
Das rote Leimkraut (Silene dioica) ist eine auffällige und sehr pflegeleichte Pflanze, die in Gruppen gepflanzt am besten zur Geltung kommt und mit ihren zahlreichen roten Blüten besticht. Sie blüht den ganzen Sommer hindurch und sorgt so für frische, bunte Farben im Garten.
Inhaltsverzeichnis
- Rotes Leimkraut (Silene dioica): Pflegetipps für Schnellleser
- Wissenswertes über das rote Leimkraut
- Rotes Leimkraut (Silene dioica) Standort
- Rote Leimkraut Boden
- Rotes Leimkraut Bilder-Galerie
- Rotes Leimkraut pflanzen
- Rotes Leimkraut pflegen
- Rotes Leimkraut schneiden
- Die Vermehrung des roten Leimkrauts
- Rotes Leimkraut überwintern
- Rotes Leimkraut: Krankheiten und Schädlinge
- Das rote Leimkraut als Heilpflanze
- Rotes Leimkraut – eine heimische Wildpflanze, die sich auch im Garten gut macht
Rotes Leimkraut (Silene dioica) – Steckbrief von Gartenbista
Rotes Leimkraut (Silene dioica): Pflegetipps für Schnellleser
- Blütezeit: April bis September
- Standort: sonnig bis halbschattig, warm
- Boden: feucht bis nass, kalkhaltig, lehmig
- Pflanzzeit: Frühjahr
- Pflanzen: vor dem Pflanzen gut wässern
- Kübelhaltung: möglich, aber nicht unbedingt geeignet
- Vermehrung: Aussaat
- Aussaatzeit: Frühjahr
- Gießen: feucht halten
- Düngen: nicht notwendig
- Blütenpflege: nicht notwendig
- Schneiden: nach der Blüte
- Überwinterung: winterhart
- Krankheiten: keine
- Schädlinge: keine
Wissenswertes über das rote Leimkraut

Das rote Leimkraut, das auch als rote Lichtnelke bekannt ist, ist in ganz Eurasien beheimatet, und auch in Deutschland ist es oft in der freien Natur anzutreffen. Es wächst bevorzugt an Waldrändern und auf feuchten Wiesen, am liebsten in der Nähe eines Teichs oder Bachlaufs. In den Alpen ist es bis in Höhenlagen von 2.400 Meter zu finden.
In deutschen Gärten ist Silene dioica hingegen noch nicht sehr verbreitet, jedoch völlig zu Unrecht, denn die pflegeleichte Pflanze eignet sich ideal zur Gartenbepflanzung.
Rotes Leimkraut (Silene dioica) Standort
In der freien Natur wächst das rote Leimkraut (Silene dioica) bevorzugt an Waldrändern, in lichten Laubwäldern, an Hecken oder auf Feuchtwiesen. Im Garten fühlt sich die Pflanze daher als Gehölzunterpflanzung, am Rand von Teichen oder kleinen Bachläufen oder an Hecken sehr wohl.
Sie bevorzugt einen halbschattigen Standort, jedoch kommt sie auch in der Sonne gut zurecht, wenn der Boden nass genug ist. Die bevorzugten Lichtverhältnisse hängen also stark von der Feuchtigkeit im Boden ab, an Teichrändern oder am Ufer von Bachläufen kann das rote Leimkraut (Silene dioica) auch gut in der Sonne stehen. Weist der Boden jedoch von selbst nicht genug Feuchtigkeit auf, käme man bei einem sonnigen Standort im Sommer mit dem Gießen gar nicht mehr nach. Auch im lichten Schatten gedeiht die rote Lichtnelke gut. Obwohl sie keine direkte Sonne braucht, bevorzugt sie einen warmen Standort.
Rote Leimkraut Boden
Der Boden sollte für das rote Leimkraut idealerweise folgende Eigenschaften aufweisen:
- kalkhaltig
- nährstoffarm
- nicht sauer
- gleichmäßig feucht bis nass
- lehmig
Diese Bodenverhältnisse sind am ehesten in der Nähe eines Teichs oder Bachlaufs zu finden und dort fühlt sich das rote Leimkraut auch sehr wohl. Ist der Boden nass genug, darf es dort auch gern sonnig sein. Aber auch lehmige, nasse Böden an Gehölzrändern oder Hecken sind ganz nach dem Geschmack der roten Lichtnelke, so dass sie gut an Standorten gepflanzt werden kann, an denen nicht viele andere Pflanzen gedeihen mögen.
