind. Das Winterquartier sollte Temperaturen zwischen 5°C und 10°C aufweisen und hell sein.
Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen benötigen die meisten Sukkulenten keine hohe Luftfeuchtigkeit zum Gedeihen.
Sukkulenten brauchen durchlässiges Substrat
Sukkulenten im Topf sehen sich öfters der Problematik ausgesetzt, dass sich Staunässe bildet. Diese vertragen sie überhaupt nicht. Um sie zu vermeiden, muss das Substrat durchlässig sein. Auch mögen Sukkulenten keine allzu nährstoffreiche Erde. Handelsübliche Kakteenerde kann sehr gut verwendet werden; alternativ kann auch ein Substrat selbst hergestellt werden. Hierfür werden
- drei Teile Komposterde und
- ein Teil Sand
miteinander vermischt. Der Sand sollte möglichst grobkörnig und kalkfrei sein.
Lubera-Tipp: Lavasplitt unter das Pflanzsubstrat mischen!

Sukkulenten richtig pflanzen und umtopfen
Bei der Wahl des Pflanzgefäßes ist zu beachten, welche Wurzelform die Sukkulente individuell besitzt: bei Flachwurzlern empfiehlt es sich, ein breites, jedoch flaches Gefäß zu verwenden, während Tiefwurzler ein hohes, dafür schmaleres Gefäß bekommen.
Wie bereits erwähnt, vertragen Sukkulenten keine Staunässe. Um diese zu verhindern, wird zum einen ein durchlässiges Substrat verwendet, zum anderen unten in das Pflanzgefäß eine Drainage aus Kies eingebaut.
Die wasserspeichernden Pflanzen können sehr gut zu mehreren in Schalen oder Kästen gepflanzt werden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass grundsätzlich nur solche Pflanzen zusammengesetzt werden, die gleiche Ansprüche bezüglich Standort und Pflege haben.
Ein jährliches Umtopfen in frisches Substrat ist sinnvoll; dies geschieht im zeitigen Frühjahr nach der Winterruhe. Ein größeres Pflanzgefäß ist nur in jenen Fällen notwendig, in denen die Sukkulente das bisherige durchgewurzelt hat. Ansonsten ist es ausreichend, das alte Substrat vollständig zu entsorgen, das Pflanzgefäß auszuspülen und erneut zu verwenden.
Lubera-Tipp: Beim Umtopfen Wurzeln auf Schädlinge sowie Beschädigungen kontrollieren!
Sukkulenten vermehren
Die wasserspeichernden Pflanzen lassen sich mit verschiedenen Methoden vermehren. Je nach Art kann eine Vermehrung durch
- Ableger,
- Aussaat,
- Blattstecklinge oder
- Teilung
stattfinden.
Sukkulenten Vermehrung durch Ableger
Sukkulentenarten, die unverzweigt wachsen wie beispielsweise die Echeverien, bilden Ableger. Diese befinden sich für gewöhnlich an der Basis der Mutterpflanze und können sehr leicht abgetrennt werden. Danach werden sie in Einzeltöpfe mit Sukkulentenerde gesteckt und so kultiviert wie ausgewachsene Pflanzen.
Achtung: Lösen sich die Ableger so schwer, dass sie mit einem Messer abgeschnitten werden müssen, so muss die Schnittstelle zunächst 2-3 Tage antrocknen, bevor die Ableger eingetopft werden können.
Sukkulenten Aussaat
Einige Sukkulentenarten bilden Blüten, aus welchen Samen gewonnen werden. Alternativ kann das entsprechende Saatgut auch im Fachhandel erworben werden. Die Aussaat an sich kann ganzjährig erfolgen:
- Anzuchtschale mit feiner, mineralischer Erde füllen
- Saatgut auf das Substrat legen
- Schale bei Temperaturen zwischen 15° und 20°C aufstellen
- Substrat leicht feucht halten
Zur Beschleunigung der Keimung, die bis zu mehreren Wochen dauern kann, kann eine Folie über die Anzuchtschale gezogen werden. Dies muss jedoch täglich gelüftet werden, damit keine Fäulnis sowie keine Überhitzung entstehen.
Zeigen sich die ersten Keimlinge, wird die Folie entfernt, haben die jungen Sukkulenten eine Größe von 2-3 cm erreicht, werden sie in Einzeltöpfe pikiert.

