Die vielblütige Ölweide ist der Frühsommer-Star im Garten. Erfrischend süss-säuerlich und doch so anders und geheimnisvoll – zum frisch essen und zum Backen und Kochen. In diesem Artikel geben wir Ihnen Tipps zur Ernte und Verarbeitung der Elaeagnus multiflora. Im Lubera Shop können Sie die vielblütige Ölweide kaufen und sich bequem nach Hause liefern lassen.
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Inhaltsverzeichnis
- Wie man die vielblütige Ölweide erntet
- Wie verwendet man eine Pointilla Cherrific? Tipp Nr. 1: Frisch essen!
- Was macht man mit der Ernte der roten Beeren, wenn man genug genascht hat? Tipp Nr. 2: Püree kochen!
- Die seltenste Marmelade der Welt
- Pointilla-Eis mit und ohne Laktose
- Pointilla mal scharf und würzig
- Konfitüre mit Pointilla und duftenden Rosenblättern
- Feigenchutney mit Pointilla-Mus
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Thema: Rezepte, Kochen, Essen
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Thema: Gartentipps
Jetzt – je nach Region Ende Juni bis Anfang Juli – ist die Zeit gekommen, die frühe, essbare Ölweide, die "Pointilla Fruithunters Cherrific" zu ernten. Genauso wie ihre gleichfalls leckeren Cousinen, die im Spätsommer und Herbst erntereif sind, punktet die vielblütige Ölweide mit Geschmack und einer immensen Fülle an Antioxidantien und Vitaminen, wenn sonst nur wenig im Garten erntereif ist. Dabei ist der Strauch auch noch malerisch anzusehen und mit einer Endhöhe von unter zwei Meter auch noch gut mit einem Netz gegen räuberische Amseln und Co. einzuwickeln.
Video: Pointilla 'Cherrific' – der Beerenstrauch der Superlative
Wie man die vielblütige Ölweide erntet
Eines vorweg: Wir reden hier von einer vielblütigen Ölweide, die auch reichblütige Ölweide, essbare Ölweide und Kirschölweide genannt wird, lateinisch Elaeagnus multiflora. "Pointilla Fruithunters Cherrific" ist eine Lubera Bezeichnung, die sehr viel besser beschreibt, worum es sich eigentlich handelt, eine Beere mit vielen, kleinen, niedlichen Pünktchen, die "terrific" schmeckt und leckere Mini-Cherries hervorbringt. Das "Fruithunter" im Namen ehrt die Personen, die diese aussergewöhnliche Wildfrucht in der Wildnis Asiens gefunden haben, die beiden amerikanischen Pflanzenjäger und Freunde von Lubera-Chef Markus Kobelt, Lorraine Gardner und Jim Gilbert.
Dass diese Beiden genau diese vielblütige Ölweide von ihren ausgedehnten Pflanzenfinderreisen mit nach Hause genommen und angebaut haben, ist leicht zu verstehen, denn die kleinen Beeren an ihren (für die Frucht) langen Stielen sehen hübsch aus, lassen sich super einfach ernten und dann frisch vernaschen. Man muss nicht fürchten, wie bei anderem Wildobst, auf Widerstand zu stossen, denn diese frühe Art der essbaren Ölweide zersticht uns nicht die Hände wie die Berberitze, hat keine pieksigen Blätter wie die Mahonie und sitzt auch nicht wie festgeklebt an den Zweigen wie der Sanddorn. Die Früchte der Pointilla Cherrific streicht man ganz einfach und leicht mit den Fingern von ihrem Stiel ab. Sitzen sie zu fest, sind sie noch nicht ganz erntereif, so einfach ist das. Und sie ist auch einzelfruchtweise einfacher zu ernten als ihre Verwandten im Herbst, denn die sitzen (wenn auch ebenso locker) sehr viel enger am Zweig und auch viel dichter, so dass beim Ernten immer gleich eine ganze Menge in die Hand purzelt – was durchaus viele Vorteile hat. Wer aber lieber ab und zu ein paar Früchte naschen will, der pickt sich auch lieber gezielt die grössten und verlockendsten Früchte aus dem Busch. Ein Effekt, wie man ihn z.B. auch bei der Cassissima Black Marble hat. Auch hier kann man wunderbar einzelne Beeren herauspflücken, im Gegensatz zu einer roten Johannisbeere, die man meist in Trauben erntet. Und wie Black Marble, die grösser ist als ihre Cassissima-Verwandten, so ist auch die vielblütige Ölweide Pointilla 'Cherrific' etwas grösser als ihre herbstlichen Cousinen (und auch ein klein wenig länglicher).
Bild: Die langen Stiele lassen die Cherrifics erst recht wie Kirschen aussehen.

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Wie verwendet man eine Pointilla Cherrific? Tipp Nr. 1: Frisch essen!
