Kürbis Pflanzen gehört zu jenen gärtnerischen Tätigkeiten, die bereits seit Jahrtausenden ausgeübt werden, und zwar mit stets wachsender Begeisterung. Kein Wunder: Kürbisse sind ein leicht zu kultivierendes Gemüse, bringen riesige Erträge (5-15 kg pro Pflanze), die Früchte sind einfach zu lagern und sehr vielseitig verwendbar. Von der Art und Weise, wie er durchgeführt wird, ist der Anbau von Kürbissen vergleichbar mit dem von Gurken oder Melonen, ist jedoch weniger heikel. Mit unserer Lubera® Kulturanleitung gelingt es jedem passionierten Hobbygärtner, das Optimum aus seinen Kürbis Pflanzen herauszuholen.
Inhaltsverzeichnis
- Kürbis ist nicht gleich Kürbis…
- Zierkürbis vs. Speisekürbis
- Die beliebtesten Lubera® Kürbis Sorten
- Kürbis pflanzen: Standort mit Bedacht wählen
- Boden
- Kürbis pflanzen im Topf: Ist das möglich?
- Diese Pflege brauchen Kürbis Pflanzen im Kübel
- Aussaat oder Jungpflanzen?
- Kürbisse aussäen
- Direktsaat ins Beet
- Eigene Samen zur Weiterkultur im Folgejahr?
- Kürbis pflanzen – Vorbereitung
- Zeitpunkt
- Kürbis pflanzen: So geht´s
- Pflege von Kürbissen im Beet
- Giessen
- Kürbis Pflanzen düngen?
- Entspitzen
- Hilfe, es bilden sich keine Kürbisse!
- Ernte
- Merkmale von reifen Kürbissen
- Lagerung
- Kürbis Verwendung
- Kürbisse Schädlinge
Kürbis ist nicht gleich Kürbis…
Gemeinhin spricht man von 'dem Kürbis'. Dabei ist es unerheblich, ob er verzehrt wird, eine gruselige Halloween-Deko werden soll oder sich einfach nur in seiner vollen Schönheit präsentieren soll. Diese Namensgebung ist zwar an für sich korrekt, jedoch haben es die attraktiven Früchte verdient, dass sie ein wenig näher klassifiziert werden. Dabei geht es nicht nur um die enorme Sortenfülle, sondern vor allem um die fünf verschiedenen Gruppen, in welche die Gattung Cucurbita eingeteilt wird. Aus gärtnerischer Sicht sind davon drei relevant:
- Riesenkürbisse (Cucurbita maxima), welche die grössten Vertreter ihrer Art sind. Sie können in Gartenkultur Durchmesser von 80 cm und ein Gewicht von 50 kg (und mehr!) erreichen.
- Gartenkürbisse (Cucurbita pepo) klettern oder kriechen durch so manchen heimischen Garten, wobei ihre Triebe bis zu 10 m lang werden können.
- Zucchetti/Zucchini (Cucurbita pepo var. Giromontiina) gehören ebenfalls zu den Speisekürbissen und sind als eine Unterform der Gartenkürbisse anzusehen.
In der Praxis hingegen ist die Einteilung einfacher: hier wird lediglich zwischen Speise- und Zierkürbissen unterschieden.
Zierkürbis vs. Speisekürbis
Was unterscheidet Zierkürbisse von Speisekürbissen? Ganz klar: die Essbarkeit! Während erstere nur anzuschauen sind, kann man die Speisekürbisse zu allen möglichen Gerichten verarbeiten. Zierkürbisse sind zudem häufig kleiner, bunter und haben eine bizarre Wuchsform. Doch sind das wirklich die einzigen Unterschiede? Wir haben für Sie recherchiert:
Speisekürbis | Zierkürbis | |
Fruchtfleisch | gelb oder rot | kaum oder nur wenig vorhanden |
Geschmack | würzig, süss, intensiv aromatisch | bitter |
Giftig | nein | ja |
Nun lassen sich leider auf den ersten Blick die Zierkürbisse nicht immer von den essbaren Sorten unterscheiden. Hier kann ein kleiner Trick helfen: aus einem rohen Kürbis ein kleines Stückchen herausschneiden und probieren. Wenn es bitter schmeckt, dann handelt es sich um einen Zierkürbis, dessen Bitterstoff Cucurbitacin nicht nur unangenehm schmeckt, sondern auch Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen kann.
