Ob mit oder ohne Blüten, die Traubenlilie ist ein Blickfang im Garten. Das halmartige Laub weist eine schöne Färbung auf, die auch im Winter bestehen bleibt. Schweben im Herbst die violetten Blütenstände darüber, wird sie erst recht zum Highlight.
Inhaltsverzeichnis
Traubenlilie (Liriope muscari) – Lubera Steckbrief
- Blütezeit: August bis September
- Standort: halbschattig oder im lichten Schatten
- Boden: durchlässig, pH-neutral, kalkarm
- Pflanzzeit: April bis Mai
- Pflanzen: nach dem Pflanzen regelmäßig gießen
- Kübelhaltung: gut geeignet
- Vermehrung: Aussaat, Teilung
- Aussaatzeit: April bis Mai
- Gießen: nach Bedarf
- Düngen: nach Bedarf
- Blütenpflege: verblühte Blütenstände können ausgeputzt werden
- Schneiden: nicht notwendig
- Überwinterung: je nach Sorte, mindestens mäßig winterhart
- Krankheiten: Pilzerkrankungen, Bakterien
- Schädlinge: keine
Wissenswertes

Die Traubenlilie oder auch Lilientraube, Liriope muscari ist ursprünglich in Asien beheimatet. In Japan, China und Taiwan ist sie in ihrer Wildform in Wäldern und an Waldrändern sowie Gebüschrändern anzutreffen. Ihre leuchtend grünen, mitunter zweifarbigen Blätter erinnern an ein Ziergras und die Blüten, die im Spätsommer auftreten, bilden einen schönen Kontrast dazu. Die Wildform der Traubenlilie hat violette Blüten, es gibt jedoch verschiedene Sorten, die in unterschiedlichen Farbschattierungen blühen.
Standort
Die Traubenlilie (Liriope muscari) mag gern einen hellen Platz, doch das direkte Sonnenlicht liebt sie nicht. Am besten ist sie daher im lichten Schatten oder aber im Halbschatten aufgehoben, wo sie nur ein paar Stunden am Tag direktes Sonnenlicht abbekommt. Die gleißende Mittagssonne sollte es dabei besser nicht sein. Ebenso wenig mag sie kalten Wind oder starke Regengüsse, insgesamt wünscht sich die Lilientraube also ein geschütztes Plätzchen, wo sie keiner Witterung schutzlos ausgeliefert ist.
Als Standorte für die Traubenlilie bieten sich daher geschützte Plätze am Gehölzrand an, die Nachbarschaft größerer, schützender Stauden oder auch Plätze in der Nähe von Mauern oder Hauswänden. Aber auch zur Unterpflanzung von Hecken eignet sich die Lilientraube aufgrund ihrer Standortvorlieben sehr gut. Zu dunkel sollte es an dem Standort jedoch nicht werden, denn auch wenn sie keine direkte Sonneneinstrahlung benötigt, braucht sie dennoch das Licht und steht sie zu dunkel, macht sich das in einer reduzierten Blühfreudigkeit bemerkbar. Ebenfalls beachtet werden muss die Sorte, wenn es um die Wahl des passenden Standorts geht. Mit Wuchshöhen, die je nach Sorte zwischen etwa 40 Zentimetern und mehr als einem Meter differieren, muss immer auch der Größe der jeweiligen Pflanze Rechnung getragen werden.
Boden
An den Boden stellt die Traubenlilie ein paar Anforderungen, die erfüllt werden sollten, damit die Pflanze gut gedeihen kann:
- frisch bis feucht
- durchlässig und locker
- neutral bis leicht sauer
- kalkarm
- humos
Sind diese Voraussetzungen am geplanten Standort nicht gegeben, so kann der Boden für die Lilientraube (Liriope muscari) entsprechend aufbereitet werden.
- Schwere und lehmige Böden, die nur wenig durchlässig sind, sollten gründlich gelockert und dann mit Sand, Kies oder Kokosfasern angereichert werden.
- Normale Gartenerde kann mit Kompost und Rindenmulch vermischt werden, um einen leicht sauren bis neutralen Boden zu bekommen.
- Bei der Pflanzung im Kübel sollte eine normale Pflanzerde mit einem pH-Wert von 7 verwendet werden.
Richtig pflanzen
Ist der passende Standort gefunden worden und ist der Boden geeignet für die Traubenlilie, muss beim Pflanzen nicht mehr allzu viel beachtet werden.
