Wie ist der Zusammenhang zwischen dem Wetter und Pflanzenkrankheiten? In deinem Garten hast du sicherlich schon beobachtet, wie unterschiedlich sich die Pflanzen von Jahr zu Jahr entwickeln können. Mal gedeihen sie prächtig, mal kämpfen sie – ja richtig, die Pflanzen – mit Krankheiten. Dieses Phänomen hat oft mit einem Faktor zu tun, den wir nicht kontrollieren können, aber verstehen lernen sollten: dem Wetter. In diesem Artikel erfährst du, wie Temperatur, Niederschlag und Luftfeuchtigkeit die Gesundheit deiner Pflanzen beeinflussen und wie du dieses Wissen nutzen kannst, um Krankheiten vorzubeugen.
Inhaltsverzeichnis
- Was löst eigentlich Pflanzenkrankheiten aus?
- 1. Pilze
- 2. Bakterien
- 3. Viren
- 4. Oomyceten (Eipilze)
- 5. Phytoplasmen
- Grundlagen: Wie das Wetter Pflanzen und Krankheiten beeinflusst
- Temperatur
- Luftfeuchte
- Welche Pflanzenkrankheiten treten bei warmem und trockenem Wetter auf?
- 1. Echter Mehltau
- 2. Verticillium-Welke
- 3. Fusarium-Welke
- 4. Blattbräune der Kirsche
- 5. Schrotschusskrankheit
- Welche Pflanzenkrankheiten treten bei feucht-warmem Wetter auf?
- 1. Kraut- und Braunfäule
- 2. Falscher Mehltau
- 3. Feuerbrand
- 4. Grauschimmel (Botrytis)
- 5. Alternaria (Dürrfleckenkrankheit)
- Welche Pflanzenkrankheiten treten bei feucht-kaltem Wetter auf?
- 1. Schneeschimmel
- 2. Wurzelfäule
- 3. Apfelschorf
- 4. Kohlhernie
- 5. Grauschimmel (Botrytis) – tritt auch bei kühlen Temperaturen auf
- Praktische Anwendung des Wetterwissens
- Was kann ich machen um den Einfluss des Wetters auf Krankheiten zu minimieren?
- Was tun um Krankheiten bei trockenem Wetter zu vermeiden?
- Regelmäßiges Wässern am Boden (nicht über die Blätter):
- Mulchen zur Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit
- Was tun um Krankheiten bei feuchtem Wetter zu vermeiden?
- Verbesserung der Luftzirkulation:
- Gute Drainage im Boden:
- Feuchtigkeit und Pilzkrankheiten
- Fallstudie: Kraut- und Braunfäule an Tomaten und Kartoffeln
- Prävention:
- Trockenheit und spezielle Pilzkrankheiten
- Fallstudie: Echter Mehltau
- Pflanzenprobleme, welche durchs Wetter ausgelöst werden
- 1. Temperaturextreme
- 2. Wassermanagement
- 3. Nährstoffmangel/-überschuss
- 4. Lichtverhältnisse
- 5. Temperaturwechsel
- Wetter und Pflanzenkrankheiten: Jeder Garten und jede Pflanze ist anders
Was löst eigentlich Pflanzenkrankheiten aus?
Wie wir Menschen können auch Pflanzen an zahlreichen Krankheiten leiden, und die Krankheitserreger sind oft ähnlich wie bei uns. Sie zu kennen und zu wissen, wie sie funktionieren, hilft es die Krankheiten an Pflanzen im Garten und auf dem Balkon zu vermeiden.
1. Pilze
Pilze sind die häufigsten Erreger von Pflanzenkrankheiten. Sie sind für zahlreiche Krankheiten verantwortlich und oft zu sehen. Typische Beispiele sind:
• Echter Mehltau (Erysiphales)
• Fusarium-Welke (Fusarium oxysporum)
• Grauschimmel (Botrytis cinerea)
2. Bakterien
Bakterielle Infektionen sind weniger häufig als Pilzinfektionen, können aber sehr schädlich sein. Das Problem bei Bakterien ist, dass diese oft lange im Boden überdauern können und sich die meisten Pflanzen kaum mehr nach einer Infektion erholen.
Beispiele:
• Feuerbrand (Erwinia amylovora)
• Bakterielle Blattfleckenkrankheit (Xanthomonas-Arten)
• Schleimfluss (Pseudomonas syringae)
3. Viren
Viren sind mikroskopisch klein und werden oft durch Insekten übertragen. Im Gegensatz zu Menschen haben Pflanzen kein Immunsystem. Das heisst, dass eine Pflanze, welche einmal ein Virus eingefangen hat, fast nie wieder gesund wird.