Blütezeit des roten Leimkrauts

Das rote Leimkraut hat eine lange Blütezeit, die vom April bis in den September, unter Umständen sogar bis in den Oktober hineinreichen kann. Natürlich kommt es dabei auch immer etwas auf die Witterungsumstände an, denn das rote Leimkraut mag es gern warm.
Die Blüten des roten Leimkrauts öffnen sich jeweils nur für einen Tag, doch die Pflanze bringt genügend Blüten hervor, um den ganzen Sommer hindurch für ein strahlendes Blütenmeer zu sorgen. Anders als die Blüten der weißen Lichtnelke, die stark duften und sich erst spät am Tage öffnen, öffnen sich die duftlosen Blüten der roten Lichtnelke schon früh am Tage und verblühen dann sehr schnell. Aufgrund der großen Anzahl der Blüten tut das der Schönheit der Pflanze aber keinen Abbruch.
Die Blüten selbst, die eine intensive rote Farbe aufweisen, werden 2 bis 2,5 Zentimeter groß. Oftmals kann man angeknabberte Blütenblätter beobachten, das liegt daran, dass das rote Leimkraut (Silene dioica) eine beliebte Nektarquelle ist, jedoch einen sehr tiefen Blütenkelch hat und die kurzrüsselige Hummel den Nektar nicht erreichen kann. Daher knabbert sie sich ihren Weg zu der Futterquelle kurzerhand frei und hinterlässt dabei die angenagten Blütenblätter.
Der biologische Name Silene dioica deutet übrigens darauf hin, dass das rote Leimkraut zweihäusig ist (dioica), die Blüten also nur jeweils die Merkmale eines Geschlechts enthalten. Silene dioica ist daher auf Fremdbestäubung durch Insekten angewiesen.
Rotes Leimkraut Bilder-Galerie
Rotes Leimkraut pflanzen
Beim Pflanzen des roten Leimkrauts muss vor allem beachtet werden, dass die Wurzelballen ausreichend gewässert werden.
- Wurzelballen etwa eine Stunde lang gründlich wässern
- Pflanzloch nicht zu tief ausheben. So wie sie im Topf gestanden hat, sollte die rote Lichtnelke auch eingepflanzt werden
- Boden nach dem Pflanzen gut andrücken
- kräftig angießen
- in der Folgezeit immer wieder kontrollieren, dass der Boden feucht genug ist
Bekommt Silene dioica nach dem Pflanzen nicht genügend Feuchtigkeit, kann die Pflanze nicht gut anwachsen. Daher muss der Feuchtigkeitsgehalt des Substrats immer wieder kontrolliert werden, und vor allem bei einer Pflanzung im Kübel muss sie oft gegossen werden. Es darf auch etwas Gießwasser im Untersetzer oder Übertopf stehen bleiben, damit die Pflanze nicht austrocknet, jedoch sollte man sie auch nicht ertränken. Hier ist also etwas Fingerspitzengefühl gefragt.
Rotes Leimkraut pflegen

Am richtigen Standort ist das rote Leimkraut absolut pflegeleicht und es wächst ganz von selbst. Schwierigkeiten gibt es vor allem dann, wenn der Boden nicht feucht genug ist und austrocknet, denn dann kommt man mit dem Gießen im Sommer gar nicht mehr hinterher.
Die Wahl des richtigen Standorts ist bei der Pflege der roten Lichtnelke also das A und O, hat man hier alles richtiggemacht, braucht man sich eigentlich gar nicht mehr viel um die Pflanze kümmern, sondern kann einfach nur ihre schönen Blüten genießen.
- in den heißen Sommermonaten ohne Niederschläge das Substrat im Freiland immer wieder kontrollieren
- bei Bedarf gießen
- im Kübel regelmäßig gießen
- im Untersetzer oder Übertopf darf etwas Gießwasser stehen bleiben
Achtet man also darauf, dass das rote Leimkraut (Silene dioica) genügend Feuchtigkeit bekommt, muss man mehr eigentlich nicht tun und an einem gut gewählten Standort regelt sich das meist von allein.
Bei der Kübelhaltung kann es mitunter schwierig werden, die Pflanze in den Sommermonaten vor dem Austrocknen zu schützen, und es muss wirklich sehr viel gegossen werden, was die an sich pflegeleichte Pflanze dann sehr pflegeintensiv macht.