So gelingt das Pflanzen besonders gut
- die ideale Pflanzzeit liegt im Frühjahr nach den letzten Frösten, also meist zwischen April und Mai
- der Boden sollte vor dem Pflanzen gründlich aufgelockert werden
- nach dem Einsetzen der Pflanze und Auffüllen des Pflanzlochs wird die Erde nur leicht angeklopft
- in den ersten Wochen nach der Pflanzung muss die Traubenlilie regemäßig gegossen werden
- je nach Sorte müssen unterschiedliche Pflanzabstände eingehalten werden, damit die Pflanzen sich entfalten können
Pflanzung im Kübel
Die Traubenlilie ist sehr empfindlich gegenüber Staunässe, so dass immer darauf geachtet werden muss, dass sich kein Gieß- oder Regenwasser ansammeln kann.
- nur Pflanzgefäße mit Ablaufmöglichkeit nutzen
- am Boden des Pflanzgefäßes eine Drainage aus Kies oder Tonscherben einarbeiten
- auf Untersetzer oder Übertöpfe ohne Ablaufmöglichkeit verzichten
Blüte

Die Traubenlilie ist ein Spätblüher, ihre Blüten zeigen sich erst im Spätsommer etwa ab August, und sie blüht bis in den frühen Herbst hinein. Die ungewöhnlichen Blütenstände, die mehrere Zentimeter lang sind und von vielen kleinen Blüten übersät sind, schweben an langen Stängeln über dem Blattgrün und bieten einen sehr schönen Anblick, wenn sie sich im Wind wiegen. Bei den meisten Lilientrauben sind die Blüten violett, doch die Intensität und Schattierung der Farbe kann je nach Sorte sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Sorten weisen auch andersfarbige Blüten auf.
Besonders schöne und auffällige Blüten finden sich bei diesen Sorten:
- Liriope muscari Royal Purple mit sehr langen und dunkel-violetten Blütenständen
- Breitblättrige Traubenlilie mit Wuchshöhen von bis zu einem Meter und fliederähnlichen Blüten
- Liriope muscari Monroe White mit weißen Blüten
- Liriope muscari Gold Banded, deren violette Blüten von goldfarbig geränderten Blättern begleitet werden
Vor allem die Kontraste zwischen der Blüte und dem meist intensiv gefärbten Laub sorgen bei allen Sorten der Traubenlilien für einen sehr auffälligen und attraktiven Anblick. Ob als Bodendecker oder Sorte mit größerer Wuchshöhe ist die Traubenlilie also vor allem während der Blütezeit immer ein Hingucker, der alle Blicke auf sich zieht.
Als Spätblüher bringt sie außerdem auch dann noch Farbe in den Garten, wenn sich die meisten sommerblühenden Pflanzen längst zurückgezogen haben, und sie konzentriert sich oft auf Bereiche im Garten, die sonst von Blüten nicht so sehr verwöhnt werden, da sie im Schatten liegen.
Lubera-Tipp: Zur Blütenpflege sollten die ausgeblühten Blütenstände mit Stängel bodennah ausgeputzt werden.
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Pflege – Tipps
Was die Pflege angeht, ist die Traubenlilie nicht besonders anspruchsvoll, aber ganz ohne Ansprüche ist sie auch nicht. Insbesondere ist es wichtig, beim Gießen das richtige Maß zu finden. Die Traubenlilie verträgt weder Trockenheit noch Staunässe, so dass hier durchaus ein wenig Fingerspitzengefühl erforderlich ist.
Vor allem in der ersten Zeit nach der Pflanzung oder der Aussaat braucht die Pflanze sehr viel Wasser, die Erde sollte nicht austrocknen. Nach ein paar Wochen kann man die oberste Schicht des Substrats antrocknen lassen, bevor die Traubenlilie wieder gegossen wird, doch auch im Freiland vergehen bis zu drei Jahre, bis die Pflanze so weit angewachsen ist, dass sie sich selbst mit genügend Wasser versorgen kann.