Beispiele:
• Tabakmosaikvirus (TMV)
• Tomatenbronzefleckenvirus (TSWV)
• Gurkenmosaikvirus (CMV)
4. Oomyceten (Eipilze)
Früher wurden diese Organismen zu den Pilzen gezählt, jetzt werden sie als eigene Gruppe klassifiziert. Einige der ärgsten Pflanzenkrankheiten werden von ihnen verursacht.
Beispiele:
• Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans)
• Pythium-Arten (verursachen oft Wurzelfäule)
• Falscher Mehltau (z.B. Plasmopara viticola)
5. Phytoplasmen
Zellwandlose Bakterien, die im Phloem (der Siebteil der Leitbündel) der Pflanzen leben. Sie sind eher selten und verhalten sich ähnlich wie Viren, da sie auch über Schadinsekten übertragen werden können.
Beispiele:
• Apfeltriebsucht
• Vergilbungskrankheiten bei verschiedenen Pflanzen
Grundlagen: Wie das Wetter Pflanzen und Krankheiten beeinflusst
Bevor wir uns den spezifischen Krankheiten widmen, sollten wir uns kurz überlegen, wie die wichtigsten Wetterfaktoren auf Pflanzen wirken:
- Temperatur: Beeinflusst das Wachstum und die Stoffwechselprozesse der Pflanzen. Grundsätzlich gilt: Je wärmer, desto schneller wächst die Pflanze. Zumindest bis zu einer Optimal-Temperatur, welche je nach Pflanze meist zwischen 10 °C und 30 °C liegt.
- Niederschlag: Versorgt Pflanzen mit lebenswichtigem Wasser, kann aber auch Probleme verursachen, zum Beispiel wenn Staunässe im Boden vorliegt. In diesem Fall ist der Boden voll Wasser und die Wurzeln können nicht mehr atmen. Sie ertrinken im wahrsten Sinne des Wortes.
Und wie wirken diese Wetterfaktoren auf Pilz oder Bakterienkrankheiten?
Temperatur
Wie Pflanzen, haben auch Krankheitserreger eine Idealtemperatur, bei der sie besonders gut wachsen, sich vermehren oder Pflanzen infizieren können. Ist es zu kalt oder zu warm, dann wachsen meist auch Pilze und Bakterien kaum oder zumindest langsam. Die genauen Idealtemperaturen hängen auch hier jeweils vom Erreger ab und können im Einzelfall höher oder tiefer liegen.
Luftfeuchte
Viele Krankheitserreger brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit, damit ihre Vermehrungssporen auf der Blattoberfläche keimen und Pflanzen infizieren können. Wie im Wald nach einem feuchten Sommer viele Pilze sprießen, so gibt es meist auch viele Pilzerkrankungen auf Pflanzen nach einem feucht-warmen Wetter. Jedoch gibt es auch hier Ausnahmen, besonders die so genannten »Schönwetterpilze«.
Welche Pflanzenkrankheiten treten bei warmem und trockenem Wetter auf?
1. Echter Mehltau
- Erscheinungsbild: weißer, pudriger Belag auf Blättern und Stängeln
- betroffen: viele Pflanzen, besonders Rosen, Gurken, Zucchini, Weinreben
- warum: Sporen verbreiten sich leicht in trockener Luft; Tau oder leichter Regen nachts fördert die Entwicklung
Bild: Echter Mehltau an Gurkenblatt
2. Verticillium-Welke
- Erscheinungsbild: welken und Vergilben der Blätter, oft einseitig am Trieb
- betroffen: viele Pflanzen, besonders Tomaten, Kartoffeln, Auberginen
- warum: Stress durch Trockenheit macht Pflanzen anfälliger; Pilz dringt über Wurzeln ein
3. Fusarium-Welke
- Erscheinungsbild: ähnlich Verticillium, oft mit Verfärbung der Leitbahnen
- betroffen: viele Pflanzen, besonders Tomaten, Melonen, Kürbisse
- warum: warme Bodentemperaturen fördern die Entwicklung; Trockenstress begünstigt Infektion
4. Blattbräune der Kirsche
- Erscheinungsbild: braune Flecken auf Blättern, vorzeitiger Blattfall
- betroffen: Kirschen, manchmal andere Steinobstarten
- warum: Infektionen erfolgen oft im Frühjahr, Symptome zeigen sich bei Trockenstress im Sommer
5. Schrotschusskrankheit
- Erscheinungsbild: kleine, runde Löcher in Blättern, als wären sie von Schrot getroffen
- betroffen: Steinobst, besonders Kirschen und Pflaumen, Rosen
- warum: Infektionen im Frühjahr, Symptome verstärken sich bei Trockenstress
Welche Pflanzenkrankheiten treten bei feucht-warmem Wetter auf?
