Beim Kohlgemüse gibt es eine grosse Variationsbreite. In Europa, Asien und Afrika wurden jeweils die heimischen Kohlarten in Kultur genommen. Durch Selektion und Kreuzung von Arten entstand eine Fülle von Kohlsorten mit unterschiedlichen Wuchsformen und Verwendungen. Kohl kann Blattgemüse, Blütengemüse oder Knollengemüse sein. Er kann gekocht, gedünstet, gebraten oder gebacken werden. Manche Kohlsorten eignen sich für Rohkostsalate oder Smoothies. Alle Varietäten sind reich an Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen und sekundären Inhaltsstoffen. Im Lubera-Shop kannst du Kohlsamen kaufen und diese direkt im eigenen Garten aussäen.
Inhaltsverzeichnis
- Zusammenfassung Kohlgemüse
- Kohlgemüse: Blatt-, Blüten- und Knollengemüse
- Überblick über die Kohlarten
- Weisskohl und Rotkohl
- Traditionsreiche und moderne Kohlsorten
- Weisskohl und Rotkohl zubereiten
- Kultur und Ernte von Kohlgemüse
- Wirsing
- Wirsing anbauen
- Wirsing in der Küche
- Blumenkohl, Brokkoli und Romanesco
- Aussaat und Kultur
- Lagerung und Verwendung
- Grünkohl, Braunkohl oder Federkohl und Palmkohl
- Anbau und Ernte
- Grünkohl in der Küche
- Rosenkohl und Flower Sprouts®
- Anbau von Rosenkohl
- Zubereitung in der Küche
- Kohlrabi
- Kohlrabi-Anbau
- Verwendung von Kohlrabi
- Chinakohl
- Kultur von Chinakohl
- Verwendung von Chinakohl
- Kohlarten und Kohlgemüse
- Gesundheitlicher Wert von Kohlgemüse
- Krankheiten und Schädlinge an Kohl
- Kohlgemüse: F1-Hybriden und CMS?
Zusammenfassung Kohlgemüse
- Die Ursprünge des Kohlgemüses liegen in Europa, Asien und Afrika. Aus den ursprünglichen Arten wurden unterschiedliche Gemüseformen gezüchtet.
- Kohl kann Blattgemüse, Knollengemüse oder Blütengemüse sein.
- Die Kulturdauer hängt von der Kohlart ab und liegt zwischen 4 und 40 Wochen.
- Kohlgemüse ist kalorienarm und nährstoffreich. Sekundäre Inhaltsstoffe im Kohl wirken entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und krebsvorbeugend.
- Kombiniere gekochten und rohen Kohl in einer Mahlzeit, um von allen Inhaltsstoffen voll zu profitieren
Kohlgemüse: Blatt-, Blüten- und Knollengemüse
Die verschiedenen Kulturformen der Kohlgewächse bringen essbare Blätter, Knospen und Knollen hervor.
Als Blattgemüse werden verschiedene Arten genutzt, die schmackhafte, zarte Blätter bilden. Blattkohle mit gestauchter Sprossachse und dicht geschlossenen Blattrosetten werden als Kopfkohl bezeichnet. In diese Gruppe gehören Weisskohl, Rotkohl, Spitzkohl, Wirsing und Chinakohl. Grünkohl (Federkohl) ist eine Blattkohl Variante mit einem Stamm, von dem nach und nach die Blätter einzeln abgeerntet werden. Die Röschen des Rosenkohls sind Blattknospen in den Achseln der Laubblätter. Auch der Schnittkohl oder Scheerkohl ist ein Blattkohl. Zum Blattgemüse gehören auch Asia Greens. Sie werden als Jungpflanzen im Ganzen abgeerntet. Auch Rübstiel und Stängelkohl sind Blattkohlarten. Weitere Varianten sind der asiatische Blätterkohl Pak Choi und der Ewige Kohl.
