
Als Wahrzeichen des Hochgebirges hat das Edelweiß (Leontopodium) eine ganze Reihe von Bewunderern. Diese schätzen ihre zarte Schönheit und die Mythen, welche um sie herum gewoben worden sind. Viele Gartenfreunde möchten die kleine Blume gerne im eigenen Garten kultivieren. Dies ist durchaus möglich, sofern mit dem richtigen Knowhow an die Edelweiß Pflege herangegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
- Steckbrief zur Edelweiß Pflege
- Wo findet man Edelweiß?
- Edelweiß Pflege – Tipps gießen & düngen
- Pflegefehler
- Edelweiß Pflanze schneiden?
- Richtig überwintern
- Krankheiten und Schädlinge
- Sorten
- Edelweiß Standort
- Boden: mager und durchlässig
- Ganzjährig pflanzen
- Kübelhaltung
- Vermehrung durch Teilung
- Vermehrung durch Aussaat
Steckbrief zur Edelweiß Pflege
- Standort: vollsonnig
- Boden: durchlässig; kalkhaltig; mager; mineralisch; sandig
- Pflanzen: ganzjährig; optimal zwischen März und Mai; 15 – 20 cm Abstand
- Kübelhaltung: möglich; Drainage; durchlässiges Substrat
- Vermehrung: Teilung; Aussaat
- Gießen: nur in Kübelhaltung sowie in langen Hitzeperioden im Sommer
- Düngen: nicht notwendig; in Kübelhaltung etwas Gesteinsmehl; im Freiland einmalig Vitalkalk
- Pflegefehler: zu viel oder zu wenig Wasser; Überdüngung
- Schneiden: verblühte Blütenstände; im Frühjahr vertrocknete und eingezogene Pflanzenteile
- Überwintern: winterhart; Schutz vor winterlicher Staunässe; in Kübelhaltung schützen
- Krankheiten: keine bekannt
- Schädlinge: Schnecken

Wo findet man Edelweiß?
Edelweiß, Leontopodium gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist ursprünglich in den Hochgebirgen Europas und Asiens zu finden.
Je nach Art erreicht es eine
- Wuchshöhe von 10 – 20 cm und
- bildet in der Zeit von Juni bis September weiße, sternenförmige Blüten,
- die sich leicht filzig anfühlen und
- einen süßlichen Duft verströmen,
- der zahlreiche Insekten anlockt.
In freier Natur ist die kleine Pflanze nur noch sehr selten anzutreffen und steht deswegen unter absolutem Naturschutz.
Lubera-Tipp: Dies bedeutet, dass freiwachsende Edelweiss weder abgepflückt noch ausgegraben werden dürfen. Wer es doch tut, muss mit horrenden Geldstrafen rechnen. Diese Schutzmaßnahmen haben bereits seit Jahrzehnten Gültigkeit, jedoch hat sich der Bestand nicht wesentlich vergrößert.
Das Leontopodium kann jedoch auch sehr gut in heimischen Gärten kultiviert werden, sofern dort seine Ansprüche erfüllt werden. Wichtig ist, die kleine Pflanze nur von vertrauenswürdigen Händlern zu kaufen. Dubiosen Angeboten – beispielsweise über das Internet – sollte man nicht trauen. Viel zu groß ist die Gefahr, dass es sich bei der angebotenen Pflanze um ein illegal erworbenes – sprich: aus der freien Natur gerissenes – Exemplar handelt. Als echter Pflanzenfreund dürfen solche Händler nicht unterstützt werden.
Edelweiß Pflege – Tipps gießen & düngen
- Gießen: Das Leontopodium ist es gewöhnt, mit wenig Wasser auszubekommen. Es muss demzufolge nicht gegossen werden. Ausnahmen bestehen lediglich bei Edelweiß in Kübelhaltung sowie in längeren Hitzeperioden. Doch auch dann ist zwingend darauf zu achten, dass sich keine Staunässe bilden kann. Grundsätzlich sollte entweder in den frühen Morgen- oder in den Abendstunden gegossen werden.
- Düngen: Es ist nicht notwendig, Edelweiss im Freiland zu düngen. Eine einmalige geringe Dosis Vitalkalk im Frühjahr sorgt jedoch für ein kräftiges Wachstum. In Kübelhaltung freuen sich die Pflanzen über etwas Gesteinsmehl.
Lubera-Tipp: vor dem Gießen Finger ins Pflanzsubstrat bohren. Erst, wenn die obersten 5 cm trocken sind, sollte eine Wassergabe erfolgen!