Die beliebtesten Lubera® Kürbis Sorten
Der eine liebt die Eule, der andere die Nachtigall. Dies ist bei Kürbissen nicht anders: während manch einer sie ausschliesslich aufgrund ihres Zierwertes kultiviert, möchte der andere einen möglichst hohen Ertrag erzielen, während der Dritte sie nur anbaut, weil es ihm Spass macht. Genau so unterschiedlich wie die Intentionen sind auch die verschiedenen Kürbis Sorten. Wir möchten Ihnen die beliebtesten Kürbisse aus unserem Sortiment vorstellen, um Ihnen die Auswahl ein wenig zu erleichtern:
Bild: Bischofsmütze, der ein sehr interessantes Aussehen hat und seinen Namen zu Recht verdient. Trotz dieser fantastischen Optik zählt er nicht zu den Zier-, sondern zu den Riesenkürbissen und ist somit essbar.
Bild: Green Jugin BIO, ein fantastischer Speisekürbis mit einem festen, aromatischen orangefarbenen Fruchtfleisch und einer grünen Schale, die mitgegessen werden kann. Er eignet sich hervorragend zum Kochen und Backen und besticht zudem durch seine lange Lagerfähigkeit.
Bild: Hokkaido Uchiki Kuri mit einem sehr angenehmen, nussigen Geschmack. Dieser Kürbis ist sowohl frisch als auch gekocht eine echte Gaumenfreude und zudem auch optisch sehr ansprechend.
Bild: Spaghettikürbis Stripetti, der beim Verzehr wahre begeisterungstürme hervorrufen wird: in gekochtem zustand sieht sein Fruchtfleisch aus wie Spaghetti, was zu völlig neuen Verarbeitungsmöglichkeiten führt. Zudem ist die Pflanze sehr ertragreich und – was auch nicht ganz unwichtig ist – bringt wunderschöne Früchte hervor.

Bild: Trompetenkürbis Trombetta die Albenga, der sowohl einen hohen Zierwert besitzt als auch essbar ist. Da er keine Kerne enthält, ist die komplette Zucchini voller saftigem, köstlichem Fruchtfleisch.
Sie können Sich nicht entscheiden, welchen Zierkürbis Sie gerne kultivieren möchten? Dann nehmen Sie einfach unsere Saatgut-Mischung und lassen sich überraschen…
Kürbis pflanzen: Standort mit Bedacht wählen
Zum Kürbis Anbauen wird Platz benötigt – viel Platz. Eine Pflanze benötigt mindestens einen Quadratmeter, besser noch zwei, damit sie sich perfekt entwickeln und wachsen können.
So ein stattlicher Kürbis kann nur seine Grösse erreichen, wenn er es warm hat. Dies wiederum geht am besten bei Sonnenschein; demzufolge sollte der gewählte Standort möglichst vollsonnig gelegen sein. Dieser kann gerne etwas geschützt sein, was vor allem bei zarten Jungpflanzen sowie in jenen Fällen geraten wird, in denen die Pflanzen klettern sollen/können/dürfen. Ein zu windiges Plätzchen würde die Triebe im wahrsten Sinne des Wortes umhauen, was nun wirklich niemand so gerne möchte…Andererseits – und das ist wiederum die Crux an der Sache – trocknet in einer offenen, windigen Lage die ausgewachsene Kürbis Pflanze mit ihren dichten Ranken und Blättern besser ab. Das verzögert die Verbreitung des Echten und Falschen Mehltaus. Vor die Wahl gestellt – windig oder nicht windig – ist immer die 'windigere' Pflanzstelle vorzuziehen, da die langfristige Gesundheit der Pflanze oberste Priorität hat.