Beim Kohlrabi, der Steckrübe und der Herbst- oder Mairübe bildet der Spross eine verdickte Knolle, die in der Küche verwendet wird. Blumenkohl, Brokkoli, Romanesco und Spargelkohl sind dagegen Blütengemüse. Bei ihnen werden nur die Blütenknospen gegessen. Diese Kohlsorten sind in der Kultur etwas anspruchsvoller. Das Zeitfenster, in dem die Knospen in guter Qualität geerntet werden können, beträgt nur wenige Tage. Ist es heiss und sonnig, öffnen sich die Knospen zu schnell und der Kohl schmeckt nicht mehr.
Diese grosse Variationsbreite ist durch jahrhundertelange Auslese von Kulturformen verschiedener Wildkohl-Arten entstanden. Heute wird durch gezielte Kreuzungen neues Kohlgemüse entwickelt, das die Anforderungen an eine moderne, schnelle, leichte Küche erfüllt. Eine dieser Kreationen heisst Flower Sprouts® und ist eine Kreuzung zwischen Rosenkohl und Grünkohl.
Überblick über die Kohlarten
Kohl gehört zu den Kreuzblütlern. Die 35 Kohlarten der Gattung Brassica sind in Europa, Afrika und Asien heimisch. Als Kohlgemüse werden hauptsächlich Kulturformen vom Gemüsekohl (Brassica oleracea), Braunen Senf (Brassica juncea), Raps (Brassica napus) und Rübsen (Brassica rapa) angebaut. Ihre Wildformen sind seit der Jungsteinzeit in Kultur. Seitdem sind zahlreiche Kohlgemüse-Varietäten gezüchtet worden.
Formen des Gemüsekohls (Brassica oleracea):
- Blumenkohl und Romanesco – Brassica oleracea var. botrytis
- Brokkoli – Brassica oleracea var. italica
- Futterkohl, Kuhkohl, Staudenkohl – Brassica oleracea var. viridis
- Grünkohl, Federkohl – Brassica oleracea var. sabellica
- Kohlrabi – Brassica oleracea var. gongylodes
- Markstammkohl – Brassica oleracea var. medullosa
- Palmkohl – Brassica oleracea var. palmifolia
- Rosenkohl – Brassica oleracea var. gemmifera
- Rotkohl – Brassica oleracea convar. capitata var. rubra
- Weisskohl – Brassica oleracea convar. capitata var. alba
- Wirsing – Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda
- Zierkohl – Brassica oleracea var. acephala
Kulturformen des Rapses:
- Aburana – Brassica rapa var. nippo-oleifera
- Chinakohl – Brassica rapa subsp. pekinensis
- Choisum – Brassica rapa var. parachinensis
- Herbstrübe, Mairübe, Teltower Rübchen – Brassica rapa subsp. rapa
- Japanischer Salat (Mizuna) – Brassica rapa subsp. nipposinica
- Japanischer Senfspinat (Komatsuna) – Brassica rapa subsp. perviridis
- Ölrübsen – Brassica rapa subsp. oleifera
- Pak Choi – Brassica rapa subsp. chinensis
- Raps, Rübsen – Brassica napus subsp. napus
- Rübstiel – Brassica rapa var. rapifera subvar. pabularia oder Brassica rapa ssp. silvestris
- Schnittkohl, Scheerkohl – Brassica napus var. pabularia
- Stängelkohl – Brassica rapa var. cymosa oder Brassica rapa ssp. silvestris
- Steckrübe oder Wruke – Brassica napus subsp. rapifera
- Tatsoi – Brassica rapa var. narinosa
Zuchtformen vom Braunen Senf:
- Breitblättriger Senf – Brassica juncea var. rugosa
- Chinesischer Senf – Brassica juncea var. crispifolia
- Grün-im-Schnee – Brassica juncea var. multiceps
- Hornsenf – Brassica juncea var. linearifolia
- Tsa Tsai – Brassica juncea var. tsatsai
Kulturformen vom Äthiopischen Raps oder Äthiopischem Senf:
- Abessinischer Kohl – Brassica carinata
Bild: Der Abessinischere Kohl 'Carina' ist ein schnellwüchsiger Blattkohl mit grün bis violett changierenden Blättern.