1. Kraut- und Braunfäule
Erreger: Phytophthora infestans
Betroffen: Tomaten, Kartoffeln
Symptome: Braune Flecken auf Blättern, Stängeln und Früchten
Optimale Bedingungen: Temperaturen zwischen 15–25 °C, nasse Blätter
Bild: Krautfäule an Kartoffelstauden
2. Falscher Mehltau
Erreger: Verschiedene Oomyceten (z.B. Plasmopara viticola bei Wein)
Betroffen: Gurken, Salat, Weinreben, Zwiebeln
Symptome: Gelbe Flecken auf Blattoberseiten, weißlich-grauer Belag auf Unterseiten
Optimale Bedingungen: Temperaturen um 20 °C, hohe Luftfeuchtigkeit
Bild: Falscher Mehltau an Rosenblatt
3. Feuerbrand
Erreger: Erwinia amylovora (Bakterium)
Betroffen: Apfel, Birne, Quitte, Weißdorn
Symptome: Verdorrte Triebspitzen, "Hirtenstab"-Krümmung
Optimale Bedingungen: Temperaturen 21°C bis 28 °C, hohe Luftfeuchtigkeit
4. Grauschimmel (Botrytis)
Erreger: Botrytis cinerea
Betroffen: Viele Pflanzen, besonders Erdbeeren, Weintrauben, Tomaten
Symptome: Grauer, pelziger Schimmel auf Blättern, Blüten und Früchten
Optimale Bedingungen: Temperaturen zwischen 15–25°C, hohe Luftfeuchtigkeit
Bild: Graufäule kann an allen Pflanzenteilen überhand nehmen. Fast schon Voraussetzung: schlechte Witterung!
5. Alternaria (Dürrfleckenkrankheit)
Erreger: Alternaria-Arten
Betroffen: Tomaten, Kartoffeln, Kohl
Symptome: Dunkelbraune, konzentrische Flecken auf Blättern
Optimale Bedingungen: Temperaturen über 25 °C, hohe Luftfeuchtigkeit
Welche Pflanzenkrankheiten treten bei feucht-kaltem Wetter auf?
1. Schneeschimmel
Erreger: Microdochium nivale
Betroffen: Rasen
Symptome: Rosa bis weiße Flecken im Rasen, besonders nach Schneeschmelze
Optimale Bedingungen: Temperaturen um 0 °C, hohe Feuchtigkeit
2. Wurzelfäule
Erreger: Verschiedene Pilze (z.B. Pythium, Phytophthora)
Betroffen: Viele Pflanzen, besonders Jungpflanzen
Symptome: Welken, Verfärbung der Wurzeln, Absterben der Pflanze
Optimale Bedingungen: Kühle Temperaturen, wassergesättigter Boden
3. Apfelschorf
Erreger: Venturia inaequalis
Betroffen: Apfelbäume
Symptome: Dunkle Flecken auf Blättern und Früchten
Optimale Bedingungen: Temperaturen zwischen 0–26 °C, längere Blattnässeperioden
Bild: Der Apfelschorf kann bei starkem Befallsdruck sogar die Früchte massiv schädigen.
4. Kohlhernie
Erreger: Plasmodiophora brassicae
Betroffen: Kohlarten
Symptome: Verdickungen und Wucherungen an den Wurzeln
Optimale Bedingungen: Kühle Temperaturen (unter 15°C), feuchte Böden
5. Grauschimmel (Botrytis) – tritt auch bei kühlen Temperaturen auf
Erreger: Botrytis cinerea
Betroffen: Viele Pflanzen, besonders anfällig sind geschwächte oder verletzte Pflanzen
Symptome: Grauer, pelziger Schimmel auf Blättern, Blüten und Früchten
ptimale Bedingungen: Temperaturen zwischen 2–25 °C, hohe Luftfeuchtigkeit
Bild: bei nasskaltem Wetter kann die Graufäule (Botrytis) auch frischen Basilikum in kurzer Zeit zunichte machen.