Ein weiteres Kriterium ist bei der Standortwahl zu beachten: die Fruchtfolge. Da Kürbisgewächse Starkzehrer sind, sollten etwa fünf Jahre vergehen, bis sie wieder an derselben Stelle kultiviert werden können.
Boden
Wie soeben erwähnt, sind Kürbis Pflanzen Starkzehrer, haben also einen hohen Nährstoffbedarf. Um diesen zu decken, sollte der Boden nährstoffreich sein und zudem Wasser speichern können. Sowohl bei schweren als auch bei leichten Böden mach es Sinn, vor der Pflanzung Kompost oder Lubera´s Fruchtbare Erde Nr. 2 (1 Sack für 2-3 Pflanzen) einzubringen. Bewährt hat sich bei der Pflanzung auch die Zugabe von Frutilizer® «Natürlich», Luberas Langzeitdünger aus Schafwollpellets (2-3 Esslöffel pro Pflanze). Diese werden in die Erde gedrückt und beginnen nach 2-3 Wochen ihre Nährstoffe abzugeben; genau dann, wenn sie von der wachsenden Jungpflanze gebraucht werden. gewitzte Kürbisliebhaber pflanzen Kürbisse auch gerne an den Rand eines (gut gelagerten) Komposthaufens oder sogar ganz darauf: so wird nicht nur Platz im Gartenbeet gespart, sondern die Pflanze profitiert auch vom düngergesättigten «Abwasser» des Komposthaufens.
Lubera®-Tipp: Als besonderes Schmankerl das Beet mit einer Gründüngung vorbereiten!
Kürbis pflanzen im Topf: Ist das möglich?
Betrachtet man die üppig wachsenden Kürbis Pflanzen und deren riesige Früchte, so kann man sich kaum vorstellen, dass sie auch in einem Pflanzgefäss gedeihen können. Doch dies ist tatsächlich möglich. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass ein Kübel verwendet wird, der ein Volumen von mindestens 60 Litern fassen kann. So bietet er nicht nur genügend Platz, sondern auch ausreichend Stabilität. In dieses Gefäss wird unten eine Drainage aus Kies oder Tonscheren gelegt, welche anschliessend mit einem luft- und wasserdurchlässigen Vlies abgedeckt wird. Als Substrat empfehlen wir eine reichhaltige Erde, beispielsweise Luberas Fruchtbare Erde Nr. 1. Wie bei der Beetpflanzung gilt auch für die Topfkultur: ein sonniger Standort ist unabdingbar – allerdings nicht sofort. Jungpflanzen sollten sich zunächst einmal an das Leben im Freien und das dortige Klima gewöhnen und nicht gleich einen Hitzeschock erleiden (soweit dies Mitte Mai möglich ist). Dies geht am bestens, indem der Kübel zunächst für etwa eine Woche an einem geschützten Standort platziert wird, bevor er seinen endgültigen, sonnendurchfluteten Platz bekommt.
Lubera®-Tipp: Kübel auf einem Pflanzenroller platzieren, damit er später besser zu transportieren ist.
Diese Pflege brauchen Kürbis Pflanzen im Kübel
Ist die junge Kürbis Pflanze eingepflanzt worden, muss sie grosszügig gewässert werden. Wer möchte, kann bereits jetzt eine Kletterhilfe installieren, damit das Pflänzchen gleich weiss, wo es langgehen soll… Alternativ kann man damit auch warten, bis es etwas grösser geworden und somit mehr nach Kürbis aussieht…
Kürbisse mögen keine Staunässe, dürfen aber auch nicht austrocknen, da dies zwangsläufig zu einem Wachstumsstopp führen würde. Mässige, aber regelmässige Wassergaben sind demzufolge ratsam. Dabei sollte keinesfalls Wasser auf die Blätter gelangen, da dies zu Mehltau und anderen Erkrankungen führen kann.