Weisskohl und Rotkohl
Weisskohl und Rotkohl sind Kopfkohle und haben kugelige, flachrunde oder kegelförmige, feste Köpfe. Diese bestehen aus den geschichteten Blättern des stark gestauchten Haupttriebs. Diese Form des Gemüsekohls ist seit über 2500 Jahren in Kultur. Dieses Blattgemüse ist reich an Mineralstoffen, Vitamin C und Ballaststoffen, aber kalorienarm.
Traditionsreiche und moderne Kohlsorten
Weil er lagerbar ist, gehört der Kopfkohl zu den wichtigsten Wintergemüsen. Sauerkraut war lange der wichtigste Lieferant für Vitamin C im Winter. Zusammen mit fettem Fleisch war Kohl eine wärmende, nahrhafte und sättigende Mahlzeit, als es noch keine Kühlschränke gab oder Supermärkte, in denen alles das ganze Jahr verfügbar ist.
Traditionelle Sorten wurden auf gute Lagerbarkeit, feste Blätter und grosse Köpfe selektiert. Inzwischen bedienen moderne Sorten die Ansprüche von kleineren Haushalten und der schnellen, leichten Küche. Auch spezielle Sorten für das Urban Gardening werden inzwischen angeboten. Ihre Köpfe sind kleiner, die Blätter sind zarter, süsser und lockerer geschichtet. Sie können als Rohkost oder wie Weinblätter zum Umwickeln von Häppchen verwendet werden. Sie können in kleinen Gärten und in Hochbeeten angebaut werden und manche klein bleibende Sorten sogar im Kübel auf Balkon und Terrasse.
Weisskohl und Rotkohl zubereiten
Weisskohl kannst du als Eintopf, Pfannengemüse, Krautwickel, Kohlpudding oder Rahmgemüse zubereiten. Auch Sauerkraut kannst du mit etwas Geduld selbst herstellen. Früh reifende Sorten bereichern das Grillbuffet und das sommerliche Picknick mit Weisskrautsalat oder American Coleslaw.
Rotkohl ist eine traditionelle Gemüsebeilage zu Rind, Schwein, Enten- und Gänsebraten mit Knödeln, Schupfnudeln oder Kartoffeln. Du kannst ihn aber auch in Scheiben schneiden und anstelle von Fleisch in der Pfanne anbraten oder im Ofen überbacken.
Geschmacklich ähneln Rotkohl und Weisskohl sich. Die Unterschiede zwischen den beiden Arten hängen mit der Würzung und den Sorteneigenschaften zusammen. Rotkohl bildet rot-blaue Pflanzenfarbstoffe – die Anthocyane. Weil er stark färbt, wird er üblicherweise nicht mit anderen Zutaten zusammen gekocht. Du könntest aus ihm aber auch Rahmgemüse oder Eintopf zubereiten. Fertige Kohlgerichte kannst du in Gläser einkochen oder einfrieren.
Kultur und Ernte von Kohlgemüse
Aussaatzeit für Kopfkohl ist von Mitte Januar bis Mitte Juni. Die Erntezeit liegt zwischen Anfang Juni und Mitte November. Wegen der unterschiedlich stark ausgeprägten Schossneigung und der verschiedenen Kulturdauern (60 bis 150 Tage ab der Pflanzung), solltest du die empfohlenen Aussaat- und Pflanztermine auf den Saatgutpackungen berücksichtigen. Sortenabhängig werden die Jungpflanzen auf einen Abstand von 30 × 30 bis 60 × 60 cm gepflanzt. Kleine, früh reifende Spitzkohlsorten benötigen am wenigsten Platz. Grosse spät reifende Lagerkohle den meisten. Schütze frühe Pflanzungen im März und April mit Vliesen und Lochfolie vor kühlen Temperaturen oder setze sie in ein Frühbeet oder Gewächshaus. Ein Kältereiz in der Jugendphase führt vorzeitigen Blühen.

Bild: In diesem Selbstversorgerset 'Caramba®! Der Mehr-Kohl' sind drei Sorten vereint, die eine Ernte von März bis Oktober ermöglichen.