Auf das Düngen kann ebenfalls gut verzichtet werden, denn Silene dioica bevorzugt einen nährstoffarmen Boden. Mit regelmäßigen oder auch nur seltenen Düngungen würde man ihr daher eher schaden als nutzen.
Hat sie genügend Wasser, kann man sie also getrost sich selbst überlassen und sich einfach nur an den schönen roten Blüten erfreuen ohne einen Finger dafür rühren zu müssen.
Auch eine Blütenpflege ist nicht notwendig, denn die Blüten der roten Lichtnelke verblühen so schnell, dass man mit dem Schneiden gar nicht mehr hinterherkommen würde. Dank der Blütenfülle fällt das jedoch überhaupt nicht auf, so dass als einzige Pflegemaßnahme nur noch der jährliche Rückschnitt bleibt.
Rotes Leimkraut schneiden
Wirklich zwingend notwendig ist es nicht, doch wer sich die Arbeit machen möchte, der kann das rote Leimkraut nach der Blüte etwa handhoch über dem Boden zurückschneiden.
Lubera-Tipp: Das rote Leimkraut neigt sehr zur Selbstaussaat, wer das verhindern möchte, sollte es zeitig schneiden, bevor die Samen herangereift sind.
Andererseits kommt die Pflanze aber vor allem in größeren Gruppen gut zur Geltung, so dass es sich auch anbietet, schon bei der Wahl des Standorts darauf zu achten, dass die rote Lichtnelke sich dort etwas ausbreiten kann.
Die Vermehrung des roten Leimkrauts
Die Vermehrung nimmt das rote Leimkraut (Silene dioica) weitgehend selbst in die Hand. Es vermehrt sich vegetativ über Ausläufer und breitet sich so selbst aus, und auch durch Selbstaussaat wird es sich an passenden Standorten vermehren.
Lubera-Tipp: Wer das vermeiden möchte, sollte eine Wurzelsperre setzen und die Pflanze rechtzeitig vor der Samenreife zurückschneiden.
Rotes Leimkraut überwintern
Das rote Leimkraut ist als einheimische Wildpflanze in unseren Breitengraden absolut winterhart, so dass es im Freiland keinerlei Probleme mit dem Überwintern geben dürfte.
Nach der Winterruhe treibt die rote Lichtnelke in aller Regel im Frühjahr zuverlässig wieder aus. Kommt sie nicht wieder, hat das üblicherweise andere Ursachen als die Kälte und man sollte generell den Standort und Boden überprüfen und sicherstellen, dass beides den Bedürfnissen der roten Lichtnelke entspricht.
Rotes Leimkraut: Krankheiten und Schädlinge
Das rote Leimkraut ist robust und überhaupt nicht anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Zeigen sich doch einmal Anzeichen von Pilzerkrankungen, steht es wahrscheinlich zu nass, was auch bei der feuchtigkeitsliebenden Pflanze möglich ist. Vereinzelt kann es zu einem Befall mit Blattläusen kommen, die in der Regel einfach mit einem Wasserstrahl abgespült werden können.
Das rote Leimkraut als Heilpflanze

In der Vergangenheit wurden die Samen des roten Leimkrauts als Heilmittel gegen Schlangenbisse eingesetzt, die Wirkung ist jedoch eher fraglich. Aus den Wurzeln wurde eine Art Seife hergestellt, die sich zur Reinigung verwenden ließ.
Heute werden mitunter noch die essbaren jungen Blätter und Blüten als Bestandteil von Salaten verwendet. Dabei sollte man allerdings sichergehen, dass es sich um die rote Lichtnelke und nicht um eine andere Lichtnelkenart handelt, denn die meisten Arten sind nicht essbar.
Rotes Leimkraut – eine heimische Wildpflanze, die sich auch im Garten gut macht
Das rote Leimkraut ist in Deutschland wildwachsend häufig anzutreffen und sorgt mit seinen roten Blüten immer für einen schönen Anblick.
Die bis in den Herbst hinein blühende rote Lichtnelke ist sehr pflegeleicht und als heimische Pflanze optimal an unser Klima angepasst und kann daher auch im Garten sehr gut eingesetzt werden, um vor allem an feuchten und schattigen Standorten für Farbe zu sorgen und zugleich die Insekten mit Nahrung zu versorgen.
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