Sukkulenten Vermehrung durch Blattstecklinge
Manche Sukkulenten-Arten können hervorragend durch Blattstecklinge vermehrt werden. Zu diesen gehört die Crassula. Die Vermehrung ist denkbar einfach:
- Ein Blatt abschneiden oder abbrechen
- Blatt 2-3 Tage antrocknen lassen
- Danach auf Pflanzsubstrat legen oder in dieses hineinstecken
Nun dauert es einige Wochen, bis sich Wurzeln bilden; der Blattsteckling wird währenddessen genauso kultiviert wie ein ausgewachsenes Exemplar.
Lubera-Tipp: Bei stark verzweigten Sukkulenten anstelle eines Blattes einen Trieb abschneiden und wie oben beschrieben behandeln.
Sukkulenten Vermehrung durch Teilung
Bei einigen Sukkulentenarten ist die Teilung die einzige Möglichkeit, sie zu vermehren. Faucaria tigrina gehört zu diesen Arten. Hierfür wird die Sukkulente aus ihrem Pflanzgefäß genommen. Der Wurzelballen wird vorsichtig mit den Händen geteilt; die neu entstandenen Pflanzen werden dann wieder eingetopft.
Sukkulenten Pflege Tipps
- Gießen: Sukkulenten vertragen überhaupt keine Staunässe; bekommen sie zu viel Wasser, verfaulen sie und gehen ein. Um dies zu verhindern, müssen sie zwar regelmäßig, aber sparsam gegossen werden. Eine erneute Wassergabe sollte erst dann erfolgen, wenn die oberste Substratschicht bereits angetrocknet ist. Während der winterlichen Ruhephase brauchen einige Sukkulentenarten gar kein Wasser; andere wiederum benötigen nur so viel, dass ihr Wurzelballen nicht komplett austrocknet.
- Düngen: Sukkulenten können gedüngt werden, allerdings in Maßen und nicht mit gewöhnlichem Pflanzendünger. Bekommen sie zu viele Nährstoffe, bilden einige Arten Geiltriebe, wie zum Beispiel die Zebra-Haworthie. Falscher Dünger wiederum kann dazu führen, dass sie mastig wachsen und im schlimmsten Fall sogar platzen. Kakteendünger ist optimal auf die Bedürfnisse der wasserspeichernden Pflanzen abgestimmt; die Hälfte der seitens des Herstellers empfohlenen Dosis ist in der Regel vollkommen ausreichend. Grundsätzlich wird nur zwischen April und September gedüngt.
Achtung: Auf die Blätter einiger Sukkulentenarten, beispielswiese der Echeverien, sollte kein Wasser gelangen, da dieses unschöne Flecken verursacht!
Sukkulenten schneiden?
Sukkulenten müssen nicht geschnitten werden. Verschrumpelte Pflanzenteile werden so lange an der Pflanze gelassen, bis sie komplett vertrocknet sind, da sie immer noch als Nährstofflieferant fungieren. Erst dann werden sie abgezupft.

Sukkulenten richtig überwintern
Einige Sukkulenten sind winterhart; diejenigen, die als Zimmerpflanze im Topf kultiviert werden, sind es in der Regel jedoch nicht. Dies bedeutet, dass sie im Herbst ins Haus geholt werden müssen. Dort bekommen sie ein Winterquartier, welches optimaler Weise hell ist und Temperaturen zwischen 5°C und 10°C aufweist. Einige Arten vertragen auch Temperaturen bis 15°C.
Bis etwa März befinden sich die wasserspeichernden Pflanzen in der winterlichen Ruhephase. Während dieser Zeit werden sie – je nach Sorte – wenig bis gar nicht gegossen. Das Düngen wird komplett eingestellt.
Ab März wird wieder häufiger gegossen, im April erfolgt gegebenenfalls die erste Düngegabe.
Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) können die wasserspeichernden Pflanzen wieder ins Freie gestellt werden. Dort sollten sie zunächst ein Plätzchen im Halbschatten bekommen, um sich langsam an die Sonne zu gewöhnen, ansonsten besteht die Gefahr, dass ihre Blätter verbrennen. Nach etwas zwei Wochen Eingewöhnungszeit können sie an ihren endgültigen, vollsonnigen Standort gebracht werden.
Sukkulenten Krankheiten und Schädlinge
Gegenüber Krankheiten sind Sukkulenten in der Regel ausgesprochen resistent. Pflegefehler hingegen können die Pflanzen nachhaltig schädigen:
- Staunässe
- Zu kalter Standort
- Zu viel Dünger
Schädlinge siedeln sich gelegentlich an den Sukkulenten an. Da sie sich oft an schwer einsehbaren Stellen befinden, ist eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen unabdingbar.
- Schmierläuse: Schmierläuse sitzen oft an schwer zugänglichen Stellen. Erst bei sehr genauem Hinsehen sind sie beziehungsweise ihre Ausscheidungen zu erkennen. Da sie große Schäden – auch an benachbarten Pflanzen – anrichten können, muss ein spezielles Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
- Schildläuse: Die saugenden Schädlinge sitzen meistens in der Mitte der Rosetten und sind mit bloßem Auge schwer zu erkennen. Oft wird ihre Anwesenheit nur dadurch bemerkt, dass die Pflanze plötzlich wie ausgelaugt wird. Der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels ist unumgänglich.
- Wurzelläuse: Diese Schädlinge sind sehr schwer zu entdecken, da sie sich im Wurzelwerk unter der Erde aufhalten. Stellt man als Besitzer der Sukkulente fest, dass diese in sich zusammenfällt, ist es in der Regel schon zu spät. Ist dies der Fall, müssen die Wurzelläuse umgehend mit einem Pflanzenschutzmittel bekämpft werden. Vorbeugend sollte beim jährlichen Umtopfen eine Wurzelkontrolle durchgeführt werden.
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