
Das dekorative Gehölz ist in vielen heimischen Gärten zu finden. Es besteht jedoch vielerorts die Annahme, dass Feuerdorn giftig sei. Ob dies stimmt und ob von ihm eine Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier ausgeht, wollen wir hier näher erörtern.
Inhaltsverzeichnis
Feuerdorn – Steckbrief
Der Feuerdorn, Pyracantha, gehört zur Familie der Rosengewächse. Ursprünglich stammt er aus Südosteuropa sowie Südostasien, ist aber in Mitteleuropa inzwischen vielerorts zu finden. Auch in heimischen Gärten wird er gerne kultiviert, da er zum einen pflegeleicht, zum anderen als dichtes Heckengewächs sehr gut geeignet ist.
Der immergrüne Feuerdorn kann sowohl als kleiner Baum oder als großer Strauch mit Wuchshöhen bis zu 6 m kultiviert werden. Seine Zweige sind mit Dornen übersät, die zwar seine Pflege etwas erschweren, Gartenvögeln aber einen sicheren Platz zum Nisten und Brüten verschaffen.
Im Frühjahr bildet das dekorative Gewächs traubenartige weiße Blütenstände. Aus ihnen entwickeln sich im Laufe des Sommers kleine, apfelförmige Früchte. Bis zum Herbst verfärben diese sich immer mehr, bis sie schließlich einen leuchtend orangefarbenen Ton annehmen. In ihrem Inneren befinden sich je zwei bis fünf Samen.
Giftstoffe und Symptome
Aufgrund der grellen Farbe der Beeren kommt der Verdacht auf, dass der Feuerdorn voller giftiger Inhaltsstoffe ist. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die meisten seiner Pflanzenteile sind absolut ungiftig, bis auf eine kleine Ausnahme: die Samen, welche in den kleinen Früchten stecken. Sie beinhalten cyanogene Glykoside. Diese Kombination aus Zucker, Alkohol und Kohlenhydrat ist in der Pflanzenwelt nichts Ungewöhnliches, was jedoch nicht gleichbedeutend mit unbedenklich ist. Im Gegenteil: werden derartige Pflanzenteile verzehrt, kommt es zu einer sogenannten enzymatischen Spaltung, bei der Blausäure freigesetzt wird. Dass Blausäure nicht unbedingt oral aufgenommen werden sollte, ist allgemein bekannt…
Feuerdorn giftig für Menschen

Als erwachsener Mansch kann man unbedenklich den Feuerdorn kultivieren, pflegen schneiden etc. Auch seine Beeren können angefasst werden. Es ist nicht einmal tragisch, wenn man danach die Finger in den Mund steckt. Problematisch wird es jedoch, wenn große Mengen der Beeren mitsamt ihrem Samen gegessen werden: besagte Blausäure gelangt so in den Körper. Für empfindliche Personen kann dies gesundheitliche Probleme wie Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen; größere Vergiftungserscheinungen sind jedoch nicht zu befürchten. Der Rohverzehr an für sich ist jedoch ausgesprochen selten, da die kleinen Früchte nicht besonders gut schmecken. Sie sind mehlig und säuerlich und schrecken die meisten Menschen schnell ab.
Achtung: Feuerdorn kann leicht mit Sanddorn verwechselt werden, dessen Beeren durchaus roh verzehrt werden können.
Kinder/Baby
Kleine Kinder werden ebenfalls nicht sterben, wenn sie Früchte des Feuerdornes gegessen haben. Allerdings kann es bei ihnen zu
- Durchfall,
- Erbrechen,
- Übelkeit
sowie allgemeinen Magen-Darm-Beschwerden kommen.
Diese Vergiftungserscheinungen setzen jedoch nicht unmittelbar nach dem Verzehr ein, sondern erst nach der Spaltung der Glykoside.
Giftig für Tiere?
Als verantwortungsvoller Tierhalter sollte man vorsorglich keinen Feuerdorn in seinem Garten kultivieren, da sein Verzehr für Haustiere sehr bedrohliche Folgen haben kann.
Hunde?
Für Hunde ist der Feuerdorn giftig. Sie reagieren vehement auf die cyanogenen Glykoside. Wird keine Hilfe geleistet, kann der Verzehr der Früchte tödlich ausgehen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen; keinesfalls darf dem betroffenen Hund Flüssigkeit zugeführt werden.
Feuerdorn giftig für Katzen?
Blausäure ist tödlich für Katzen; demzufolge auch der Verzehr von Feuerdorn Früchten. Hat eine Katze derartige Pflanzenteile zu sich genommen, so zeigen sich innerhalb kürzester Zeit Vergiftungssymptome:
- Fieber
- Herzrasen
- Kurzatmigkeit
- Speicheln
Auch bei ihnen ist ein sofortiger Tierarztbesuch unumgänglich. Keine Flüssigkeit verabreichen! Es besteht Lebensgefahr!!!!
Nager?
Für Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen und andere Nager sind die Blätter und Triebe des Feuerdorns nicht giftig. Die Beeren sollten jedoch nicht verzehrt werden, da Blausäure auch für Nager keinesfalls gesund ist.
Feuerdorn giftig für Pferde?
Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Feuerdorn giftig für Pferde sei.
Heilwirkung
Der Feuerdorn ist eine sehr alte Pflanze: bereits im 1. Jahrhundert nach Christi wurde er in naturheilkundlichen Büchern erwähnt. Heutzutage hat er jedoch in der Homöopathie keinerlei Bedeutung mehr.
Ist Feuerdorn essbar?
Tatsächlich sind die Beeren des Feuerdorns als Marmelade oder Fruchtaufstrich zubereitet nicht nur essbar, sondern sogar schmackhaft. Es empfiehlt sich allerdings, sie durch ein Sieb zu streichen, um die Samen nicht mit zu verarbeiten.
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