Nährstoffe dürfen keinesfalls fehlen, damit es zu einem hohen Ertrag und grossen Kürbissen kommt. Ideal ist abgelagerter Kompost, der in zweiwöchigem Rhythmus unter das Substrat gemischt wird. Alternativ können auch organische Dünger verabreicht werden.
Aussaat oder Jungpflanzen?
Das leidige Thema, dem wir alle uns jedes Jahr aufs Neue stellen: Aussaat durchführen oder doch lieber Jungpflanzen kaufen? Kürbisse (und andere Pflanzen natürlich aus) auszusähen und mitanzuschauen, wie sie wachsen und gedeihen, erfüllt uns mit Stolz, macht jedoch auch Arbeit. Eine gekaufte Jungpflanze wächst uns vielleicht zunächst nicht so ans Herz wie selbstgezogene Pflänzchen, hat jedoch den Vorteil, dass der Start mit ihr einfacher ist und schneller geht. Ein ausgesuchtes Sortiment für den Speisekürbis gibt es im Lubera® Shop.
Kürbisse aussäen
Wer sich dazu entschlossen hat, die Panzerbeeren (ja, so nennt man die wunderschönen Kürbisse tatsächlich) zu kultivieren, kann diese Kultur sehr leicht durch eine Aussaat starten. Hierfür wird ein armer, heller Standort benötigt, damit sich die Sämlinge kräftig entwickeln. Ein warmes Fensterbrett mit einer Heizung darunter ist beispielsweise sehr gut geeignet; auch in einem Gewächshaus kann man Kürbisse aussäen.
Dies geschieht etwa 4-5 Wochen vor dem gewünschten Pflanztermin. Der Zeitraum ist deswegen so terminiert, da man davon ausgehen kann, dass innerhalb dieser Zeit die Jungpflanzen die richtige Grösse für die Beet- oder Kübelkultur haben. Wer jedoch eine Direktsaat wünscht, muss sich ein wenig gedulden: erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) kann diese erfolgen.
Vor der geplanten Aussaat können die Kürbissamen für einen Tag in lauwarmes Wasser gelegt werden, um die Keimung zu beschleunigen. Dies ist jedoch eine freiwillige Option und kein Muss…
- Pflanzgefässe mit Anzuchterde füllen
- Pro Topf einen Samen zwei Zentimeter tief in das Substrat stecken, wobei die abgeflachte Seite des Kerns nach unten zeigen sollte
- Erde andrücken und befeuchten
- Töpfchen an den gewählten Standort stellen
Es kann hilfreich sein, die Anzuchtgefässe mit einer durchsichtigen Folie abzudecken, um ein angenehmes Klima für die Keimung zu schaffen. Diese Folie muss jedoch täglich gelüftet werden, damit es nicht zur Schimmelbildung kommt.
In der Folgezeit muss das Substrat immer leicht feucht gehalten werden. Wenn sich die ersten Keimlinge zeigen, können die Töpfchen etwas kühler gestellt werden. Es ist jedoch empfehlenswert, ihnen ihr angestammtes warmes Plätzchen weiterhin zu gönnen.
Direktsaat ins Beet
Wer seine Kürbisse direkt in einem vorbereiteten Beet aussäen möchte, kann dies nach den Eisheiligen tun. Kleine Mulden mit einer Tiefe von etwa 2 cm sind ideal für das Saatgut. Hierbei ist zu bedenken, dass die Pflanzen an jener Stelle verbleiben werden, an der man sie aussät. Dies bedeutet: ausreichend Abstand halten!