In den ersten Jahren nach der Pflanzung, wenn der Busch noch relativ klein ist, wird es garantiert keine Beere in die Küche schaffen, sondern alle werden gleich nach dem Pflücken in den Mund wandern. Dieser aussergewöhnliche Geschmack, diese Süsse gepaart mit ein wenig Säure im Hintergrund, macht immer Lust auf mehr und man hört so schnell nicht auf mit der kleinen, schnellen Armbewegung vom Strauch hin zum Mund. Der Geschmack lässt sich schwer beschreiben, er ist einfach ANDERS im besten Sinne des Wortes. Und genau deswegen passt die frühe, vielblütige Ölweide so gut in den Garten, denn dort wollen wir ja verschiedene Geschmäcker haben, die Unterschiede der Beeren herausschmecken und etwas ernten, was es NICHT im Supermarkt gibt. Der Kern, den alle Pointillas haben, ist übrigens sehr weich und man kann ihn zerbeissen und mit herunterschlucken, ohne dass es stören würde.
Was macht man mit der Ernte der roten Beeren, wenn man genug genascht hat? Tipp Nr. 2: Püree kochen!
Hat man mehrere Sträucher gepflanzt oder sind sie mittlerweile zu gross geworden, als dass man alle Beeren auf einmal naschen könnte, ja, dann kann man anfangen, die roten Früchte zu anderen kulinarischen Highlights zu verarbeiten. Am besten bereitet man ein Püree, ein Mus vor, dass dann zu vielen Gerichten gereicht werden kann oder aber miteingearbeitet wird. Dazu die Früchte mit ein wenig Wasser kurz kochen, damit sie weich werden und dann durch ein Sieb streichen oder – noch einfacher – durch die Flotte Lotte. So hat man die weichen Kerne entfernt, die witzigerweise beim Frischverzehr kein Problem darstellen, aber in der Marmelade oder im Chutney stören können.
Dieses Fruchtmus, das Püree, kann man dann gleich weiterverarbeiten oder aber haltbar machen: Entweder mit etwas Gelierzucker laut Anleitung auf der Verpackung aufkochen, die Masse heiss in ausgekochte Gläser füllen, ein paar Minuten auf den Kopf stellen, umdrehen und dann auskühlen lassen. Oder aber ohne Zucker einfrieren, denn mit dem ungesüssten Püree lassen sich später noch viele weitere Dinge backen und kochen, auch scharfe, gewürzte Gerichte verfeinern.
Bild: Pointilla 'Cherrific' Beeren mit noch unreifen Redlove 'Calypso' Äpfeln: Später im Sommer vereint als Marmelade bzw. Kompott ein Dreamteam!
Die seltenste Marmelade der Welt
Hat man Pointilla Mus im Gefrierschrank, kann man im Spätsommer, wenn die Redlove Äpfel reifen, eine phantastische, einzigartige Marmelade kochen, mit einer Farbe, die man sonst nirgendwo findet. Einfach das Pointilla-Püree mit den geschälten, entkernten Apfelstücken aufkochen, Zitronensaft hinzugeben und mit Gelierzucker laut Packungsanweisung verarbeiten. Weil Äpfel dabei sind, braucht man auch nicht so viel Zucker wie bei anderen Früchten. Gläser mit dieser leuchtenden Marmelade (bzw. Kompott) sind ein hervorragendes Geschenk für liebe Freunde und Familie!
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Pointilla-Eis mit und ohne Laktose
Das Cherrific-Püree kann ausserdem sofort (ohne den extra Schritt des Einfrierens) zu einem Eis verarbeitet werden, entweder als Milch-Sahne-Eis oder als Sorbet ohne Laktose. Rezepte, die mit anderem Obst funktionieren (siehe Internet) eignen sich auch alle für das Pointilla-Püree Oder aber man kocht das Mus mit etwas Zucker auf und gibt einen grosszügigen Klecks auf eine Kugel Vanilleis, obenauf noch ein paar frische Cassissima Black Marble, ein Blatt Minze, fertig ist der Eisbecher der besonderen Art. Oder man träufelt das Püree (gerne auch mit einen Schuss Ahornsirup versüsst) über einen lauwarmen, selbstgemachten Käsekuchen: Genuss ohne Worte!
Das frische Pointilla-Mus ergibt auch ein wunderbares Fruchtleder, das Pascale Treichler beschrieben hat.
