
Diese Pflanze aus der Familie der Cupressaceae wird schon seit der Antike, vor allem im Römischen Reich, kultiviert. Heute prägt sie vornehmlich in der Toskana das Landschaftsbild. Neben der im Mittelmeer existenten Art gibt es weitere 16 bis 27 Arten, die sich in der Wachstumsgeschwindigkeit unterscheiden können. Sie sind für den Formschnitt ideal geeignet, weshalb viele Hobbygärtner Zypressen schneiden.
Inhaltsverzeichnis
- Warum man seine Zypresse regelmäßig schneiden sollte
- Richtiger Zeitpunkt zum Schneiden der Zypresse
- So verkleinern Sie Ihre Zypresse
- Ist ein radikaler Rückschnitt sinnvoll?
- Schnittformen der Zypresse
- Kugel schneiden
- Spirale schneiden
- Formschnitt-Anleitung
- Richtige Werkzeuge zum Schneiden
- Zypressen-Pflege nach dem Schnitt
- Zypressen schneiden Video-Tipp
Warum man seine Zypresse regelmäßig schneiden sollte
Um zu verstehen, weshalb der Hobbygärtner seine Zypressen schneiden sollte, kann ein Blick auf die Pflanzensystematik und damit verbunden die Artenvielfalt Aufschluss geben.
Zypressen lassen sich in die vier Grundtypen einstufen:
- Echte Zypresse (Cupressus sempervirens)
- Scheinzypresse (Chamaecyparis)
- Zimmerzypresse (Cupressus macrocarpa)
- Hybridzypresse, wie die Leyland-Zypresse (Cupressus leylandii)
Generell lassen sich alle Zypressenarten beschneiden. Jedoch gibt es wichtige Unterschiede.
Die Mittelmeer-Zypresse (Echte Zypresse) wächst anfänglich sehr schnell, später mit den Jahren sehr langsam. Hier muss also der Schnitt angepasst werden. Wer zu viel wegschneidet, der kann Jahre auf ein Nachwachsen warten. Mittelmeer-Zypressen eignen sich in erster Linie für den Formschnitt.
Hybridzypressen, die durch eine Kreuzung hervorgegangen sind, wie beispielsweise die Leyland Zypresse, die aus der Monterey-Zypresse und der Nootka-Scheinzypresse entstammt ist, sind schnellwüchsig und eignen sich besonders für die Heckenbepflanzung. Diese Zypressenart muss zweimal pro Jahr beschnitten werden, ansonsten gerät die Hecke schnell aus der Form.
Scheinzypressen, von denen es nur 5 Arten weltweit gibt und die im Gegensatz zur echten Zypresse abgeflachtere Zweige besitzen, werden aufgrund ihrer Robustheit gern für den Formschnitt verwendet. Diese Zypressen benötigen nur einmal im Jahr einen Rückschnitt.
Zimmerzypressen werden trotz ihrer Bezeichnung bis zu 2 m hoch, können aber klein gehalten werden. Damit stellen sie die Zypressenart dar, die hervorragend für den Bonsai-Schnitt geeignet sind. Vor allem die Sorte „Goldcrest“ wird von Hobbygärtnern gern im Zimmer, auf dem Balkon und der Terrasse gehalten. Zimmerzypressen sind ebenfalls schnellwüchsig und müssen mindestens zweimal im Jahr beschnitten werden. Wer einen Bonsai aus der Zypresse zaubern möchte, muss stetig am Baum mit der Schere arbeiten.
Von der Zypressenart und dem Vorhaben hängt demnach der Schnitt ab.
Lubera-Tipp: Zypressen sollten nicht nur in der Höhe beschnitten werden, sondern auch an den Seiten, um ein Verkahlen im Inneren der Pflanze zu verhindern.
Richtiger Zeitpunkt zum Schneiden der Zypresse
Der optimale Zeitpunkt für einen Zypressenschnitt ist vor oder nach der Wachstumsperiode ab März bis Juni und ab Ende August bis Anfang September. Zypressen vertragen auch einen Schnitt im Winter, wenn keine frostigen Temperaturen herrschen. Hobbygärtner sollten beim Schneiden der Zypressen darauf achten, dass keine starke Sonneneinstrahlung herrscht, um ein Bräunen der Schnittstellen vorzubeugen. Ebenfalls sollte kein Rückschnitt bei Regen erfolgen, da sonst Wasser in das Holz eindringen und es faulen lassen kann. Demzufolge sollten Zypressen an regen- und frostfreien sowie sonnenarmen Tagen verschnitten werden.