Praktische Anwendung des Wetterwissens
Was bringt es mir nun zu wissen, welches Wetter bestimmte Krankheiten bei meinen Blumen und Beeren hervorrufen kann? Eine ganze Menge. Dank diesem Wissen, wissen wir einerseits, mit was für Krankheiten wir besonders rechnen müssen und wann wir diese bekämpfen sollten. Konkret heißt das:
Beobachten das Wetter: Nutzen Wettervorhersagen, um potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und passen deine Gartenpflege an.
Was kann ich machen um den Einfluss des Wetters auf Krankheiten zu minimieren?
- Wähle resistente Sorten: Wenn du dich jedes Jahr mit Kraut und Braunfäule bei Tomaten und Kartoffeln herumschlägst, dann entscheide dich dafür resistente Sorten anzubauen. Bei den Tomaten, haben wir extra das sehr resistente OpenSky® Tomatensortiment gezüchtet, dass du keine Angst mehr vor diesen üblem Krankheiten haben musst. Bei den Kartoffeln gibt es die Revoluzzer® Sorten, welche auch im total verregneten Jahren noch bis im Herbst grün und gesund bleiben.
- Praktizieren Fruchtfolge und Mischkultur: Wechsel jährlich die Standorte anfälliger einjähriger Pflanzen und baue keine großen Monokulturen an. Somit können sich Krankheitserreger viel schlechter verbreiten.
- Verbessere deinen Boden: Wenn du einen zu Staunässe neigenden Boden hast, dann kannst du ihn durch die Beigabe von Sand meist besser drainierend machen. Ehr trockene Böden können durch größere Mengen an Kompost viel mehr Wasser halten.
- Früherkennung: Reagiere sobald du Krankheitssymptome an deinem Pflanzen siehst. Meist reicht es bereits die ersten kranken Blätter direkt zu entfernen und im Müll zu entsorgen. Ältere und kranke Blätter sollten dabei nicht in den Kompost sondern entweder Verbrannt oder über den Hausmüll entsorgt werden um eine Neuinfektion zu vermeiden.
- Stärkung der Pflanzen durch ausgewogene Düngung: Unterernährte Pflanzen sind meist schwächer und anfälliger, aber auch eine zu starke Stickstoffdüngung kann zum Problem werden: Pflanzen bilden dann nämlich große und weiche Blätter aus, welche besonders einfach von Krankheitserregern infiziert werden können.
Was tun um Krankheiten bei trockenem Wetter zu vermeiden?
Um Krankheiten, welche durch warmes und trockenes Wetter hervorgerufen werden zu vermeiden, gibt es einiges, was man hier machen kann.
• Regelmäßiges Wässern am Boden (nicht über die Blätter):
Durch eine ausreichende Wasserversorgung schützt du deine Gewächse vor Trockenstress. Meist ist es hilfreich den Boden rund um deine Pflanze nicht allzu oft, aber dafür sehr ausgiebig zu wässern. Dabei sollte nicht über die Blätter gegossen werden, da dies Pilzkrankheiten und Blattverbrennungen begünstigen könnte.
• Mulchen zur Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit
Ein offener Boden im Sommer erhitzt sich viel stärker und trocknet schneller aus als ein gemulchter Boden. Als Mulchmaterial kann alles Mögliche von Rasenschnitt bis hin zu Kompost verwendet werden. Achtung: Mulch im feuchten Frühjahr kann Schnecken und gewisse Wurzelkrankheiten begünstigen.
Was tun um Krankheiten bei feuchtem Wetter zu vermeiden?
Die meisten Pflanzenkrankheiten treten bei nassem und regnerischem Wetter auf. Man kann zwar den Regen nicht abstellen, aber dennoch vorbeugen.
• Verbesserung der Luftzirkulation:
Wie bei der nassen Wäsche, so gilt auch bei Pflanzen. Je besser die Luft zirkuliert, desto schneller sind die Blätter trocken und desto weniger Zeit haben Pilzsporen um zu keimen. Um die Luftzirkulation zu fördern, sollten Pflanzen genügend Abstand haben, in die Sonne und nicht im Schatten gepflanzt sein und alte Blätter entfernt sein. Bei Bäumen trägt auch der richtige Schnitt, welcher zu einer offenen Krone führt, zur guten Luftzirkulation bei.
• Gute Drainage im Boden:
Vermeide Staunasse Böden. Sorge bei Topfpflanzen für ein gute Drainage, damit überflüssiges Wasser abfließen kann.