Pflegefehler
Da das Leontopodium sehr pflegeleicht ist, können kaum Pflegefehler auftreten. Lediglich eine nicht korrekte Wasserzufuhr sorgt für eine optische Veränderung der Pflanze: werden die Blätter der kleinen Pflanze gelb oder braun, so deutet dies genau darauf hin. Aufgrund dieses Schadbildes obliegt es dem Gartenbesitzer, die Bodenbeschaffenheit zu kontrollieren. Denn es tritt sowohl bei zu viel als auch bei zu wenig Wasser auf. Je nachdem, welche Erkenntnisse man gewinnt, hat die weitere Pflege dahingehend zu erfolgen, dass dieser Pflegefehler schnellstmöglich korrigiert wird.
Werden Blüten und andere Pflanzenteile grün und verlieren ihren silbrigen Glanz, so ist das Edelweiss mit zu viel Nährstoffen, beispielsweise in Form von Dünger, in Berührung zu kommen. Da ein Überangebot dieser Nähstoffe im schlimmsten Fall zum Eingehen der Pflanze führen kann, sollte ein Standortwechsel durchgeführt werden.
Edelweiß Pflanze schneiden?
Grundsätzlich sollten verblühte Blütenstände umgehend abgeschnitten werden, da diese der kleinen Gebirgspflanze viel Kraft rauben. Soll jedoch Saatgut für eine Edelweiß Aussaat gewonnen werden, entfällt dieser Schnitt.
Im Frühjahr werden die eingezogenen Stängel sowie das eingetrocknete Laub abgeschnitten.

Richtig überwintern
Das Leontopodium ist in hiesigen Breitengraden komplett winterhart und benötigt keinen speziellen Winterschutz – zumindest nicht vor Frost. Zu schaffen kann der kleinen Pflanze jedoch winterliche Staunässe machen. Um diese zu vermeiden, sollte die Pflanze vor Wintereinbruch mit Tannenreisig abgedeckt werden. Pflanzen, die in Kübelhaltung kultiviert werden, sollten mitsamt ihrem Pflanzgefäß in einen hellen Raum gestellt werden. In diesem Winterquartier sollten Temperaturen um 5°C herrschen.
Sollte dies nicht möglich sein, kann alternativ der gesamte Pflanzkübel winterfest gemacht werden:
- Mit Frostschutzfolie umwickeln
- Auf einen Holz- oder Styroporblock stellen
- Pflanzsubstrat mit Reisig bedecken
- An einen geschützten Platz, beispielsweise vor eine Hauswand, stellen
Krankheiten und Schädlinge
Gegen Krankheiten ist die kleine Gebirgspflanze sehr resistent. Auch Schädlinge machen ihr kaum zu schaffen. Eine große Gefahr geht lediglich von Schnecken aus, die mit Vorliebe die zarten Triebe der Pflanze fressen. Um dies zu verhindern, können bereits im Vorfeld Maßnahmen ergriffen werden:
- Beet mit einem Schneckenzaun umfassen
- Pflanze mit Schneckenkragen versehen
- Sägespäne um das Edelweiß ausstreuen
Da derartige Methoden jedoch nicht nur fragwürdig sind, sondern auch die Optik eines Beetes stören, sind herkömmliche Methoden zur Schneckenvernichtung sinnvoller:
- Schnecken regelmäßig einsammeln
- Schneckenfallen aufstellen
- Schneckenkorn ausstreuen
- Pflanzen um das Edelweiss einpflanzen, auf welche Schnecken empfindlich reagieren
Sorten
- Alpenstern mit großen, weißen, sternenförmigen Blüten und silbrigen Blättern
- Matterhorn, das sehr kompakt und buschig wächst
- Mignon, welches eine Wuchshöhe von maximal 10 cm erreicht
Edelweiß Standort
Bezüglich des Standorts gibt es für das Edelweiss keine Alternativen: er muss so sonnig wie möglich sein. In halbschattigen oder gar schattigen Plätzen wird die kleine Pflanze nicht gedeihen können und im schlimmsten Fall sogar eingehen.
Boden: mager und durchlässig
Der Boden, in welchen die Pflanze eingesetzt werden soll, muss jene Kriterien erfüllen, welche die Gebirgspflanze aus ihrer Heimat gewöhnt ist:
- Durchlässig
- Kalkhaltig
- Mager
- Mineralisch
- Sandig
Zu feuchte Böden werden ebenso wenig vertragen wie zu trockene, deswegen muss die Erde gegebenenfalls aufbereitet werden: sollte der Boden zu schwer sein, ist es empfehlenswert,
- Kies und
- Sand
einzuarbeiten, um die Ansprüche des Leontopodium zu erfüllen.