Nicht verschnitten werden dürfen Zypressen jeglichen Typs gemäß § 39 Abs. 1 S. 3 BNatSchG im Zeitraum vom 01. März bis 30. September eines Kalenderjahres dann, wenn sich in den Zypressen Lebensstätten von wild lebenden Tiere befinden, die Bäume sehr stark verschnitten werden sollen oder in der entsprechenden Gemeinde gesonderte Vorschriften zum Naturschutz existieren. Gemäß dem ZTV-Baumpflege (Zusätzlich Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege) können Zypressen mit Formschnitt in der Verbotszeit zwischen März und September beschnitten werden. Das Gleiche gilt für Zypressen, die als Hecke gepflanzt wurden, sofern hier ein schonender Schnitt von überstehenden Ästen erfolgt.
So verkleinern Sie Ihre Zypresse
Beim Zypressenschnitt gibt es einige grundlegende Aspekte zu beachten, die für das Wachstum der Pflanze und der Optik nicht unerheblich sind. Generell sollten Zypressen immer von oben nach unten geschnitten werden, um Schnittstellen zu verbergen und Äste nicht zu brechen. Dabei darf das Altholz nicht beschnitten werden, allenfalls bleibt die Schnittstelle kahl, da die Zypresse dort keine neuen Zweige mehr ausbildet. Zypressen können jährlich um etwa 1/3 ihrer Wuchshöhe eingestutzt werden, was wiederum das Wachstum und die Austreibung neuer Verästelungen und Zweige fördert. Kranke und vertrocknete Zweige können vollständig ausgeschnitten werden, bei gesunden Zweigen werden nur die Spitzen gekürzt. Die Pflanze erreicht durch einen regelmäßigen Rückschnitt schnell ihre gewünschte Wuchshöhe und Form.
Nur die Spitzen kürzen
Wichtig bei einem Rückschnitt darauf zu achten, tatsächlich nur die Spitzen zu kürzen und nicht in das Altholz zu schneiden. Zypressen gehören zu den sensiblen Pflanzen, die Fehlschnitte nicht verzeihen.
Ist ein radikaler Rückschnitt sinnvoll?
Ein Radikalschnitt der Zypresse ist vor allem dann angezeigt, wenn die Pflanze von innen her verkahlt ist. Dies bedeutet, in Etappen über mehrere Jahre hinweg die Zypresse schonend zu beschneiden. Hobbygärtner, die ihren Cupressus sofort stark beschneiden, werden von der Pflanze nicht selten mit zusätzlichen kahlen Stellen, verminderter Wachstumsgeschwindigkeit und Lebensüberdruss belohnt.
Schnittformen der Zypresse
Zypressen haben von Natur aus einen schlanken Wuchs, weshalb sie sich ideal für geometrische Formschnitte eignen. Dabei werden Zypressen oftmals zu Kugeln, Wolken, Kegeln, Spiralen und Fantasieformen geschnitten. Auch der Tellerschnitt ist sehr beliebt. Hobbygärtner setzen für den Formschnitt des Cupressus oftmals selbst gebastelte Schablonen aus Pappe oder Drahtgeflechten ein, die helfen sollen, die gewünschte geometrische Figur optisch richtig aus der Pflanze zu schneiden. Dabei ist Geduld gefragt, denn bis die gewünschte Form der Zypresse erreicht ist, können Jahre vergehen.
Kugel schneiden
Für einen kugeligen Formschnitt, der verspielt, romantisch und zugleich asiatisch, fremdländisch wirken kann, müssen sich Zypressenliebhaber auf mindestens zwei Jahre einstellen, bis die Pflanze ihre Kugelform erreicht hat. Für den Kugelschnitt eignen sich dicke Zweige, die dann um den Stamm herum in jeder Ebene des Baumes ausgeformt werden. Dieser Schnitt ist besonders für Anfänger geeignet, da sich leicht eigene Schablonen anfertigen lassen.
Spirale schneiden
Anders als der Kugelschnitt, eignet sich der Spiralschnitt eher für fortgeschrittene Zypressenkünstler. Hierbei ist vorab zu überlegen, ob die Spirale spitz zulaufen oder in eine Kugel oder sonstige geometrische Figur enden soll. Für den spitz zulaufenden Spiralschnitt geeignet sind Zypressen, die einen kegelförmigen Habitus aufweisen. Die Kegelform kann dabei künstlich durch Formschnitt erreicht werden. Um eine Spirale schneiden zu können, bedarf es nicht viel Werkzeug. Eine Schnur oder ein langer Draht genügt in den meisten Fällen. Der Draht wird dann spiralförmig von der Spitze aus um den Baum gelegt. Nun wird das Grün, was sich über und unterhalb des Drahtes befindet, als Streifen stehen gelassen. Über und unterhalb des grünen Streifens wird überschüssiges Grün entfernt, sodass ein grünes Band und letztlich eine Spirale entsteht. Dabei kann selbst festgelegt werden, wie dick die Streifen geschnitten werden.