Feuchtigkeit und Pilzkrankheiten
Viele Pflanzenkrankheiten gedeihen besonders gut bei feuchten Bedingungen. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Kraut- und Braunfäule:
Fallstudie: Kraut- und Braunfäule an Tomaten und Kartoffeln
In einem verregneten Sommer beobachtest du vielleicht braune Flecken auf den Blättern deiner Tomaten und Kartoffeln, die sich schnell ausbreiten. Dies sind typische Symptome der Kraut- und Braunfäule.
Die Pilzerkrankung Phytophthora infestans verursacht Infektionen bei Tomaten. Die Sporen verbreiten sich über Wind oder Regen. Unter feuchten Bedingungen keimen sie zu Zoosporen, die die Blätter infizieren. Symptome sind olive-bräunliche Flecken auf der Oberseite und weißlicher Sporenrasen auf der Unterseite der Blätter. Erkrankte Stängel zeigen dunkle Längsstreifen. Im Sommer werden auch die Tomatenfrüchte befallen, die dann braun und ungenießbar werden.
• Wetterbedingungen: Feucht und warm (optimale Temperatur: 18–23 °C)
• Warum? Der Erreger benötigt Feuchtigkeit zur Vermehrung und Verbreitung.
Prävention:
- Pflanzen mit ausreichendem Abstand setzen für gute Luftzirkulation
- resistente Sorten pflanzen > Freiland-Tomaten von Lubera
- morgens gießen, damit Blätter bis zum Abend abtrocknen
In trockenen Jahren ist das Risiko deutlich geringer, da dem Pilz die nötige Feuchtigkeit zur Keimung der Sporen fehlt.
Trockenheit und spezielle Pilzkrankheiten
Interessanterweise gibt es auch Pilzkrankheiten, die trockene Bedingungen bevorzugen. Diese werden oft als »Schönwetterpilze« bezeichnet.
Fallstudie: Echter Mehltau
Der Echte Mehltau ist ein klassischer Schönwetterpilz, der oft Rosen, Gurken oder Zucchini befällt. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei um eine ganze Gruppe verwandter Erreger. Er gehört zu den Schlauchpilzen und benötigt im Gegensatz zu vielen anderen Pilzarten keine tropfende Nässe zur Ausbreitung. Die ersten Sporen (Konidien) werden im Frühjahr durch Wind oder Spritzwasser verbreitet und keimen auf den Blättern zu einem Pilzgeflecht aus.
Bild: Echter Mehltau an Ahorn
Der Pilz keimt meist bei Temperaturen von über 15 Grad Celsius. Wechselnde Feuchtigkeit und Trockenheit unterstützen die Entwicklung des Erregers. Meist tritt der Echte Mehltau während Schönwetterperioden und trockenwarmen Sommermonaten, oft auch im Gewächshaus, auf. Tau am Morgen oder Abend und feuchte Blätter begünstigen den Pilz. Er hinterlässt einen mehligen, weißlichen Belag auf Blättern, Trieben und Früchten.
- Wetterbedingungen: warme, trockene Tage und kühle, feuchte Nächte
- warum? Der Pilz verbreitet sich durch Sporen, die bei Trockenheit leicht durch die Luft fliegen
Prävention:
- regelmäßiges Wässern am Boden (nicht über die Blätter)
- Mulchen, um Bodenfeuchte zu erhalten
- anfällige Pflanzen an schattigen Stellen platzieren
Pflanzenprobleme, welche durchs Wetter ausgelöst werden
Während das Wetter einen wichtigen Einfluss auf viele Krankheiten nimmt, sind es am Ende doch Bakterien, Pilze oder Viren, welche den Schaden verursachen. Jedoch kommt es auch vor, dass Pflanzen krank aussehen und kein Schaderreger, sondern nur das Wetter dafür verantwortlich war.
1. Temperaturextreme
Fast keine Pflanze mag extreme Temperaturen. Diese können der Pflanze schaden und man kann die Symptome leicht mit Krankheitssymptomen verwechseln.
Ein typisches Beispiel ist Frost, bei empfindlichen Pflanzen, oder als Spätfrost im Frühjahr kann es zu Blattschäden, zum Absterben von Triebspitzen und zum Abfall von Blüten oder Fruchtansätzen kommen.
Besonders in heißen Sommern und bei Wassermangel treten gerne Hitzeschäden auf. Verbrennungen an Blättern und Früchten und Welke Triebe sind hier zu beachten.