Wirsing
Wirsing ist ein Kopfkohl und ein Blattgemüse. Im Gegensatz zu Weisskohl und Rotkohl hat er einen lockeren Kopf. Seine Blätter sind gewellt und von vorspringenden Blattrippen durchzogen. Durch den offenen Kopf ist es möglich bereits im Sommer fortwährend die äusseren Blätter zu ernten und zu verwenden. Auf diese Weise kannst du frühen Wirsing portionsweise aus dem Beet holen.
Wirsing anbauen
Frühe Wirsingsorten kannst du ab Januar aussäen und ab Ende März oder Anfang April ins Beet pflanzen. Beachte dabei aber, dass die Jungpflanzen keinen Temperaturen unter 12 °C ausgesetzt sein dürfen, weil sie sonst sofort in Blüte gehen, ohne einen Kopf zu bilden. Nutze Vlies und Lochfolie als Kälteschutz. Sicherer ist die Verwendung von mittelfrühen Sorten, die ab Juni auf das Beet kommen. Die schnell wachsenden Sommersorten bilden kleine Köpfe. Bei ihnen reicht ein Pflanzabstand von 40 auf 40 cm. Früher Wirsing ist ab Juni reif. Mittelfrühe Sorten kannst du von Ende Juni bis Ende Oktober ernten. Herbst und Wintersorten bilden grosse Köpfe und benötigen einen Pflanzabstand von 60 mal 80 cm. Sie sind frosthart. Darum kann Winterwirsing bis Ende März auf dem Beet bleiben und bei Bedarf geerntet werden.
Wirsing in der Küche
Wirsing eignet sich wegen seiner grossen, locker geschichteten Blätter hervorragend für alle Arten von Kohlrouladen. Er schmeckt als Rahmgemüse, in Pfannengerichten und Aufläufen. Sehr lecker ist er auch als Kohlpudding. Der klein geschnittene Kohl gart innerhalb von 10 Minuten in einem Topf mit gesalzenem Wasser oder in der Pfanne. Darum ist er ideal für schnelle Gerichte.
Blumenkohl, Brokkoli und Romanesco
Das Blütengemüse unter den Kohlarten sind Blumenkohl, Romanesco und Brokkoli. Blumenkohl und Romanesco haben eine fein strukturierte, zarte Blume. Bei Blumenkohl kann sie weiss, violett, blau, gelb, orange oder auch grün sein. Die Knospenanlagen sind rundlich und bilden einen dichten, halbkugeligen Kopf. Beim Romanesco sind die einzelnen, kegelförmigen Teilblütenstände in einer gleichmässigen Spirale angeordnet. Darum wird er manchmal auch Minarettkohl genannt. Der Brokkoli bildet einen starken Hauptspross mit einem dichten Blütenstand. Bei Erntereife besteht er aus unzähligen, voll ausgebildeten Blütenknospen.
Aussaat und Kultur
Von diesen drei delikaten Arten gibt es Sorten für eine frühe Aussaat mit Erntezeiten ab Ende Mai, Sommersorten, Herbstsorten und sogar winterharte Varietäten. Frühe Sorten reifen innerhalb von 60 bis 75 Tage nach der Pflanzung. Winterblumenkohl benötigt eine Entwicklungszeit von 250 Tagen oder mehr.
In der Kultur sind alle drei Typen anspruchsvoll. Es ist wichtig, den richtigen Pflanzzeitpunkt zu wählen und dann den Erntezeitpunkt zu finden, damit der Kohl nicht in Blüte geht. Ist der Kohl erntereif, beginnt er nach 4 bis 14 Tagen sich aufzulockern und die Blütenknospen öffnen sich. Dann schmecken Blumenkohl und Co nicht mehr. Wähle darum eine Sorte mit langem Erntefenster und guter Schossfestigkeit. Ziehe die Jungpflanzen in kleinen Sätzen und pflanze alle 3 bis 4 Wochen nach. Plane die Pflanzzeiten so, dass du zur erwarteten Erntezeit nicht im Urlaub bist.