Formschnitt-Anleitung
Für einen kugeligen Formschnitt bedarf es nicht viel Werkzeug und Expertenwissen, denn der Kugelschnitt ist auch für Anfänger geeignet, die ein wenig Geschick mitbringen. Eine Pappe oder Draht sowie eine scharfe Heckenschere genügen als Werkzeuge. Dabei sollte der anfängliche Formschnitt als Hauptschnitt im Frühjahr erfolgen. Ein weiterer Nachschnitt ist im Herbst empfohlen. Eine Ausnahme bildet die Mittelmeer-Zypresse. Diese sollte ihren Hauptschnitt Ende August, Anfang September erhalten, wenn noch mildes Wetter herrscht. Gehen Sie bitte folgendermaßen vor:
- Sofern Sie keine fertige Schablone gekauft haben, fertigen Sie ihre Schablone für den Kugelschnitt an. Dabei nehmen Sie entweder einen Draht und formen daraus einen Kreis in der Umfanggröße Ihrer Zypresse oder Sie schneiden aus einer Pappe einen entsprechenden Ringkreis aus. Achten Sie darauf, dass der Kreis tatsächlich rund ist und nicht eirig. Am besten messen Sie den Kreis aus.
- Legen Sie den geformten Draht um Ihre Zypresse in verschiedenen Winkeln und Neigungen und schneiden Sie überstehende Äste weg, sodass sich allmählich eine Kugel formt. Achten Sie aber darauf, dass Sie insgesamt nicht mehr als 1/3 des Pflanzengrüns wegschneiden.
- Wiederholen Sie die Prozedur im Herbst, sodass die Zypresse im folgenden Frühjahr dichter nachwächst und demnach eine blickdichte Kugel entsteht. Nach zwei Jahren Formschnitt sollte sich dann spätestens eine Kugelform eingestellt werden.
Richtige Werkzeuge zum Schneiden
Zypressen gehören zu den robusten Pflanzen, allerdings können auch sie unter Pilzkrankheiten und Schädlingen leiden, vor allem dann, wenn Schneidwerkzeuge nicht gesäubert wurden. Keimbelastete Werkzeuge können Krankheiten bei Zypressen hervorrufen, die im schlimmsten Falle die Pflanze eingehen lassen. Um dies zu vermeiden, sollten vor einem Schnitt sämtliche Werkzeuge desinfiziert werden.
Für einen Formschnitt eignen sich in erster Linie verschiedene Scherenarten. Für stärkere Äste ist die elektrische Heckenschere zwar geeignet, aber die manuelle Schere ist dieser vorzuziehen. Für kleinere Formarbeiten ist eher der Griff zur Handheckenschere empfehlenswert.
Lubera-Tipp: Wichtig ist, auf eine ausreichende Schärfe der Scheren zu achten. Unscharfe Scheren führen zu einem Abreißen der Triebe, was wiederum zu einer Besiedelung von Keimen führen kann.
Zypressen-Pflege nach dem Schnitt
Zypressen sind anspruchslose Pflanzen, die auch nach dem Schnitt nicht sonderlich mehr Pflege als sonst benötigen. Dies bedeutet auf eine ausreichende Wasserzufuhr zu achten, aber Staunässe zu vermeiden.
Zypressen schneiden Video-Tipp
In unseren Gartenbista-Video-Tipp erhalten Sie einen Einblick in die Welt der optimalen Schneidkunst bei Zypressen.
Unser Buch-Tipp: Alles über Gehölzschnitt: Ziergehölz-, Obst- und Formschnitt
Symbolgrafiken: © Dar1930 – stock.adobe.com
Leyland-Zypresse schneiden
Guten Tag,
man kann Zypressen bis zum Frost schneiden. Selbst an frostfreien Tagen im Winter vertragen Zypressen einen Schnitt. Wichtiger als der Zeitpunkt im Jahr ist das Wetter: Frostfrei, trocken und bewölkt sollte es sein, damit Zypressen den Schnitt optimal vertragen.
Freundliche Grüße
Lubera-Team