Kaum ein anderes Gewächs bringt derart bizarre Blüten hervor wie die Paradiesvogelblume. Diese bestechen nicht nur durch ihre außergewöhnliche Optik, sondern verleihen der Umgebung auch ein exotisches Flair. Damit es jedoch überhaupt zu einer Blütenbildung kommt, müssen die Bedingungen optimal sein. Die Strelitzie Pflege ist nicht besonders einfach. Macht man sich jedoch die Mühe, die Ansprüche der Zimmerpflanze zu erfüllen, wird man zur Belohnung jahrelang Freude an ihr haben.
Inhaltsverzeichnis
- Strelitzie – Pflanzen-Steckbrief von Gartenbista
- Allgemeine Informationen über diese Blume
- Ist sie giftig für Menschen?
- Für Tiere?
- Giftstoffe und Symptome
- Strelitzie Pflege
- Standort
- Substrat
- Richtig pflanzen
- Umtopfen?
- Pflege Tipps
- Gießen
- Düngen
- Strelitzie Pflege – gehört Schneiden dazu?
- Vermehrung möglich?
- Aussaat
- Teilung
- Krankheiten und Schädlinge
- Pflegefehler
- Sind eingerollte Blätter Zeichen mangelnder Strelitzie Pflege?
- Tipps & Tricks zur Kultivierung
Strelitzie – Lubera Pflanzen-Steckbrief
- Blütezeit: Dezember - Januar
- Standort: hell, sonnig
- Substrat: durchlässig
- Pflanzenhöhe/-größe: 2 – 10 m
- Gießen: hoher Wasserbedarf; im Winter weniger
- Düngen: April bis August
- Schneiden: nicht notwendig
- Überwintern: bei 10° C – 14° C
- Vermehrung: Aussaat, Teilung
- Giftig: leicht giftig für Menschen und Tiere
- Heilwirkung: keine bekannt
- Krankheiten und Schädlinge: Wurzelfäule, Spinnmilben, Schildläuse
Allgemeine Informationen über diese Blume
Bei den Strelitzien handelt es sich um eine Pflanzengattung aus der Familie der Strelitziengewächse, der fünf verschiedene Arten angehören. Diese sind in den südlichen Regionen Afrikas, den Kanaren sowie Madeira beheimatet, wo sie als ausdauernde, krautige Pflanzen im Freien wachsen. Hierzulande ist dies nicht möglich. Die auch als Paradiesvogelblume bekannte Pflanze kann in Kübelkultur in Wohnräumen der Wintergärten gehalten werden, wird jedoch überwiegend als Schnittblume verwendet.

Die horstig wachsenden Strelitzien werden zwischen zwei und zehn Metern hoch und bilden grüne, aufrecht wachsende Blätter. Das Interessante sind jedoch die Blüten, die gegen Ende des Jahres aus den Blattachseln hervortreten und wochenlang verbleiben. Sie sind entweder blaugrün-weiß oder orange-blau und erinnern von der Optik her sehr an aufgestellte Federkämme von Paradiesvögeln. Betrachtet man die Blüten im Profil, wird die markante Ähnlichkeit sehr gut deutlich. Bis sich jedoch die ersten Blüten zeigen, vergehen einige Jahre: frühestens in einem Alter von vier Jahren wird die Paradiesvogelblume erstmalig blühen.
Die Strelitzie Pflege ist recht aufwändig. Damit sich Blüten bilden können, müssen die Ansprüche der Pflanze vollumfänglich erfüllt sein – und das sind nicht gerade wenig:
- Passender Standort
- Optimale Temperaturen
- Ausgewogene Düngegaben
- Winterruhe
Ist sie giftig für Menschen?
Sämtliche Pflanzenteile, besonders jedoch die Blätter und Samen, gelten als leicht giftig. Die Giftwirkung entfaltet sich jedoch erst bei Verzehr, und dann auch nur bei größeren Mengen. Hautkontakte mit Pflanzenteilen hingegen lösen keinerlei Reaktionen aus, was bedeutet, dass im Umgang mit der Pflanze keine Handschuhe getragen oder sonstige Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden müssen.