Optimal geeignet zur Edelweiß Kultivierung sind Steingärten, aber auch Trockenmauern oder Kiesbeete.

Ganzjährig pflanzen
Da die kleine Gebirgspflanze winterhart ist, kann sie ganzjährig gepflanzt werden, solange es frostfrei ist. Optimal ist es jedoch, die Pflanzung zwischen März und Mai vorzunehmen.
Obwohl ein Edelweiß per se ausgesprochen dekorativ ist, kommt es am Besten in kleinen Gruppen zur Geltung. Dabei sollte zwischen den einzelnen Pflanzen ein Abstand von 15 – 20 cm eingehalten werden, damit sie Platz zum Entwickeln haben.
Kübelhaltung
Das Leontopodium kann auch in Kübelhaltung kultiviert werden, jedoch muss auch dieses Pflanzgefäß im Freien stehen. Ein Edelweiß ist nicht dafür konzipiert, als Zimmerpflanze gehalten zu werden.
Bei der Kübelhaltung sind einige Kriterien zu beachten:
- Unten in das Pflanzgefäß eine Drainage aus Kies oder Blähton legen, um Staunässe zu vermeiden
- Als Substrat handelsübliche Blumenerde mit Blähton und Sand vermischt verwenden
- In Pflanzkästen einen Abstand von 10 cm zwischen den einzelnen Pflanzen einhalten
- Mit etwas Gesteinsmehl düngen
- Regelmäßig aber mäßig gießen
- Vollsonnigen Standort wählen
- Verwelkte Blütenstände regelmäßig abschneiden
- Im Frühjahr die abgestorbenen Blätter entfernen
Lubera-Tipp: Das silbrig-weiße Edelweiss mit blauen Pflanzen kombinieren!
Vermehrung durch Teilung
Ein Leontopodium, welches bereits einige Jahre im Beet verbracht hat, wird in der Regel eine buschige, polsterartige Form entwickelt haben. Diese Stauden sind prädestiniert dafür, durch Teilung vermehrt zu werden:
- Im Frühjahr oder Herbst Edelweiß ausgraben
- Wurzelballen mit einem scharfen Messer in zwei Teile schneiden, wobei jedes Teil mindestens zwei Triebe besitzen muss
- Pflanzen umgehend wieder einpflanzen
- So tief einsetzen, wie zuvor die Mutterstaude in der Erde gewesen ist

Vermehrung durch Aussaat
Alternativ kann die kleine Gebirgspflanze auch durch Aussaat vermehrt werden. Dies geschieht im Frühjahr. Entsprechendes Saatgut kann im Fachhandel erworben sowie aus den verblühten Blütenständen bestehender Stauden gewonnen werden:
- Anzuchtschale mit einem Torf-Sand-Gemisch füllen
- Samen mit Vogelsand vermischen
- Saatmischung auf Substrat streuen
- Nicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer!)
- Leicht angießen
- Anzuchtschale ins Gemüsefach des Kühlschranks stellen
Dort verbleibt das Gefäß für vier Wochen. Danach wird es an einen halbschattigen Platz gestellt, an dem Temperaturen um 20°C herrschen. Nun dauert es etwa vier Wochen, bis das Saatgut zu keimen beginnt. Das Pflanzgefäß wird nun bei Temperaturen von maximal 15°C aufgestellt. Nach einem weiteren Monat sind die Jungpflanzen groß genug, um pikiert zu werden.
Optimaler Weise sollten sie noch einige Wochen in Einzeltöpfen verbringen, bevor sie ins Freiland ausgepflanzt werden. Die sehr jungen und zarten Triebe sind eine wahre Delikatesse für Schnecken. Daher kommte es sehr häufig vor, dass die jungen Leontopodium die ersten Tage im Beet nicht überleben.
Graphiken: © Jürgen Fälchle-Fotolia.com; Adi Ciurea – Fotolia.com; snowserge – Fotolia.com; photo 5000 – Fotolia.com; porojnicu – Fotolia.com
Ich besitze ein grösseres Edelweisbüschel. Jetzt will ich den Samen ernten und neu aussäen. In dem Beitrag wird zwar angesprochen wie es geht, aber nicht wie der Samen der Pflanze aussehen und wo am Korb sie sich befinden.