Es wird gelegentlich empfohlen, jeweils zwei oder drei Kerne zusammen in ein Loch zu geben und später nur die kräftigste der Jungpflanzen zu behalten. Kann man machen, jedoch ist es auch bei der Direktsaat sinnvoller, jedem Samen sein eigenes Löchlein zu gönnen. Die Gefahr ist einfach zu gross, dass beim Entfernen ihrer Verwandten die Wurzeln der verbliebenen Pflanze beschädigt werden, so dass man im Endeffekt dann gar keinen Kürbis mehr hat.
Eigene Samen zur Weiterkultur im Folgejahr?
Als echter Kürbisliebhaber hat man aus der Vorjahresernte für gewöhnlich jede Menge Kerne zur Verfügung, die für die Aussaat verwendet werden können. Denkt man zumindest. Leider ist sicherheitshalber davon abzuraten, im eigenen Garten für die Weiterkultur von Esskürbissen selber Samen zu gewinnen. Wenn es unbemerkt, also äusserlich nicht feststellbar, zu einer Kreuzbefruchtung von Speiskürbissen durch giftige Zierkürbisse kommt, werden auch die Früchte der nächsten Generation Cucurbitacine enthalten… Also besser wieder frische Samen oder Jungpflanzen von Lubera® kaufen.
Kürbis pflanzen – Vorbereitung
Damit die Kürbisse ideale Bedingungen bekommen, sollte die Erde vor dem Pflanzen wie oben beschrieben angereichert werden. Ist dies geschehen, steht einer erfolgreichen Kultur nichts mehr im Wege.
Zeitpunkt
Frühestens Ende April sollte ausgepflanzt werden; es ist jedoch sicherer und somit sinnvoller, damit bis nach den Eisheiligen zu warten. Ein bedeckter Himmel am Pflanztag bietet sich insofern an, als dass dadurch die Sonnenbrand-Gefahr minimiert wird.
Lubera®-Tipp: Zum Zeitpunkt des Auspflanzens sollten die jungen Kürbisse neben den Keimblättern bereits 2-3 andere Blätter gebildet haben.
Kürbis pflanzen: So geht´s
So riesig die Pflanzen und Früchte auch werden, so empfindlich sind seine Wurzeln: diese kleinen Würzelchen, die später so viel Kraft aufwenden müssen, um die Pflanzen in der Erde zu halten und zu ernähren, sind in der Jugend noch sehr brüchig und müssen deswegen mit äusserster Vorsicht behandelt werden.
Die Pflanzung selbst sollte tief erfolgen, damit ein Wind, der an den Ranken zerrt, nicht die komplette Pflanze herausreissen kann. wenn eine diesbezügliche Gefahr gegeben ist, sollte das Beet in der Anfangszeit der Kultur vor Schneckenfrass geschützt werden.
Und noch etwas können sie als fürsorglicher Hobbygärtner tun: während der ersten 1-2 Wochen können die Pflänzchen mit Vlies vor Wind und Wetter geschützt werden. Wichtig ist, dass dieser Schutz bei Blühbeginn abgenommen wird, damit die Insekten die weiblichen Blüten bestäuben können.
Lubera®-Tipp: Kürbisse zusammen mit Stangenbohnen und Mais anbauen!
Pflege von Kürbissen im Beet
Fast neidisch kann man werden, wenn in Nachbars Garten die Kürbisse grösser und grösser werden, während sie in den eigenen Beeten eher überschaubar sind. Vielleicht liegt dies schlicht und ergreifend an nicht ausreichender Pflege, um es mal höflich zu formulieren. Ein Kürbis möchte natürlich ebenso gehegt und gepflegt werden wie andere Gewächse; nur, weil seine Früchte gigantisch sind, heisst dies nicht, dass die Pflanzen keine Unterstützung benötigen…
Diese beginnt bereits kurz nach der Pflanzung: grundsätzlich sollte sämtliches konkurrierendes Unkraut entfernt werden, damit die zunächst sehr zarten Pflänzchen nicht einfach verdrängt werden. Wer möchte, kann seine Pflanzen an einem Spalier anbinden.
