Die Treasure Island® Süsskartoffeln wollen beides: nützen und zieren. Sie bringen zusammen, was man gärtnerisch bisher als zwei gänzlich verschiedene Ipomea-Pflanzen kannte: Einerseits die Ziersorten mit den schönen farbigen Blättern und Blüten und andererseits die Nutzpflanzen, Ipomea batatas, die Süsskartoffeln. Wenn es bei Lubera und auch in der Lubera Sortentestung und Züchtung so eine Art 'secret sauce', eine (nicht wirklich) geheime Methode gibt, dann ist es der wiederholte Versuch, Nutzpflanzen mit Zierwert zu züchten, die Nutzwelt und die Ästhetik zusammenzubringen (Redloves®, Vierbeeren®, Pointillas®, Double Pleasures® rosablühende Erdbeeren). Als wir davon hörten, dass die Universitiy of Louisiana Süsskartoffeln mit essbaren Knollen und Zierwert gezüchtet habe, haben wir diese Sorten sofort ins Sortiment aufgenommen und auch gleich in unserem Versuchsanbau getestet. Im Lubera Shop können Sie alle Treasure Island® Ziersüsskartoffeln online bestellen.
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Inhaltsverzeichnis
- Treasure Island® – was Süsskartoffeln mit Polynesien zu tun haben
- Der Zierwert und Wuchs der Treasure Island® Süsskartoffeln
- Wie kann man Treasure Island® Ziersüsskartoffeln verwenden?
- Knollenfarbe, Knollenformen und Ertrag
- Geschmack der Treasure Island® Süsskartoffeln
- Fazit: Wo und wann lohnt sich der Anbau der Ziersüsskartoffeln mit essbaren Knollen
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Thema: Süsskartoffeln
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Thema: Züchtung
Treasure Island® – was Süsskartoffeln mit Polynesien zu tun haben
Die Serie der Ziersüsskartoffeln nennt sich Treasure Island®, und die einzelnen Sorten sind auch nach polynesischen Inseln benannt Tahiti, Manihi etc.
Was bitte haben Süsskartoffeln mit Polynesien zu tun? werden Sie sich und uns jetzt mit Recht fragen… Was auf den ersten Blick auch mir wie ein etwas weit hergeholter Marketinggag vorkam, hat einen sachlichen Hintergrund. Zwar stammen die Süsskartoffeln, zumindest die Ipomea-Arten mit essbaren Wurzeln ursprünglich alle aus Südamerika, aber sie sind eben auch in Polynesien heimisch. Und sie waren da schon heimisch, als diese exotischen Südseeinseln von der christlichen Seefahrt entdeckt wurden. Lange Zeit ging man davon aus, dass es irgendwelche Handelsbeziehungen zwischen Polynesien und Südamerika gegeben haben muss, über die auch die Süsskartoffeln und deren Nutzung nach Polynesien kam. Neuere Untersuchungen zeigen aber, dass die polynesischen Süsskartoffeln zwar von südamerikanischen Urahnen abstammen, dass sie aber wohl ein zwei Schüben vor 1 Mio. Jahren und dann noch einmal vor 100'000 Jahren in die südliche Inselwelt kamen. Die Besiedlung Polynesiens fand aber erst vor ca. 3000 Jahren statt…. Aktuell geht man davon aus, dass die sehr widerstandfähigen Samen wohl auf dem Seeweg über natürliche Strömungen ihren Weg in die Südsee fanden. Da es später – sehr viel später – die kulturellen Kontakte zwischen den Ureinwohnern Polynesiens und Südamerikas aber wohl auch gab, ist es zusätzlich möglich, dass die Nutzung der Süsskartoffeln in der Südsee dann doch wieder von Südamerika inspiriert war. Unter dem Namen der Treasure Island® Süsskartoffeln verbirgt sich also die spannende Geschichte einer Kulturpflanze und ihrer wilden oder halbwilden Vorfahren, die wohl aus eigener Kraft unglaubliche Distanzen und Hindernisse überwanden, aber kulturell 100'000de von Jahren später dann doch wieder mit dem Ursprungsort zusammengeschlossen wurden.