- Regelmäßig nach der Pflanzung gießen
- Nach einigen Wochen kann man die oberste Schicht des Substrats leicht antrocknen lassen zwischen den Wassergaben
- Innerhalb der ersten drei Jahre auch im Beet regelmäßig mit Wasser versorgen
- Kalkarmes Wasser wie Regenwasser oder Teichwasser zum Gießen verwenden
- Kübelpflanzen so gießen, dass die gesamte Erde durchfeuchtet wird
- Staunässe muss unter allen Umständen verhindert werden
- Um ein Austrocknen der Pflanze zu verhindern, kann Rindenmulch aufgebracht werden
Neben einer regelmäßigen Versorgung mit Wasser braucht die Traubenlilie auch noch Nährstoffe. Im Kübel sollte sie aufgrund der geringen Substratmenge einmal monatlich gedüngt werden. Am besten eignet sich ein Flüssigdünger für Stauden. Im Beet ist eine Düngung in der Regel erst ab dem zweiten Jahr erforderlich, es sei denn, der Boden ist sehr nährstoffarm. Gedüngt werden sollte alle sechs bis acht Wochen während der Vegetationsphase mit einem Flüssigdünger für Stauden oder Blühpflanzen.
Ab September sollten die Taubenlilien im Beet und im Kübel nicht eher gedüngt werden, damit die Pflanzen sich auf den Winter vorbereiten können. Damit haben sich die Pflegeansprüche der Lilientraube jedoch auch schon erschöpft. Mehr ist nicht nötig, abgesehen von einem Schnitt im Frühjahr.
Schneiden

Wer mag, kann der Traubenlilie im Frühjahr einen kompletten Rückschnitt verpassen, notwendig ist das jedoch nicht. Zur Pflege der Pflanze ist es ausreichend, die Teile auszuputzen, die während des Winters Schaden genommen haben. Wer sich gegen den Schnitt entscheidet, hat außerdem den Vorteil, dass er auf die erste Düngung im zeitigen Frühjahr verzichten kann, denn wird die Pflanze nicht geschnitten, reicht es aus, sie das erste Mal im Mai oder Juni zu düngen. Der Rückschnitt im Frühjahr ist also optional, was aber auf gar keinen Fall gemacht werden sollte, ist ein Rückschnitt im Herbst oder Winter. Damit nimmt man der Traubenlilie einen wichtigen Kälte- und Nässeschutz und riskiert, dass sie den Winter nicht übersteht.
Vermehrung
Die Traubenlilie (Liriope muscari) lässt sich über Aussaat oder Teilung vermehren. Die Saat kann im Frühjahr ab April oder Mai direkt im Freiland ausgebracht werden. Da Traubenlilien Lichtkeimer sind, sollten die Samen nur sehr wenig mit Erde bedeckt werden. Der beste Zeitpunkt für die Teilung liegt ebenfalls im Frühjahr.
- Traubenlilie ausgraben und von Erde befreien
- Wurzelballen mit einem Spaten teilen
- Teilstücke an geeigneten Standorten einpflanzen
Überwinterung
Die meisten Traubenlilien sind nur mäßig winterhart. Temperaturen bis -10° C überstehen sie jedoch in der Regel problemlos. Je geschützter der Standort gewählt wurde, desto besser wird die Pflanze dort überwintern, ein Winterschutz in Form von Laub, Reisig oder einem Vlies sollte ihr jedoch vorsichtshalber zur Verfügung gestellt werden.
Lubera-Tipp: Kübelpflanzen sollten im hellen und frostfreien Winterquartier überwintert werden.
Ist die Traubenlilie giftig?
Die Traubenlilie ist mit den Maiglöckchen verwandt und wie diese giftig für Mensch und Tier. Bei Gärten, die von Kindern oder Haustieren genutzt werden, ist daher große Vorsicht geboten. Vergiftungserscheinungen können bereits auftreten, wenn es nur zu einem Hautkontakt mit den Pflanzensäften gekommen ist, daher sollte beim Arbeiten mit der Pflanze immer entsprechende Schutzkleidung getragen werden.
Krankheiten & Schädlinge
Für Schädlinge ist die Traubenlilie überhaupt nicht anfällig, selbst von Nacktschnecken wird sie verschmäht. Dafür neigt sie jedoch leider dazu, von verschiedenen Pilzen oder bakteriellen Erkrankungen befallen zu werden.
Liriope muscari – ein schöner Spätblüher mit Gefahrenpotential
Die Traubenlilie ist ein sehr attraktiver Spätblüher, der auch in die schattigen Bereiche des Gartens Farbe bringt. Vorsicht ist jedoch geboten, da die herbstblühende Traubenlilie mit den Maiglöckchen verwandt und wie diese in allen Teilen giftig ist.
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