Lagerung und Verwendung
Erntest du einmal mehr als du verwerten kannst, ist das kein Problem: Brokkoli, Romanesco und Blumenkohl halten sich hervorragend in der Tiefkühltruhe. Blumenkohl, Brokkoli und Romanesco werden als Gemüsebeilage und für Creme-Suppen verwendet. Du kannst sie zerteilen und mit etwas Öl beträufelt im Ofen rösten. Halbierst du einen Blumenkohl oder schneidest ihn in dicke Scheiben, kannst du seine Hohlräume füllen und ihn überbacken. Kochst du einen ganzen Blumenkohl oder Romanesco, benötigt er 20 bis 25 Minuten zum Garen. Zerteilst du ihn in seine Röschen, kannst du ihn bereits nach 10 bis 15 Minuten essen. Brokkoli wird schneller gar. Er ist nach 5 bis 8 Minuten verzehrfertig.
Grünkohl, Braunkohl oder Federkohl und Palmkohl
Grünkohl ist ein Blattkohl mit aufrechtem Stamm. Die Blätter werden nach und nach einzeln von unten nach oben abgeerntet. In einigen Regionen ist die Bezeichnung Braunkohl üblich. Vermutlich, weil die dort traditionell angebauten Sorten sich beim Kochen braun färben. Federkohl ist sowohl eine Bezeichnung für Grünkohl als auch ein gebräuchlicher Oberbegriff für Grünkohl und Palmkohl, die beide den aufrechten Wuchs und die abstehenden Blätter teilen. Palmkohl ist dem Grünkohl im Wuchs und der Verwendung ähnlich. Sein Geschmack ist milder und weil er im Mittelmeerraum selektiert wurde, ist er weniger winterhart. Er wird traditionell für Eintopfe und Suppen verwendet, kann aber in allen Rezepten Grünkohl ersetzen.
Anbau und Ernte
Aussaatzeit ist von März bis Mitte August. Ab Anfang Mai kannst du die Jungpflanzen ins Beet setzen. Je nach Sorte wählst du einen Pflanzabstand von 40 × 40 bis 50 × 60 cm. Bei alten Grünkohl- oder Braunkohlsorten ist es notwendig, mit der Ernte bis nach dem ersten Frost zu warten, damit Bitterstoffe und Stärke abgebaut werden und Zucker dem Kohl eine gewisse Süsse verleihen. Die gute Winterhärte erlaubt es, den Kohl bis ins Frühjahr hinein frisch vom Beet zu ernten. Bei modernen Sorten ist die Kälteeinwirkung nicht mehr nötig. Von ihnen kannst du bereits im Sommer die ersten Blätter pflücken und sie für Rohkostsalate, Smoothies und zur Herstellung von Gemüsechips verwenden. Die Entwicklungszeiten bei den verschiedenen Sorten sind entsprechend unterschiedlich. Alte Grünkohlsorten werden zum Teil über 2 Meter hoch und benötigen 300 Tage bis zur Erntereife im Winter. Moderne Sorten reifen innerhalb von 3 bis 4 Monaten nach der Aussaat, werden 40 bis 80 cm hoch und ihre Erntezeiten beginnen ab Juni.
Grünkohl in der Küche
Traditionell ist Grünkohl ein Wintergemüse für deftige Eintöpfe mit fettem Fleisch und Wurst. Die neuen, milderen Sorten haben diesem gesunden Blattkohl aber den Weg in die moderne, leicht und vegetarische Küche geebnet. Du kannst Salate daraus zubereiten, Gemüsekuchen mit ihm belegen oder Strudel damit füllen. Gedünsteter Grünkohl schmeckt ausserdem auch zu Fisch. Alle Grünkohlsorten kannst du nach der Ernte einfrieren oder einkochen. Dann kannst du dieses gesunde Blattgemüse das ganze Jahr über in immer neuen Variationen auf den Tisch bringen.
Bild: Der Altmärker Braunkohl eignet sich für Kohlgerichte, Aufläufe, Salate oder für Grünkohlchips.