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Der Zierwert und Wuchs der Treasure Island® Süsskartoffeln
Der Zierwert der Treasure Island®-Sorten beruht nicht auf den Blüten, sondern auf den Blattformen, Blattfarben und auf dem unermüdlichen Rankenwuchs. Blüten gibt es nur selten, insgesamt aber etwas häufiger als bei den nur auf die Knollenproduktion ausgerichteten Sorten, etwas mehr Blüten dann später im Jahr im Kurztag. Bezüglich der oberirdischen Wuchsstärke stehen die neuen Sorten den Ertragssorten in nichts nach. Eine Pflanze – im Mai ausgepflanzt, deckt spätestens Mitte Juli 1m2 ab und wandert dann gerne mit ihren neugierigen Ranken in weitere Beete ein. Die Pflanzen ausgepflanzt im gewachsenen Boden und selbstverständlich ohne Pflanzenschutz sind bis Anfang Oktober gesund und auch schön. Die Blattfarben und Blattformen sind so unterschiedlich und abwechslungsreich, dass man sie gerne auch mal nebeneinander und gemischt pflanzen möchte.
Bild: Treasure Island® Ziersüsskartoffel 'Tatakoto' – geschlitzte, fingerförmige grüne Blätter mit roten Adern
Bild: Treasure Island® Ziersüsskartoffel 'Kaukura' – herzförmige, dunkel-violette Blätter
Bild: Treasure Island® Ziersüsskartoffel 'Manihi' – geschlitzte, fingerförmige dunkel-violette Blätter
Bild: Treasure Island® Ziersüsskartoffel 'Makatea' – herzförmige, gelb-grüne Blätter
Bild: Treasure Island® Ziersüsskartoffel 'Tahiti' – geschlitzte, fingerförmige grüne Blätter
In der untenstehenden Tabelle fassen wir die unterschiedlichen Blattformen und Farben der 5 Treasure Island®-Sorten nochmals zusammen:
Sorte | Blattform | Blattfarbe |
Tatakoto | geschlitzt, fingerförmig | grün, mit roten Adern |
Kaukura | herzförmig | dunkel-violett |
Manihi | geschlitzt, fingerförmig | dunkel-violett |
Makatea | herzförmig | gelb-grün |
Tahiti | geschlitzt, fingerförmig (Ahorn) | grün |
Wie kann man Treasure Island® Ziersüsskartoffeln verwenden?
Die Züchter propagieren die Treasure Island® Süsskartoffeln vor allem auch als Strukturpflanzen für gemischte Bepflanzungen (in Töpfen und im Beet). Natürlich ist dieser Verwendungszweck möglich, es ist aber wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Schatzinsel-Süsskartoffeln fast unendlich wachsen. Es wird also bei der Verwendung als Strukturpflanze in gemischten Bepflanzungen notwendig sein, die Triebe in Juli und August mindestens nochmals zweimal zurückzuschneiden, um eine möglichst dichte, schöne und volle Verzweigung zu erreichen. In Zierpflanzenbau wird dies häufig über Stutzungshormone erreicht, die die Pflanze schwächer wachsen lassen und häufig auch kürzere Internodien (Abstände zwischen den Blättern – und damit einen dichteren Eindruck) bewirken. Da wir ja die Ziersüsskartoffeln auf nutzen und essen wollen, kommt dieses künstliche Stutzen nicht in Frage – umso weniger als sich ja neben den Knollen auch die Blätter (als Salat oder Spinat) zum Verzehr eignen.
Der überbordende Wuchs der Treasure Island® Süsskartoffeln bei uns auf dem Feld, der den Ertragssorten in nichts nachstand, hat mich auch in der Idee bestärkt, dass man Ziersüsskartoffeln auch als eine Art temporärer Bodendecker benutzen kann, der dann zum Ende der Saison auch noch eine süsse Ernte einbringt. Auch die Kultur in Kübeln z.B. entlang einer Terrassenbrüstung oder eine Einfahrt ist gut denkbar, wobei dann die Ranken dekorativ herunterhängen und bis zum Boden wachsen können.
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Knollenfarbe, Knollenformen und Ertrag
Die Knollenfarbe zeigt innen und aussen bei den Treasure Island®-Sorten eine ähnliche Vielfalt wie die Blätter mit ihren verschiedenen Formen und Farben.
Bild: Die länglichen, schlauchförmigen Knollen von der Sorte 'Tatakoto' sind aussen purpurrot und innen orange
Bild: Die länglichen, schlauchförmigen Knollen von der Sorte 'Kaukura' sind aussen gelb-orange und innen intensiv orange
Bild: Die länglichen Knollen von der Sorte 'Manihi sind aussen und innen gelb-orange
Bild: Die länglichen, schlauchförmigen Knollen der Sorte 'Makatea' sind aussen hellrosa und innen gelblich weiss mit violettem Muster
Bild. Die sehr dünnen Knollen der Sorte 'Tahiti' sind aussen violett und innen violett mit weissem Ring
In der nachfolgenden Tabelle stellen wir die wichtigsten Angaben zu den essbaren Knollen der Treasure Island®-Sorten zusammen.