Giessen
Kürbisse möchten gerne so gross werden, dass sie ihren «Pfleger» mit Stolz erfüllen können. Dies geht aber nur, wenn sie mit ausreichend Wasser versorgt werden, wobei «ausreichend» in diesem Zusammenhang ein sehr dehnbarer Begriff ist. Die Pflanzen haben ständig Durst und müssen demzufolge regelmässig gegossen werden. Dies ist wiederum mit Vorsicht durchzuführen, da kein Wasser auf die Blätter kommen sollte. Als liebevoller Hobbygärtner giesst man also ganz nahe an der Pflanze; ist man zudem noch pfiffig, nimmt man einen Blumentopf zur Hilfe. Dieser ist idealerweise aus Ton. Er wird etwa zur Hälfte in unmittelbarer Nähe der Kürbis Pflanze in die Erde gesteckt. Fortan wird das Giesswasser nur noch in besagten Topf gegeben- wir kennen dieses Procedere von der Kultivierung anderer empfindlicher Gewächse…
Lubera®-Tipp: Kürbisse morgens giessen!
Kürbis Pflanzen düngen?
Wenn das Beet bereits vor der Pflanzung vorschriftsgemäss mit Nährstoffen angereichert worden ist, so bedeutet dies bereits einen guten Start in ein glückliches, gesundes Wachstum. Damit aus glücklichen, gesunden Früchten auch grosse werden, sollten auch während der gesamten Kulturdauer gelegentlich organische Dünger verabreicht werden. Ideal ist neben Kompost unser Lubera® Frutilizer Saisondünger Plus.
Entspitzen
Nicht für jeden Hobbygärtner relevant, aber zumindest sollten wir hier das Entspitzen mal zur Sprache bringen. Bei dieser Massnahme geht es darum, wenige, dafür sehr grosse Früchte zu bekommen. Hierfür wird jede Ranke im Juli nach zwei bis drei Kürbissen abgeschnitten, wobei der Schnitt oberhalb eines Blattpaares angesetzt wird.
Alternativ ist es auch möglich, die Kürbis Pflanzen auszugeizen. Erfahrene Hobbygärtner tun dies ohnehin bei der ersten Blüte: wird diese komplett entfernt, spornt das die Pflanze zu einem fröhlichen Wachstum an, da es die Wuchskraft fördert. Darüber hinaus kann im Juni ein Einkürzen der Ranken erfolgen, bei dem jede nur noch zwei Blätter behält.
Die einfachste Möglichkeit, seinen Ertrag überschaubar zu halten, ist jedoch das Zählen von Blüten: selbstbewusste Gärtnergehen davon aus, dass sich aus jeder Blüte ein Kürbis entwickelt. Demzufolge lässt man genau so viele Blüten stehen, wie man Früchte haben möchte – der Rest wird entfernt. Dabei gilt natürlich auch: je weniger Kürbisse, desto grösser werden sie.
Bitte beachten Sie: es können sich nur Kürbisse entwickeln, wenn die Pflanze weibliche Blüten gebildet hat. Diese lassen sich gut von männlichen unterscheiden, die an langen Stielen wachsen. Beim Entfernen der Blüten also darauf achten, dass nicht versehentlich die weiblichen abgeknipst werden.
Lubera®-Tipp: Heranwachsende Kürbisse mit einem Strohbett unterlegen!
Hilfe, es bilden sich keine Kürbisse!
