Um Ihnen auch im Bereich Strauchbeeren ein innovatives und verbessertes Sortiment anbieten zu können, sind wir bei Lubera® aktuell wieder dabei neue Kreuzungen bei Johannis- und Stachelbeeren durchzuführen. Dies nehme ich zum Anlass um Ihnen das Vorgehen und die Ziele, die wir damit verfolgen, darzulegen. In unserem Gartenshop können Sie Stachelbeeren und Johannisbeeren kaufen und ertragreich im eigenen Garten kultivieren.
Grundsätzlich wird in der Züchtung versucht gute Eigenschaften, die verschiedene Sorten aufweisen, durch die Kreuzung dieser in einer neuen Sorte zu vereinen. Das klingt im ersten Moment ziemlich einfach, jedoch vererben sich nicht alle Merkmale gleich und können durch die Kreuzung sogar wieder verschwinden, sodass eine 'schlechtere' Sorte herauskommt. Dies geschieht sogar sehr häufig, wodurch ein Ausschuss von ca. 70% pro Kreuzung in Kauf genommen werden muss, der keine Verbesserung der Sorten darstellt. Natürlich schwankt diese Quote sehr stark von Kreuzung zu Kreuzung, da die Natur hier ihre Finger auch noch im Spiel hat.
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Ziele Johannisbeerkreuzung
Hauptziele der Züchtung sind natürlich der Geschmack und die Beerengrösse, also das Fruchtfleisch zu Samen Verhältnis, das möglichst immer verbessert werden soll um Ihnen ein neues Geschmackserlebnis bieten zu können. Ein weiteres Bestreben, vor allem bei schwarzen Johannisbeeren, ist die Verlängerung der Trauben, da dies doch bei den meisten Sorten zu wünschen übriglässt. Das bei der roten Johannisbeere weit verbreitete 'Verrieseln' soll auch weitestgehend unterbunden werden, um Ihnen eine reiche Ernte zu gewährleisten. Nicht zuletzt spielen natürlich auch der Wuchs und die Reifezeit bei den gesunden Johannisbeeren Pflanzen eine entscheidende Rolle für den Erfolg und die Einführung einer neuen Sorte.
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Ziele Stachelbeerkreuzung
Auch bei der Stachelbeere steht der Geschmack im Mittelpunkt. Auch auf Reifezeit, Wuchs und Gesundheit der Pflanze wird, wie bei der Johannisbeere, geachtet. Jedoch gibt es speziell zwei Ziele bei der Züchtung von Stachelbeeren, die immer mehr in den Fokus rücken. Dabei handelt es sich einerseits um die Dornenlosigkeit und andererseits um die Mehltauresistenz. Die Dornenlosigkeit ist natürlich schon bei einigen Sorten vorhanden, jedoch ist meist der Geschmack noch ausbaufähig. Auf der Mehltauresistenz liegt ein besonderes Augenmerk, da wir Ihnen natürlich ermöglichen wollen ohne Pflanzenschutz eine gesunde Stachelbeere zu pflanzen.
Ablauf der Kreuzung
Die Kreuzungen laufen hauptsächlich im Freiland in unserem Versuchsquartier ab. Hierzu werden interessante Pflanzen ausgewählt und daraufhin zusammengepflanzt, um eine räumliche Nähe zu schaffen. So zum Beispiel dieses Jahr geschehen mit einer Reihe dornenloser Sämlinge. In diese Sämlinge wurden vor wenigen Wochen schon etablierte, gut schmeckende Sorten gepflanzt. Sobald dies geschehen ist, müssen die Pflanzen, bevor sie blühen, komplett eingenetzt werden, sodass keine ungewollte Fremdbefruchtung der Blüte stattfindet.
Bild: Einnetzung der für die Kreuzung in Frage kommenden Pflanzen
Im Gegensatz zum Apfel, werden bei der Strauchbeerenzüchtung die Blüten nicht von Hand bestäubt, sondern man holt sich nützliche Insekten zu Hilfe. Die Rede ist natürlich von Hummeln, die unter das Netz gebracht werden, sobald die Blüte beginnt. Dadurch wird uns die eigentliche Züchtung von den fleissigen Helfern abgenommen und es gibt noch ein Stück mehr Natur im Ablauf der Kreuzung. Wenn die Befruchtung der Blüten funktioniert hat, sollten sich in den nächsten Wochen Früchte bilden, die dann die Gene der beiden Elternpflanzen in neukombinierter Form enthalten. Die Samen dieser Früchte werden dann gewonnen und ausgesät. So entsteht ein neues Sämlingsfeld, das dann wiederum selektioniert werden muss. Mit etwas Glück und züchterischem Geschick ist eine neue Pflanze darunter, die das Potential zur Sorte hat. Dieses Potential wird vor der Sortenanmeldung natürlich noch an verschiedenen Standorten auf Herz und Nieren getestet, um auch sicherzugehen, dass die Sorte alle wichtigen Eigenschaften vereint und keine versteckten Schwächen aufkommen.
Bild: Hummeln sorgen im Netz für die Bestäubung
So versuchen wir bei Lubera® in der Züchtung bessere Sorten für Sie und Ihren Garten zu entwickeln und hoffen unser bestehendes, gutes Sortiment weiter auszubauen. Deshalb finden Sie bei uns im Shop ein großes Sortiment an Johannisbeeren und können sich Ihre Pflanzen schnell und einfach nach Hause liefern lassen.
Seien Sie gespannt!
kreuzung johannisbeere und stachelbeere
wenn ich den artikel zu zu o.g. thema richtig verstanden habe, versuchen sie sich gerade an einem 'alten hut'. bereits vor etwa 50 Jahren wurde beide beerensorten in der damaligen ddr erfolgreich zur 'jochelbeere' gekreuzt . diese hat sich aber nach meiner kenntnis nicht wirklich durchgesetzt !!!
Mit freundlichen grüßen
helmut rommel
Bezüglich Hybriden, Josta und Jochelberen stimme ich Ihnen zu: Sie sind weder Fisch noch Vogel und vor allem sind sie viel zu wenig fruchtbar. Aber auch davon haben wir einiges neues Material in unseren Versuchen stehen, das allerdings aus Kreuzungen eiens Freundes stammt. Mal schauen, ob wir darunter etwas Besseres als die bekannten Sorten finden.
Markus Kobelt