Sorte | Knollenform | Farbe aussen | Farbe innen | Ertrag |
Tatakoto | länglich, schlauchförmig (gleichmässiger Durchmesser) bis 30cm lang, 5-6cm Durchmesser | purpurrot | orange | gut, ca. 50-60% einer reinen Ertragssorte |
Kaukura | länglich, schlauchförmig, etwas zerbrechlich | gelb-orange | intensiv orange |
gut, knapp so viel wie Tatakoto |
Manihi | längliche Knollen | gelb-orange | gelb-orange | deutliche weniger als Kaukura, aber ok |
Makatea | länglich, schlauchförmig | hellrosa | gelblich weiss mit violettem Muster | wie Manihi |
Tahiti | sehr dünn, fast nur bleistiftdicke Wurzeln, kaum Verdickungen | violett | vilett mit weissem Ring | fast kein Ertrag, nur bleistiftdicke Wurzeln |
Die Übersicht zeigt es deutlich. Der Ertrag der Zier-& Genusssorten ist mit den klassischen Süsskartoffelsorten nicht vergleichbar. Die besten Sorten 'Tatakoto' und 'Kaukura' erreichen ca. 60% des normalen Ertrags einer konventionellen Süsskartoffel. Bei 'Manihi' und 'Makatea' sind wir eher bei 30-40%, während 'Tahiti' ganz abfällt. Wir haben auch mit dem Vertreter des Züchters in Europa gesprochen: Er identifiziert die dünnen Wurzeln von 'Tahiti' eher mit einer physiologischen Störung (eventuell mit unserem kalkhaltigen Boden in Buchs zusammenhängend), dennoch werden wir diese Sorte nächstes Jahr auf der Seite lassen. Wir haben auch von Kunden Berichte erhalten, dass sie mit 'Tahiti' ähnliche Probleme hatten.
Bild: Die Knollen der Sorte 'Tahiti' zeigen kaum Verdickungen
Den grössten Ertrag bei den Ziersorten erreicht man eindeutig mit 'Tatakoto' und 'Kaukura'. Die Form der meisten Sorten ist länglich, fast schlauchförmig – etwas, was man auch von reinen Ipomea Prachtwinden kennt, nur dass hier die Wurzeln und Knollen bei vier von fünf Sorten doch deutlich besser entwickelt sind.
Bild: Die Sorte 'Tatakoto' ist eine der etragsreichsten Ziersüsskartoffeln im Lubera Sortiment
Bild: Auch die Sorte 'Kaukura' gehört zu den ertragreichsten Ziersüsskartoffeln
Dass der Ertrag der Treasure Island® Süsskartoffeln abfällt, ist aber teilweise auch physiologisch leicht erklärbar. Gelbblättrige und auch rotblättrige Sorten sind fast sicher in ihrer Assimilationsleistung systematisch eingeschränkt (weniger Chlorophyll); wenn dann aber die oberirdische Wuchsleistung mit konventionellen Sorten durchaus vergleichbar bleibt, ist schlussendlich ein etwas kleinere Ertrag nur folgerichtig: Wenn weniger Energie produziert wird, kann auch die Gesamtwuchsleitung nicht ganz gleich sein.
Geschmack der Treasure Island® Süsskartoffeln
Wir haben in diesem Jahr alle Süsskartoffelsorten zu dritt verkostet. Dafür haben wir von allen Sorten etwas gleich dicke Scheiben geschnitten und im Bachofen bei 180°C Umluft auf einem Kuchenblech gegart. Ohne irgendwelche Zusätze kommt der Eigengeschmack am besten zur Geltung – und was vorher einfach "Süsskartoffel" war, bekommt plötzlich ein je eigenes Geschmackprofil.