Für Tiere?
Auch für Haustiere wie Hunde oder Katzen ist die Strelitzie giftig. Ein Verzehr von Pflanzenteilen führt zu Magen-Darm-Beschwerden und Erbrechen. Tierhalter sollten sich sehr gut überlegen, ob sie tatsächlich diese außergewöhnliche, dekorative Pflanze kultivieren möchten. Zu groß ist die Gefahr, dass an den knackig aussehenden Pflanzenteilen geknabbert wird – besonders Katzen sind hierfür prädestiniert.
Giftstoffe und Symptome
Die Höchste Konzentration an Giftstoffen befinden sich in den Samen sowie den Blättern. Werden sie im Zuge der Strelitzie Pflege entfernt, sollten sie umgehend entsorgt und nicht etwa liegengelassen werden. So kann das Risiko, dass Tiere versehentlich diese Pflanzenteile verzehren, minimiert werden.
Gelangen die Giftstoffe in den Organismus, verursachen sie Magen-Darm-Störungen. Deren Schwere ist abhängig von der individuell verzehrten Menge. So kann es sein, dass manch einer „nur“ etwas Übelkeit verspürt, während größere Portionen zu erheblichen Schmerzen sowie Erbrechen führen. Tödlich sind die Pflanzenteile jedoch nicht.
Strelitzie Pflege
Am besten lässt sich die dekorative Pflanze kultivieren, wenn sie ganzjährig in Pflanzgefäßen kultiviert wird. Zwar könnte sie theoretisch den Sommer über auch ausgepflanzt im Beet verbringen, jedoch wird es dort schwieriger, ihr die optimalen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Standort

Ob im Wohnraum oder Wintergarten: die Strelitzie braucht sehr viel Licht und sollte deswegen so hell wie möglich stehen. Die Temperaturen sollten mindestens 14° C tagsüber bettragen; nach oben hin sind nahezu keine Grenze gesetzt. Die Paradiesvogelblume kommt mit Wärme sehr gut zurecht, so dass ihr auch eine Umgebung von 30° C keine Probleme bereitet.
Nach den Eisheiligen kann die Strelitzie auf die Terrasse oder in den Garten gestellt werden. Im Gegensatz zu manch anderen Gewächsen benötigt sie keine Eingewöhnungsphase, sondern kann direkt in die Sonne gebracht werden.
Den Winter über benötigt sie ein Winterquartier, welches
- hell und
- sonnig (so weit wie möglich)
ist und in dem Temperaturen zwischen 10° C und 15° C herrschen. Keinesfalls sollte es dort wärmer sein: steht die Strelitzie den Winter über zu warm, wird sie keine Blüten hervorbringen können.
Lubera-Tipp: Da Strelitzien eine hohe Luftfeuchtigkeit schätzen, gelten Bäder und Küchen als ideale Standorte!
Substrat
Die dekorativen Pflanzen bilden dicke Wurzeln, welche etwas anfällig für Wurzelfäule sind. Um diese zu verhindern, sollten sie in ein durchlässiges Substrat getopft werden. Dieses sollte zudem lehmhaltig und nährstoffreich sein. Ideal ist eine Mischung aus
- Komposterde,
- Lehmerde,
- verrottetem Stallmist, sowie
- etwas Sand.
Lubera-Tipp: Unten in das Pflanzgefäß eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton legen!
Richtig pflanzen
Bei der Auswahl des Pflanzgefäßes sollte darauf geachtet werden, dass es möglichst stabil ist. Aufgrund der erreichbaren Größe der Pflanzen sollte es keinesfalls das Gleichgewicht verlieren und umkippen. Zudem sollte es unten Löcher besitzen, durch die überschüssiges Gießwasser ablaufen kann.
Bei der Pflanzung wird zunächst die Drainage eingefüllt, danach etwas Substrat. Anschließend wird der Wurzelballen auf das Substrat gelegt, bevor weitere Erde zwischen Gefäßrand und Wurzeln gefüllt und vorsichtig angedrückt wird. Großzügig angießen.