Rosenkohl und Flower Sprouts®
Rosenkohl entstand im 18. Jahrhundert in Belgien. Er wächst aufrecht und bildet statt Seitentrieben kleine, feste Röschen. Aus Kreuzungen mit Grünkohl sind Flower Sprouts® entstanden. Bei diesen sind die Röschen wie Blüten geöffnet. Während Rosenkohl wie die Köpfe von Miniatur-Weisskohl aussieht, erinnert die Form der Flower Sprouts® mehr an Wirsing oder Kopfsalat.
Anbau von Rosenkohl
In der Kultur und der Verwendung unterscheiden sich Flower Sprouts® nicht vom Rosenkohl. Pflanzzeit ist üblicherweise von Anfang April bis Ende Mai. Ein Pflanzabstand von 50 × 75 cm ist üblich. Die Kultur ist einfach, dauert aber lange. Sehr früher Rosenkohl hat eine Entwicklungszeit von 120 bis 130 Tagen. Als späte Sorte gilt ein Rosenkohl mit mehr als 200 Tagen Entwicklungsdauer. Die Erntezeit beginnt sortenabhängig Ende August und kann bei Wintersorten bis Ende Februar andauern. Die Röschen halten eingefroren oder eingekocht bis zur nächsten Ernte.
Zubereitung in der Küche
Rosenkohl wird beim Kochen innerhalb von 10 bis 15 Minuten gar. Sie schmecken nussig und aromatisch nach Kohl. Flower Sprouts® haben einen milderen Geschmack. Sie lassen sich schneller zubereiten, weil die lockeren Röschen nur 2 bis 3 Minuten blanchiert oder in Öl angeschwitzt werden müssen. Danach lassen sie sich wie Rosenkohl als Gemüsebeilage, für Aufläufe, Eintöpfe, Gemüsekuchen oder Quiche verwenden. In der Gemüsepfanne schmecken sie mit Nudeln, Reis oder Kartoffeln. Du kannst sie deftig mit Bratkartoffeln und Speck anrichten oder auch mediterran mit Tomaten, Olivenöl und etwas Parmesan. Ausserdem bringen Rosenkohl und Flower Sprouts® ein feines Kohlaroma in kalte und warme Salate. Kombiniere sie mit Nüssen, süsssaurem Obst, Käse, Roter Bete, Schinken oder was immer dir gefällt.
Kohlrabi
Der Kohlrabi ist eine besondere Form des Gemüsekohls. Er bildet eine verdickte Sprossknolle und wird als Knollengemüse verwendet. Er war bereits im Mittelalter in Mitteleuropa bekannt. Es gibt kleine Kohlrabi-Sorten mit einem Knollengewicht von 150 Gramm und Riesenkohlrabi mit über 10 kg Knollengewicht. Die Rinde kann grünlich oder rot-violett sein. Das Fleisch ist weiss.
Kohlrabi-Anbau
Der Anbau von Kohlrabi ist einfach und auch in Hochbeeten und Kübeln möglich. Sorten mit kleinen Knollen haben eine kurze Kulturdauer von 6 bis 10 Wochen. Solange sie im Beet stehen, wachsen sie weiter. Aber die Knollen werden mit der Zeit holzig und ungeniessbar. Überständiger Kohlrabi neigt zum Platzen. Grossknolliger Kohlrabi hat eine Vegetationsdauer von bis zu 6 Monaten. Solche Sorten von Riesengemüse-Züchtern für die Jagd auf Rekorde angebaut. Kleine Kohlrabi-Sorten haben einen Durchmesser von etwa 10 Zentimetern und können auf einen Abstand von 30 × 30 cm gepflanzt werden. Für grosse Sorten muss der Abstand entsprechend grösser sein.