Gelegentlich kann es passieren, dass sich so gar keine Früchte bilden wollen, obwohl genügend Blüten vorhanden sind. Dies kann daran liegen, dass keine männlichen Exemplare vorhanden sind beziehungsweise dass diese nicht zeitgleich mit den weiblichen auftreten. Besonders auf Balkonen tritt dieses Phänomen vermehrt auf. Dort kommen häufig nicht genügend Insekten angeschwirrt, um eine Bestäubung vorzunehmen. Da sich nur aus weiblichen Blüten Kürbisse bilden, ist nun Eigeninitiative gefragt: Bestäuben. Tatsächlich ist es möglich, die Bestäubung der weiblichen Blüten selbst vorzunehmen; dies kann ganz einfach mit einem Kosmetikpinsel geschehen. Dieser wird zärtlich über die Pollen der männlichen Blüte gestrichen und danach umgehend zum Weibchen gebracht, wo die Pollen liebevoll abgelegt werden. Die Erfolgschancen sind gigantisch; nahezu jede Blüte wird so befruchtet. Wem dieses Procedere unangenehm ist oder wer keinen passenden Pinsel zur Hand hat, kann auch einfach das Männchen abpflücken und zum Weiberl tragen…
Ernte
Endlich ist es so weit die Kürbisse liegen strahlend orange, gross und verlockend in den Beeten und warten darauf, geerntet zu werden. Es lohnt sich, Kürbisse möglichst lange ausreifen zu lassen; sie werden dadurch nicht nur grösser, sondern auch besser. Der Herbst kann also bereits fortgeschritten sein, wenn man sich an die Ernte macht. Diese sollte jedoch vor dem ersten Frost eingefahren sein.
Die Ernte selbst sollte mit einem scharfen Messer durchgeführt werden, welches so angesetzt wird, dass ein etwa 10 cm langer Stiel am Kürbis verbleibt. Dieser dient nicht der Verschönerung der Optik, obwohl das ein schöner Nebeneffekt ist. Vielmehr sind die Früchte länger haltbar, wenn sie ihren Stiel behalten dürfen.
Merkmale von reifen Kürbissen
Doch ist der Kürbis wirklich reif? Diese Merkmale geben Aufschluss:
- Blätter beginnen, zu vertrocknen
- Frucht hat die sortentypische Grösse und Färbung erreicht
- Klopfprobe ergibt einen dumpfen bis hohlen Klang
- Stiel ist rillig, etwas eingetrocknet und verholzt
Lagerung
Wenn nach der Ente noch sonnige Tage zu erwarten sind, sollten die Kürbisse diese noch im Freien liegend verbringen. Die Sonne sorgt dafür, dass die Schale nachhärtet und somit noch länger haltbar ist. Doch Vorsicht: ein Regenschauer kann diesen Prozess ganz schnell wieder zunichtemachen!
In einem frostfreien Raum, in dem Temperaturen zwischen 1 Grad Celsius und 15° C herrschen, können die Kürbisse einige Monate lang gelagert werden. Danach nimmt die Fruchtqualität deutlich ab.
Kürbis Verwendung
Es gibt viele verschiedene Verwendungsmöglichkeiten für das Fruchtfleisch:
- Marmelade (in Verbindung mit anderen Früchten)
- Gratin
- Gulasch
- Kompott
- Kuchen
- Risotto
- Salat
- Suppe
Die Kerne bitte nicht ignorieren. Sie sind – in getrockneter/gerösteter Form – ideal zum Backen oder als Snack und zudem noch ausgesprochen gesund.
Kürbisse Schädlinge
Blattläuse und Schnecken sind sehr angetan von Kürbis Pflanzen, insbesondere von den jungen Trieben. Doch der von ihnen verursachte Schaden ist nicht so dramatisch wie jener, welcher durch Mäuse entsteht. Feldmäuse fressen die Früchte und höhlen den Kürbis quasi von unten her aus. Wenn der Gartenbesitzer dies bemerkt, ist es meistens für eine Rettung schon zu spät. Wühlmäuse hingegen fressen die Wurzeln der Kürbis Pflanzen, so dass diese nicht wachsen können.
frostharten Sorten beim Kürbis gibt es nicht!