Bild: Die Ziersüsskartoffel 'Kaukura' zeigt die schönste orange Farbe und hat einen gemüsigen, leicht süssen Geschmack
Die Fleischfarbe scheint die Ausprägung des Geschmacksprofils stark zu beeinflussen. Alle gelb- und orangefarbenen Treasure Island®-Sorten, also 'Tatakoto', 'Kaukura' und 'Manihi', die wie weiter oben erwähnt auch die drei ertragreichsten Sorten darstellen, haben einen gemüsigen, leicht süssen Geschmack, der an Rübli/Karotten und auch an Speisekürbisse wie Hokaido oder mehr noch Butternuss denken lässt (da sind ja auch die Fleischfarben vergleichbar). 'Tatakoto' ist die süsseste Sorte von den dreien, die Gemüseassoziation beschränkt sich da auf Rübli/Karotten. 'Manihi' ist ganz leicht weniger süss, zur Karottennote gesellt sich aber auch ein Geschmack nach Kürbis. 'Kaukura' zeigt die schönste und intensivste orange Farbe, an der Oberfläche lachsfarben (nach den Garen und Backen im Backofen), im Inneren sehr intensiv orange, ausgestattet mit dem gleichen Geschmackprofil, mässig süss, mit deutlichen Aromanoten von Karotten und Kürbis. Auffällig bei dieser Sorte ist die Textur: das Fruchtfleisch ist etwas weniger schmelzend und etwas bissiger als bei den anderen Sorten.
Bild: Die Ziersüsskartoffel 'Manihi' hat neben leichten Karottennoten auch einen Kürbisgeschmack
Die weissgelbe Sorte 'Makatea' (mit violetten Einsprengseln) wirkt beim Verkosten schwer und gehaltvoll, wie eine sehr ‚dichte‘ festkochende Kartoffeln. Da gibt es Süsse (auch etwas mehr als bei einer noch so guten Kartoffel), aber nicht sehr intensiv, einfach eine gut mit dem Kartoffelgeschmack harmonierende Grundsüsse. Bei unserer Verkostung ist ein noch etwas grünlicher Geschmackton aufgefallen, der vielleicht auf die violetten Farbeinsprengsel zurückzuführen ist (?).
Bild: Die weiss-gelbe Sorte 'Makatea' hat eine gute Grundsüsse mit leicht grünlichem Geschmackston
Von der violetten Sorte 'Tahiti' fanden wir wirklich nur eine Wurzel mit ca. 3cm Durchmesser zum Verkosten – und das war dann schon fast die einzige verwertbare Wurzel von 10 Versuchspflanzen. Typisch für rot-violette Sorten mit Anthocyanen wirkt die Sorte deutlich säuerlicher als die andersfarbigen Varietäten, die Süsse dagegen wirkt nur kurz, wird alsbald vom säuerlichen Grundtenor überlagert. Jedenfalls ist das Geschmackprofil dieser Sorte deutlich anders als bei weissen und gelb-orangen Sorten.

Fazit: Wo und wann lohnt sich der Anbau der Ziersüsskartoffeln mit essbaren Knollen
Wenn Sie in Ihrem Garten, besonders in ihrem Nutzgarten möglichst gute Süsskartoffeln produzieren wollen, so sind die klassischen Ertragssorten wie Sakura, Burgundy oder Evangeline den Ziersorten deutlich vorzuziehen: Sie geben ganz einfach mehr Ertrag und zeigen mit ihren roten-violetten, orangen und weissen Sorten deutlich unterschiedlichere und Geschmackprofile. Die 3 besten und ertragreichsten Treasure Island® Süsskartoffeln sind allesamt orangefleischig mit einem gemüsig rübliartigen Geschmack, manchmal auch an Kürbis erinnernd (Butternut). Vor allem ganz süsse weisse Sorten, die sich wirklich Welten von einer noch so guten Kartoffel unterscheiden, sind im Treasure Island® Sortiment nicht zu finden. In diesem Segment – wirklich sehr süsse Süsskartoffeln – werden wir voraussichtlich nächstes Jahr eine neue Süsskartoffelserie auf den Markt bringen (Frühling 2022), die Sugaroot® Süsskartoffeln. Feinschmecker-Gärtner sollten sich den Namen jetzt schon merken.
Wenn es aber darum geht, eine Rabatte oder auch grosse Kübel originell zu gestalten und gleichsam nebenbei auch gute Süsskartoffeln zu ernten, so sind die Treasure Island®-Sorten perfekt geeignet. Aufgrund des Ertragsausfalls werden wir nächstes Jahr 'Tahiti' mal aus dem Sortiment nehmen, alle anderen 4 Sorten haben aber ihre dank ihres zierenden Blattwerks ihre Berechtigung.