Verwendung von Kohlrabi
Kohlrabi in Sahnesosse ist der Klassiker unter den Zubereitungsmethoden. In Wasser kochst du ihn innerhalb von 10 bis 15 Minuten bissfest. In Scheiben geschnitten, paniert und gebraten wird es zum Gemüseschnitzel. Das süss-aromatische Knollengemüse bereichert auch frische Gemüsesuppen und Pfannengerichte. Du kannst ihn mit etwas Salz oder mit Dips auf dem Rohkoststeller anrichten. In Kombination mit Möhren, Rotkohl, Radieschen und Äpfeln eignet er sich geraspelt auch als Rohkostsalat. Verwende Kohlrabi immer frisch. Er verliert in der Lagerung schnell seine Knackigkeit und seinen feinen Geschmack.
Chinakohl
Der Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis) ist eine Form des Rübsens. Er entstand im 5. Jahrhundert in China in der Nähe von Peking. Es handelt sich um einen Kopfkohl, der als Blattgemüse verwendet wird. Die Köpfe sind ovale oder zylindrisch und wiegen zwischen 1 und 3 kg. Charakteristisch sind die breiten, weissen Blattrippen. Viele Sorten sind grün. Es gibt aber auch gelben und violettfarbenen Chinakohl.
Kultur von Chinakohl
Diese Kohlart reagiert besonders empfindlich auf Kohlhernie. Darum musst du bei ihm besonders auf die Fruchtfolge achten. In der Vorkultur ist es wichtig, dass die Temperaturen nie unter 16 °C sinken. Ein Kältereiz lässt den jungen Chinakohl sofort in Blüte gehen. Schossfeste Sorten können ab Mitte Februar vorgezogen werden. Herbstsorten säest du erst im Juni aus. Nach 14 Tagen können die Jungpflanzen ins Beet gesetzt werden. Die Kulturdauer beträgt 60 bis 70 Tage. Baust du diesen Kohl in Sätzen an, kannst du von Mitte Mai bis Ende Oktober ernten.
Verwendung von Chinakohl
Chinakohl hat sehr weiche Blätter und ist schnell gedünstet oder in der Pfanne angebraten. In feine Streifen oder in Scheiben geschnitten kannst du ihn anbraten, als Rahmgemüse zubereiten und als Einlage für Suppen und Pfannengerichte verwenden. Er kann scharf und würzig, mild und süss oder süss-sauer abgeschmeckt werden. Er lässt sich mit Nudeln, Reis, Fleisch, Fisch und Obst wie Feigen und Orangen kombinieren.
Kohlarten und Kohlgemüse
Es gibt zusätzlich viele weitere Kohlvarianten. Eine davon ist der Japanische Senfspinat (Komatsuna). Er ist ein typisches Asia-Gemüse und wird vor allem in Japan und Taiwan angebaut. In Europa findet man ihn als Bestandteil von Blattsenf-Mischungen (Asia-Greens). Darin ist er mit Japanischem Salat (Mizuna) und Indischem Senf (Brassica juncea) kombiniert. Diese schnell wachsenden Schnittkohle werden als Schnittsalate und zum Würzen von warmen Gerichten verwendet. Ebenfalls aus Asien stammt der Pak Choi. ER hat dicke, breite Blattstiele und löffelförmige grüne Blätter.
Auch Mairübchen oder Herbstrüben gehören zu den Kohlgewächsen. Ebenso die Steckrübe und der Rübstiel.

Bild: Der Ewige Kohl 'Daubenton's Green' wächst wie ein Baum, ist aber ein Grünkohl, der über mehrere Jahre geerntet werden kann.
Gesundheitlicher Wert von Kohlgemüse
Alle Kohlgewächse enthalten Senfölglycoside. Diese sekundären Pflanzeninhaltsstoffe sind für den scharfen Geschmack und das typische Kohl-Aroma verantwortlich. Sie wirken aber auch entzündungshemmend und krebsvorbeugend. In rohem Kohl helfen die Enzyme dabei, die sekundären Inhaltsstoffe im Darm aufzuschliessen und erhöhen ihre Wirksamkeit. Ideal, um alle Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Inhaltsstoffe zu nutzen, ist eine Kombination aus gekochten und rohen Kohlvarianten in einer Mahlzeit. Zum Beispiel kann Brokkoli als Gemüsebeilage und ein Salat mit Brokkolisprossen oder Asia-Salaten zusammen gegessen werden.