Umtopfen?
Ein regelmäßiges Umtopfen der Strelitzie ist notwendig. Wann dies der Fall sein wird, ist individuell verschieden. Es wird zwar pauschal davon ausgegangen, dass dieses Procedere jeweils nach drei Jahren fällig ist, jedoch hängt der tatsächliche Zeitpunkt davon ab, ob das Gefäß noch ausreichend Platz und Stabilität bietet. Dies lässt sich anhand einiger Kriterien feststellen:
- Leicht an dem Pflanzgefäß rütteln. Beginnt es zu schwanken, ist es zu klein geworden.
- Kommen Wurzeln aus den Abflusslöchern am Topfboden heraus? Falls ja, muss man die Paradiesvogelblume umtopfen.
Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist das Frühjahr. Dabei ist zu beachten, dass die Wurzeln recht empfindlich sind und durch unsachgemäßes Anfassen leicht beschädigt werden können. Falls also aus irgendwelchen Gründen das an den Wurzeln hängende Substrat entfernt werden soll, ist es empfehlenswert, dies unter fließendem Wasser zu tun. Ein simples Abschütteln, welches für gewöhnlich praktiziert wird, kann bei der Strelitzie bereits Wurzelschäden verursachen.
Pflege Tipps
Strelitzien mögen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Um diese zu erreichen, können mit Wasser und Steinen gefüllte Schalen in ihrer Umgebung platziert werden. Auch ein gelegentliches Einsprühen mit Wasser ist hilfreich.
Gießen
Die Paradiesvogelblume hat einen hohen Wasserbedarf, verträgt aber weder Staunässe noch einen ausgetrockneten Wurzelballen. Bei der Dosierung der Wassergaben ist also ein wenig Vorsicht geboten. Grundsätzlich sollte immer erst dann wieder gegossen werden, wenn die oberste Erdschicht bereits angetrocknet ist. Ideal ist abgestandenes Wasser, welches möglichst Zimmertemperatur haben sollte.
Lubera-Tipp: Im Winter die Wassergaben deutlich reduzieren, ohne die Pflanze austrocknen zu lassen.
Düngen
Von April bis August sollte die dekorative Pflanze regelmäßig Nährstoffe zugeführt bekommen, damit sie sich optimal entwickeln kann. Handelsüblicher Volldünger ist vollkommen ausreichend; die herstellerseits angegebene Menge kann ein wenig reduziert werden. Zwar haben die Strelitzien einen recht hohen Nährstoffbedarf, jedoch schadet ihnen eine Überdüngung. Alternativ kann Langzeitdünger in Form von Stäbchen verwendet werden.
Achtung: Nach dem Umtopfen sollten 6-8 Wochen bis zum ersten Düngen vergehen!
Strelitzie Pflege – gehört Schneiden dazu?

Paradiesvogelblumen mögen es gar nicht, wenn sie geschnitten werden. Während diese Maßnahme bei vielen anderen Pflanzen zu einem schönen Wuchs sowie zur Blütenbildung führt, ist bei ihre eher das Gegenteil der Fall: werden die Blätter geschnitten, kann dies zu Schäden an der Pflanze führen. Ausnahmen bilden jedoch kranke, welke und vertrocknete Blätter sowie verblühte Blüten. Diese Pflanzenteile müssen zwingend regelmäßig entfernt werden, da sie Krankheiten und Schädlingsbefall hervorrufen können.
Vermehrung möglich?
Es ist tatsächlich möglich, die Strelitzie zu vermehren. Dies kann sowohl durch Teilung als auch durch Aussaat geschehen, wobei erstere Methode nicht nur wesentlich einfacher, sondern auch erfolgsversprechender ist. Zudem dauert es mindestens sechs bis sieben Jahre, bis aus Samen gezogene Strelitzien erstmalig blühen.