Pointilla mal scharf und würzig
Das gefrorene Pointilla-Mus kann auch wieder aufgetaut werden, wenn die ersten Lubera-Tomaten und Lubera-Paprika im Garten reif werden, denn zusammen mit Zwiebeln und Gewürzen wie Muskat, Koriander, Chilipulver und Ingwer ergeben sie ein herrliches, deftiges Chutney, das phantastisch auf Schwarzbrot mit Ziegenkäse schmeckt. Einfach mal experimentieren, ein genaues Rezept braucht man nicht und wer eines braucht, der kann "Tomaten-Chutney" googeln und nach Geschmack das Pointilla-Mus hinzugeben. Dazu eignet sich auch das gesüsste Püree hervorragend, denn ein Chutney braucht auch immer etwas Zucker, besonders, wenn man Chili mitverarbeitet. Denn – nicht wahr – ein aussergewöhnlich guter Geschmack, eine Geschmacksexplosion im Mund, wird geboren von den Gegensätzen süss, sauer, bitter, scharf: Von allem etwas und es entsteht ein kulinarischer WOW-Moment.
Eine weitere würzige Variante entsteht, wenn man das Püree einfach nur mit Gewürzen und Salz verrührt, etwas Creme Fraiche oder Frischkäse unterrührt und es als Sossenklecks auf ein kurzgebratenes Steak träufelt oder warm in einer kleinen Schale zur Festtagspute serviert (ähnlich der berühmten Cranberry-Sosse bei einem amerikanischen Thanksgiving Dinner).
Man kann das frisch hergestellte (ungewürzte) Pointilla-Püree auch unter seinen Morgen-Joghurt rühren, eventuell mit einem Klecks Honig verfeinern, oder das Püree unter die sommerliche Erdbeergrütze mischen, als kleine "geheime+ Zutat, die diesen Klassiker aufpeppt.
Wem dies alles zu süss oder zu aufwendig ist, der kann die frischen Früchte zusammen mit Johannisbeeren in allen Farben aus dem Garten mit dem Juicer entsaften, gerne auch mit Gurken und evtl. Stangensellerie, um eine Entgiftungskur für den Körper herzustellen. Gesünder geht’s nun wirklich nicht! Wer es etwas weniger gesund, dafür aber umso lustiger mag, der kann den Pointilla-Saft in Eiswürfel-Formen einfrieren und dann jeweils zwei zu einem fruchtigen Sommercocktail dazutun.
Bild: Cherrifics machen immer eine Figur, auch mit Blumen.
Konfitüre mit Pointilla und duftenden Rosenblättern
- 500 Gramm Pointilla-Püree
- 250 Gramm Gelierzucker (2:1)
- 1 Handvoll unbehandelte Duftrosenblätter aus dem Garten
- 1 Esslöffel Zitronensaft
Den Gelierzucker mit den Rosenblättern mischen und im Mixer (alternativ mit dem Rührstab) gründlich zerkleinern. Das Pointilla-Mus und den Zitronensaft hinzugeben, verrühren und die Masse über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag wird die Masse dann in einem Topf aufgekocht (es muss kurz sprudeln) und dann wird unter ständigem Rühren bei kleiner Flamme ein paar Minuten weitergeköchelt. Wer sicher gehen will, dass es gut geliert, macht eine Gelierprobe und füllt danach alles in ausgekochte Gläser, stellt diese auf den Kopf für ein paar Minuten, wendet sie und lässt sie auskühlen. Tipp: Bei den Rosenblättern muss es sich um unbehandelte Blüten handeln (bio also) und vor allem, sie müssen von Duftrosen stammen. Rosen ohne Duft eignen sich nicht für die Küche – denn sie schmecken logischerweise nach nichts.

Feigenchutney mit Pointilla-Mus
- 500 Gramm frische Feigen
- 1 Apfel
- Ca. 200 Gramm Pointilla-Mus (nach Geschmack auch mehr)
- 1 rote Zwiebel
- Ein kleines Stück frischer Ingwer
- 150 Gramm brauner Zucker
- 1 Esslöffel Olivenöl
- 5 Esslöffel Balsamico-Essig
- Nach Wunsch gleiche Menge Rotwein
- Jeweils eine Prise Thymian, Zimt, Nelken, Muskat, geriebene Zitronenschale – alles, was gefällt
Die Zwiebel kleinhacken, in einer beschichteten Pfanne andünsten und mit dem Zucker karamellisieren lassen. Die in Würfel geschnittenen Feigen sowie den geschälten, gewürfelten Äpfel zusammen mit dem gerieben Ingwer in die Pfanne zu der Zwiebel geben und mit Essig und ggf. Rotwein ablöschen und dann Pointilla-Mus und Gewürze hinzugeben. Kurz aufkochen, dann bei geringer Hitze und unter Rühren 10 Minuten weiterköcheln, bzw. so lange, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist, danach wie oben beschrieben in ausgekochte Gläser füllen (vorher das genaue Abschmecken nicht vergessen).
Und wem jetzt das Wasser so im Munde zusammengelaufen ist, dass er sofort die vielblütigen Ölweiden, die vielseitigen Pointilla Cherrifics pflanzen will, der findet im Artikel von Markus Kobelt "Die essbare Ölweide" noch mehr Tipps.