Durch ihren hohen Gehalt an Ballaststoffen sind alle Kohlarten gut zur Anregung der Darmtätigkeit. Allerdings wirken sie aus dem Grunde auch blähend. Die Verträglichkeit wird durch die Zugabe von Kümmel verbessert.
Krankheiten und Schädlinge an Kohl
Beim Kohl stellt vorwiegend die Kohlhernie ein Problem dar. Der Erreger lebt im Boden und vermehrt sich stark, wenn wiederholt Kohlgewächse auf dem Beet angebaut werden. Befallene Pflanzen kümmern und vertrocknen, weil sie wegen Wucherungen an den Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen können. Anbaupausen von 3 bis 4 Jahren schützen vor diesem Nachbauproblem. Spezielle, Kohlhernie-resistente Sorten halten einen gewissen Befallsdruck aus. Kalkung hemmt die Vermehrung des Erregers.
Weitere Schädlinge sind die Raupen von Tag- und Nachtfaltern. Kohlweisslinge und Kohleulen sind hier die Hauptverursacher von Frassschäden an den Blättern, und in den Köpfen. Gegen sie und gegen Kohlfliegen helfen Kulturschutznetze. In Einzelfällen treten Kohlmottenschildläuse oder Kohlblattläuse auf. Auch sie lassen sich durch die Netze abhalten.
Kohlgemüse: F1-Hybriden und CMS?
Manche Kohlsorten werden mit dem Zusatz „samenfest“ beworben, andere sind „F1-Hybriden“. Teilweise wird auch angegeben, sie seien „CMS-frei“. Was bedeutet das? Welche Vor- oder Nachteile haben diese Sorten?
Viele Kohlsorten im Handel sind F1-Hybriden. Ihr Saatgut wird gewonnen, in dem jährlich wieder zwei bestimmte Elternsorten miteinander gekreuzt werden. Die erste Tochtergeneration aus dieser Kreuzung wird als Filialgeneration 1 oder als F1-Hybriden bezeichnet. Sie ist in ihren Merkmalen einheitlich und vereinigen alle positiven Eigenschaften der beiden Eltern. In der Folgegeneration spalten sich die Eigenschaften aber gemäss der Mendelschen Regel wieder auf und die Nachkommen der 2. Filialgeneration (F2) haben nicht mehr die überragenden Eigenschaften der F1 und sind auch nicht mehr einheitlich. Über die Krankheitsresistenz, Schossfestigkeit oder Lagerbarkeit der verschiedenen auftretenden Typen, lässt sich keine Vorhersage treffen. Sie sind in zufälliger Kombination auf die Nachkommen verteilt. F1-Hybriden sind Spitzensorten mit einer Kombination aus verschiedenen Resistenzen, guter Schossfestigkeit und weiteren positiven Eigenschaften. Im Gegensatz zu samenfesten Sorten können F1-Hybriden im Hausgarten nicht sortenrein vermehrt werden. Die sortenechte Saatgutgewinnung bei allen Arten ist ohnehin sehr schwierig, weil dafür Fremdbestäubung durch anderen Kohl oder von Rapsfeldern in der Umgebung ausgeschlossen werden muss. Um F1-Hybriden zu gewinnen, muss der Züchter auch Selbstbestäubung bei den Mutterpflanzen unterbinden. Das geschieht traditionell durch das Kastrieren der Blüten mit der Hand. In den 1970er wurde mithilfe von Zellfusion die cytoplasmatische männliche Sterilität (CMS) aus anderen Pflanzen in Kohlgewächse eingekreuzt. So entstanden Mutterlinien, deren Pollen nicht auf der Narbe keimen kann. Dadurch sinken Arbeitsaufwand und Kosten bei der Produktion von Kohl-Hybrid-Saatgut. Gemüsesorten, die ohne den Einsatz von Gentechnik entwickelt wurden, sind auf einer Positivliste mit CMS-freien Gemüsesorten zu finden. Darunter findest du unter anderem die samenfeste Chinakohl-Sorte ‚Michihili‘ und die Hybride ‚Chorus‘ F1.