2. Wassermanagement
Viele Gärtner kennen die Symptome von Trockenheit: Die Pflanzen welke, es kommt zu einem vorzeitiger Blattfall (besonders bei älteren Blättern), Früchte bleiben klein, wachsen deformiert oder fallen frühzeitig ab.
Zuviel Wasser führt schnell zur Staunässe. Hier fehlt den Wurzeln der Lebenswichtige Sauerstoff zum Atmen. Folge sind Wurzelfäule (man sieht dies als schwarze, faulig riechende Wurzeln bei Topfpflanzen) oder Chlorose (Gelbfärbung der Blätter).
3. Nährstoffmangel/-überschuss
Das Wetter hat auch einen Einfluss auf die Nährstoffaufnahme von Pflanzen: Starkregen kann Nährstoffe auswaschen und Trockenheit behindert Nährstoffaufnahme. Bei kaltem nassem schwerem Boden ist die Eisenaufnahme von Pflanzen oft gehemmt. Bei empfindlichen Pflanzen wie Rosen kommt es dann zu Eisenmangel, welcher sich als Chlorose zwischen den Blattadern bemerkbar macht. Hier kann man entweder mit Eisenchelatdünger nachhelfen. Oder aber einfach auf besseres trockenes und warmes Wetter warten, dann verschwinden die Symptome meist von selbst.
4. Lichtverhältnisse
Licht gehört auch zum Wetter und ist lebensnotwendig für die Photosynthese der Pflanzen. Ein Lichtmangel, zum Beispiel bei Pflanzen im Winter in der Wohnung kann zu Vergeilung (übermäßiges Längenwachstum) und sehr hellen chlorotischen Blättern und Trieben führen. Die Pflanzen lechzen nach Licht. In diesem Fall kann es helfen, die Gewächse entweder heller zu stellen, eine Pflanzenlampe sich anzuschaffen oder aber überwinterungspflanzen eher kühl zu stellen, so dass ihr Stoffwechsel herunterfährt.
Zu starke Sonneneinstrahlung kann auch zu Problemen führen. Wenn man zum Beispiel Pflanzen aus dem (Gewächs-)Haus direkt in die pralle Sonne stellt, so können sie wie wir auch einen Sonnenbrand bekommen. Folge sind Blattverbrennungen. Hier empfiehlt es sich die Pflanzen langsam abzuhärten und Stück für Stück an die Sonne zu gewöhnen.
Im Hochsommer bei großer Hitze und Sonneneinstrahlung können manche Früchte sogar regelrecht gebraten werden. So sieht man zum Beispiel manchmal bei Brombeeren weisse Flecken auf der Sonnenseite der Früchte. Hier hilft es die Pflanzen ausgiebig zu Wässern und gegebenenfalls lieber im Halbschatten zu pflanzen.
5. Temperaturwechsel
Besonders im Winter gibt es teils schnelle Temperaturveränderungen, welche Pflanzen zu schaffen machen. Während es draußen - 10 °C kalt ist, kann die Wintersonne die dunkle Rinde eines Baumes schnell auf über 20 °C erwärmen. Durch die Temperaturdifferenz entstehen Frostspannungen und Risse im Holz und der Rinde. Um dem Vorzubeugen, kann man Baumstämme im Winter entweder mit einer Stroh- oder Bastmatte umwickeln oder sie kalken. Die weiße Farbe des Kalks reflektiert die Sonne und verhindert so das übermäßige Aufwärmen der Rinde.
Jedoch sollte man beachten: Viele dieser Faktoren können sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Zudem können sie Pflanzen für biotische Krankheitserreger, also beispielsweise Pilze oder Bakterien anfälliger machen.
Wetter und Pflanzenkrankheiten: Jeder Garten und jede Pflanze ist anders
Das Verständnis der Zusammenhänge zwischen Wetter und Pflanzenkrankheiten ermöglicht es dir proaktiv zu handeln und die Gesundheit deiner Pflanzen zu fördern. Denken aber daran: Jeder Garten ist einzigartig, und mit der Zeit wirst du auch ein Gespür dafür entwickeln, wie deine Pflanzen auf verschiedene Wetterbedingungen reagieren. Bleib einfach neugierig, beobachten deinen Garten, die Kräuter, Bäume und Sträucher genau und nutze das gewonnen Wissen, um deinen Garten widerstandsfähiger und gesünder zu machen.
Wetter und Pflanzenkrankheiten