
Seit einigen Jahren erfreut sich der Bambus (lat. Bambusoideae) in heimischen Gärten immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder: er ist nicht nur ein sehr pflegeleichtes Gewächs, welches auch noch sehr schnell wächst, sondern bietet auch optimalen Sichtschutz. Bambus Krankheiten kommen zwar vor, können jedoch durch den richtigen Standort sowie die Sortenwahl verhindert werden.
Inhaltsverzeichnis
Bambus Krankheiten durch falschen Standort
Der richtige Standort ist abhängig von der jeweiligen Sorte: einige mögen sehr gerne ein sonniges Plätzchen, andere hingegen bevorzugen einen halbschattigen Standort. Die Pflanze mag jedoch keine sehr windigen Orte: Bambuspflanzen sollten grundsätzlich vor bösen Nord- und Ostwinden geschützt werden.
Die Pflanze bevorzugt lockere, durchlässige und nährstoffreiche Böden; notfalls nimmt sie auch mit sandigen Böden vorlieb. Keinesfalls darf sich Staunässe bilden.
Auch sollte kein Rindenmulch verwendet werden, da dieser bei seiner Zersetzung Stickstoff verbraucht. Da auch die Pflanze Stickstoff benötigt, könnte sie diesbezüglich unterversorgt werden.
Pflege – Tipps gegen Bambus Krankheiten
- Immergrün: Bambus ist immergrün und benötigt auch im Winter Wasser. Wenn sich seine Blätter rollen, ist es höchste Zeit, ihn zu gießen: er steht kurz vor einer Austrocknung!
- 2 x pro Jahr düngen: die Düngung sollte einmal im Jahr erfolgen: im März vor dem Austrieb und im Spätsommer, um genügend Kraft für die Überwinterung zu erhalten.
- Robust & anspruchslos: Ansonsten ist die Pflanze sehr robust und anspruchslos.
Krankheiten & Pflegefehler vermeiden

Die meisten vermeintlichen Krankheiten sind Pflegefehler: falscher Standort und falsche Behandlung. Damit ein Bambus optimal und gesund gedeihen kann, benötigt er
- nährstoffreichen Boden und
- genügend Platz;
- Staunässe ist dringend zu vermeiden.
Pilzkrankheiten
Bei dem Getreiderost handelt es sich um einen Pilz, der in Form von orangenen und braunen Flecken auf den Blättern auftritt. In der Regel ist dies der Fall, wenn der Pflanze nicht genügend Raum gelassen worden ist, sowie bei zu hoher Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz zu anderen Pilzkrankheiten braucht der Getreiderost nicht behandelt zu werden: wenn der Bambus sein Laub abwirft, verschwindet auch der Rost.
Gelbe Blätter
Ob gelbe Blätter ein Anzeichen für eine Krankheit sind oder nicht, hängt von der Jahreszeit ab: im Herbst ist es vollkommen normal, wenn sich die Blätter des Bambus verfärben. Bedenklich wird es hingegen im Frühjahr oder Sommer: die Blätter werden dann nur gelb, wenn der Boden viel zu nass ist. Der Bambus ist dann schon dabei, einzugehen, da seine Wurzeln nach und nach absterben. Da eine umgehende Trockenlegung unabdingbar ist, hilft häufig nur ein Ausgraben der Pflanze (wenn möglich), um sie an einem anderen Standort wieder einzupflanzen.
Schädlinge
Besonders gerne siedelt sich die Bambusmilbe auf der Pflanze an. Auch Blatt- und Schildläuse sind gelegentlich dort zu finden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Halme nicht geschnitten worden sind und somit zu eng stehen. Die Luft kann dann nicht zirkulieren, so dass sich optimale Gegebenheiten für Läuse bilden.
Besonders in milden Regionen kommt ein weiterer Schädling hinzu, der in unseren Breitengraden nicht unbedingt als große Gefahr in Erscheinung getreten ist: die Heuschrecke. Da Heuschrecken in der Regel nicht alleine, sondern in Schwärmen einfallen, kann ein Bambusstrauch innerhalb kürzester Zeit komplett abgefressen werden. Sieht der Gartenbesitzer das Drama, sind die Schädlinge längst schon wieder über alle Berge.
Auch Wühlmäuse können der Pflanze arg zusetzen, indem sie an seinen Wurzeln und Rhizomen knabbern.
Lubera-Tipp: Da ein Schädlingsbefall – insbesondere der Milbenbefall – den Bambus sowie die umliegenden Pflanzen nachhaltig schädigen kann, ist der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels ratsam.
Bambus pflanzen – Ganzjährig möglich
Bambus, welcher als Containerpflanzen erworben wird, kann ganzjährig gepflanzt werden, solange es frostfrei ist. Bei Pflanzen, welche erst spät im Jahr in die Erde gebracht worden sind, ist im ersten Jahr ein Winterschutz in Form von Vlies unabdingbar.
Bevor die Pflanze in die Erde kann, muss ihr Wurzelballen gewässert werden. Hierfür wird dieser in einen Wassereimer gesteckt und so lange dort belassen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
Lubera-Tipp: Das Pflanzloch, in welches der Bambus gesetzt werden soll, muss doppelt so groß sein wie der Wurzelballen.
In dieses Loch kann ein wenig Rinderddung eingearbeitet werden. Danach wird die Bambuswurzel so tief in das Loch gesetzt, dass deren oberer Rand plan mit dem Erdreich ist.
Nun wird das Loch mit Erde aufgefüllt, welche angedrückt werden muss. Danach muss der Bambus gewässert werden, wobei es ratsam ist, einen Gießrand zu bilden.
Bambus schneiden
Aus den Wurzelausläufern bilden sich immer wieder neue Triebe, so dass innerhalb weniger Jahre eine einzige Pflanze gigantische Ausmaße erreichen kann. Im März sollte diese stark zurückgeschnitten werden. 4–5-jährige Bambussträucher sollten zudem noch ausgelichtet werden.
Lubera-Tipp: Beim Schneiden gilt generell: wird ein Bambus in der Höhe gekürzt, wird er umso buschiger und muss gegebenenfalls wieder ausgedünnt werden.
Der Bambus zählt zu den sehr robusten Pflanzen und bedarf eigentlich keiner besonderen Aufmerksamkeit bezüglich irgendwelcher Krankheiten oder Zipperlein. Dennoch ist auch er nicht davor gefeit, krank oder von Schädlingen befallen zu werden. Ist dies der Fall, ist der Gartenbesitzer gefragt, denn durch rasches Eingreifen können die Krankheiten geheilt werden, bevor die gesamte Pflanze eingeht.
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