Aussaat
Im Fachhandel ist Saatgut erhältlich, welches zur Strelitzie Vermehrung verwendet werden kann. Dies geschieht im Sommer:
- Anzuchtgefäße mit Sand-Torf-Gemisch füllen
- Samen etwa 3 cm tief in das Substrat stecken
- Mit lauwarmem Wasser angießen
- Warmen Standort wählen
Die Erde muss immer leicht feucht sein – und das über einen langen Zeitraum. Für gewöhnlich vergehen Wochen bis Monate, bis die Samen zu keimen beginnen.
Teilung
Die Teilung erfolgt im Zuge des Umtopfens. Ein Nebenspross, der zwingend Wurzeln sowie mindestens drei Blätter besitzen muss, wird vorsichtig abgetrennt und in ein eigenes Pflanzgefäß eingepflanzt.
Krankheiten und Schädlinge
Die Paradiesvogelblume ist recht widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Bei falscher Pflege sowie unpassenden Standortbedingungen kann es jedoch zu
- Wurzelfäule
- Spinnmilben
- Schildläusen
kommen.
Pflegefehler

Wenn die Luftfeuchtigkeit zu gering ist, führt dies zu einer Schwächung der Pflanze. Schwindende Abwehrkräfte äußern sich in einem Absterben der Wurzeln, was häufig erst zu spät erkannt wird. Auch wird die Strelitzie anfälliger für Schädlingsbefall, vor allem Spinnmilben. Besonders im Winter ist die Raumluft oft zu trocken, so dass ein regelmäßiges Einsprühen der Pflanzenteile zwingend notwendig ist.
Zu viel Wasser und/oder Staunässe ist ebenfalls zu vermeiden. Es entsteht Wurzelfäule, die wiederum zum Absterben der Strelitzie führen kann.
Gelegentlich kommt es vor, dass die Blätter braune Ränder oder Flecken bekommen. Diese sind jedoch meistens kein Zeichen von falscher Strelitzie Pflege, sondern ein natürlicher Vorgang im Zuge der Alterung. Wenn diese Pflanzenteile sehr braun und/oder vertrocknet sind, sollten sie abgeschnitten werden. Dennoch sollte das Gewächs sehr genau betrachtet werden, vor allem wenn es sich um eine noch junge Pflanze handelt, da die Braunfärbung auch andere Ursachen haben kann:
- Starke Zugluft
- Überdüngung
- Wurzelfäule
- Zu trockenes oder zu nasses Substrat
- Überwinterung in zu warmen Räumen
Gelegentlich wird empfohlen, die verfärbten Ränder mit einer Schere abzuschneiden. Von einer solchen Maßnahme ist jedoch abzuraten, da sie zum einen die Paradiesvogelblume schädigen kann, zum anderen das Problem nur vertagt: nach kurzer Zeit wird sich die Schnittstelle ebenfalls verfärben.
Sind eingerollte Blätter Zeichen mangelnder Strelitzie Pflege?
Manch ein Pflanzenfreund bekommt einen großen Schrecken, wenn er plötzlich feststellen muss, dass seine Strelitzie eingerollte Blätter hat. Es besteht jedoch kein Grund zur Sorge: um die Verdunstungsoberfläche zu reduzieren und /oder um sich vor starker Sonne zu schützen, rollt das Gewächs die Blätter ein. Sobald es kühler wird, spätestens jedoch nachts, werden die Blätter wieder ausgerollt.
Tipps & Tricks zur Kultivierung

Zwar sind die Blätter dekorativ, jedoch besticht die Strelitzie überwiegend durch ihre faszinierenden Blüten. Nun kann es leider passieren, dass sich keine bilden – selbst bei Pflanzen, die bereits das entsprechende Alter erreicht haben. Dies kann verschiedene Ursachen haben:
- Zu warme Überwinterung oder fehlende Winterruhe
- Schädlingsbefall
- Beschädigungen an den Wurzeln
- Standort zu dunkel und/oder zu kalt
- Überdüngung, da die gesamte Kraft in die Bildung von Blättern gesteckt wird
Lubera-Tipp: Ein Aufenthalt im Freien im Sommer fördert die Blütenbildung!
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Strelizie