Die Jakobslilie, die botanisch Sprekelia formosissima heisst ist eine wunderschöne exotische Zwiebelblume, die ursprünglich aus Mexiko stammt. Ihre feuerrote und aparte Blüte ist eine Bereicherung für jeden Balkon und jede Terrasse. In meinem Beitrag zeige ich euch die Schönheit dieser Pflanze und wie ihr sie pflanzen und pflegen könnt. Ihr werdet sehen, es ist sehr einfach!

Jakobslilien sind noch schöner, wenn man gleich mehrere pflanzt.
Inhaltsverzeichnis
Sprekelia formosissima - Wissenswertes zur Botanik
Zu den Neuentdeckungen in diesem Frühjahr gehört bei mir auf jeden Fall die Jakobslilie. Ihren deutschen Namen hat die wunderschöne Zwiebelpflanze aufgrund der Form ihrer Blüte erhalten. Diese erinnert an das Kreuz der Ritter von Sankt Jakob, wie berichtet wird. Der Gattungsname Sprekelia geht auf Johann Heinrich von Sprekelsen zurück, der in Hamburg den ersten privaten botanischen Garten gründete. Er schickte auch die ersten Jakobslilien an den Botaniker Lorenz Heister, der ihn dann als Namenspatron bei der Vergabe des botanischen Namens ehrte.

Das leuchtende Rot der Blüte ist ohne Zweifel das Markenzeichen der Jakobslilie.
Namen und Herkunft
Die Sprekelien gehören zu den Amaryllisgewächsen und sind damit mit der bekannten und beliebten Amaryllis (Hippeastrum) verwandt. So ist als ehemalige botanische Bezeichnung auch Hippeastrum formosissima bekannt. Interessant sind auch Hybriden zwischen dem Ritterstern Hippeastrum und der Jakobslilie, die hier gezeigt werden. Neben der in diesem Portrait im Vordergrund stehenden Sprekelia formosissima wird weiter noch die kleinere Sprekelia howardii unterschieden. Die Sprekelien wachsen in Mexiko und Guatemala, die man im Englischen deshalb auch als Aztec Lily bezeichnet. Dort findet man sie in felsigen Hügellandschaften, wo sie auf gut drainierten, aber nährstoffreichen Böden gedeihen. Da sie als Speicherorgan eine größere Zwiebel bildet, kann die nicht winterharte Sprekelia formosissima als Zwiebel problemlos überwintert werden. Die Zwiebel ähnelt eher einer Lilien- als einer Amarylliszwiebel, ist aber in jedem Fall gut zu lagern.

Blätter, Blütenschaft und Blüten der Jakobslilie bilden eine harmonische Einheit.
Wuchs der Jakobslilien
Beim Wuchs sind Ähnlichkeiten zur bekannten Amaryllis bzw. zum Ritterstern Hippeastrum eindeutig, aber auch nicht zu groß. Man sollte also Sprekelien und Hippeastren ziehen, um auf keine der wunderbaren Blüten zu verzichten. Die Blüte ist bei der Jakobslilie natürlich das attraktive Markenzeichen. Die schön gebogenen Blütenblätter, die im Blütenzentrum enger stehen, lassen sie besonders exotisch wirken. Die Blüte wächst auf einem langen Schaft, der dem der Amaryllis ähnelt. Sie wird mit 20 bis 40 cm nicht ganz so hoch, ist aber dennoch imposant. Dagegen sind die Blätter schmaler, dafür aber zahlreicher als bei den gängigen Amaryllissorten. Das Gute ist aber, dass die Pflanzung und Pflege der Sprekelia formosissima ähnlich kinderleicht ist wie bei Hippeastrum.

Eine der schönsten Blüten bei den Zwiebelblumen - die Jakobslilie
Sprekelisa formosissima pflanzen und pflegen
Wer schon einmal eine Amaryllis zuhause zur Blüte gebracht hat, wird keine Probleme haben, Jakobslilien zu kultivieren. Hier sind meine Pflanz- und Pflegetipps.
Die Jakobslilie pflanzen
Ihr könnt die Jakobslilien als Zwiebel kaufen und erhaltet in der Regel mehrere Exemplare pro Packung. Ideale Pflanzzeit ist das frühe Frühjahr, wenn ihr im mittleren bis späten Frühjahr draußen die Blüten der Jakobslilien genießen wollt. Ihr topft die Zwiebeln in einen großen Topf oder einen Blumenkasten, den ihr im Haus auf die Fensterbank stellt. Die Pflanztiefe ist gering, so dass der Hals der Zwiebel etwas aus der Erde ragt. Diese Pflanzung ist also ähnlich wie bei der beliebten Guernseylilie. Der Pflanzabstand ist mit ca. 15 cm eher großzügig, damit bei mehreren Pflanzen jede einzelne Blüte zur Geltung kommt.
Die Erde ist durchlässig und eher kalkhaltig. Ihr könnt eine normale, torffreie Blumenerde verwenden und etwas Sand untermischen. Wichtig ist der Wasserabfluss und die Vermeidung von Staunässe, damit die Blumenzwiebeln nicht faulen. Nach der Pflanzung bedanken sich die Jakobslilien mit baldigem Austrieb für einen Platz auf der Fensterbank bei Temperaturen zwischen 20° und 25° C. Nach dem Einpflanzen der Zwiebel wird einmal gründlich angegossen, danach braucht Sprekelia formosissima bis zum Austrieb nur wenig Wasser.
Die Kultur auf Balkon und Terrasse
Wenn die Pflanze ausgetrieben ist und die Temperaturen im Freiland im zweistelligen Bereich angekommen sind, könnt ihr sie auch sehr gut auf Balkon und Terrasse stellen. Dort braucht die Jakobslilie einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz, da sie sonst sehr schnell austrocknet. Entprechend braucht sie in der nun anstehenden Blütezeit auch etwas weniger Wasser. Ein heller, aber nicht vollsonniger Standort verlängert auch die Blüte, die bei voller Sonne sehr schnell zu Ende ginge.
Wenn die Blüte verwelkt ist, bleibt die Jakobslilie weiter draußen und wird auch mit Wasser und Dünger versorgt. Als Dünger könnt ihr einen handelsüblichen Topf- oder Kübelpflanzendünger verwenden und nach Angaben des Herstellers alle 14 Tage düngen. Ab Ende Juli sollte das Gießen und Düngen peu à peu zurückgeführt werden, damit sich die Blätter zurückbilden.
Jakobslilien überwintern
Wenn die Blätter welken, kann der Topf vollständig ausgetrocknet werden. Dazu holt man ihn zur Überwinterung von Sprekelia formosissima am Besten rein und stellt ihn in den Keller. Dort oder an einem anderen Überwinterungsplatz sollte die Temperatur nicht unter 15° C liegen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann die Zwiebel auch nach dem vollständigen Abtrocknen der Erde herausnehmen und in Zeitungspapier eingepackt dunkel und trocken lagern. Beim Auspflanzen lassen sich auch Brutzwiebeln gewinnen, über die man Sprekelia formosissima vermehren kann. Im nächsten Frühjahr werden die Zwiebeln neu eingepflanzt. Ihr solltet dann auf jeden Fall die Erde erneuern. So sind die Jakobslilien auch in der neuen Saison mit ausreichend Nährstoffen versorgt.
Fotos und Text: Dr. Dominik Große Holtforth
Literatur: Rob Herwig - das praktische Handbuch der Zimmerpflanzen, München 1987